Grafikkarte im Baukastensystem

Yokani

Ensign
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129
Hallo zusammen!

Ich bin mir nicht 100% sicher, ob ich mit dem Thema hier richtig bin, aber da ich unter Fachgesprächen auch Fachleute vermute, denke ich, dass ich hier die besten Antworten finde.

Mir kam letztens der Gedanke, wieso man bei Grafikkarten immer die komplette Karte kaufen muss. Im Grunde ist es ein PCB mit einem Chip, einer Spannungsversorgung und Speicher. Selbiges findet man auch auf einem Mainboard, mit einer CPU, deren Spannungsversorgung und den RAM-Riegeln. Nun bin ich leider zu jung um mich an die ersten Grafikkarten zu erinnern um vielleicht so nachzuvollziehen, wieso Grafikkarten sich eben so entwickelt haben.
Aber wieso gab es denn noch nie den Ansatz einer modularen Grafikkarte? Liegt es an den Grafikchips, dass diese komplett anders aufgebaut sind und deswegen nicht wie CPU's einfach in Sockeln Platz finden können? Oder ist es einfach nur ein Kostenfaktor der Produktion? Liegt es am Grafikspeicher, dass dieser nicht einfach wie RAM-Riegel gesteckt werden kann? Wäre es nicht ein Traum, einfach 4GBit nachzustecken, wenn der VRAM mal wieder vollläuft?
Vielleicht stell ich mir das Ganze auch einfach zu simpel vor, aber deswegen hoffe ich hier auf Fachleute, die mich vielleicht aufklären können. Mir schwirrt das alles schon etwas länger im Kopf und hoffe ich bin hier richtig gelandet. :)
 
Dasselbe könnte man bei Laptops, Handys etc. weiterdiskutieren.

Es gibt keinen Grund, warum es nicht möglich wäre. Natürlich würden die Grafikkarten anwachsen und ggf. etwas ineffizienter sein, aber letzenendlich sind es rein wirtschaftliche Überlegungen.
 
Ich denke das liegt einfach am komplizierteren Aufbau einer Grafikkarte. Da ist nicht nur einfach ein Chip und ein Speicherblock verbaut sondern tausende Recheneinheiten, die alle ihren eigenen lokalen Speicher besitzen. Man könnte sich schon überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre zusätzlich zum globalen Speicher noch einen langsameren nachrüstbaren Speicher einzubauen aber ob das wirklich einen so großen Unterschied machen würde?
 
@Yokani,
so eine Karte habe ich noch hier! Eine ATI 3D Rage Pro. Da konnte man 2MB dazu stecken:D

Hier ein Bild meiner karte:



Heutzutage..... vergiss es.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gab auch schon Ansätze, das auf einer Karte MXM Steckplätze verbaut wurden (Notebook Grafikkarten)
War alles nicht wirklich sinnvoll noch wirtschaftlich.
Bei GPU's ändert sich auch öfter's der VRam. GDDR3, 4, 5, 5x, HBM.
Klar wäre es schön, einer GPU mehr RAM geben zu können, aber aus kosten Sicht, würde es sich wahrscheinlich nicht lohnen.
Mal abgesehen, das es mit der Kühlung usw...., sehr schwer werden könnte, außer Grafikkarten wären in Zukunft wesentlich größer.
Wer will schon eine GPU in der Größe von einem Mainboard.
 
Weil nur du einen Vorteil davon hättest, aber der Hersteller hat keinen! Also macht er es nicht. Deswegen werden auch bei Laptops möglichst viele Bauteile fest gelötet. Damit du sie eben nicht tauschen kannst.
VRAM geht ja auch gerne mal kaputt, macht bunte Bildchen. Natürlich könnte man den einfach rausnehmen und tauschen ... aber dann würde man ja nix neues kaufen^^.
 
Seby007 schrieb:
Es gibt keinen Grund, warum es nicht möglich wäre.

Selbstverständlich gibt es einen Grund wieso es nicht möglich ist, nicht nur einen sondern viele.

Wie groß soll das PCB sein? Die meisten PCBs von Gaming-Grafikkarten sprengen mit Leichtigkeit die Dimensionen die für Erweiterungskarten eigentlich vorgesehen sind, das treibt die Kosten nach oben und verringert die Kompatibilität.
Sockelbare Elemente einer GPU würden umso mehr Platz beanspruchen.
Wie viele Layer werden benötigt? Einfachere Grafikkarten würden mit weniger auskommen, mehr Layer steigern die Kosten.
Wie viele Sockel für GPU(s), Speicherriegel und die Stromversorgung sollten vorhanden sein? Mehr -> Teurer.
Welcher Speicher soll unterstützt werden? HBM? GDDR5X? GDDR5? GDDR4? GDDR3? DDR3?
Wie breit ist der Speicherbus? 64bit? 128bit? 192bit? 256bit? 320bit? 384bit? 512bit? 4096bit?
Welche Speicherlatenzen und Taktfrequenzen werden unterstützt? 500Mhz-5500Mhz?
Wie viele Pins benötigt der GPU-Sockel? Sollte es eine PLX-Bridge geben um Multi-GPU Konfigurationen zu unterstützen?
Wie viele Videoausgänge werden unterstützt? 1? 2? 3? 4? 6? 8?
Wie viele Stromphasen sollten unterstützt werden? 2? 4? 8? 11?
Wie viele Stromphasen für den Speicher sollten unterstützt werden? 1? 2? 4?
Wie viele Stromanschlüsse sollte das PCB haben? 6Pin? 6+6Pin? 8+6Pin? 8+8Pin? 8+8+6Pin? 8+8+8Pin?
Wie viel Verlustleistung muss das Kühlsystem abführen können? 75W? 150W? 180W? 225W? 250W? 300W? 375W?
Wie soll das Layout der Kühlkontakte aussehen um alle möglichen Konfigurationen von Speicher, GPU und VRM kühlen zu können?
Wie groß darf das Kühlsystem sein?

Das wäre teuer, unpraktisch, groß, schwer umsetzbar und keiner würde verstehen welche Teile miteinander kompatibel sind.
Ergänzung ()

Smily schrieb:
Weil nur du einen Vorteil davon hättest, aber der Hersteller hat keinen!

So ein Blödsinn... :rolleyes:

Der Hersteller macht das wonach der Kunde verlangt, und wenn der Kunde 2mm dicke Notebooks in einem Unibody Gehäuse verlangt dann bleibt eben kein Platz für Sockel oder Wartungsklappen.
Ergänzung ()

Sternengucker80 schrieb:
Es gab auch schon Ansätze, das auf einer Karte MXM Steckplätze verbaut wurden (Notebook Grafikkarten)

Die gibt es nach wie vor, geht nur jede Generation nach hinten los wenn sich jede Generation die Verlustleistung der verbauten Chips verdoppelt, außerdem sind MXM-GPU komplette Grafikkarten wie auf dem Desktop, der einzige Unterschied ist dass das Kühlsystem nicht immer dabei ist.
Ergänzung ()

Sternengucker80 schrieb:
Heutzutage..... vergiss es.

Einspruch! :D

http://www.anandtech.com/show/10518/amd-announces-radeon-pro-ssg-fiji-with-m2-ssds-onboard
 
Keine schlechte Auflistung,
aber dafür gibt es ja eben Defintionen für Standards, DIN oder Bücher (optische Laufwerke).

Ist eben wie bei den CPU-Sockeln... wirtschaftlich nicht gewollt.
Aber doppelt so groß würden die Komponenten sicher werden, das stimmt...
 
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