Fragen zum Arbeitsvertrag ?

AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

für ein IT-Unternehmen nicht normal...

ich habe in der probezeit urlaub und anteilig die Jahresgratifikation bekommen.
Zudem auch noch 2 Zertifizierungen (ITIL / Oracle) und 4 Tage PL/SQL-Kurs in Hamburg vom AG gesponsert bekommen

Eine probezeit von 6 Monaten ist heutzutage normal

auf nachtschicht , WE-arbeit und rufbereitschaft hätte ich kein bock und wenn dann nur wenn es auch gut bezahlt wird

versetzung nur regional und auf 3 monate befristet
 
AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

- Die ordentliche und außerordentliche Kündigung des Arbetisverhältnisses ist möglich
- Probezeit 6 Monate (jederzeit Kündbar innerhalb von 2 Wochen)
- Während der Probezeit werden keine Sonderzahlungen ausgezahlt

Vollkommen normal, kannste auch nachlesen. Besonders Lustig ist Punkt eins. Wenns den nicht geben würde wärste ja unkündbar.

- Eine Versetzung an einen anderen Ort ist möglich
- Im Bedarfsfall ruft der AG mehr Arbeitszeit ab
- Der AN hat seine Lage der Arbeitszeit an den betrieblichen Notwendigkeiten zu orientieren
- Der AN ist verpflichtet Nacht-/ Wechselschickt / Sonntagsarbeit / Mehr - und Überarbeit zu leisten
- Der AG ist berechtigt Kurzarbeit anzuordnen

Versetzung an einen anderen Ort? Kannst ja kündigen wenn es soweit ist. Seh ich nicht als Problem. Die anderen Punkte sind wohl eher im Bedarfsfall zu sehen. Hoff ich zumindest für dich. Sonst bedeutet "Der Arbeitnehmer ist erpflichtet Mehr - und Überarbeit zu leisten", dass man bei dir mit Leichtigkeit die 80 Stundenwoche einführen kann und du kannst nichts dagegen machen.

Allgemein musst du daran denken wenn es brennt und alles ganz schnell wieder aufgebaut werden muss, weil sonst das Unternehmen am Ende ist du um 16 Uhr nach hause gehen kannst? Glaubst du die Mitarbeiter vom PSN sind nach 8 Stunden nach Haus gegangen. Ich denke die Punkte sind nur für den Extremfall, wenn alles den Bach runtergeht.
 
AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

DunklerRabe schrieb:
Unnormal, mindestens fragwürdig in Teilen der Formulierung
vollkommen normal.
stell dir mal vor, er ist für die serverwartung verantwortlich und bei nem kunden fällt samstag abends eben dieser aus. dann muss er raus und den wieder in ordnung bringen. das geht nicht ohne mehr- und wochenendarbeit.

ich weiss ja nicht was manche leute hier für vorstellungen haben (oder ob sie überhaupt schonmal für ihr eigenes auskommen sorgen mussten...), aber die punkte in dem vertrag sind vollkommen normal, gerade in dem bereich der it-branche.

man sollte die eigene weltfremdheit nicht unbedingt als maßstab nehmen ;)

dass man bei dir mit Leichtigkeit die 80 Stundenwoche einführen kann
kann man nicht... wo kommen diese horrormärchen eigentlich her?
 
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AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

Ich stimme DunklerRabe prinzipiell in seiner Einschätzung zu, der "unnormale Teil" hängt aber stark von der Branche, dem Job und der Firma ab. Als RZ Admin muss man meistens Notfall- Bereitschaft oder Wochenend-Dieste leisten, geht nicht anders wenn die Server abschmieren. Als Entwickler sieht das z.B. wieder anders aus, dort ist das eher nicht notwendig, mehr Freiraum kann dort sogar gewünscht sein, weil es die Kreativität fördert. Es hängt also sehr stark vom Einzelfall ab.

Allerdings hast auch Du ein Kündigungsrecht (in der Probezeit kannst Du auch mit 2 Wochen Frist kündigen). Es kann auch sein, daß einige der Klauseln zwar drinstehen, es in der Praxis aber nicht so heiss gegessen wie gekocht werden. Wenn Du den Job an sich machen willst dann unterschreib halt und kündige notfalls später wenn es Dir zu weit geht. Ich würde mich auch informieren wie das Klima denn so in der Firma/Abteilung ist.

Du sollstest Dir halt folgende Fragen stellen:

  • Willst Du den Job machen ?
  • Bist Du auf den Job angewiesen ?
  • Ist das Grundgehalt für die bisher im Vertrag definierte Arbeitsaufgabe ok für Dich ?
  • Wie ist die wirtschaftliche Situation des AG und wie wahrscheinlich ist der Worst Case ?

Wenn Du Dich dann entscheidest dort zu arbeiten, solltest Du im Laufe der Zeit folgendes überprüfen:

  • Gibt es Mehrbelastung und wenn ja wie viel ?
  • Ist die Mehrbelastung akzeptabel ?
  • Passt das Gehalt nachwievor zu den Aufgaben ?
  • Bist Du immer noch auf den Job angewiesen ?

Wenn es nicht passt, dann kündigen.

Ich persönlich würde mich nach einem anderen Job umsehen (bin ein verwöhnter Entwickler :D) und das nicht unterschreiben, aber das hängt auch von Deiner Qualifikation und damit deinen Jobchancen ab ob Du Dir das leisten kannst/willst.
 
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AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

Zitat:
dass man bei dir mit Leichtigkeit die 80 Stundenwoche einführen kann
kann man nicht... wo kommen diese horrormärchen eigentlich her?

Theoretisch schon, praktisch hält das natürlich vor keinem Arbeitsgericht.
 
AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

aggroman schrieb:
Das ist eine seriöse Firma bei der ich eigentlich schon ein paar Monate arbeite (allein deswegen regt mich das so auf). Ich fühl mich irgendwie ausgenutzt

PS: es ist eine IT tätigkeit von SQL Server, Exchange usw. Administration

Ich weiss nicht ob das von itneresse ist aber ich hab vor kurzem mein Informatikstudium beendet (ich glaub sogar als bester in meinem Jahrgang)

Vor allem die Administration erfordert eine hohe Flexibilität. Oder möchtest du mit einer Rücksicherung bis nach dem Wochenende warten? Du hast dir einen Bereich der IT gewählt, welcher solche Gegebenheiten von dir verlangt. Dafür kannst du manchmal mehr Geld verlangen und bekommst Freizeitausgleich. Es hat alles kein Für und Wider.

Ich kenne es nicht häufig, dass während der Probezeit Sonderzahlungen gemacht werden. Eher gibt es die Verträge, wo man weniger in der Zeit bekommt.

Im Grunde ist dein AG ziemlich ehrlich zu dir in diesem Vertrag. Was wäre dir lieber: Du fährst in den Urlaub und der AG zieht dich kurz vor Abflug raus. Oder du weißt schon im Vorfeld, dass genau dieser Fall X eintreten kann.

@"So ein Vertrag ist nicht normal"

bezieht sich das auch auf die IT-Branche und insbesondere Administration?
 
AW: Beschissener Arbeitsvertrag ?

@Heretic Novalis:
Ich kann dir sagen, dass ich mir das garnicht vorstellen brauche! ;)
Ich arbeite als Administrator in der IT-Branche in einer ähnlichen Position und das ist so definitiv NICHT normal.
Deswegen kann ich auch ganz konkret sagen, dass ich das SO nicht unterschrieben hätte.
Das heisst ja noch nicht, dass bei mir nicht im Zweifelsfall auch Dienst ausserhalb der üblichen Dienstzeiten angesagt ist. Wenn man dazu nicht auch ohne eine Zwangsverpflichtung per Vertrag bereit ist hat den Job nicht verstanden und es zeigt mir auch, wie mein AG tickt. In dem Fall hat auch der was falsch verstanden.

@Robin:
bezieht sich das auch auf die IT-Branche und insbesondere Administration?
Jap, siehe oben :)
 
Auch wenn es normal wäre, es ist so oder so ein ganz mieser Vertrag zu ungunsten des Arbeitnehmers. Mit sechs Monaten Probezeit sichert sich der Arbeitgeber aufs maximum ab. Ich hatte nie längere Probezeiten als 1-2 Monate. Im Mai habe ich eine neue Stelle im IT-Bereich angetreten, die Probezeit beläuft sich auf einen Monat. Sechs Monate sind übel, man kann dich während dieser Zeit wegen jedem Unsinn absolut unkompliziert entlassen. Moderne Sklaverei ist das :(
 
Zu behaupten, eine Probezeit wäre eine einseitige Benachteilligung des Arbeitnehmers, ist eine Leugnung der Realität, deine polemische Wortwahl lässt befürchten, dass du an einer sachlichen Diskussion aber auch gar nicht interessiert bist.

Fakt ist: Die kurzen Kündigungsfristen gelten für beide Seiten und nicht selten kündigt der Arbeitnehmer, weil er doch etwas besseres gefunden oder sich nicht im Betrieb wohl gefühlt hat. In der Personalberatung, in der ich zuletzt gearbeitet habe, hat genau dieser Umstand dem Unternehmen sechsstellige Umsätze im Jahr beschert. Dann saßen nämlich die Firmen auf einmal auf dem trockenen, weil der frisch eingearbeitete Abteilungsleiter von jetzt auf gleich weg war.

Aber die bösen Sklaventreiber haben es sicher einfach nicht besser verdient ;)
 
Ich bezweifle aber, dass der AG die sechs monatige Probezeit zu Gunsten des AN in den Vertrag geschrieben hat, der weiss schon, was er tut - und in erster Linie für sich ;) Es ist doch auch so, dass der AN während der Probezeit unter einem grösseren Leistungsdruck steht und somit eine Ungewissheit bleibt, ob er nicht innert kürzester Frist wieder entlassen wird und dann ohne Job dasteht. Also ich finds nicht so toll :/
 
Servus.

:rolleyes:
Schon klar, du würdest als AG irgendjemanden, den du nicht kennst, sofort unbefristet, ganz ohne Probezeit und unkündbar einstellen, bei übertariflicher Bezahlung, würdest vertraglich darauf verzichten, Überstunden und/oder eine Versetzung anordnen zu dürfen, sowie im Extremstfall auf die Möglichkeit, um die Firma am leben zu halten, zur Kurzarbeit auszuschließen.

:freak:

Grüßle ~Shar~
 
Ich hätte nicht unterschrieben. Als IT-Admin muss man sich darauf einstellen zu kommen, wenn es brennt. Aber dann auch mit Zusatzgehalt für Rufbereitschaft. Denn das, was da beschrieben wird ist Rufbereitschaft.

Der Vertrag heißt nichts weiter als - Du bist unser Arbeitstier, immer da wenn wir dich brauchen, du folgst uns egal wo wir hin gehen und wenn wir dich nicht brauchen bist du ganz schnell draußen.

Du hast ein Studium abgeschlossen.... es gibt auch noch andere Firmen da draußen, die Admins suchen und attraktive Zahlungen und Arbeitsbedingungen anbieten. Ich habe kein Problem damit länger zu bleiben, wenn es brennt. Aber dafür möchte ich bezahlt werden.

Hier mal was ganz aktuelles für dich:

http://blog.juracity.de/2011-02-11/...tsdienst-mit-normalem-gehalt-unzulaessig.html

Lies es dir genau durch und überlege.

Außerdem: Was ist, wenn du mal am Wochenende weg fahren willst? Hast du im Zweifelsfall jemanden, der dich vertritt o.ä.?

Gruß
 
@aggroman, du musst das nicht unterschreiben, sondern kannst auch verhandeln bzw. Teile streichen lassen. Ebenso kann man - vor Unterschrift - den AV von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen. Kostet nicht allzu viel und ist jedem sein gutes Recht.

Manche AG wenden "das Gewissen als Taktik" an. Ist definitiv nicht ok.
 
kann es sein das wir in der gleichen Firma arbeiten, mein Arbeitsvertrag ist fast genauso bescheiden :D Naja ganz so schlimm ist meiner nicht, es sind eigenltich nur wenig Punkte die mich stören. Hauptsächlich aber die 20 Überstunden pro Monat die mit meinem Gehalt abgegolten sind. Das finde ich fast schon einen Skandal^^.
Naja unterschrieben hab ich trotzdem. 1stens macht mir der Job wirklich viel Spaß (was am wichtigsten ist!) und 2tens: Was nicht ist, kann ja noch werden. Wenn nicht such ich mir in 1-2 Jahren einen anderen Job. Die Berufserfahrung kann mir keiner mehr nehmen (bin auch frisch von der Hochschule).

edit: hab mir deinen Punkte gerade nochmal angeschaut. Abgesehen von 2 Punkten halb so wild würd ich sagen, wobei die 2 Punkte schon haarig sind!

- Die ordentliche und außerordentliche Kündigung des Arbetisverhältnisses ist möglich
Das ist nicht so toll

- Probezeit 6 Monate (jederzeit Kündbar innerhalb von 2 Wochen)
ganz normal würd ich sagen

- Eine Versetzung an einen anderen Ort ist möglich
nicht so schön

- Im Bedarfsfall ruft der AG mehr Arbeitszeit ab
- Der AN hat seine Lage der Arbeitszeit an den betrieblichen Notwendigkeiten zu orientieren
- Der AN ist verpflichtet Nacht-/ Wechselschickt / Sonntagsarbeit / Mehr - und Überarbeit zu leisten
- Der AG ist berechtigt Kurzarbeit anzuordnen
Kann das nicht jeder AG machen, ohne das es explizit im Vertrag steht?

- Während der Probezeit werden keine Sonderzahlungen ausgezahlt
bei mir auch so :(
 
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arbeitszeit relativ einfach:

werktäglich nicht länger als 8h.
es können auch mal maximal 10 sein. es darf dann aber im mittel von 6 monaten keine arbeitszeit von mehr als 8h täglich ergeben.
diese regelungen finden keine anwendung auf leitende angestellte!

auch mit den sonderzahlungen:

wenn du 3 mal weihnachtsgeld bekommen hast, wird das weihnachtsgeld teil deines arbeitsvertrages (betriebliche übung). selbst wenn es der firma irgendwann mal schlecht gehen sollte, und dein AG die zahlung des weihnachtsgeld mit der begründung "es geht der firma schlecht" verweigert, kannst du das weihnachtsgeld rechtlich einfordern! also nix mit weihnachtsgeld ab 6 monate betriebszugehörigkeit außer es ist explizit so im arbeitsvertrag geregelt.

mfg
 
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