Gewerbe anmelden - Verpflichtungen?

furryhamster

Lt. Commander
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Okt. 2008
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1.101
Hi,

will vlt irgendwann ein Gewerbe beginnen. Kleine Homepage. Steht aber noch nicht fest. Da es für Gewerbebetreibende weitere Vorteile gibt, würde ich mich jetzt gerne schonmal anmelden.

Wie sieht das aus? Gibt es Verpflichtungen? Was ist wenn ich nachher doch kein Gewerbe starte? Habe ich Nachteile wenn ich ein Gewerbe angemeldet habe?
 
Der Gewerbeschein kostet eine einmalige Gebühr die Höhe der Gebühr ist von Region zu Region verschieden. Für den Rest gibt es Ansprechpartner wie:

- Gewerbeamt
- Finanzamt
- Steuerberater
- Industrie- und Handelskammer

An Verpflichtungen entstehen u.a.:

- Abgabe von Steuererklärungen
- ggf. Umsatzsteuervoranmeldungen
- Buchführung
- Du wirst automatisch IHK-Mitglied mit den daraus resultierenden Verpflichtungen wie Beitragszahlung (u.U. Befreiung möglich, muss beantragt werden)

http://www.akademie.de/existenzgrue...traege/meldepflicht-finanzamt-gewerbeamt.html
 
danke erstmal. habe mir das mal gerade durchgelesen.

habe ich das richtig verstanden, dass solange ich keinen gewinn erziele und beitragsfrei bei der IHK werde, mir keine weiteren kosten entstehen?
 
naja das wichtigste ist das du dich freiwillig oder privat Krankenversichern musst... und das kostet ob du Gewinn machst oder nicht da die von einem Minimum Regelsatz ausgehen
 
Ich kann jetzt nur für NRW schreiben:

- Abgabe von Steuererklärungen: Auf jeden Fall
- ggf. Umsatzsteuervoranmeldungen: Umsatz abhängig, unter 1000 € USt. im Jahr nur jährlich zu entrichten.
- Buchführung: Kommt auf das Gewerbe und die Gesellschaftsform an. Bei einem Ein-Mann-Unternehmen dürfte eine einfache Einnahmen-/ Ausgabenrechnung reichen.
- Du wirst automatisch IHK-Mitglied mit den daraus resultierenden Verpflichtungen wie Beitragszahlung (u.U. Befreiung): Umsatz-abhängig, respektive Gewinn-abhängig.

Ein Gewerbe kann jeder anmelden, sollte innerhalb einer Stunde erledigt sein. Je nachdem welches Gewerbe Du anmeldest kommen aber weiter Schritte auf Dich zu -> z.B. Gastronomie = Gesundheitszeugnis - Handwerk = Eintragung in die Handwerksrolle u.s.w.

Nach der Gewerbeanmeldung leitet das Gewerbeamt die Informationen automatisch an das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die IHK/HK weiter. Diese werden sich dann bei Dir melden und weitere Informationen anfordern.

Wenn man in der Materie unerfahren ist, besonders in Steuerangelegenheiten, kann ein Steuerberater Deines Vertrauens weiter helfen.

Ergänzung:

habe ich das richtig verstanden, dass solange ich keinen gewinn erziele und beitragsfrei bei der IHK werde, mir keine weiteren kosten entstehen?

Richtig, so lange Du keinen Umsatz erzielst, entstehen Dir auch keine Kosten. Ein Gewerbe kann auch ruhen.
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn du dich für die form der GBR entscheidest, wirst du nicht mitglied der ihk, und musst auch keine steuern bis 25k € zahlen....
 
Schmiddi0481 schrieb:
naja das wichtigste ist das du dich freiwillig oder privat Krankenversichern musst... und das kostet ob du Gewinn machst oder nicht da die von einem Minimum Regelsatz ausgehen

Öhhh bin student und plane 2h inner woche oder so anner homepage zu basteln. da dürf ich doch denke weiterhin familienversichert bleiben, da hauptbeschäftigung das studium ist und ich am anfang 0 verdiene oder?
 
@rony12, also ich bin als GbR auch Mitglied bei der IHK. Ich wurde auch gar nicht gefragt, sonder das läuft automatisch. Also daher, falsche Information. Nur Beiträge werden erst ab einem bestimmten Jahresgewinn fällig.

Was die Krankenkasse betrifft, da würde ich mich bei der Krankenkasse vorher informieren, das kann sonst richtig teuer werden.
 
Ich bin Medizinstudent und möchte als Berater für Gesundheitsfragen selbstständig arbeiten. Freiberufler oder Gewerbe???
 
Da es für Gewerbebetreibende weitere Vorteile gibt...

:confused_alt: Welche sollen das sein ?

Lass dir da keinen Floh ins Ohr setzen, der Gewerbeschein bringt nur erheblich erhöhte Kontrolle und sonstige Nachteile, etwa bei Gewährleistung oder Buchführung. Zudem wird dein Gewerbe dann quasi "veröffentlicht", auch für z.B. Softwarehersteller wie Microsoft uvam., die dann auch gerne mal nachfragen inwieweit du auch Lizenzen für deine Gewerbeausübung erworben hast.

Und wenns in die Hose geht, bist du, so ist das halt in Deutschland, "verbrannt", d.h. wenn du später irgendwas "Richtig Großes" machen willst, heißt es nur (i.B. auf Fördergelder): " Nur, die erste Gewerbeanmeldung wird gefördert,...ooops sie hatten da ja schon,...,na dann, sorry...".

Öhhh bin student und plane 2h inner woche oder so anner homepage zu basteln.

Mach da bloß keine Wellen a la Gewerbeanmeldung wegen so nem bissl Kleinsch... . Red mit deinen Auftraggebern und mach z.B. ne gemütliche Pauschale ohne Rechnung aus, fertig. Wenn die darauf nicht eingehen wollen, sag Tschüss und vergiss die ganze Sache.
Alles andere ist purer Masochismus...
 
Mach da bloß keine Wellen a la Gewerbeanmeldung wegen so nem bissl Kleinsch... . Red mit deinen Auftraggebern und mach z.B. ne gemütliche Pauschale ohne Rechnung aus, fertig.

Wow, das sieht ja mal ganz nach einer Anstiftung zu einer Steuerstraftat aus, nett.

also ich bin als GbR auch Mitglied bei der IHK

Du als Einzelperson kannst schon begrifflich keine Gesellschaft bürgerlichen Rechts sein, wenn nicht wenigstens ein weiterer Gesellschafter vorhanden ist.
Und natürlich wird unabhängig von der Rechtsform an die IHK weiter gemeldet.
 
@Doc Foster

Vollkommen richtig, ich bin auch nicht alleine.;)
 
Wow, das sieht ja mal ganz nach einer Anstiftung zu einer Steuerstraftat aus, nett.

Die Konsequenzen einer, vermeintlich ach so lapidaren, Gewerbeanmeldung sind schier unübersehbar. Da läuft nämlich die komplette staatliche Dampfwalze an: Bafög, GEZ, Elternunterhalt, Wohngeld, H4, privater Internetanschluss, Kindergeld, Softwarelizenzen auf dem Rechner, Rechnungslegungspflichten, Zwangsbeiträge IHK, Zwangsbeiträge Rente, erheblich erhöhte KV/PV Beiträge, etc. pp.

Wie es in der Realität läuft, wissen wir (fast) alle: Gerade im Privatbereich aber auch in Casus "Pillepalle" wie eben so "2h/Woche" sind auch die Auftraggeber für "Rechnung ? Brauch ich nich" ziemlich dankbar.

In so einem Fall läuft es doch auf die Frage hinaus: Geld verdienen und in Geschäft bleiben oder absolute Steuerehrlichkeit und : "Sie sind raus!" ?

Oder mach halt ein "Praktikum"/Aushilfe, alles, bloß keine Gewerbeanmeldung !
Ab einem gewissen Umfang/Umsatz ist letztere natürlich unumgänglich aber "2h/Woche" liegen Lichtjahre darunter.
 
Zuletzt bearbeitet:
CYBERSTAR schrieb:
Ich bin Medizinstudent und möchte als Berater für Gesundheitsfragen selbstständig arbeiten. Freiberufler oder Gewerbe???

Gerwerbe, ansonsten den §18 EStG mit Richtlinien lesen, da du als Student eben die Vorraussetzungen noch nicht erfüllst für Freiberufler. Ist aber auch kein Ding.


@furry

welche weiteren Vorteile? Für nen Metrozugang reicht nen Schreiben eines Steuerberaters. Weiter Vorteile kenne ich nicht.

Hier mal meine Vorgehensweise:

Also erstmal um den Aufwand zu reduzieren, solltest du umsatzsteuerlich die Kleinunternehmer regel anwenden. Heißt unter 17.500 Euro Jahresumsatz weist du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und must somit keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Die must du nämlich bei Neugründungen für das Jahr der Gründung und dem Folgejahr monatlich abgeben, unabhängig von der Umsatzgröße. Erst danach kann man auf Vierteljährlich (weniger als 6.000 Umsatzsteuerzahllast oder jährlich <1.000 umschwenken)
Nachteil: Du kannst keine Vorsteur geltend machen machen aus Anschaffungen (PC, Auto usw.)


Gewerbesteuererklärung ist erst bei einem Gewinn von über 24.000 abzugeben, fällz wohl aus. Somit musst du nur einmal im Jahr eine Einnahmen-Überschuss rechnung gem. §4 Abs. 3 EStG machen.



2. Wenn du an Websites bastelt, kannst du ja sagen, dass du Webdesigner bist, also dich künstlerisch betägtist und der Auffassung bist, dass du somit Freiberufler bist. Diese können zwecks fehlenden Gewerbe es auch nicht anmelden.
Damit kommt man zwar bei einer richtigen Prüfungen nicht durch, verhindert aber das Ordnungsgeld für unterlassene Anmeldung. (Das wird sowieso nicht geprüft)
 
bei o2 gibt es 20% rabatt und bei t-mobile bekommt man das htc desire für 266€ statt ~410€. daher würde ich gern die gewerbeanmeldung machen und später dann vlt noch was draus machen

als freiberufler bekomm ich ne gewerbeanmeldung? die brauch ich nämlich um an das handy zu kommen. Metrozugang und SB-Zugang würd ich auch bekommen? das ja auch schonmal ganz nett. brauch ich nicht extra wen fragen.

folgedessen meld ich ein gewerbe an und sage ich möchte gerne die kleinunternehmerregel. somit würden dann nur die anmeldegebühr und die jährlichen überschussrechnungen auf mich zukommen. richtig?
 
furryhamster schrieb:
Öhhh bin student und plane 2h inner woche oder so anner homepage zu basteln. da dürf ich doch denke weiterhin familienversichert bleiben, da hauptbeschäftigung das studium ist und ich am anfang 0 verdiene oder?

richtig.
Aber die Versicherung wird dir dann noch auflagen machen unter welchem Gewinn du bleiben musst, damit du weiterhin über deine Eltern versichert bleibst.

Was noch nicht erwähnt wurde:
du benötigst für gewerbliches Handeln ein Geschäftskonto ;) Das kostet nochmal extra.
IHK-Gebühren scheint von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich zu sein, ich bin in Hessen automatisch Mitglied bei der IHK ohne Gebühren, da ich höchstwahrscheinlich unter deren Befreiung falle.

@Pyradonis: legale Lizenzen sollte jeder besitzen, aber keine Firma wird bei dir nachfragen, ob du welche besitzt. Ebenso gibt es für ein Kleingewerbe keine Existenzförderung.


Ich weiß nicht wie dein Ziel aussieht, wieviel du verdienen willst, aber es gibt einen gesetzlichen Freibetrag, den du verdienen darfst ohne ein Gewerbe anmelden zu müssen, jetzt frag mich aber nicht nach der Höhe, da solltest du mal das Gewerbeamt deiner Stadt besuchen.
 
In diesem Threat wurde schon verdammt viel Schwachsinn losgelassen!

Eine Gewerbeanmeldung ist warlich keine große Sache. Du gehst ins Rathaus / zum Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde füllst ein Formular aus und zahlst ein paar € (nicht der Rede wert).

Machen musst du erst mal gar nix, IHK und Co kommen auf dich zu. Wenn du keine großen Geschäftsausgaben planst nimm die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, dann hast du nahezu keinen Aufwand.

Das einzige was du dann noch musst, ist die Steuererklärung im Folgejahr (dauert wenns nur das beschriebene ist keine 5 Minuten).

Du kannst dir jegliche Ausweise besorgen für die du den Gewerbeschein brauchst und du kannst Rechnungen schreiben, das sind die Vorteile.

Geschäftskonto brauchst du erstens nicht und zweitens ist es bei nur einer Person auch eher unsinnig. Bei mehreren Gesellschaftern würde ich eins nehmen.

Als Student musst du dich auch erst um Versicherungen kümmern wenn du durch dein Gewerbe über die Einkommensgrenzen für das Kindergeld kommst, ansonsten interessiert es niemanden; bei dem Kleinkram den du vorhast erst Recht nicht.

Fazit: Wenns nur so Kleinkram ist hol dir den Schein, damit ist es a) legal und b) hast du noch die genannten Vorteile und c) musst du wenn du unter den 8xxx€ Steuergrenze bleibst nicht wie bei einem Angestelltenverhältnis teils über ein Jahr auf die Rückzahlung der zuviel bezahlten Steuern warten, da du gar nix abführen musst.

PS: Die Rechnungen die du schreiben willst sollten natürlich den Kriterien die eine Rechnung erfüllen muss entsprechen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du nur für einen Arbeitgeber arbeitetst und nur 2h die Woche könntest du auch über einen 400€-Job nachdenken.
 
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