Hadern mit Debian 13 KDE

Photon

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Hallo Community,

ich bin langjähriger Linux-Nutzer und beruflich Lehrer und Mitglied des IT-Teams einer Schule. Anlässlich des Support-Endes von Win10 haben ich und mein Kollege vom IT-Team ~20 Rechner in unserem Computerraum auf Debian 13 KDE umgezogen. Die Initiative ging von mir aus, der Kollege, selbst kein Linux-Nutzer, hat mich aber wirklich sehr toll unterstützt und sogar das Klonen eines von mir vorbereiteten Muster-Systems auf die anderen Maschinen größtenteils selbst gestemmt.

Nun häufen sich aber kleinere und größere Problemchen mit den Maschinen, sodass der Kollege, der einen großen Teil seiner Stunden im Computerraum Informatik unterrichtet, verständlicherweise etwas genervt ist. Und auch ich bin nun am Hadern, ob denn die Wahl von Distro und DE eine gute war. Ich selbst nutze privat Arch und Manjaro jeweils mit Xfce (aufgehübscht durch Compiz und Cairo-Dock, bin also kein Purist), es kann also sein, dass ich die Probleme hätte besser lösen können, wenn ich selbst mehr Erfahrung mit Debian und KDE hätte.

Konkret sind folgende Probleme aufgetaucht:
  • Kein Video-Signal nach dem Booten, falls der Monitor zu spät eingeschaltet wird, siehe auch https://www.computerbase.de/forum/t...-zu-spaet-an-bei-pc-mit-intel-grafik.2266715/ Habe ich so weit beheben können, dass nun der Login-Greeter zumindest mit reduzierter Auflösung angezeigt wird und das System benutzbar ist, der kosmetische Fehler der geringen Auflösung im Greeter ist aber weiterhin da.
  • Sporadisch schaltet sich die AutoRepeat-Option der Tastatur ab, d.h. wenn man z.B. Taste A lange drückt, wird nur einmal Buchstabe A getippt statt mehrfach. Ist bei Buchstaben nicht so wichtig, aber es betrifft auch die Pfeiltasten, sodass man den Kursor nicht "laufen lassen" kann sondern für jedem Schritt eine Pfeiltaste drücken muss. Habe ich nach mehreren mehrstündigen KI-"Besprechungen" so weit beheben können, dass ein Watchdog-Skript läuft, der die AutoRepeat-Einstellung alle fünf Sekunden auf "On" setzt und dabei auch noch den Log vollspammt (ohne Witz, das Log-Spammen ist Teil seiner Funktionsweise...).
  • Auf dem Lehrer-Gerät sind immer mal wieder nach dem Login Desktop-Wallpaper und Desktop-Icons weg, stattdessen ein schwarzer Hintergrund. Habe jetzt eine KI-Empfehlung befolgt und eine Konfig-Datei im Benutzer-Ordner gelöscht, mal sehen, ob das Problem sich wiederholen wird.
  • Der Screen-Locker akzeptiert manchmal keine Passwort-Bestätigung (beim Drücken der Enter-Taste nach Passworteingabe passiert nichts). Offenbar gab es einen Konflikt zwischen kscreenlocker6 und light-locker, wobei light-locker einen core-dump verursachte und aus irgendeinem Grund auch kscreenlocker6, der eigentlich verwendet wird, außer Funktion setzte. Habe nun den light-locker deinstalliert und hoffe, dass das Problem damit behoben ist. Ggf. hab ich den light-locker selbst nachinstalliert, bin also selbst schuld, aber es müsste doch eigentlich möglich sein, zwei Screen-Locker installiert zu haben, ohne dass einer den anderen abschießt...
  • Kein Riesenproblem, aber die Rechner fühlen sich stellenweise etwas träge an. Ich habe spaßeshalber auf einem der Geräte CachyOS installiert, das für seinen Geschwindigkeitszuwachs gegenüber anderen Distros gepriesen wird. War vorher skeptisch und dachte, dass der Unterschied eher messbar als fühlbar sein wird. In Wahrheit war der Login-Vorgang mit 3s gegen 8s bei Debian merklich schneller, im Umkehrschluss Debian also merklich langsamer.
Probleme 2 bis 4 sind besonders schwierig zu fixen, da sie nur sporadisch auftreten und nicht nach Wunsch reproduzierbar sind. Auch beim ersten Problem habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, dass die Ursache der sporadischen Black Screens beim zu spät eingeschalteten Monitor liegt.

Im Moment scheinen die Probleme soweit gelöst zu sein, aber ich bin schon etwas überrascht, wie viele Probleme es am Ende waren, und das auf einem frisch installierten und konfigurierten System. Die Wahl fiel auf Debian, gerade weil ich mir erhoffte, im weiteren Verlauf keine Probleme mit den Rechnern zu haben. Nun habe ich aber den Eindruck, dass mein Arch-PC gefühlt unproblematischer ist als Debian 13, obwohl Arch ja immer als super instabil und kompliziert geschimpft wird.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Vergleich nicht deshalb hinkt, weil ich hier KDE mit Xfce vergleiche, vielleicht wäre ein Debian mit Xfce ja deutlich unproblematischer. Die Wahl fiel auf KDE, da es Windows am ähnlichsten aussieht und in der Standard-Konfig besser aussieht als ein Xfce, ich fühle mich aber unter KDE nicht wirklich zu Hause.

Der CachyOS-PC, den ich testweise aufgesetzt habe, lächelt mich nun echt an und ich muss der Versuchung widerstehen, ihn wie für den Computerraum nötig zu konfigurieren und auf die ganze Flotte auszurollen. Andererseits klingt der Gedanke, ein archbasiertes System einzusetzen, wo es wirklich darauf ankommt, dass die Maschinen mit 100%-iger Sicherheit laufen, total wild. Der Kollege hat als weitere Alternative Ubuntu ins Spiel gebracht, aber das wär aus meiner Sicht das schlechteste beider Welten.

Wie seht ihr das, welche Erfahrungen habt ihr mit Debian KDE? Wie würdet ihr in der Situation vorgehen?

Bin gespannt auf eure Gedanken zu dem Thema!

Viele Grüße
Photon
 
Zuletzt bearbeitet:
Debian als Desktop muss man meiner Meinung nach schon sehr mögen. Es ist alles älter und "stabiler". Optimierungen gibt es weniger bis keine, das ist alles dir als Benutzer überlassen.

Ich hätte pauschal Fedora vorgeschlagen. Das ist auch alles aktuell und stabil. Ubuntu wäre auch ok, vor allem weil die wie Fedora eine School Variante anbieten.

Bei Fedora ist der primäre Desktop halt KDE. Ubuntu hat Gnome was ich gar nicht mag.
Debian selbst gehört maximal auf Server.
 
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JumpingCat schrieb:
Es ist alles älter und "stabiler".

Ja, ich mache Debian Desktop seit knapp 20 Jahren nur in stable. Du hast recht. Aber als alter Pragmatiker ist es schöner, wenn man alle 2 Jahre ein Update machen muss, was vielleicht etwas zerschießt. Sicherheitsupdates sind ja trotzdem tagesaktuell.
 
JumpingCat schrieb:
Debian als Desktop muss man meiner Meinung nach schon sehr mögen. Es ist alles älter und "stabiler". Optimierungen gibt es weniger bis keine, das ist alles dir als Benutzer überlassen.
+1
Auf servern jederzeit toll. War zwar auch meine erste Desktopdistribution,
Photon schrieb:
obwohl Arch ja immer als super instabil und kompliziert geschimpft wird.
ich finde ehrlich gesagt Arch mit Stützrädern (Manjaro, EndavourOS, Cachy) ist die einfachste Distribution die man einsteigern geben kann. Keine Dist-Upgrades da rolling release, kein fummeln mit PPAs, die Programme kommen aus einem Paketmanager und man darf nicht halb mit snap / apt fummeln und man hat aktuelle Treiber, was bei neuer Hardware sehr angenehm ist. Aber das ist bei euch vermutlich kein Thema
So lange man 1x pro woche die Updates durchlaufen lässt ist arch unproblematisch, aber auch das ist in einer schule nicht unbedingt realistisch

In der Schule: Nehmt Fedora / Ubuntu und baut euch ein nettes base image
 
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@JumpingCat Bin ich absolut bei dir, deshalb nutze ich Debian privat auch nicht. ;) Aber das "stabiler" war für mich gerade der selling point für den Einsatz in einem Computerraum, nur bin ich jetzt doch sehr enttäuscht, was die Stabilität angeht...
 
Evtl. ist LMDE7 einen Blick wert. Basiert auf Debian mit Cinnamon Desktop.

Bei Linux sind die Desktops halt Geschmacksache.

Ich bin jetzt nicht der Linux-Experte. Da lasse ich lieber den eingefleischten Experten den Vortritt.

Evtl. ist auch ein RedHat-Ableger, wie AlmaLinux interessant. Den habe ich in ein VM installiert, um da etwas herumzuspielen und zu lernen. Mir persönlich gefiel das ganz gut.
 
Würde ev Linux mint 22.3 cinnamon oder xfce vorschlagen
 
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Debian 12 und KDE waren bei mir auch immer wieder problematisch. Mal hat das Dock nicht funktioniert, mal hat nur ein Display ein Signal bekommen.. es war ziemlich unerklärlich was da los war. Unter Gnome gab's lustigerweise keine Probleme und das läuft auch bis heute problemlos auf dem Laptop.
 
Ich habe Debian schon längere Zeit nicht mehr benutzt, wenn dann auch nur mit Gnome. Eigentlich verbinde ich mit Debian unzertrennlich Gnome.
Ich halte es für sinnvoll, Debian auf den Schulrechnern einzusetzen.

Das Problem an Arch sehe ich keinesfalls darin, dass es an sich instabil wäre. Nur ist die Updatepolitik potenziell sehr riskant. Und darin sehe ich auch die potenzielle Instabilität.
CachyOS würde ich, auch wenn es am Anfang weniger Probleme zu machen scheint (hat ja auch mehr Bugfixes bekommen usw.), nicht für geeignet halten.

Man kann natürlich argumentieren, dass hinter Ubuntu, Fedora und Suse Distributionen Firmen stehen. Und das könnte ein Vorteil sein. Besonders Canonical und Red Hat investieren auch viel in den Desktop, also könnte es eventuell sein, dass man damit besser fährt.
Allerdings bin ich skeptisch, ob das so viel sinnvoller wäre, als Debian. Denn auf der anderen Seite ist Debian durch und durch Opensource. Es stellt sich auch die Frage, ob man wieder irgendwelche Firmen repräsentieren will, wie man es mit dem Microsoft-Programm in den Schulen macht, oder eine unabhängige Lösung wie Debian.
 
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madmax2010 schrieb:
ich finde ehrlich gesagt Arch mit Stützrädern (Manjaro, EndavourOS, Cachy) ist die einfachste Distribution die man einsteigern geben kann. Keine Dist-Upgrades da rolling release, kein fummeln mit PPAs, die Programme kommen aus einem Paketmanager und man darf nicht halb mit snap / apt fummeln und man hat aktuelle Treiber, was bei neuer Hardware sehr angenehm ist.
Finde ich auch, allerdings sind wir mit dieser Meinung wahrscheinlich in der Minderheit...

madmax2010 schrieb:
So lange man 1x pro woche die Updates durchlaufen lässt ist arch unproblematisch, aber auch das ist in einer schule nicht unbedingt realistisch
Wäre prinzipiell nicht unmöglich, wir verwenden Ansible und damit ist das Updaten der ganzen Flotte sehr schnell erledigt. Andererseits komme ich in den letzten Jahren kaum noch dazu meinen PC mit Arch zu benutzen, sodass er oft monatelang ohne Update rumsteht. Dann sind mal wieder Ferien, er wird eingeschaltet und es kommt ein größerer Haufen Updates rein -- bisher lief das echt unproblematisch. Bei Manjaro gibt es Updates gestaffelt, also weitaus seltener als wöchentlich, wie es bei CachyOS aussieht, weiß ich noch nicht.

Tenferenzu schrieb:
Debian 12 und KDE waren bei mir auch immer wieder problematisch. Mal hat das Dock nicht funktioniert, mal hat nur ein Display ein Signal bekommen.. es war ziemlich unerklärlich was da los war. Unter Gnome gab's lustigerweise keine Probleme und das läuft auch bis heute problemlos auf dem Laptop.
Ja spannend, das ist auf jeden Fall ein wertvoller Tipp, vielen Dank! Hätte ich vorher mal gefragt. ;)
 
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Hm...es ist wahrscheinlich die Kombination KDE und Debian, denn KDE veröffentlichte gerne mal in der einen oder anderen Woche eine neue Minorversion.
Da hat Debian mit seinen langsamen Updatezyklen eher ein Problem mit.

Ist jetzt aber nicht stabiler, in Form von stabil im Betrieb, sondern Versionsstabil.
Sprich wenn du heute Debian installierst und installierst php8.4, dann sollte bis zum EoL der Debian-Version auch nur php8.4 vorhanden sein und man muss sich dann nicht mit Kompatibilitätsproblemen ärgern bei größeren Rechnerlandschaften oder komplexeren Freigabeprozessen.

Für Endnutzersysteme, wo gerne mal ganz neue Hardware verbaut ist, sind leider fast alle Distributionen zu langsam mit den Updates.
Da gibt es Umwege, wie PPAs, doch wenn mal ein Umweg nicht existiert, ist eine Wartezeit von 2-5 Jahren damit ein System verwendet werden kann eher hinderlich.
Ich würde an deiner Stelle.....puh, eigentlich Fedora KDE installieren.
Von den Updates hängt Fedora rund 6 Wochen hinter den Veröffentlichungen auf Git/Gitlab/CodeBerg/Whatever her, aber dann dauert es auch "nur" 6 Wochen bis neue Hardware offiziell unterstützt wird oder eine sehnlichst erwartete Funktion zur Verfügung steht.

Auch wenn ich selber Arch verwende und bei anderen Personen CachyOS installiert habe,
die leichte Bremse von Fedora ist in einem schulischen oder betrieblichen Umfeld eher hilfreich.

Eine Alternative könnte noch Fedora Silverblue sein, um noch etwas mehr potenzielle Stabilität zu bekommen.
Doch die Krux ist, dass die Stabilität dadurch erkauft wird, dass ganze OS ein Klemmbausteingebilde aus Flatpak-Containern ist.
Dass wiederum bring seine eigenen Probleme mit sich.
 
Fedora wurde jetzt schon mehrfach empfohlen, hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm. Ist Fedora denn mit der frischen Software und häufigen Updates nicht ähnlich problematisch wie archbasierte Distros? Als Arch/Manjaro-Nutzer hätte ich dort den Heimvorteil, bei Fedora müsste ich mich erst in die neue Paketverwaltung reinfuchsen und hätte am Ende wieder ein Bleeding Edge System, wo ich doch eigentlich ein möglichst stabiles haben möchte...
 
Ich nutze seit Jahren Debian und KDE und mit der Version 13 hatte ich bisher die wenigsten Probleme (vorher schon öfters). Läuft bei mir auf allen Geräten (Server mit xfce, PC, Notebook). Auch in meinem Umfeld gibt es einige, die ich eingerichtet habe und es keine Beschwerden gibt. Für das aktuelle Friefox aktiviere ich immer kurz díe Quellen von testing und das ist meist auch unproblematisch. Was für eine Hardware ist denn darunter?? Welcher Server X11 oder wayland? Libreoffice hat mag Wayland nicht so toll.
 
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@Soltina Es läuft X11, da wir Veyon verwenden und das mit Wayland noch buggy ist. Hardware sind HP ProDesk 400 Mini G2 mit einem Intel-Prozessor der Core i 6xxx-Generation, 8GB RAM und SATA-SSD.
 
Fedora ist nicht bleeding-edge, wie gesagt, hängt mit den Versionen rund 6 Wochen hinterher um etwaige Probleme zu umgehen.

Und X11 war ein Problem, ist ein Problem und wir immer ein Problem sein.
Ich kenne Veyon nicht, aber ich hoffe die beeilen sich mit den Wayland-Bugfixes, denn X11 fliegt demnächst bei einigen raus.
 
Veyon ist eine Software, um vom Lehrer-PC aus die Schüler-PCs zu überwachen und zu steuern. Man kann zum Beispiel alle Rechner per Wake on LAN hochfahren und runterfahren, den Bildschirm eines Schülerrechners "ausspionieren" oder umgekehrt den eigenen Bildschirm auf die Schülerrechner übertragen. Der Bug unter Wayland ist seit Ende 2024 da und da tut sich leider nichts: https://github.com/veyon/veyon/issues/984#issuecomment-3724790185 Als einer der Maintainer von Shutter (Screenshot-App, kennt vielleicht der eine oder andere noch) weiß ich, dass Wayland sehr restriktiv ist, was das Erfassen von Bildschirminhalten durch "unbekannte" Programme ist. Es könnte also länger dauern, bis Veyon das Problem gelöst kriegt... Insofern ist eine Distro, die mittelfristig weiter X11 unterstützt, tatsächlich ohne Alternative.
 
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Wayland geht mit Rustdesk recht gut.
 
Naja, andererseits steckt in meinem Arch-Rechner eine GTX 670 aus dem Jahre 2012, Treiber aus dem AUR. Ergo: Kann gut sein, dass archbasierte Distros via AUR noch viele Jahre lang X11 unterstützen, selbst wenn es aus den offiziellen Quellen fliegen sollte. Frage ist nur, wie stabil das Ganze laufen wird. Bei den Nvidia-Treibern klappt es bisher bestens. :D

@madmax2010 Veyon ist etwas mehr als Remote Control, man kann dort zum Beispiel alle Rechner in Echtzeit in einer Art Miniaturformat-Kachelanordnung beobachten. Glaube, Rustdesk kann das nicht ersetzen...
 
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