SoDaTierchen
Commodore Pro
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- Feb. 2011
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Zur Theorie: Wadenbeisser hat es schon gut getroffen. Für die Leistungsfähigkeit zählen nicht nur Kerne und Takt, sondern auch Prediction Hit Rate und Instructions per Cycle (und falls unterstützt die Befehlssätze).
Ein kleiner Ausflug ins Land der Technik: (kann übersprungen werden)
Der Prozessor lädt eine ganze Batterie an Befehlen im Voraus und verarbeitet diese dann in einer von ihm gewählten Reihenfolge (ohne aber den Programmfluss zu zerstören). Dabei ordnet er diese Befehle so an, dass er möglichst viel parallel verarbeiten kann. Auf so einer CPU sitzen eine Unmenge an Modulen, die alle unabhängig voneinander arbeiten. Werden jetzt alle gleichzeitig ausgelastet, so kann die CPU zum Beispiel 40 Operationen pro Takt ausführen (IPC) anstelle nur einer. Die GHz sind hier nebensächlich, denn um z.B. 4Mrd sehr gut parallelisierbare Befehle abzuarbeiten bräuchte eine fiktive CPU mit 40 Einheiten selbst bei einem einzigen Kern mit 100MHz nur 10 Sekunden. Eine CPU die nur 2 Befehle gleichzeitig ausführen kann, 8 Kerne besitzt und mit 200MHz taktet, braucht hier 12,5 Sekunden, obwohl auf dem Papier 1x100MHz gegen 8x200MHz stehen. Ebenso gibt es im Programmablauf Sprünge. Wenn ein Sprung vollzogen wird, muss die CPU alle im Voraus eingereihten Befehle verwerfen und von vorne anfangen. Hier spielt es zusätzlich eine Rolle, wie gut die CPU das Ergebnis der Sprünge vorhersagen kann um diese 40 Einheiten nicht einfach 5 Takte warten zu lassen, bis die Befehle erneut abgearbeitet werden können. Befehle brauchen nämlich eine kurze Vorbereitungszeit bevor sie ausgeführt werden, diese Vorbereitungszeit beginnt nach jedem Falsch vorhergesagten Sprung von vorn.
(Ende des Ausflugs)
So, lange rede kurzer Sinn: GHz * Kerne * StuffYouDontKnow = Leistung einer CPU. Und eben diese unbekannte Faktor ist derzeit bei Intel sehr hoch, bei AMD eher nicht so hoch. Dagegen spricht noch ein anderer Punkt gegen AMD bei den CPUs: Die top-Modelle (die gerade so mit Intels Mittelklasse mithalten können) verbrauchen Unmengen an Strom und werden folglich sehr heiß. Deshalb greift man in diesem Jahr noch lieber zu Intel. Es könnte sich 2016 ändern, aber das ist noch nicht in Stein gemeißelt.
Und jetzt zur Kaufberatung: Für 350-400€ hast du meiner Meinung nach 2 sinnvolle Optionen:
#1: i5-6600K + Z170-Brett deiner Wahl: So kriegst du einen sehr starken i5, den du im Bedarfsfall sogar noch übertakten kannst (bringt nur einen kleinen Schub, könnte aber mal interessant werden um das System um 2-5 Jahre zu verlängern).
#2: Xeon E3-1231v3 + B85-Brett deiner Wahl: Eine deutlich günstigere Alternative mit einem relativ kostengünstigen i7. Nachteil: Du bleibt mit dieser Variante noch an DDR3 gebunden, wobei DDR4 derzeit keinen wirklichen Mehrwert liefert.
Heute sind beide Varianten ausreichend Potent für alle Anforderungen. Ob zukünftig die 4 virtuellen Kerne des Xeon oder die 100MHz mehr Takt des i5 (im OC-Fall sogar 400MHz) die bessere Wahl sind ist heute ein reines Rätselraten. Ich persönlich würde zur Xeon-Variante greifen, dafür habe ich aber keine objektiven Argumente. Ist derzeit eher so ein politisches Ding, da Intel mit Skylake demonstriert, wie dreist ein Monopolist am Markt agieren darf.
Ein kleiner Ausflug ins Land der Technik: (kann übersprungen werden)
Der Prozessor lädt eine ganze Batterie an Befehlen im Voraus und verarbeitet diese dann in einer von ihm gewählten Reihenfolge (ohne aber den Programmfluss zu zerstören). Dabei ordnet er diese Befehle so an, dass er möglichst viel parallel verarbeiten kann. Auf so einer CPU sitzen eine Unmenge an Modulen, die alle unabhängig voneinander arbeiten. Werden jetzt alle gleichzeitig ausgelastet, so kann die CPU zum Beispiel 40 Operationen pro Takt ausführen (IPC) anstelle nur einer. Die GHz sind hier nebensächlich, denn um z.B. 4Mrd sehr gut parallelisierbare Befehle abzuarbeiten bräuchte eine fiktive CPU mit 40 Einheiten selbst bei einem einzigen Kern mit 100MHz nur 10 Sekunden. Eine CPU die nur 2 Befehle gleichzeitig ausführen kann, 8 Kerne besitzt und mit 200MHz taktet, braucht hier 12,5 Sekunden, obwohl auf dem Papier 1x100MHz gegen 8x200MHz stehen. Ebenso gibt es im Programmablauf Sprünge. Wenn ein Sprung vollzogen wird, muss die CPU alle im Voraus eingereihten Befehle verwerfen und von vorne anfangen. Hier spielt es zusätzlich eine Rolle, wie gut die CPU das Ergebnis der Sprünge vorhersagen kann um diese 40 Einheiten nicht einfach 5 Takte warten zu lassen, bis die Befehle erneut abgearbeitet werden können. Befehle brauchen nämlich eine kurze Vorbereitungszeit bevor sie ausgeführt werden, diese Vorbereitungszeit beginnt nach jedem Falsch vorhergesagten Sprung von vorn.
(Ende des Ausflugs)
So, lange rede kurzer Sinn: GHz * Kerne * StuffYouDontKnow = Leistung einer CPU. Und eben diese unbekannte Faktor ist derzeit bei Intel sehr hoch, bei AMD eher nicht so hoch. Dagegen spricht noch ein anderer Punkt gegen AMD bei den CPUs: Die top-Modelle (die gerade so mit Intels Mittelklasse mithalten können) verbrauchen Unmengen an Strom und werden folglich sehr heiß. Deshalb greift man in diesem Jahr noch lieber zu Intel. Es könnte sich 2016 ändern, aber das ist noch nicht in Stein gemeißelt.
Und jetzt zur Kaufberatung: Für 350-400€ hast du meiner Meinung nach 2 sinnvolle Optionen:
#1: i5-6600K + Z170-Brett deiner Wahl: So kriegst du einen sehr starken i5, den du im Bedarfsfall sogar noch übertakten kannst (bringt nur einen kleinen Schub, könnte aber mal interessant werden um das System um 2-5 Jahre zu verlängern).
#2: Xeon E3-1231v3 + B85-Brett deiner Wahl: Eine deutlich günstigere Alternative mit einem relativ kostengünstigen i7. Nachteil: Du bleibt mit dieser Variante noch an DDR3 gebunden, wobei DDR4 derzeit keinen wirklichen Mehrwert liefert.
Heute sind beide Varianten ausreichend Potent für alle Anforderungen. Ob zukünftig die 4 virtuellen Kerne des Xeon oder die 100MHz mehr Takt des i5 (im OC-Fall sogar 400MHz) die bessere Wahl sind ist heute ein reines Rätselraten. Ich persönlich würde zur Xeon-Variante greifen, dafür habe ich aber keine objektiven Argumente. Ist derzeit eher so ein politisches Ding, da Intel mit Skylake demonstriert, wie dreist ein Monopolist am Markt agieren darf.