Ich erwarte von einem Internetanschluss mit beworbener Datenrate X, dass jegliche Dienste so nutzbar sind, wie bei allen anderen Providern mit einem Tarif mit vergleichbarer Datenrate auch. Ob das nun ein großer Download von einem weit entfernten Server auf der anderen Seite der Erde, ein vor 12 Jahren mal populäres Online Game oder das ganz alltägliche Zeug ist.
Durch ihren hohen dauerhaften Preis würde ich von der Telekom verlangen, dass sie diese Anforderungen übertrifft. Durch überlaufenes Peering ist aber das Gegenteil der Fall, selbst wenn nur einer von einer Million Services betroffen und somit nur eingeschränkt nutzbar wäre, wäre das für mich unentschuldbar. So lange die Telekom also nicht ihre Preise radikal senkt und mindestens zum zweitgünstigsten dauerhaften Internetanbieter wird, oder ihre Peering Policy zumindest so ändert, dass sie nur noch die zweithäufigsten eindeutigen Engpässe an irgendwelchen Netzübergängen vorweist, muss ich jeder Empfehlung zugunsten dieses Providers dringend widersprechen.
Dass die Telekom durch das Einfärben ihrer Ausbaukarte wie kein anderes Unternehmen versucht, den Ausbau durch andere Firmen und den Erfolg dieser durch Überbau und Rosinenpickerei zu verhindern, ist kein Geheimnis und in meiner Region besonders stark zu spüren. Falls du es konkret wissen willst, in meiner Kommune warten noch mehrere Dörfer auf den Ausbau von gefördertem VDSL, für welches die Telekom 2016 den Zuschlag bekommen hat. Da gibt es DSL mit 8-10 Mbit/s. Gleich im benachbarten, lukrativeren Wohngebiet der Vorstadt hat die Telekom, trotz Verfügbarkeit von Supervectoring und Kabel, vorletztes Jahr FTTH-Ausbaupläne veröffentlicht. Bis heute ist kein einziger Bautrupp unterwegs.