News E-Book-Markt: Verkäufe und Umsätze ziehen wieder an

mischaef

Kassettenkind
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#1
Das digitale Lesen legt auf dem deutschen Verbrauchermarkt wieder zu. Nach teilweise deutlichen Umsatzrückgängen im letzten Halbjahr melden Händler nun einen spürbaren Zuwachs in den Einnahmen. Der E-Book-Markt überschreitet erstmals die Grenze von 100 Millionen Euro Umsatz.

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#2
Also ich lese ja sehr gern und inzwischen nur noch E-Book's, 1000 Bücher mitnehmen kein Problem, abstauben und Platz kein Problem. Nur man kann sich so eben keine 500 Bücher von denen man 2 gelesen hat in den Raum stellen um zeigen wie belesen man ist. Langfristig wird es aber sowieso mehr Richtung E-Book gehen.
 
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#3
Ein komplexes Thema.

Nach meiner Erfahrung hat die Lust zu lesen bzw Lesen als Hobby bei den heute unter 18jährigen dramatisch abgenommen. Bei Jungs sogar noch mehr als bei Mädchen.

Ein Teil der Wohnbevölkerung hier in Deutschland (etwa 20%) bezieht überhaupt nicht mehr über klassische Kanäle Bücher - weil die entweder kein Deutsch mehr können oder der freie Zugriff aus sonstigen Gründen nicht möglich ist.

Das relative Verhältnis von gedruckten Werken zu digitalen Medien verschiebt sich permanent Richtung DM, das stimmt. Das betrifft auch alle journalistischen Werke: Zeitungen, Zeitschriften, Periodika, Lexika usw. Leider hat in dem Zusammenhang auch extrem stark die Zahlungsbereitschaft nachgelassen.

In der Wissenschaft wird - zumindest für die westliche Welt, für den Rest der Welt hab ich keine Angaben - bei der breiten Masse eine abnehmende Fähigkeit zur Entschlüsselung komplexer Sätze festgestellt. Lesen an und für sich verändert sich. Der Druck geht in Richtung Bilder und Videos. Als nur ein Beispiel sei die Tendenz genannt, gedruckte Anleitungen durch YouTube-Videos zu ersetzen.

Dann gibt es noch speziell für deutschsprachige Werke das Phänomen, dass die deutsche Sprache als Lokalisierung nicht mehr als "Pflicht" betrachtet wird. Die Übersetzung ins Deutsche nimmt ab.

Bei eBooks hat zumindest bei Teilen der Lesern auch die Tendenz zu Raubkopien zugenommen. Sicher hat man früher auch schon mal Bücher in der Familie herumgereicht oder ausgeliehen. Aber heute erreicht das ganz andere Dimensionen.

Noch eine persönliche Anmerkung: meine eBooks kaufe ich nie bei Amazon. Wenigstens bei diesen Produkten kann man diesem Moloch entkommen.
 

mischaef

Kassettenkind
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#4
@beercarrier
Das wird, wenn überhaupt, noch seeeeehr lange dauern - dafür ist der Anteil von E-Books noch deutlich zu klein. Zudem muss man sich nicht zwischen den einem oder anderen entscheiden: Wir haben hier über 40 laufende Meter an vollen Bücherregalen (fürs bessere Verständnis: Knapp 9 große Billy-Regale) und uns den Luxus eines Lesezimmers gegönnt). Meine Frau ist gelernte Bibliothekarin, also kannst Du Dir vorstellen wie es hier ausschaut. Und dennoch nutze ich die Vorteile von eBooks: Einen 1000 Seite-Schmöker stunden in der Hand halten? Oder sogar mit in die Badewanne nehmen? Lieber nicht. Der Wasserdampf würde diesem sowieso nicht gut tun. Urlaub? Ich muss mich nicht vorher entscheiden, was ich mitnehme und der Koffer ist auch leichter.

Man kann also durchaus beiden Seiten etwas abgewinnen.
 
C

CS74ES

Gast
#5
Schön, vielleicht lockt das noch den einen oder anderen unbekannten Autor aus der Deckung. Es ist immer noch schwer etwas bestimmtes zu finden, zumindest in Deutsch, im englischsprachigem Raum sieht es da ganz anders aus.
 
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#6
Mich stört es einfach dass ich nicht das volle Eigentum an dem Buch habe. Ich lese sehr selten Bücher und wenn dann immer als Zweitverwerter von Büchern die jemand anders schon durch hat. Ich bin also absolut nicht die Zielgruppe und werde mir wahrscheinlich solange es echte Bücher gibt so einen Reader nicht zulegen.
 
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#7
Letzteres unterschreibe ich zu 100%, weswegen ich mir bei jedrm eBook eine DRM-freie epub-Kopie in mein Archiv lege. Obwohl ich damit etwas Illegales tue, ist das für mich nicht verhandelbar. Ich bin ansonsten ein sehr gesetzestreuer Mensch, aber sollte jemand in der Lage sein, mich daran zu hindern, dann führt das zu 100% dazu, dass ich keine eBooks mehr kaufe.

Zum Beispiel habe ich Schwierigkeiten mit dem "Kindle only"-Format bei Amazon. Sehr schwer nach epub konvertierbar. Deswegen kaufe ich das nicht.
 

Pipmatz

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#8
Ein komplexes Thema.

Nach meiner Erfahrung hat die Lust zu lesen bzw Lesen als Hobby bei den heute unter 18jährigen dramatisch abgenommen. Bei Jungs sogar noch mehr als bei Mädchen.

Ein Teil der Wohnbevölkerung hier in Deutschland (etwa 20%) bezieht überhaupt nicht mehr über klassische Kanäle Bücher - weil die entweder kein Deutsch mehr können oder der freie Zugriff aus sonstigen Gründen nicht möglich ist.
Was will man erwarten?
Eltern die ihren Kindern in der 1. oder 2. Klasse schon ihr eigenes Smartphone kaufen.

Dazu noch Netflix und Amazon...die permanent bespaßung nimmt kein Ende.
Um 20:15 Uhr zuhause sein um mal einen Film zu schauen oder 1-2 Stunden zu lesen ist vorbei.
(und wenn lesen dann natürlich beim Fratzenbuch...)

Das relative Verhältnis von gedruckten Werken zu digitalen Medien verschiebt sich permanent Richtung DM, das stimmt. Das betrifft auch alle journalistischen Werke: Zeitungen, Zeitschriften, Periodika, Lexika usw. Leider hat in dem Zusammenhang auch extrem stark die Zahlungsbereitschaft nachgelassen.
Bei Tageszeitung Abos empfinde ich das manchmal als Vorteil:
weniger Papier, man hat es Immer dabei und kann überall lesen,
wenn man die Lust hat.

Vorteil bei Papier:
Wenn die Zeitung rumliegt animiert das natürlich auch mal die anderen darin
zu lesen.

Und zur Zahlungsbereitschaft:
Wenn ich mir da manchmal die Abokosten von manchen Zeitungen anschaue...mein lieber Schwan.

Vorteil ist natürlich:
Die Menschen die es sich nicht leisten können, haben trotzdem Wege zu lesen,
auch wenn es nicht legal ist.

In der Wissenschaft wird - zumindest für die westliche Welt, für den Rest der Welt hab ich keine Angaben - bei der breiten Masse eine abnehmende Fähigkeit zur Entschlüsselung komplexer Sätze festgestellt.
In der man extra hochtrabend schreiben muss, damit sich alles so schlau anhören soll:evillol:
Wo sich jede Bachelorarbeit anhört als habe man die halbe Welt erklärt oder gerettet...

Ich las mal vor Jahren von einer Wissenschaftlerin die in die USA ging.
Sie erzählte von dem wissenschaftlichen Arbeiten:
In den USA möchte man das die Arbeiten von einem größtmöglichen Kreis gelesen und verstanden werden können. Sie musste sich daran gewöhnen und verstand aber dann auch die Vorteile gegenüber unserem hier.

Hier in Deutschland denkt man immer das hochtrabend schreiben und viele Seiten gleich gut sein müssen.

Ich erinnere mich an einen Studenten der mal unserem Prof seine Arbeit (bezüglich Praktikum) gegeben hatte
und der Prof lass sie und war sehr zufrieden, aber meinte da fehlen noch einige Seiten (er hatte die Seitenanzahl vorgegeben).
Seine Antwort:
Ich habe alles wichtige zum Projekt erwähnt und darüber geschrieben was ich in der Firma gemacht hatte . Wozu soll ich da jetzt 5 Seiten mit unnötigen Sachen mehr schreiben, nur damit ich ihre Seitenanzahl erreiche?

Touché sage ich da nur:daumen:


Bei eBooks hat zumindest bei Teilen der Lesern auch die Tendenz zu Raubkopien zugenommen. Sicher hat man früher auch schon mal Bücher in der Familie herumgereicht oder ausgeliehen. Aber heute erreicht das ganz andere Dimensionen.
Gregor Gysi sagte mal bezüglich Chancengleichheit,
das seine Eltern eine Bibliothek mit über (glaube) 1.000 Büchern hatten
und die Mutter des Nachbarsjungen 2 Bücher: 1 Kochbuch und 1 Bibel.
Von daher sehe ich es nicht nur negativ.
 
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mischaef

Kassettenkind
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#9
Was will man erwarten?
Eltern die ihren Kindern in der 1. oder 2. Klasse schon ihr eigenes Smartphone kaufen.

Dazu noch Netflix und Amazon...die permanent bespaßung nimmt kein Ende.
Was sollen denn wieder diese aus der Luft gegriffenen Verallgemeinerungen? Das eine hat doch gar nichts mit dem anderen zu tun. Unser Junior hat auch schon sein eigenes Tablet - nur wir kontrollieren den Zugriff darauf. Der wird in zwei Wochen eingesschult und brennt aufs lesen lernen. Und er wird später sehr viel lesen. Das hat aber nichts mit dem Tablet zu tun, sondern weil wir es vorleben, weil wir selber viel lesen. Und weil wir regelmäßig ihm vorlesen, min 2-3 mal pro Woche. Früher war es sogar fast jeden Abend, aber die interessen werden halt mehr und die Zeit knapper.

Und das, obwohl er auch seine Serien auf Netflix oder Amazon schaut.

Ein wenig Differenzierung bei diesem Thema würde schon vernünftig...
 
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#10
Es ist schon einmal schön zu lesen, dass die Menschen überhaupt wieder mehr lesen. Lesen bildet.

Auch wenn es wünschenswert wäre, dass mehr Leute wieder zur Papierform greifen würden. Wir brauchen die kleinen Buchläden sowie die Arbeitsplätze dort.
 

mischaef

Kassettenkind
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#11
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Oder warum schließt das eine das andere aus? E-Books kann ich auch in vielen kleinen Buchläden kaufen - samt guter Beratung. Nur: Einen 1000-Seiten-Wälzer mit in die Badewanne nehmen? Mache ich generell bei Büchern nur ungern. Und auch auf dem Sofa werden solche Bücher irgendwann mal zu schwer...
 

n8mahr

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#12
Ebooks sind definitiv eine GUTE Errungenschaft.
Aber:
1) sind mir die Umsetzungen teilweise viel zu lieblos. Warum nicht mal öfters Grafiken mit einbinden? Warum nicht mal etwas ausgefallenen Schriftsatz nehmen? Bei den Ebooks, die ich bisher hatte, war es fast ausschließlich Endlostext mit kleinen Einrückungen Beim Kapitelbeginn, wenn´s hoch kommt.

2) Sie sind ZU TEUER. Sorry, aber wenn ich ein Buch neu für 9,90€ bekomme oder sogar als "Mängelexemplar" für 3€, das Ebook aber 12€ kostet (kein Witz, Black Library...) dann fühlt man sich als Kunde doch irgendwie verar....

Somit bleibt für mich: Sehr praktisch, sehr schön, aber auch Jahre nach der Einführung mit deutlicher Luft nach Oben.
 

Fu Manchu

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#13
.Warum nicht mal öfters Grafiken mit einbinden? Warum nicht mal etwas ausgefallenen Schriftsatz nehmen?
Bei den Grafiken sind die Ebooks wahrscheinlich gleich dem gedruckten Buch und der Schriftsatz kann im Reader eingestellt werden.


2) Sie sind ZU TEUER. Sorry, aber wenn ich ein Buch neu für 9,90€ bekomme oder sogar als "Mängelexemplar" für 3€, das Ebook aber 12€ kostet (kein Witz, Black Library...) dann fühlt man sich als Kunde doch irgendwie verar....
Wenn es teurer ist als das gedruckte sehe ich den Witz auch nicht, aber ansonsten macht der Druck und das Papier nur einen Bruchteil der Kosten aus, so dass eine Preisgleichheit zum gedruckten Buch bzw. ein etwas geringerer Preis durchaus ok ist.
 

n8mahr

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#14
Bei den Grafiken sind die Ebooks wahrscheinlich gleich dem gedruckten Buch und der Schriftsatz kann im Reader eingestellt werden.
.
Ja, aber gerade HIER könnte man sich absetzen. Nur 1zu1 Ports, oder sogar schlimmer noch, Portierungen unter Weglassen der Spielereien wie unterschiedliche Schrifttypen, Varianten im Satz etc. sind nicht zu akzeptieren. Warum sollte es im Druck einfacher sein, sowas zu realisieren als im Ebook? Klar kann ich den Schrifttyp ändern, aber dann ändere ich ja alle Schrift.

Bei Sachbüchern braucht man sowas evtl. nicht. Aber bei Romanen ist lieblose Gestaltung einfach ein Minderwert.

Wenn es teurer ist als das gedruckte sehe ich den Witz auch nicht, aber ansonsten macht der Druck und das Papier nur einen Bruchteil der Kosten aus, so dass eine Preisgleichheit zum gedruckten Buch bzw. ein etwas geringerer Preis durchaus ok ist.
Lagerung, Versandkosten... und KEINE Überproduktion. Bücher werden idR ja nicht auf Bestellung gedruckt sondern einfach mal 10.000,die auf Halde liegen. Ebooks werden immer nur genau so viele erstellt, wie gebraucht werden ^^ (auch wenn manche evtl. geraubkopiert werden..)

Kurz: Da sollte schon ein Preisvorteil bei rumkommen ZUSÄTZLICH zu einer liebevollen Umsetzung, die einen für den fehlenden Einband etc entschädigt.
 

Fu Manchu

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#15
...Lagerung, Versandkosten... und KEINE Überproduktion. ....
Auf das einzelne Buch gerechnet Peanuts und das Argument wäre, dass für Ebooks auch die Infrastruktur geschaffen werden muss und hier wären die Kosten ebenfalls Peanuts pro Buch. Am Preis ist das kaum zu beziffern, zumal eh eine Preisbindung mit einer Preispolitik dranhängt. Die Kosten machen hier nicht den Kohl bzw. den Preis fett.

Teuer sind das Lektorat, die Mitarbeiter die am Buch mitwirken beim Verlag, das Layout (wenn Digital, dann IMO gleich verwendbar für Ebook) und die Querfinanzierung für andere Bücher. Das darf man nicht vergessen, nur ca. jedes zehnte Buch macht einen positiven Deckungsbeitrag, das muss auch die anderen Bücher finanzieren. Ist das Buch erst mal fertig, ist der Druck selber nicht mehr das teuerste.
 
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#16
Welche Infrastruktur? Die Kosten sind ja wohl zu vernachlässigen, da erzeugt ein WOW Patch wohl mehr Traffic als tausende verkaufte eBooks. Außerdem fällt (theorethisch) der Buchhandel als Zwischenhändler weg, d.h. die Marge kann der Verlag selber einstecken.
eBooks sind für das gebotene viel zu teuer, mir egal das Papier/Druck angeblich so wenig Kosten verursachen, bei Zeitungen/Zeitschriften dienen die Papierpreise jedenfalls gerne als Argument bei Erhöhungen.
 
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#18
Hast Du die Argumentationskette überhaupt verstanden oder gings Dir um den Smiley? :freak:

Zeitungen/Zeitschriften verargumentieren jede zweite Preiserhöhung mit gestiegenen Papierpreisen und bei Büchern ist dieser Kostenblock jetzt auf einmal vernachlässigbar und daher schlägt die zusätzliche IT Infrastruktur so hart rein. Ernsthaft jetzt?!
 
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