Eigenbau NAS auf i3 Basis

divl

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Nach ausgiebiger Recherche bei den Fertiglösungen möchte ich mehr Flexibilität bei der Hardware aber auch bei der Software.

Als Basis stelle ich mir von der Software Seite aus zwei Möglichkeiten vor:
  1. Proxmox vor mit TrueNAS darauf. Die HDDs werden an TrueNAS direkt durchgereicht. Dienste wie z.B. Immich, Jellyfin und Co landen dann in LXC Containern, die auf die Daten im TrueNAS zugreifen.
  2. Ich installiere nur TrueNAS und lasse die Dienste in Containern auf TrueNAS laufen. Das scheint TrueNAS mittlerweile auch zu unterstützen.
Habt ihr eine bestimmte Empfehlung? Vor der administrativen Herausforderung habe ich keine Angst, muss es mir aber auch nicht komplizierter machen, als es sein muss.

Auf Hardware Seite würde ich gerne mit einem i3-14100 ansetzen mit 16GB DDR4-3200 RAM auf einem ASRock H610M in einem Jonsbo N4.
  • Der i3 scheint mir genug Leistung zu haben für das was ich tun will, bietet Quicksync und einen anständigen Idle Verbrauch.
  • 16GB RAM sollten eigentlich vollkommen ausreichen, aber mit der 1-Riegel Variante habe ich die Option in Zukunft zu erhöhen. DDR4 ist deutlich günstiger und die Vorzüge von DDR5 sollten bei dem Anwendungsfall irrelevant sein. ECC RAM ist mir egal bzw. den Aufpreis nicht wert. Mir reicht die Bitrot Protection von zfs oder btrfs.
  • Beim Mainboard habe ich nur nach mindestens 4x SATA und DDR4 gesucht. Ich würde gerne meine vorhandene 1 TB Samsung SSD verwenden und ein RAID5 benutzen können. 2,5GB Netz wäre optimal, weil das auch meine FRITZ!Box bieten würde, aber dann müsste ich auch direkt mehr Geld in die Hand nehmen und ein B760M Mainboard kaufen.
  • Das Gehäuse sieht optisch ansprechend aus und bietet genug Platz für den Kram, den ich darin verstauen will.
  • Ich habe sogar noch zwei 2TB Festplatten. Es sind zwar keine 24/7 Festplatten, sondern eine 2TB WD Blue und eine 2TB WD Green (WD20EZRZ und WD20EZRX), aber für den Anfang sollten die mir Dicke reichen, bis ich mehr brauche. Dann könnte ich eine größere Platte holen, auf RAID5 upgraden und dann irgendwann auch die beiden 2 TB Platten austauschen.
Soweit zu meinen bisherigen Gedanken.
  • Beim Thema Netzteil bin ich komplett überfragt. Im SFX Formfaktor scheint mir irgendwie jedes Netzteil viel zu überdimensioniert bei der Leistung. Suche ich falsch? Mich würde es wundern, wenn die Kiste selbst bei Vollauslastung die 100 Watt knackt.
  • Wie sieht es bei der Kühlung aus? Wenn ich es besonders leise haben will, brauche ich da einen extra Kühler? Ist sogar eine passive Kühlung möglich?
Habt ihr sonstige Ideen oder Vorschläge? Danke für die Hilfe.
 
Mittlerweile gibt es für ca. 40 € 10-GbE Netzwerkkarten mit einem RTL8127 Chip, direkt RJ45 oder das sparsamere SFP+. Die schlucken nur ca. 2W, aber du bräuchtest einen PCIe 4.0 Slot mit mindestens x1 Lane. (Ich gehe davon aus, dass du langfristig den PCI 4.0x16 mit einem HBA belegen willst?)

Das Mainboard da hat nur PCIe 3.0x1. Die NIC würde darin so 7.7 Gb/s packen. Kann natürlich auch 5 Gb/s, 2.5 Gb/s und 1 Gb/s wenn du sowas noch laufen hast (IEEE 802.3bz).

2.5 GbE – ca. 10 €, 5 GbE – ca. 22 €.

Schneller als 1 GbE ist ja schon WLAN: Mit 160MHz Kanalbreite erreichst du typischerweise im gleichen Raum 1.7–2.4 Gb/s. (Ab Intel AX210, ca. 12 €.)

Ansonsten schaue dir mal an:
1 GbE im NAS sind anachronistisch.
 
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Moin,
ich nutze das gleiche Gehäuse für meinen Unraid Server:
  • Gigabyte B760M DS3H DDR4 (BIOS: F22)
  • Intel® Core™ i5-12400 @ 2475 MHz
  • 2x 16GB DDR4-RAM Crucial CT16G4DFD832A 3200MHz
  • be quiet! SFX Power 3 450W, PC-Netzteil (BN321)
  • Asmedia1064 SATA Controller PCI-Express X1 4-Port (BIOS: 11180000.rom)
Das Netzteil kann ich empfehlen, damit bekommt man das System auch sparsam hin.
Als CPU Kühler habe ich einen Noctua NH-L9x65 verbaut. Angenehm leise, unter Vollast aber natürlich hörbar.
 
Wenn ich ein System mit halbwegs neuen teilen aufbauen würde, würde ich bei der m.2 schon PCIe 4 haben wollen.
 
divl schrieb:
  1. Proxmox vor mit TrueNAS darauf. Die HDDs werden an TrueNAS direkt durchgereicht. Dienste wie z.B. Immich, Jellyfin und Co landen dann in LXC Containern, die auf die Daten im TrueNAS zugreifen.
  2. Ich installiere nur TrueNAS und lasse die Dienste in Containern auf TrueNAS laufen. Das scheint TrueNAS mittlerweile auch zu unterstützen.
Was versprichst Du dir von TrueNAS auf Proxmox, warum soviel Komplexität? Mach in Proxmox VMs und leg bei deren Erstellung ZVOLs als deren "Festplatten" an. Bei LXC werden Datasets verwendet.
Meine VMs liegen auf einem Pool mit gespiegelten Enterprise-SSDs, die explizit für mixed-Use geeignet sind. Vorher hatte ich die auf einem RaidZ1-Pool mit SSDs die das nicht waren, die gingen beim Schreiben sehr schnell in die Knie. Die Jellyfin-VM hat nun als Datengrab ein zusätzliches ZVOL auf einem separaten RaidZ1-Pool.
Nachteil von Jellyfin in einer VM: Transcoding wird schwierig, ich brauche das allerdings auch nicht (notfalls stemmen das auch auch die 8 Kerne/ 16 Treads der CPU).

Bzgl. Gehäuse: Das N4 hat Lüftungs-/Kühlungsprobleme bei Vollbestückung der Platten. Ich würde das Sagittarius empfehlen, das kriegst Du aber nur bei AliExpress. Das ist eine dünne, simple Blechkiste aber das Lüftungskonzept ist perfekt und du kannst PCIe-Karten in voller Höhe verbauen. Vorteil: Du hast ein separates Festplattenabteil bei dem du zwei langsam laufende 120er Lüfter verbauen kannst. Gleiches gilt im Mainboard-Abteil, bei horizontalen SATA-Anschlüssen des Mainboards brauchst Du aber SATA-Winkeladapter und kannst nur 15mm dicke 120er Lüfter verwenden.

Wichtig: Mach dir von Anfang an Gedanken über Backups. Hier eine zuverlässige, automatisierte Lösung mit Versionierung, 3-2-1-Konzept und brauchbarem Logging zu finden ist anspruchsvoller als der Betrieb der eigentlichen Dienste...
 

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Bei mir hat sich folgendes bewährt:
Alle VMs auf eine verschlüsselte SSD. Eine weitere, verschlüsselte SSD für Backups von den VMs. Das KVM-Hostsystem(Debian) arbeitet ausschließlich als Hypervisor und macht automatisch Backups der VMs. Eine der SSDs und die restliche Hardware dürfen somit krepieren und ich bin trotzdem fein damit.

Natürlich kann man auch Proxmox nehmen wenn man eine Weboberfläche haben will - ich mache alles per SSH wegen geringerer Angriffsfläche falls ich mir in meinem Netzwerk etwas einfange.

Auf dem KVM-Host ist dann die VM (auch Debian), die das NAS bereitstellt per ZFS Dateisystem. Dafür habe ich SATA-SSDs einzeln zur VM durchgereicht, sodass die VM direkt und exklusiv auf sie zugreifen kann. Das ZFS Kennwort ist in der VM damit sie automatisch starten kann, wenn der Hypervisor startet. Das macht auch nichts, weil die VM selbst ja auf der Hypervisor-SSD schon verschlüsselt liegt und regelmäßig gesichert wird.

Ich würde nicht empfehlen, auf dem nackten Rechner das NAS zu installieren, weil es schwerer wiederherzustellen und abhängiger von der Hardware wird.

ZFS braucht viel RAM. Ich brauche zum Beispiel 8GB RAM nur für ZFS. Die anderen VMs sind deutlich sparsamer. Auch als Cache kann man eine SSD vor die HDDs schalten mit ZFS.

Für den Betrieb mehrerer VMs will man in der Regel viele Kerne haben. Je nachdem, wie viele VMs du betreiben möchtest, kann es sinnvoll sein, eine etwas langsamere CPU pro Kern zu nehmen, die dafür mehr Kerne hat. Ich habe zum Beispiel 6 Kerne mit 12 Threads. Da muss man schon jede VM möglichst klein dimensionieren, damit das reicht. Denn der Hypervisor möchte ja selbst auch etwa 2 Threads haben, denke ich.
 
Ich würde @rollmoped zustimmen und mindestens einen Intel Core i5-14400 empfehlen. Kostet auch nur unwesentlich mehr und man hat mehr Reserven. Sparsam, im Idle, sind eigendlich fast alle Intelprozessoren. Mein Prozessor im Unraid-NAS ist ein Ryzen 4750 Pro, der jetzt schon an seine Grenzen kommt.
 
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divl schrieb:
16GB RAM sollten eigentlich vollkommen ausreichen, aber mit der 1-Riegel Variante habe ich die Option in Zukunft zu erhöhen. DDR4 ist deutlich günstiger und die Vorzüge von DDR5 sollten bei dem Anwendungsfall irrelevant sein. ECC RAM ist mir egal bzw. den Aufpreis nicht wert. Mir reicht die Bitrot Protection von zfs oder btrfs.
Nur Mal als Gedanke: DDR5 hat on-DIE ECC. Also selbst als nicht ECC RAM ist dieser "sicherer" als DDR4.
 
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