Glaubt ihr noch an etwas?

realisingripped

Cadet 3rd Year
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Ich stelle mit zunehmenden Alter fest, dass ich im religiösen Sinne an nichts mehr wirklich glaube. So bin ich zwar katholisch getauft, aber habe schon damals nicht an Gott geglaubt und bin auch bald ausgetreten, noch bevor es ins Berufsleben ging, damit ich die Kirchensteuer sparen konnte. Es gab sicher mal eine Phase der Neugier in der ich versuchte die Bibel zu lesen, aber ich konnte daraus im Grunde nicht wirklich etwas verstehen oder deuten. Vielleicht bin ich einfach kognitiv zu wenig begabt dafür.

Beobachten konnte ich allerdings auch oft, dass wir Menschen aus diesem atheistischen Vakuum heraus offenbar auch dazu neigen in ersatzreligöse Vorstellungen abzudriften. Da gäbe es den Konsum und Status, politische und weltanschaulich Ideologien oder diverse Freizeitaktivitäten. Ich bin selbst in jungen Jahren in eine politische Richtung abgedriftet, die man durchaus als recht orthodox und ausfüllend in der Identitätsgebung bezeichnen könnte. Da wurde dann jegliche Situation gemäß dieser einen Erklärungsformel interpretiert und somit alles ins Raster gepresst. Eher harmlosere Formen von Ersatzreligionen sieht man häufig im Fußball oder unter Anhängern von Kryptowährungen, aber hier und da sind auch Erscheinungen, die ich überaus kritisch sehe, seien es Bereiche wie beispielsweise Homöopathie und Esoterik. Da ist für mich nicht selten eine Grenze der Toleranz erreicht.

Trotzdem scheint es immer etwas zu geben, wonach wir streben, was uns Fülle und vielleicht auch oft Glück und Bedeutung verleiht. Gibt es sowas für euch? Was ist diese eine Thema in eurem Leben?
 
Seit ich herausgefunden hab, dass es Pokemon nicht in echt gibt, fühle ich mich leer.
 
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Ich glaube daran dass ich diesen Samstag im Lotto gewinne 😁👍
Ne, also mit Religion konnte ich nich nie was anfangen. Gönne sie aber natürlich jedem Gläubigen.
Aber ich glaube an Übernatürliches, und daran dass wir Erdlinge nicht die einizigen Lebewesen im Universum sind.
Falls jemand die Geisterakten auf Prime kennt, eine sehr sympathische Truppe, die haben schon interessante Orte besucht und Begebenheiten erlebt. Was dort gezeigt wurde lässt einen echt schwer daran Zweifeln dass es da draußen noch mehr gibt.
 
@realisingripped Interessante Frage...ich bin selbst Atheist und glaube auch nicht, dass es irgendeinen höheren Sinn gibt, der unserem Leben von außen vorgegeben wird. Aber ich finde auch nicht, dass das Leben deshalb weniger Bedeutung hat. Ganz im Gegenteil, eigentlich liegt es ja an uns selbst, was wir daraus machen :)

Was mir persönlich wichtig ist, sind die Menschen in meinem Umfeld, Freundschaften, neue Erfahrungen und das Gefühl, mich irgendwie weiterzuentwickeln. Ich lese zum Beispiel sehr gerne und schreibe auch selbst ein bisschen. Da kann ich mich stundenlang mit etwas beschäftigen, ohne dass es irgendeinen größeren Zweck erfüllen muss. Bei deinem Gedanken zu den Ersatzreligionen bin ich allerdings etwas zwiegespalten. Natürlich können Menschen sich auch in Ideologien, Konsum oder Hobbys verlieren. Aber ich glaube nicht, dass dahinter immer eine religiöse Sehnsucht stecken muss. Manchmal begeistert man sich einfach für etwas, ohne damit eine innere Leere füllen zu wollen. Vielleicht ist es ja gerade das Schöne daran, dass nicht jeder denselben Sinn im Leben finden muss.
 
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Sorry für den Scherz vorhin... Mich treibt "lebenslanges Lernen" und "sinnstiftende Arbeit" an. Ich weiß quasi, dass ich das, was ich zurzeit mache, auch noch machen werde, bevor ich ins Grab falle - und diese "Konstante" (oder "Monotonie") stellt mich in gewisser Weise zufrieden. Einer Sekte gehöre ich aber nicht an (glaub ich). :D
 
realisingripped schrieb:
So bin ich zwar katholisch evangelisch getauft, aber habe schon damals nicht an Gott geglaubt und bin auch bald ausgetreten, noch bevor es ins Berufsleben ging, damit ich die Kirchensteuer sparen konnte.
Der Satz hätte von mir sein können!

Einige Jahrzehnte später hat sich im Prinzip nichts geändert. Irgendeiner Art von Sinnsuche bin ich nie erlegen.
 
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Ich habe auch diesen Beitritt zu einer Glaubensgemeinschaft hinter mir (Taufe, Erstkommunion, Firmung) und den unmittelbaren Austritt direkt vor der ersten fälligen Zahlung. Fürs Glauben muß man nicht zahlen oder einer Gemeinschaft anzugehören.
Egal. Ich glaub an nix, nur an die völlige Dummheit der Menschheit. Und daß die Erde uns überlebt. Ich hab mich nicht selber in die Welt gesetzt, habe aber soviele falsche Entscheidungen getroffen, daß ich mich nicht mehr einfach so selbst aus der Gleichung nehmen kann. Also versuche ich, meine verursachten Schäden so gering wie möglich zu halten und so produktiv wie nötig zu sein.
 
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realisingripped schrieb:
Trotzdem scheint es immer etwas zu geben, wonach wir streben, was uns Fülle und vielleicht auch oft Glück und Bedeutung verleiht.
Wieso sollte sowas mit Glauben zu tun haben? Das kann ich gerade echt nicht nachvollziehen, hatte allerdings nie wirklich etwas mit Religionen zu tun. Okay, die Feiertage nimmt man natürlich gerne mit. ;)
 
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cartridge_case schrieb:
Feiertage nimmt man natürlich gerne mit.
Tag der Arbeit? :D

Ich bin aus der Kiste schon länger raus. Der Sinn des Lebens ist das Leben und nicht irgendein Götze auf seinem Thron.
 
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Wer nur an das glaubt, was man sieht, glaubt nicht an WLAN 😉
 
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@Froki sofern du noch auf der Suche nach den Pokemons bist und keine findest, kannst du ja erstmal bei den Pastafari versuchen, deinen Gott zu finden: https://www.pastafari.eu/

:D
 
Ich bin röm.-katholisch und das habe ich auch vor zu bleiben. :heilig::evillol:
 
Mondelorean schrieb:
und daran dass wir Erdlinge nicht die einizigen Lebewesen im Universum sind.
Einfach mal die aktuelle Diskussion zum Thema UAP in den USA beobachten. Sehr erhellend...

Thema Glauben: Bin in den 90ern aus der Kirche raus und habe das eingesparte Geld anderweitig verwendet: als förderndes Mitglied bei Greenpeace monatlich den Betrag gespendet. War mir sinnvoller.

Glaube allerdings an eine universelle Kraft die schöpferisch agiert.
Aufgrund unseres Gehirns können wir dieses Etwas nicht in seinem Ursprung und Sein erfassen.
Seine Manifestationen sind jedoch für uns omnipresent...
 
@mo schrieb:
Einige Jahrzehnte später hat sich im Prinzip nichts geändert. Irgendeiner Art von Sinnsuche bin ich nie erlegen.
Aber da will ich gerne nochmal einhaken. Auch unter atheistischen sowie eher nihilistischen Menschen gibt es doch trotzdem Themen der Orientierung, oder? Viele bauen sich ein Haus, gründen eine Familie oder ein Unternehmen, arbeiten, wandern, klettern, usw. Irgendetwas springt doch immer auf der Prioritätenliste des Lebens auf die #1. Bei mir wäre das vielleicht die Erfüllung der sogenannten Grundbedürfnisse, gerade das Essen oder Schlafen. Das macht mir oft regelrecht Spaß, so karg das Essen oder unbequem meine alte Matratze auch ist. Für mich ist das auch ein Erwartungsmanagement eher auf basalen Formen von bloßer Zufriedenheiten zurückgreifen zu können, orientiert an den kleinen Dingen. Ich könnte nie bei den großen Social-Media-Plattformen, die oft eigentlich eher Marketing-Plattformen sind, angemeldet sein, weil es da oftmals um ein unfassbares Anspruchsdenken, eine Erwartungshaltung an sich und seine Umgebung geht. Das wäre für mich ein Einfallstor ins Unglück, diese hedonistische Tretmühle.
Steff88 schrieb:
Wer nur an das glaubt, was man sieht, glaubt nicht an WLAN 😉
Blauzahn nicht zu vergessen.
Cyberpunk61 schrieb:
Glaube allerdings an eine universelle Kraft die schöpferisch agiert.
Das ist auch interessant, weil ich in der Debatte um Evolution oder Schöpfung oft so verhärtet zugeht. So bin ich zwar im Grunde nicht religiös, aber ich mir fällt es schwer mir vorzustellen, dass da irgendwann einfach nur ein Urknall geschah und sich daraus alles etwas zufällig bis chaotisch herausgebildet haben soll. Da bin ich eher geneigt zu so einer Vorstellung wie dem "Intelligent Design", nach der eine Instanz den Knopf gedrückt haben muss, Rahmenbedingungen, also die sogenannte Feinabstimmung festgelegt haben muss, damit sich die Gegenwart so herausbilden konnte. Es ist alles schwierig und ich weiß nur, dass ich nichts weiß.
 
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realisingripped schrieb:
ein Urknall geschah und sich daraus alles etwas zufällig bis chaotisch herausgebildet haben soll.
Zufälle spielen da sicher auch rein, aber grundsätzlich gehe ich davon aus, dass der Großteil kein Zufall ist, sondern wir es schlicht und einfach noch nicht begreifen können.

Wer an Götter glauben mag, gerne. Hab nichts dagegen, finde das allerdings noch übertriebener als Zufälle. Falls es wirklich sowas wie einen Gott gibt, ist es jedenfalls entweder ein nicht so gut gesinnter solcher oder der Planet Erde hat sein Interesse verloren.
 
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