Home-Office vs. stellenbedingte Anwesenheitspflicht: Privileg?

ShiftC schrieb:
Weil es innerhalb eines AG und gleichwertiger und gleichbezahlter Tätigkeiten einen Bonus darstellt.

Nicht unbedingt. Ich zum Beispiel bin froh, dass ich trotz Homeoffice-Angebot seitens des AG weiterhin vom Büro aus arbeiten kann:
  • Kantine (bezuschusst vom AG)
  • die räumliche Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist gut für mich
  • Firmenlaptop/Netzteil/Headset nerven im Wohnzimmer (habe kein Arbeitszimmer)
  • die Kollegen im Homeoffice verlieren früher oder später ihr eigenes Büro (shared desks incoming)
 
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ShiftC schrieb:
Gleichzeitig kann das HO aufgrund des erhöhten Strom- oder Lebensmittelverbrauchs zu erhöhten Kosten führen
Wenn Stromkosten in Betracht kommen dann gehts wohl eher um mobiles Arbeiten.
Mobiles Arbeiten beruht auf Vertrauen und viele Arbeitnehmer sind dafür leider nicht geeignet die gleiche oder höhere Produktivität zu bringen, da plötzlich andere Dinge (wie "Supermarkt" im Startpost) plötzlich wichtiger sind.
Daraus würden ich folgern, dass unter dieser Voraussetzung:
ShiftC schrieb:
Die Hälfte dieser Stellen erfordert tätigkeitsbedingt eine dauerhafte Anwesenheit in den Örtlichkeiten des Unternehmens, während die andere Hälfte ebenfalls tätigkeitsbedingt dauerhaft von zu Hause ausgeübt werden kann, aber nicht muss.
die Stellen mit mobilem Arbeiten durch den Vorgesetzten als Zuckerbrot vergeben und auch wieder weggenommen werden sollten, wenn die Arbeitsleistung von zuhause nicht passt.

Eine finanzielle Kompensation ist nicht ermittelbar, da die Vorteile sehr individuell sind.
 
ShiftC schrieb:
Rein durch das HO-Angebot hat man nun einer Gruppe die Möglichkeit gegeben, wesentlich mehr Freizeit,
Warum schlißet Du von Dir auf andere? Bei mir ist die Freizeit seit >90% HO effektiv reduziert. Ich war vor 18 Jahren so dämlich eine Wohnung zu suchen, die nahe am Arbeitsplatz ist und damit meine Fahrtkosten für die Freizeit (nächste Großstadt liegt 50km entfernt) selber tragen zu müssen. Jetzt muss ich im HO auch noch selber kochen (ich bin wohl zu blöd, das inkl. Vorbreitung und Abwasch immer in 45 Min. zu schaffen), zum Kaufen muss ich extra losgehen anstatt das früher auf dem Weg von der Bushaltestelle zur Wohnung "nebenbei" erledigen zu können.

ShiftC schrieb:
Weil es innerhalb eines AG und gleichwertiger und gleichbezahlter Tätigkeiten einen Bonus darstellt.
Es geht doch um HO und nicht um remote working? Also ist der AN zu großen Teilen selber für die Ausstattung seines HO-Platzes verantwortlich. Wenn Du natürlich gerne auf der Couch mit dem 13-15" Laptop und mobilem Internet über das Firmen-Smartphone arbeitest, dann mag es anders aussehen. Mein Firmen-Smartphone läuft z.B. über WLan-Calling, da ich nicht überall in der Wohnung guten 4G Empfang habe.

Schreibtisch, Monior (mein AG hätte zu Pandemiezeoiten einen 23" FullHD-Guckschlitz zur Verfügung gestellt, ohne Arbeitszimmer hat der aber keinen Platz mehr neben dem vorhandenen 27" Monitor), Internet (bei Familie u.U. schnell genug, damit diese neben dem eigenen HO auch noch damit etwas machen kann, ein ergonimoischer Bürohstuhl, u.U. passen Arbeitsbeleuchtung usw. Da muss ich mit dem erhöhten Verschleiß der Beleuchtung (warum halten meine LED-Glüchbirnen trotz 8-12h Dauerbetrieb nicht die vesprochen 10000h) noch garnicht denken. Und die Einrechnung der Heizung fällt bei mir nur individuell raus, weil ich in einem gut gedämmten Neubau wohne.

Dagegen stehen 50€/Jahr an Kosten für das vom AG geförderte ÖPNV Ticket und u.U. ein Paar Schuhe, das ich im Jahr mehr benötigt habe.

ShiftC schrieb:
Und genau das ist mMn der Knackpunkt. Diese Stellen werden dann bei finanziell sonst gleicher Behandlung unattraktiver. Aus AG-Sicht müsste man nach meinem Empfinden dann Argumente dafür schaffen.
Wenn der AG Mitarbeiter halten oder neue gewinnen will, muss er sich entsprechend positionieren.

Es gibt sogar AG, die am selben Standort für exakt identische Stellen unterschiedliche Tarifverträge anwenden können. Und selbst dort finden sich immer noch Leute, die zu den schlechteren Konditionen anfangen (bei uns zwischen 2020 und 2022 immerhin gut 1500 neue Mitarbeiter). Das ganze ist jedem bekannt, im Gegensatz zu den normalerweise nicht offen bekannten Gehältern bei nicht tarifgebundenen Betrieben.

ShiftC schrieb:
Was ist das Argument des AGs, mich davon zu überzeugen, nicht die HO-Stelle zu nehmen?
Die Attraktivität der Arbeit? Ich fand als SW-Entwickler meine erste Tätigkeit damals viel attraktiver, bei der ich u.A. Treiber für hoch aktuelle HW entwickelt habe. Sowas wäre höchstens mit extrem viel Aufwand und Platz im HO möglich gewesen. Jetzt sind es halt reine SW-Systeme, die betreut und weiter entwicklet werden und auf die ich auch remote zugreifen kann.

ShiftC schrieb:
Dass beide Gruppen unabhängig der o.g. Dinge das gleiche Entgelt bekommen?
Dass die Gruppe mit Anwesenheitspflicht eine Art Zulage bzw. die HO-Gruppe eine Art Kürzung bekomm?
Oder wäre das zu kompliziert und nicht handlebar, weil die Verhältnisse äußerst individuell wären?
Gibt es dann auch eine Kürzung des Gehaltes für Raucher (die müssen bei uns für Raucherpausen nicht ausstempeln) und übermäßige Kaffeetrinker, weil die Leute "zu oft" Pausen machen und es wagen könnten in den Pausen auf dem Firmengelände nicht über arbeitsbedingte Themen zu reden?

Und warum bin ich so dämlich, im HO meine Pausenzeiten recht genau zu beachten und verlängerte Mittagspausen passend zu buchen? Gehe ich in der Firma mit Kollegen essen, läuft die Zeiterfassung weiter und keiner kontrolliert, ob ich nach 45 Min. wieder am Arbeitsplatz sitze und arbeite. Da werden automatisch die gesetzlichen pausenzeiten abgezogen.
 
ShiftC schrieb:
Welche finanzielle Behandlung seitens AG wäre eurer Meinung nach in solchen Fällen angemessen?

Gleiche Behandlung, da auch mit HO Quote du ggf. keine Ersparnis beim Pendeln hast. (weil Monatsticket)

ShiftC schrieb:
Dass beide Gruppen unabhängig der o.g. Dinge das gleiche Entgelt bekommen?

Natürlich, warum nicht?

ShiftC schrieb:
Dass die Gruppe mit Anwesenheitspflicht eine Art Zulage bzw. die HO-Gruppe eine Art Kürzung bekomm?

Damit würdest du unterstellen, dass HO ein deutlicher Vorzug ist. Unabhängig davon sehe ich hier praktische Probleme. Bei Jobs wo eh ein Mangel an vernünftigen Bewerber herrscht, möchte der Arbeitgeber sicher nicht ein Vorzug mit HO direkt mit Nachteilen begleiten.

ShiftC schrieb:
Oder wäre das zu kompliziert und nicht handlebar, weil die Verhältnisse äußerst individuell wären?

Ob man wirklich ein Vorteil durch Home-Office hat, hängt doch durch unterschiedliche Faktoren zusammen:
  • Arbeitsweg
  • fährt man PKW oder ÖPNV
  • wie ist die eigene Wohnsituation (hat man überhaupt Platz für ein HO)
  • ist man Single, hat man Familie mit Kinder
  • ...

ShiftC schrieb:
Welche Anregungen hättet ihr auch sonst für solche Fälle?

Wenn es möglich ist, sollte m.E. ein Arbeitgeber auch Home-Office mit anbieten. Sonst hat der Arbeitgeber einfach keine Zukunft bei Bewerber. Selbst bei unterschiedlichen Berufsbilder innerhalb der Firma, kann es unterschiedliche Ausprägungen geben. Leider geht es nicht, dass immer alles gleich ist.

Mal zum nachdenken:
Das Küchenpersonal muss nun mal früher aufstehen und auch anwesend sein. Dann bringt der Beruf mit sich. Ein Buchhalter kann die Aufgaben auch Remote erledigen. Der Arbeitgeber kann dann ja auch Bürofläche einsparen. Als Straßenbauer ist man sehr wahrscheinlich sehr viel an der frischen Luft - egal bei welchem Wetter. Die unterschiedlichen Arbeitsumgebungen hat der Mitarbeiter ja schon selbst bei der Berufswahl beeinflusst. Da weiß ich nicht, warum der Arbeitgeber noch mehr Unterschiede ohne Grund einführen sollte.

Nach Regelung hab ich 2 HO Tage - mache aber dauerhaft 3 Tage. Der dritte Bürotag macht einfach kein Sinn und dem Chef passt es auch. Wir haben Open-Space ohne festen Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber stellt somit nicht für 100% der Mitarbeiter somit 1:1 Schreibtische bereit. Somit spart der Arbeitgeber auch teure Bürofläche. (in Hamburg 80 EUR/m² je Monat ... nicht grad wenig)
 
Verstehe den ganzen Stress hier auch nicht.

Wer HO möchte, der soll sich einen Job suchen wo dies möglich ist... Am Anfang stand die Berufswahl und später kann man auch immer wechseln.

Und "Homeoffice" gab es in vielen Berufen schon lange vor Covid19 war halt nicht so populär. Erst Covid wurde es halt auch für andere Tätigkeiten "salonfähig" wobei hier auch manche zurückgerudert sind.

Ich habe selbst 12 Jahre "geschraubt" und war im Support, und es war kein Homeoffice möglich. Zur Pandemie wurde ich Kurzarbeit geschickt mit allen steuerlichen Nachteilen im Jahr darauf, während die Leute aus dem Büro im Homeoffice waren? War halt so, keiner hat irgendwelche Vergünsitgugnen desegen bekommen.

Bei uns hat man das Home offcie nicht direkt in der BV "verankert" sondenr kaschiert es als mobiles Arbeiten in Eigenregie wo am Ende des Jahres der überwiegende Teil im Büro verbracht worden sein muss.

Man fängt ja jetzt auch wieder an 10 Leute in einen Raum zu setzen anstatt alles über Teams zu machen, ist halt so.

Für mich hält es sich die Waage. Ich habe ohnehin 1 bis 2 Außentermine pro Woche, sodaß ich auch mit 1 oder 2 Tagen Homeoffice ohnehin selten im Büro bin.

"Gewonnen" habe ich durch das Homeoffice eher nichts, außer einer erhöhten Stromrechnung. Für die Fahrt mit dem ÖPNV die ohnehin nur Tür zur Tür 20 Min. beträgt bezahle ich sowieso nichts.
 
ShiftC schrieb:
Richtig, doch wenn du bedenkst, dass die eine Gruppe sich das aussuchen kann und die andere wiederum nicht, dann liegt hier ein Ungleichgewicht vor, insbesondere dann, wenn es doch gleichwertige und gleichbezahlte Stellen geht.
Und wo ist jetzt das Problem? Wenn's den Leuten nicht passt und Sie wo anders nen bessseres Angebot bekommen sollen Sie halt wechseln.

Wenn Sie das aber nicht machen, dann ist das Angebot wohl unterm Strich doch noch gut genug.

Schon mal auf die Idee gekommen, das vielleicht die Gruppe die nie remote arbeiten kann an sich überbezahlt ist, man aber sonst niemanden gefunden hätte?

Oder sagen wir es so, eventuell war sie HO Gruppe ja unterbezahlt bis jetzt und jetzt muss man HO gewähren sonst rennen die Leute einfach weg?

ShiftC schrieb:
D.h. gewisse AN haben von heute auf morgen mehrere Vorteile bekommen, während die anderen zwar keine Nachteile, aber auch keine Vorteile bekamen.
Und wo ist jetzt prinzipiell dabei das Problem?

ShiftC schrieb:
Und genau das ist mMn der Knackpunkt. Diese Stellen werden dann bei finanziell sonst gleicher Behandlung unattraktiver. Aus AG-Sicht müsste man nach meinem Empfinden dann Argumente dafür schaffen.

Und wo ist dabei jetzt das Problem? Werden Sie halt unattraktiver. So lange man Sie weiter besetzen kann ist doch alles ok. Umgekehrt bin teils man die Stellen ohne HO halt eventuell nicht mehr besetzen. Dann hat man ein Problem. Was soll man denn dann machen? Die Stellen einfach unbesetzt lassen????

ShiftC schrieb:
Wer entscheidet sich schon für "Du musst jeden Tag hier sein" während man "Du kannst jeden Tag zu Hause bleiben, oder kommen wann du willst" haben kann, wenn doch beide Optionen zum exakt gleichen Gehalt führen und die gleichen Qualifikationen verlangen?
Derjenige, für den die Stelle unterm Strich die Beste ist, die er bekommen kann. So einfach ist es.

Warum mache ich den Job den ich aktuell mache und nicht süden Job als Geschäftsführer etc wo ich nochmals deutlich mehr verdienen würde? Ganz einfach weil ich so ne Stelle bisher nicht bekommen habe...

ShiftC schrieb:
doch dadurch wird die andere Stelle objektiv betrachtet unattraktiver.
Und wo ist da jetzt das Problem?

So lange man die Stellen besetzt bekommt ist das doch egal. Erst wenn man Sie nicht vernünftig besetzt bekommt muss man reagieren.

ShiftC schrieb:
Wenn wir das Spiel mal auf lange Zeit durchspielen, werden diese Stellen irgendwann immer schwieriger zu besetzen, was ja teilweise jetzt schon der Fall ist.
Dann ändert man die Konditionen oder lässt die Stelle unbesetzt.

Auf der anderen Seite bekommst du ohne HO die Stellen die es möglich machen aber eventuell auch nicht besetzt. Ist halt so. Man bewegt sich so weit wie man muss als Arbeitgeber. Aber nicht weiter!

Und zu deiner Zwischenfrage was man denn machen soll außer mehr Geld kann ich nur sagen, das hast du vorher auch nicht gefragt, also wunder dich doch nicht keine Antwort darauf zu bekommen....

Aber mal so als Anregung was man machen könnte

Kantine (bezuschusst)
ÖPNV Ticket
Firmenwagen
Dienstwohnung
SHUTTLE Service

Am Ende vom Tag eben jedweder geldwerter Vorteil. Wie immer halt....
 
Ich würde da gar nicht unterscheiden. Der AN kriegt sein Geld für seine Arbeit. Das HO, was wohl eher mobiles Arbeiten ist, kostet den AG in dem Beispiel kein zusätzliches Geld, warum sollte man hier also am Gehalt sparen und warum ist die Arbeit da durch weniger wert? Zahlen die Kunden weniger für Kollegen aus dem Homeoffice?

Ob das vom Geld ein Vor- oder Nachteil ist, dass mag sich von Person zu Person unterscheiden. Aber seit wann sind die Lebensumstände und was jemand im Zweifel draus machen kann ein Grund das Gehalt anders zu gestalten?

Zahlt man den Kollegen mit kürzeren Arbeitsweg ansonsten weniger Gehalt? Dem mit längeren Arbeitsweg mehr Gehalt? Jemanden mehr, weil er höhere Ausgaben hat durch Familie und co.? Oder weniger, weil er keine Familie hat und ziemlich sparsam lebt?

Ansonsten drehen wir es doch mal um. Wie viel weniger soll der AN im Homeoffice leisten, wenn der AG es sich als Bonus rausnimmt schlechter zu zahlen? Immerhin hat der AG ein Benefit und zahlt weniger.

Und ja, der AN hat hier und da ggf. auch Mehrkosten oder würde im Büro sparen. Ggf. gibt es günstiges Essen hier, Getränke gibt es für Lau, Strom und aktuell auch das Heizen sind natürlich auch Themen. Und Platz benötigt ein vernünftiger Arbeitsplatz auch und neben den technischen Sachen auch passende Möbel usw. Ja teilweise, je nach Reglung, ob wir von mobilen Arbeiten oder Homeoffice sprechen kann man sich gewisse Sachen zurückholen aber auch die muss der AG dann ja nicht blechen, der spart an der Stelle der AN macht dann mehr oder eben weniger Verlust.

Nicht falsch verstehen, ich hätte z.B. gerne Homeoffice und ja, mir persönlich wäre das auch finanziell was wert, sprich ich hätte kein Problem mit so Reglungen wie es einige Firmen im Valley machen ala weniger Kohle im Homeoffice. Das finde ich bei weitem nicht ideal aber mir persönlich würde das gefühlt eben so viel geben.

Am Ende ist es denke ich ein Win/Win für beide. Und damit meine ich nicht, dass HO nicht ggf. auch Nachteile mit sich bringt aber overall denke ich profitieren beide Parteien. Der AG übrigens auch bei der Suche nach Arbeitskräften, was sonst auch ins Geld gehen kann, sowohl die Suche selbst, als auch im Zweifel Aufträge abzulehnen, weil Leute fehlen. Man muss das nicht immer so selbstlos darstellen von AG Seite, Unterschied ist eben nur, dass das für den AN meist ein emotionaleres Thema ist und es um Zeit geht und für den AG eher rein wirtschaftlich ist.
 
Es ist ja nicht so, dass die anderen Sozialleistungen ebenfalls alle Mitarbeiter gleich behandeln:

-> Essensgeldzuschuss ... Mitarbeiter mit Allergien, Vegetarier/Veganer gehen seltener in der Kantine essen
-> ÖPNV Zuschuss - davon haben ebenfalls nur die Kollegen etwas, die eine Monatskarte kaufen (Niemand mit Einzeltickets, keine PKW oder Radfahrer)
-> Jobrad - nur wer auch ein Fahrrad über die Firma bezieht, genießt die Vorteile
...

Das HomeOffice ist somit auch nur wieder eine Sozialleistung, die eine Gruppe von Arbeitnehmern innerhalb der Firma nützt. Ist somit nichts Neues.
 
Man muss die Bewertung der beiden Stellen einfach aus AG-Sicht sehen:

Zwei Stellen, bei denen eine Tätigkeit ausgeübt werden muss. Eine davon bietet wahlweise Home-Office, die andere nicht. Als AG will ich bei beiden Tätigkeiten, dass die zugehörige Arbeit erledigt wird. Ob dies bei der einen Tätigkeit von zu Hause gemacht wird, ist mir völlig egal, so lange sie erledigt wird.

Weshalb sollte ich, als AG, dem Mitarbeiter, der seine Tätigkeit nicht aus dem Home-Office erledigen kann, einen (finanziellen) Ausgleich bieten, wenn mein Interesse nur darin liegt, dass die Arbeit erledigt wird?

Eine Tätigkeit ggf. aus dem Home-Office erledigen zu können, liegt im Interesse des AN, weil er sich davon bestimmte Vorteile verspricht. Diese Vorteile hat er oder er hat sie nicht, abhängig davon, für welche Tätigkeit er sich entscheidet.

Als AG würde ich nur dann über eine Art Ausgleich nachdenken, wenn ich für die Tätigkeit ohne Home-Office keinen Mitarbeiter finde.
 
Capet schrieb:
Als AG würde ich nur dann über eine Art Ausgleich nachdenken, wenn ich für die Tätigkeit ohne Home-Office keinen Mitarbeiter finde.

Oder man verteilt die Tätigkeiten, die Präsenz erfordern halt gleichmäßig auf alle, sodass jeder die Möglichkeit hat planbares Home Office zu machen. Sobald da mehr als 3 Leute den gleichen Job machen, ist das doch kein Problem. Immer 2 mit Präsenzpflicht, einer zuhause. In der Urlaubzeit ggf. halt auch keiner.

Da fängts aber wieder an: Die Regel muss kontrolliert werden. Jemand der die Verantwortung trägt, muss sicherstellen, dass jemand Präsent ist. Auch bei Urlaub und Krankheit.
Da ists natürlich einfacher alle in Präsenz arbeiten zu lassen.

Ich sehe das weiterhin als Ermessensspielraum des Team/Abteilungsleiters, wer von zuhause arbeiten kann und wer nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
h00bi schrieb:
Oder man verteilt die Tätigkeiten, die Präsenz erfordern halt gleichmäßig auf alle, sodass jeder die Möglichkeit hat planbares Home Office zu machen. Sobald da mehr als 3 Leute den gleichen Job machen, ist das doch kein Problem. Immer 2 mit Präsenzpflicht, einer zuhause. In der Urlaubzeit ggf. halt auch keiner.

Da fängts aber wieder an: Die Regel muss kontrolliert werden. Jemand der die Verantwortung trägt, muss sicherstellen, dass jemand Präsent ist. Auch bei Urlaub und Krankheit.
Da ists natürlich einfacher alle in Präsenz arbeiten zu lassen.
Da fängt es ja dann auch wieder mit der Eigenverantwortung an. Warum schaffen es z.B. diese 3 Personen nicht, sich täglich abzustimmen, wer wann HO macht und wer in Präsenz vor Ort ist?
Ich habe das mit meinen Kollegen schon öfter gemacht und klappt sehr gut. Man muss aber auch so flexibel sein, dass man bei Krankheit eines Kollegen eben doch spontan vor Ort muss und nicht auf seinen HO-Tag bestehen kann. Habe ich aber auch schon anders erlebt in anderen Abteilungen.
Ich sehe HO/Mobiles Arbeiten auch als Belohnung an für die, die es wollen.
Sicherlich hat nicht jeder die Bedingungen zuhause, um vernünftig HO machen zu können. Insbesondere mit Familie/Kindern ist das immer so eine Sache.
HO ist mMn nicht dafür gedacht die Kinderbetreuung zu ersetzen. Das macht nicht nur das eigene produktive Arbeiten schwierig, auch die Zusammenarbeit (bei Besprechungen) leidet sehr.

Das der AG den Leuten vor Ort einen Bonus o.Ä. gibt ist zwar ein netter Gedanke, für mich aber nicht plausibel.
Früher hat man ganz einfach gesagt: Augen auf bei der Berufswahl.
Wenn man sich einen Beruf aussucht, für den man nunmal viel vor Ort sein muss (ggf. hat man sich den Job genau deswegen ausgesucht weil man das gerne macht) dann ist das eben so. Wenn man einen Job hat, den man mehr oder weniger von überall machen kann, ist das auch ein Vorteil. Nicht jeder mag täglich 8h nur am PC sitzen. Ich bin auch gerne mal weg vom Schreibtisch und in der Produktion unterwegs.
Führt man z.B. auch nette, interessante und gute Gespräche. Das entgeht den Leuten im HO wieder komplett.

Ich bin BTW über jeden froh, der im HO bleiben kann, auch wenn ich es nicht kann. Denn: jeder davon braucht hier keinen Parkplatz, macht die Schlange in der Kantine kürzer und der Heimweg geht schneller (weil weniger Stau). Also auch für mich indirekte Vorteile.

Es steht ja jedem offen seine Tätigkeit zu wechseln und einen Job zu suchen, der viel HO ermöglicht. Wenn man sich aber einen Job sucht, der 30,40,50km entfernt ist, ist das eine persönliche Entscheidung und ich muss die damit verbundenen Kosten und Zeitaufwand selbst tragen. Dafür kann mein AG erstmal nichts.
 
Khaotik schrieb:
Da fängt es ja dann auch wieder mit der Eigenverantwortung an. Warum schaffen es z.B. diese 3 Personen nicht, sich täglich abzustimmen, wer wann HO macht und wer in Präsenz vor Ort ist?
Weils halt überall auch schlechtes Personal gibt, auf das man sich nicht verlassen kann.
Wenn die schon eine Weile da sind, bekommt man die leider auch nicht mehr weg.
Die traben dann halt jeden Tag ins Büro.
 
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Ja gut, dann sind diese Kollegen beim Thema mobiles Arbeiten eben ausgeschlossen wenn das nicht funktioniert.
Oder wenn es nur an Einzelpersonen hängt bekommen eben nur diese kein HO und die zuverlässigen Kollegen wird HO gewährt.
 
h00bi schrieb:
Weils halt überall auch schlechtes Personal gibt, auf das man sich nicht verlassen kann.
Wenn die schon eine Weile da sind, bekommt man die leider auch nicht mehr weg.
Die traben dann halt jeden Tag ins Büro.

Genau, und an deren Leistung ändert auch HomeOffice nichts. Wer nicht abliefert, liefert nicht ab. Da ist es egal ob sie nun zuhause sitzen oder im Büro.
Hier sind Führungskräfte entsprechend gefragt, so die Mitarbeiter einzuspannen, dass sie doch noch produktiv für das Unternehmen arbeiten. Dann geht dies m.E. aber auch aus dem HO heraus.
Mal aus der Ecke Softwareentwicklung - täglicher Stand-Up, man beschreibt was man geschafft hat, was nicht und was man machen möchte. Als Chef sollte man ja ein guten Überblick haben, welche Aufgaben in ca. welchem Zeitbudget erledigt werden könnten. Wenn immer nichts geliefert wird, dann muss man halt intensive Gespräche mit den Mitarbeiter führen. Dafür sind ja Führungskräfte da, dass sie Mitarbeiter motivieren und führen.
 
Khaotik schrieb:
Man muss aber auch so flexibel sein, dass man bei Krankheit eines Kollegen eben doch spontan vor Ort muss und nicht auf seinen HO-Tag bestehen kann.
Ist halt die Frage, ob man immer so flexibel sein kann. Termine, die fürs Mehrfamilienhaus von der HV vereinbart werden, sind erst einmal fest und können von mir nur unter erheblichem finanziellem Aufwand geschoben werden. Im HO kann ich dann einfach 15 Min. Pause machen, dazu muss ich aber vorher wissen, dass ich garantiert an dem Tag zu Hause arbeiten kann. Die Alternative wäre, Urlaub zu nehmen, der dann schon ein paar Tage vorher bewilligt wird, wenn der Kollege noch gesund ist. Damit ist der Firma noch weniger geholfen, da ich sonst, bis auf die 15 Min Pause, normal im HO arbeite.

Khaotik schrieb:
Ich sehe HO/Mobiles Arbeiten auch als Belohnung an für die, die es wollen.
Bei Großraumbüros und je nach Arbeit sehe ich das mittlerweile als die einzig praktikabele Lösung an. Nicht jeder ist dazu geeignet mit Noise Canceling Kopfhörer (den bei uns der AG nicht stellt) konzentriert zu arbeiten.

h00bi schrieb:
Wenn die schon eine Weile da sind, bekommt man die leider auch nicht mehr weg.
Die traben dann halt jeden Tag ins Büro.
Es gibt auch Leute, die zu Hause schlicht keinen Platz haben sich eine ergonomisch akzeptabelen Arbeitsplatz einzurichten. Es ist ja nicht so, dass man mit Beginn der HO-Möglichkeiten mal eben umzieht oder sich eine neue Wohnung kauft.

Wenn ich während Corona gesehen oder gehört habe, wie einige meiner Chefs zu Hause "gearbeitet" haben, dann wäre das für mich noch nicht einmal etwas, das ich mehr wie einen Tag durchhalten würde ohne dabei extrem unproduktiv und gleichzeitig krank zu werden.
 
Wenn, dann müsste der HO-Mitarbeitende einen Bonus bekommen, denn sein AG spart sich Bürofläche, Strom und Heizung.
 
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gymfan schrieb:
Ist halt die Frage, ob man immer so flexibel sein kann. Termine, die fürs Mehrfamilienhaus von der HV vereinbart werden, sind erst einmal fest und können von mir nur unter erheblichem finanziellem Aufwand geschoben werden. Im HO kann ich dann einfach 15 Min. Pause machen, dazu muss ich aber vorher wissen, dass ich garantiert an dem Tag zu Hause arbeiten kann. Die Alternative wäre, Urlaub zu nehmen, der dann schon ein paar Tage vorher bewilligt wird, wenn der Kollege noch gesund ist. Damit ist der Firma noch weniger geholfen, da ich sonst, bis auf die 15 Min Pause, normal im HO arbeite.
Gebe ich dir grundsätzlich schon recht, aber solche Termine werden doch sicherlich nicht an jedem Tag stattfinden, wenn du im HO bist?
Tageweise sollte eine Firma sowas schon abkönnen wenn es sonst dringende Termine gibt. Fraglich ist halt, ob solche Termine nicht grundsätzlich zu Zeiten geplant werden können, die AN-Freundlicher sind?
Ich mache meine privaten Termine ja auch außerhalb der Arbeitszeit, selbst wenn ich die Möglichkeit für HO habe.
Ich habe aber schon die Erfahrung gemacht, dass Leute auf ihre geplanten HO-Tage immer bestehen. Selbst bei geplantem Urlaub von Kollegen.
Beispiel: Im Team, mit dem wir viel Zusammenarbeiten, gibt es 6 Personen. Deren Arbeit besteht zu 80% aus PC-Arbeit, 20% erfordert zwingende Anwesendheit. Diese 20% können aber auch von anderen aus dem Team erledigt werden. Während Corona hatte das Team 40-60% HO. Bedingung war, das immer mindestens einer der 6 Personen vor Ort war um die Arbeiten zu erledigen.
Nun gab es mehrfach den Fall, dass wegen Krankheit/Urlaub 3 Leute nicht da waren. Das hat aber nicht dazu geführt, dass die anderen 3 sich so aufgeteilt haben, dass trotzdem min. einer vor Ort war.
Das hatte letztlich zur Folge, dass wir (die kein HO hatten) letztlich deren Arbeit vor Ort mitmachen mussten (auf die wir angewiesen waren) weil keiner von seinen HO-Tagen abweichen wollte.

Und ja – da ist mir relativ egal, warum man jetzt nicht vor Ort kommen kann und im HO bleiben „muss“ (will). Das müssten die 3 verbleibenden Personen unter sich abklären und festlegen, wer eben wann noch zuhause bleiben könnte. Es kann aber nicht sein, dass andere die Arbeit dann mitmachen müssen wofür sie garnicht zuständig sind.

gymfan schrieb:
Noise Canceling Kopfhörer (den bei uns der AG nicht stellt) konzentriert zu arbeiten.
Ohrstöpsel gibts doch in nahezu jedem verarbeitenden Betrieb.
Ansonsten - selbst besorgen?

gymfan schrieb:
Wenn ich während Corona gesehen oder gehört habe, wie einige meiner Chefs zu Hause "gearbeitet" haben, dann wäre das für mich noch nicht einmal etwas, das ich mehr wie einen Tag durchhalten würde ohne dabei extrem unproduktiv und gleichzeitig krank zu werden.
Ja, kenne ich auch so. Habe einige Kollegen gehabt, die haben den gesamten Tag an der Küchentheke gearbeitet weil ansonsten kein Platz im Haus dafür war.
 
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Gebe ich dir grundsätzlich schon recht, aber solche Termine werden doch sicherlich nicht an jedem Tag stattfinden, wenn du im HO bist?
Tageweise sollte eine Firma sowas schon abkönnen wenn es sonst dringende Termine gibt. Fraglich ist halt, ob solche Termine nicht grundsätzlich zu Zeiten geplant werden können, die AN-Freundlicher sind?

Wahrscheinlich geht es um "Ista" die kommen jährlich zum Ablesen, RWM prüfen usw. Die geben einen Termin vor. Ansonsten muss man gesondert einen vereinbaren was dann extra kostet..

Von daher kann ich das schon verstehen, allerdings hat das Problem ja auch ein MA in Präsenz. Bei uns wäre das kein Problem wenn einer krank wird und man im HO ist. Im "Notfall" sollte man in spät. 2h im Büro sein. Ansonsten lässt sich dieser Tag auch irgendwie überbrücken.

Bisher kam es noch nicht so weit das einer auf sein "Recht" gepocht hat.

Bei uns hat man auch nix dagegen wenn man kleinere private Sachen im HO macht, aber manche (auch schon hier gelesen) übertreiben es, mit Radfahren, Brötchen holen, einkaufen usw. alles während der Arbeitszeit..
 
brettler schrieb:
Von daher kann ich das schon verstehen, allerdings hat das Problem ja auch ein MA in Präsenz. Bei uns wäre das kein Problem wenn einer krank wird und man im HO ist. Im "Notfall" sollte man in spät. 2h im Büro sein. Ansonsten lässt sich dieser Tag auch irgendwie überbrücken.
Ja, da gebe ich dir auch völlig recht. Den einen Tag wird man schaffen wenn es so blöd zusammenfällt.
Wenn es sich aber über mehrere Tage erstreckt oder sein HO gezielt dazu nutzt, jede Woche an dem Tag seine privaten Termine zu planen, finde ich das eben nicht so geil.
Dafür ist das HO meiner Meinung nach nicht gedacht. Das ist keine Freizeit mit Arbeitsanteil.
Btw. sollte sich die Sache mit den Ableseterminen auch irgendwann erledigt haben. Wir haben dieses Jahr auf Funkmelder umgestellt und die Zähleruhren fürs Wasser sind im Keller frei zugänglich. Da reicht es dann, wenn einer im Haus zuhause ist und die Person in den Keller zum Ablesen lässt.
Wenn man die Wasseruhren natürlich IN der Wohnung hat, wird es wohl wieder schwieriger.

Andere AG haben z.B. auch eine Kernzeit eingeführt. Verpflichtende Anwesendheit z.B. zwischen 8 und 15 Uhr. Und da hat keiner private Termine ohne Genehmigung zu legen. Egal ob Präsenz oder HO.
Bist du dann eine halbe Std nicht erreichbar, musst du das auch erklären können. Ob das dann soviel toller ist glaube ich nicht.

Aber wegen einem Friseurtermin Donnerstag früh um 11 nicht kommen zu können zählt für mich z.B. nicht.
brettler schrieb:
Bei uns hat man auch nix dagegen wenn man kleinere private Sachen im HO macht, aber manche (auch schon hier gelesen) übertreiben es, mit Radfahren, Brötchen holen, einkaufen usw. alles während der Arbeitszeit..
Definitiv. Ob ich jetzt mal 10 Min mit dem Kollegen in der Kaffeeküche plaudere oder 5min meine Waschmaschine einschalte ist auch ziemlich wumpe.
 
Das kommt eben darauf an. Wenn es keine Kernzeit gibt, dann leg ich mir auch Termine in die "Arbeitszeit" und geh da auf Pause, egal ob HO oder im Büro. Im HO ist es vielleicht einfacher, weil man womöglich näher zum Termin hat (muss aber nicht sein, kann ja auch vom Büro aus näher sein).

Auch vor HO Zeiten gabs bei uns immer reges kommen und gehen durch den Tag durch. Wenn ich jemanden zu einem Zeitpunkt benötigt habe, dann mach ich mir ein Meeting ein paar Tage vorher aus. Ansonsten kann ich nicht erwarten das jemand einfach verfügbar ist - andere Meetings, andere Pläne etc. kann ja auch jemand krank sein.
 
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