ShiftC schrieb:
Rein durch das HO-Angebot hat man nun einer Gruppe die Möglichkeit gegeben, wesentlich mehr Freizeit,
Warum schlißet Du von Dir auf andere? Bei mir ist die Freizeit seit >90% HO effektiv reduziert. Ich war vor 18 Jahren so dämlich eine Wohnung zu suchen, die nahe am Arbeitsplatz ist und damit meine Fahrtkosten für die Freizeit (nächste Großstadt liegt 50km entfernt) selber tragen zu müssen. Jetzt muss ich im HO auch noch selber kochen (ich bin wohl zu blöd, das inkl. Vorbreitung und Abwasch immer in 45 Min. zu schaffen), zum Kaufen muss ich extra losgehen anstatt das früher auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Wohnung "nebenbei" erledigen zu können.
ShiftC schrieb:
Weil es innerhalb eines AG und gleichwertiger und gleichbezahlter Tätigkeiten einen Bonus darstellt.
Es geht doch um HO und nicht um remote working? Also ist der AN zu großen Teilen selber für die Ausstattung seines HO-Platzes verantwortlich. Wenn Du natürlich gerne auf der Couch mit dem 13-15" Laptop und mobilem Internet über das Firmen-Smartphone arbeitest, dann mag es anders aussehen. Mein Firmen-Smartphone läuft z.B. über WLan-Calling, da ich nicht überall in der Wohnung guten 4G Empfang habe.
Schreibtisch, Monior (mein AG hätte zu Pandemiezeoiten einen 23" FullHD-Guckschlitz zur Verfügung gestellt, ohne Arbeitszimmer hat der aber keinen Platz mehr neben dem vorhandenen 27" Monitor), Internet (bei Familie u.U. schnell genug, damit diese neben dem eigenen HO auch noch damit etwas machen kann, ein ergonimoischer Bürohstuhl, u.U. passen Arbeitsbeleuchtung usw. Da muss ich mit dem erhöhten Verschleiß der Beleuchtung (warum halten meine LED-Glüchbirnen trotz 8-12h Dauerbetrieb nicht die vesprochen 10000h) noch garnicht denken. Und die Einrechnung der Heizung fällt bei mir nur individuell raus, weil ich in einem gut gedämmten Neubau wohne.
Dagegen stehen 50€/Jahr an Kosten für das vom AG geförderte ÖPNV Ticket und u.U. ein Paar Schuhe, das ich im Jahr mehr benötigt habe.
ShiftC schrieb:
Und genau das ist mMn der Knackpunkt. Diese Stellen werden dann bei finanziell sonst gleicher Behandlung unattraktiver. Aus AG-Sicht müsste man nach meinem Empfinden dann Argumente dafür schaffen.
Wenn der AG Mitarbeiter halten oder neue gewinnen will, muss er sich entsprechend positionieren.
Es gibt sogar AG, die am selben Standort für exakt identische Stellen unterschiedliche Tarifverträge anwenden können. Und selbst dort finden sich immer noch Leute, die zu den schlechteren Konditionen anfangen (bei uns zwischen 2020 und 2022 immerhin gut 1500 neue Mitarbeiter). Das ganze ist jedem bekannt, im Gegensatz zu den normalerweise nicht offen bekannten Gehältern bei nicht tarifgebundenen Betrieben.
ShiftC schrieb:
Was ist das Argument des AGs, mich davon zu überzeugen, nicht die HO-Stelle zu nehmen?
Die Attraktivität der Arbeit? Ich fand als SW-Entwickler meine erste Tätigkeit damals viel attraktiver, bei der ich u.A. Treiber für hoch aktuelle HW entwickelt habe. Sowas wäre höchstens mit extrem viel Aufwand und Platz im HO möglich gewesen. Jetzt sind es halt reine SW-Systeme, die betreut und weiter entwicklet werden und auf die ich auch remote zugreifen kann.
ShiftC schrieb:
Dass beide Gruppen unabhängig der o.g. Dinge das gleiche Entgelt bekommen?
Dass die Gruppe mit Anwesenheitspflicht eine Art Zulage bzw. die HO-Gruppe eine Art Kürzung bekomm?
Oder wäre das zu kompliziert und nicht handlebar, weil die Verhältnisse äußerst individuell wären?
Gibt es dann auch eine Kürzung des Gehaltes für Raucher (die müssen bei uns für Raucherpausen nicht ausstempeln) und übermäßige Kaffeetrinker, weil die Leute "zu oft" Pausen machen und es wagen könnten in den Pausen auf dem Firmengelände nicht über arbeitsbedingte Themen zu reden?
Und warum bin ich so dämlich, im HO meine Pausenzeiten recht genau zu beachten und verlängerte Mittagspausen passend zu buchen? Gehe ich in der Firma mit Kollegen essen, läuft die Zeiterfassung weiter und keiner kontrolliert, ob ich nach 45 Min. wieder am Arbeitsplatz sitze und arbeite. Da werden automatisch die gesetzlichen pausenzeiten abgezogen.