Nero1 schrieb:
Hast du zufällig ne Kostengegenüberstellung parat? Also was dich die WP an Strom kostet ggü. was es dich bei deinem vorherigen Energieträger kosten würde? Effizienz heißt ja nicht kostengünstig, sondern nur potenziell günstiger als die Alternativen. Daher wären hier belastbare Zahlen durchaus mal interessant.
Leider nicht, da es ein Neubau mit WP+Warmwasserspeicher+Gasunterstützung ist. Mehr wie wild spekulieren kann ich also nicht, und mich dabei jedes Jahr über die m.M.n. exorbitanten Stromkosten für die Heizung wundern.
Gemäß der letzen Nebenkostenabrechnung von 2021 (für das gesamte Doppelhaus mit 20 Wohneinheiten):
Kosten Heizung:
Erdgas: 1995 € (= 38773 kWh)
Strom Wärmepumpe: 10560 €
Verbrauch laut Wärmezähler: 101.11 MWh
Darin ist natürlich auch Warmwasser enthalten. Nun fehlt mir u.A. komplett der zusätzliche Stromanteil der PV. Der Strom der PV fließt entweder in die WP oder wird dem Stromversorger geschenkt, weil niemand Lust hat, für die paar Euro/Jahr den Zusatzaufwand bei der Steuer zu treiben.
Rechne ich aber (mit Sicherheit völlig falsch) einfach dreist die Stromkosten auf Erdgaskosten um (damals 5,1 Ct/kWh), dann wären das 205000 kWh Gas oder zusammen mit dem realen Gasverbrauch 243 MWh Heizleistung.
Selbst bei einer Fehlerrate von Faktor 2 (und unter Ignorierung jeglichen PV Stroms) also 140 kWh spekulierte Heizleistung nur mit Gas, oder bis Ende 2021 ca. 30-40% Mehrkosten durch die WP. Die Kosten für die Wartung/Reparatur sind da ebenso unbetrachtet wie die Mehrkosten bei der Anschaffung der Heizungsanlage.
Ob meine Rechnung noch schwachsinniger ist wie angenommen, ob die Hausgeldabrechnung seit 5 Jahren falsch ist oder ob uns doch bisher die WP auch im reinen Verbrauch schlicht erheblich teurer kommt, weiß ich nicht. Da ich auch nichts dran ändern kann, mein persönlicher Verbrauch zu 80% aus Festkosten (Umlage nach Wohnfläche) besteht und das bisher keine 200€ pro Jahr waren, ist es mir auch ziemlich egal.
Incanus schrieb:
Nicht mal günstiger ist streng genommen das Kriterium, sondern mit besserer Energie- oder Ökobilanz.
Da es zu fossilem Erdgas weltweit keine Alternative gibt und auch keine geben wird, passt das natürlich. Für mich ist das wie die Umstellung beim PKW vom Verbrenner auf Durazell-Akkus. Umweltkosten für Produktion und Verschrottung des Austauschequipments, obwohl es noch technisch und wirtschaftlich nutzbar wäre, werden schlicht ignoriert.
Aber was solls, wenn das so kommt wie jetzt vermutet und die Regierung bei ihrer Ablehnung von alternativen Energieträgern jeglicher Art bleibt (natürlich nur für Gebäude), ist auch mit Gas 2035 Schluss. Außer, man stellt sich zusätzlich einen Gastank in die Wohnung, den man mit nicht fossilem Gas befüllen lässt.
https://www.merkur.de/wirtschaft/ro...fdp-gesetz-entwurf-paragraf-71k-92196612.html
So langsam fragte ich mich, warum gerade vor Borkum eine neue Erdgas-Bohrinsel gebaut wird (Stahl- und Glasindustrie haben wohl eine sehr gute Lobby) und alleine in der Nordsee noch bis zu 100 neue Bohrungen geplant sind:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/100-neue-bohrungen-in-der-nordsee-18374186.html
Tomislav2007 schrieb:
Ganz tolle Idee.
Wir haben uns von der Abhängigkeit von Putins Gas gelöst und begeben uns in die nächste Abhängigkeit mit unzuverlässigen politisch fragwürdigen Ländern.
Dann pflastern wir halt erst einmal die verödeten Regionen in Europa damit zu. Irgendwann wird es für die Plastik-Gemüsewüste in Spanien hoffentlich kein Wasser mehr geben, Teile vom Braunkohle-Tagebau könnte mna auch damit beglücken anstatt noch ein paar Seenlandschaften zu machen. Genauso kann man die ökologisch kaputten Regionen nutzen, in denen vormals Öl gefördert wurde. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass diese Länder keine neuen Einnahmen generieren wollen, wenn sie ihr Öl+Gas nicht mehr verkaufen können.
Energie muss nicht zwingend mit dem Energieträger "Strom" oder "Wasserstoff" zu uns kommen. Ist der Strom im Erzeugerland billig genug (was er jetzt schon als PV+Wind wäre), kann man auch die Verluste für den Energieträger in Kauf nehmen.
_killy_ schrieb:
Auf jedes Mehrfamilienhaus gehört eine PV Anlage
Bis dann wieder jemand mit dem Stadtklima ankommt und doch lieber eine Dachbegrünung hätte, da man die PKW ja nicht, wie teils im Ausland, aus den Städten verbannen will, um die Straßen und Parkplätze in Grünanlagen umzubauen.
Was wir bei 100% Ökostrom mit all dem Strom machen, wenn doch mal die Sonne scheint und Wind weht, ist mir nicht wirklich klar. Batteriespeicher im großen Massstab sind für mich keine Alternative, Pumpspeicherkraftwerke will keiner bauen. Bliebe also die Umwandlung in Wasserstoff und Nachfolgeprodukte und wir können das bisher noch vorhandene Erdgasnetz mit diesen Produkten weiter nutzen, müssten die Gasheizungen nicht sinnlos verschrotten usw. Aber für mehr wie die Industrie und den Flugverkehr ist sowas ja nicht angedacht, das wäre vermutlich zu wenig Wirtschaftsförderung.