Hochwasser - Wie geht es euch damit?

@Daaron
Das ist völlig irrelevant. Die Leute leben an einem Fluss! Wenn du dich an einem Vulkan nieder lässt, weil dort das Ackerland unsagbar fruchtbar ist, dann muss man einfach damit rechnen, dass dort das Ding irgendwann mal hochgeht. Möchtest du dann das Ackerland neu besetzen und den Leuten, die dort ihre Häuser verloren haben neue bauen? Es IST ausgezeichnetes Ackerland. Aber mit dem RISIKO dort zu wohnen lebt man. Eben solange bis die Lunte brennt.

Wenn dort demnach Städte und Häuser sind, die vor einer Flut nicht geschützt werden können, wie soll man es demnach absichern? Gar nicht. Richtig. Auch die Versicherungssummen werden horrend sein und daher wird eine Absicherung sehr teuer sein.

Aber ist dies nun ein Problem der Gesellschaft oder ist dies ein Problem derer, die dort wohnen? Ich sage ja nicht: "Lasst sie absaufen", sondern ich sage: "Lasst sie mit den Konsequenzen leben". Und die Konsequenz ist eben, dass ich dort meine Wohnung und mein Habe verliere wenn es mal Hochwasser gibt. Das ist schlecht, das ist schlimm, und für die Leute sollten Notunterkünfte und Hilfsstationen errichtet werden. Aber ich sehe es NICHT ein, dass die Gesellschaft deren Aufbau wieder finanzieren sollte.
 
Lieber zahl ich für die Pirnaer Altstadt als für Athen, das kannste aber wissen.
Oder anders gesagt: Warum hatte Deutschland Geld für Port-au-Prince, das bis heute nichts bewirkt hat als irgend welchen Mafioso, Drogenbaronen und Warlords die Taschen zu füllen? Warum wird solches Geld nicht für LOKALE Katastrophen gelagert?

Und was ist mit anderen Naturkatastrophen? Das halbe Erzgebirge ist von Stollen durchzogen. Bei Bekannten von mir war eines Morgens die Treppe vor der Haustür weg, statt dessen gings direkt runter in den alten Erbstollen... Soll jetzt jeder, unter dem ein alter Stollen einbricht, seinen Schaden auch selbst tragen? Du hättest ja wissen müssen, dass es eine alte Bergbauregion ist... Was ist mit Tornados? In einigen Gebieten Deutschlands häufen sich die Dinger aktuell. Auch keine Hilfsmaßnahmen?

Und noch ein kleiner Aspekt, der im Elbtal zum Tragen kommt und der dafür sorgt, dass die Bürger eben nicht allein Schuld sind: Die Tschechen mit ihren Staustufen, Flussbegradigungen,... Wenn die die Elbe nicht so zukleistern würden sondern die Auen erhalten und renaturieren würden, würden die Sächsische und Böhmische Schweiz nicht so übel absaufen. Renaturiere den Oberlauf und du hast bis zur Mündung eine deutliche Entspannung. Aber nööööö, die Tschechen planen statt dessen schon wieder eine neue Staustufe zur Stromerzeugung, die die Situation nur noch mehr verschärft.

Ich wohn übrigens mit dem Rücken zu einem (erloschenen) Vulkan. Unter mir könnten durchaus Stollen verlaufen, obwohl die primär auf der anderen Talseite sind. Wenn die Talsperre bricht sauf ich ab. Mir ist das nur alles dezent egal, unser Haus hat ne DDR-Elementarversicherung. Da dürfte sogar ein Meteoriteneinschlag drin sein, nur bei einem Alienangriff hätten wir ein Problem.
 
Ja klar fürs eigene Land. Und es ist ja auch so, dass auch bei riesigen Fluten Städte und Häuser betroffen sind, die nicht gerade direkt am Fluss liegen und die damit nicht rechnen können. Wir eben Tornados oder Stollen. Aber Stollen sind was anderes.

Renaturiere den Oberlauf und du hast bis zur Mündung eine deutliche Entspannung. Aber nööööö, die Tschechen planen statt dessen schon wieder eine neue Staustufe zur Stromerzeugung, die die Situation nur noch mehr verschärft.
Wenn dem so ist, denn da gebe ich zu habe ich keine Ahnung, dann muss hier politisch was gemacht werden von den Betroffenen Orten und mit dem Land gesprochen werden.

Warum wird solches Geld nicht für LOKALE Katastrophen gelagert?
Auch hier, stimmt völlig. Auch Hilfswerke, Bundeswehr etc. etc. Sehe ich alles ein, und die Leute müssen ja irgendwo wohnen.

Wenn die Talsperre bricht sauf ich ab. Mir ist das nur alles dezent egal, unser Haus hat ne DDR-Elementarversicherung.
Ja eben. Es ist für dich ein einkalkuliertes Risiko. Du bist abgesichert. Und wenn ich eben an nem Fluss wohne, wo sowas öfter passiert, muss ich mich eben auch versichern. Oder umziehen, mehr Autofahrt in Kauf nehmen. Einen Kompromiss muss man immer finden. Aber wäre doch irre, wenn dein Haus wegen nem Vulkanausbruch 100km weit geschleudert wird, du nen neues bezahlt bekommen würdest oder? Oder wenn dein Haus brennt. Oder wenn dein Nachbarshaus brennt und auf deins überspringt und dann deins abbrennt, dein Nachbar nicht versichert ist. Oder dein Hab und Gut wegkommt. Wenn ein Wasserschaden entsteht.

Dann springt doch auch niemand ein. Dann musst du das bezahlen wenn du nicht versichert bist. Und deshalb muss man sich versichern, auch wenns eben teuer ist. Sonst muss man wegziehen oder umziehen. Oder eben mit dem Risiko leben: Irgendwann kann es mich treffen und ich bin am A****.
 
Technisch ist ist die Sicherung gegen Hochwasser alles kein Problem. Auch Dresden oder Pirna kann man wirkungsvoll damit schützen nur wollen meist Bürgerinitiativen das nicht oder dem Staat ist guter Hochwasserschutz zu teuer. Lieber weniger Hilfsgelder ins Ausland schicken und hier wirksam gegen Hochwasser einsetzen.
 
Schau dir die geographischen und baulichen Gegebenheiten in Pirna an, dann weißt du, warum da eben nicht viel mehr geht.
 
Sachsen-Anhalt (Dreiländereck) @ Weiße Elster ---> Wir hatten Hochwasser. Ganze Unterstadt überflutet gewesen. Sah aus wie nach dem Krieg ! :freak:
 
Hi all, erste Antwort von mir. Ich war mehrere Tage im Osten unterwegs. Da ich seit 15 Jahren tauche und das vier Jahre beim Bund gemacht habe, hatte ich mit dem THW dort unten Deiche abgetaucht.

Das müsst ihr euch so vorstellen. Grundregel beim Tauchen ist, keiner taucht mit Gerät allein. Das tun nur VOllidioten. Ausnahme ist das der Taucher, idF ich an einer Leine tauche, die einer vom Ufer führt.
Und so habe ich dann mit zwei Leutem vom Ufer die letzten Tage dann einige Kilometer maroder Deiche uberprüft. Das bei einem halben Meter Sicht nicht sehr einfach ist. Bin seit Freigag wieder zu Hause und fix und foxy alle.
 
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