Jobwechsel zur IT

RAMSoße schrieb:
Was die Skills betrifft, bin ich mir bewusst, dass mir diese nicht viel nützen. ABER ich habe schon mal einen Grundstock an Verständnis und muss bei einem PC nicht erst den Powerknopf suchen oder fragen wie cmd geöffnet wird.

Bist du der Meinung, dass es ausreicht, zu wissen wie man einen Computer einschaltet oder CMD in Windows startet, um im IT-Sektor (ausser für einfachste Hilfstätigkeiten) Fuß zu fassen? Das ist für mich kein Grundstock an Verständnis. Ein Grundstock an Verständnis wäre für mich etwa, die Fähigkeit Linux-Rechner zu konfigurieren/administrieren oder kleinere Programme schreiben zu können oder kleinere Browsergames (z.B. Tetris oder Pac-Man). Darauf könnte man dann aufbauen.
 
Mit Linux habe ich schon gearbeitet und wie geschrieben beschäftige ich mich aktuell mit Code.
Ich denke ich bin irgendwo dazuwischen. Dieser Thread dient ja auch dazu, dass ich das einschätzen kann, ob ich den Schritt wage oder nicht.

Natürlich kann ich mehr aber für deine Beschreibung reicht es noch nicht. Dann sag mir bitte ob dies schon der Grundstock für eine Ausbildung sein muss?
 
Also bezüglich IT-Orga / Projektmanagement: Man kann da gewisse Dinge lernen. Ich hatte 2017 eine der IT-Aufstiegsfortbildungen (mit 37 Jahren - es ist nie zu spät) abgeschlossen. Da ging es zum Beispiel quasi ausschließlich um die Orga / um das Projektmanagement. Von Mitarbeiterführung über Arbeitsrecht und "IT-Recht" (Datenschutz, Informationssicherheitsgesetz) über Dokumentationstechniken (BPMN, EPC/EPK, Netzwerkdiagramme, GANNT, ...) bis hin zu Methoden wie 369, Morphologischer Kasten, und Modelle (Architekturmodelle, ...) uvm. Betriebswirtschaft und ein paar Ermittlungsmethoden (ABC-Analyse, TCO, ROI, Break Even, EVA [earned value analysis - zum Glück nicht für mich als geprüfter IT-Entwickler, das war Projektleiter-Land], ...) war da auch ein großer Teil. Das alles macht einen aber noch nicht zum PM. Dazu braucht man dann noch Erfahrung und nochmal Erfahrung. Jedoch ebnet einen so eine Fortbildung den Weg sich als Junior mit dran zu hängen und nach ein paar Jahren Erfahrung kann man dann selbst als Projektverantwortlicher versuchen ein Team zu leiten. Oder man schlägt dann so eine Fachidiotenkarriere ein, wie ich das gemacht habe und wirft alles, was mit Führung zu tun hat wieder weg und konzentriert sich rein auf das technische (Anforderungsanalyse, Systemarchitektur, Softwareentwicklung)

Die Aufstiegsfortbildungen setzen aber entweder eine IT-Ausbildung und Berufserfahrung voraus oder sehr viel einschlägige Berufserfahrung (10 Jahre) in einen spezifischen IT-Umfeld in einem Unternehmen voraus.

Alternativ kann man das auch alles oder spezifische Teile davon während eines Studiums, Wirtschaftsinformatik z.B., erlernen und dann, da studiert, gleich über Trainee-Stellen etwas höher in der Hierarchie (Abteilungsleiter, Fachgebietsleiter, ...) in die größeren Konzerne einsteigen.

Insgesamt wird man "IT-Chef" aber über drei valide Möglichkeiten:
  • "Pappas Sohn" / Vitamin Beziehung
  • Erfahrung und Ausdauer
  • Selbst gründen

Für ganz wenige Spitzenabsolventen steht dann der Direkteinstieg noch offen aber das ist eher die Ausnahme, denn die Regel.

Und naja, als einziger IT'ler in einem Mittelstandsbetrieb ist man ja auch irgendwie "IT-Leiter" / Gesamtvearantwortlicher für die IT, jedoch ohne Personalverantwortung und mit etwas schlechter Bezahlung. Das würde ich aber trotzdem nicht wirklich IT-Leiter nennen... Denn zu einer Führungsposition gehört für mich nicht nur fachliche Verantwortung, sondern Personalverantwortung. Fachlich hat jeder einzelne IT'ler immer eine hohe Verantwortung. Oft ist man auch irgendwie "Geheimnisträger" und wenn ich morgen früh UPDATE Personen SET Name = 'Nö'; in die SQL-Konsole hämmer, dann war es das erst mal mit dem CRM-System. Allerdings versaue ich mir damit selber den Tag, also ist man möglichst wach, wenn man DML irgendwo hintippt und ausführt...

Ich würde ggf. mal schauen, ob es nicht einen Weg für dich gibt, eventuell neben der Arbeit, über den staatlichen geprüften Informatiker den Einstieg zu machen: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatlich_geprüfter_Informatiker

Müsstest dich mal Informieren, wie das in deinem Bundesland abläuft und was die Zugangsvoraussetzungen als Fortbildung auf deinen bestehenden Job oder als zweiter Ausbildungsgang dazu sind. Das Ding steht halt irgendwo zwischen Ausbildung und Studium und hat den Vorteil, dass es 1. ein anerkannter Abschluss ist und 2., dass es in einer Schule gelehrt wird, was eventuell mit deinen jetzigen Job vereinbar sein könnte. Zumindest eher vereinbar, als einen Ausbildungsbetrieb zu suchen und für knappe 1000 EUR pro Monat eine IT-Ausbildung zu machen, was ja karrietechnisch auch eher ein großer Seitenschritt für dich wäre, anstatt ein Schritt nach vorne.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ayngush

Also PM klingt nach einem sehr langem Weg. Nicht das ich den nicht gehen wollen würde, aber ich habe nicht mehr ganz die Zeit, die ich mit 19 hatte. Oder muss man diese Position inne haben, um mein altes Lohnniveau zu erreichen?
 
Ohne Witz: Aus meiner Sicht wird man PM on the Job. Also Nebenher. Entweder, weil man ohnehin die ganze Zeit so arbeitet und dann irgendwann mal einer den Hut aufhat oder weil man sich dann über Kurse usw. darauf hinspezialisiert. Aber das "lernt" man einfach nicht von Anfang an, deswegen gibt es auch keine Erstausbildung zum Projektleiter. Alle frischen Uni-Absolventen, die als PM noch keine Erfahrung gesammelt haben, von denen ich so gehört habe, die dann sofort ein Projektteam leiten sollten, sind erst mal ordentlich auf den Boden der Realität angekommen. Ob alle Projekte scheitern... Das glaube ich nicht mal. Aber PM hat viel mit Spürsinn, Erfahrung und Menschenkenntnis zu tun. Das lernt man halt nicht in Büchern.

Als "Fachidiot" in einen mittleren Unternehmen in Niedersachsen habe ich jetzt gute 63k, was ein sehr gutes Gehalt für Hannover, für meinen Backround (Ausbildung, Erfahrung, Tätigkeit) und für die Betriebsgröße ist. Offiziell bin ich jetzt IT-Entwickler und analysiere und optimiere Geschäftsprozesse unter anderem auch indem ich viel in Webanwendungen verlager usw... "Drucker wegoptimieren" halt (deswegen kamen heute schon wieder zwei neue Drucker... grr...) Das machen wir bei uns zu zweit für ~250 Leute, die mit den Tools arbeiten. In direkter IT-Betreuung sind neben den Systemen noch ~30 Anwender.

Und lass dir mal von nen fast 40-Jährigen sagen, dass du mit 30 noch alle Zeit der Welt hast.

Edit: Du hast ja jetzt irgendwas um 42k Jahresbrutto. Das sollte man heutzutage NACH der IT-Ausbildung so im zweiten, dritten Jahr seines IT-Werdegangs eingeholt haben. Oder zumindest anstreben. Nach 10 Jahren ohne weitere Anstrengungen sollte man mittlerweile ~50k überschreiten (oder es halt anstreben - ist nicht immer möglich). Je nachdem was man noch nebenbei macht, Weiterbildungen usw., kann man auch mehr und mehr verlangen. Teils dann über Jobwechsel. Und es kommt natürlich auch immer auf die Region, die Stelle und das Unternehmen drauf an. IGMetall zahlt eigentlich immer ganz gut, ganz kleine Unternehmen eigentlich eher immer ganz schlecht. Und die Wahrheit liegt oft dazwischen. Mit Studium gibt es dann auch wieder mehr Kohlen usw. Jedoch: Nur mit einer IT-Ausbildung, ohne Berufserfahrung usw. hatte ich damals mit 2200 EUR angefangen. Dann 2500 EUR, nach zwei weiteren Jahren dann 3000 EUR, dann 3300 EUR, dann kam meine Fortbildung (dauerte insgesamt 3 Jahre), danach gab es dann statt 3450 EUR, 4350 EUR (*14 - wobei das auch mal 13,0 - 14,5 sein können ein Anteil ist halt eine Gewinnbeteiligung), aktuell ist es bei knapp 4500 (*13,5 [gab letztes Jahr einen Rückgang in den Einnahmen - die Börse war da mit schuld]). Aber der Einstieg, wie gesagt, war bei deutlich unter 3k pro Monat. Halt Region Hannover und nicht immer das gleiche Unternehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
RAMSoße schrieb:
@Kombra

Warum ist der Fachkräftemangel Murks? Weiter oben in den Zeilen habe ich den Grund eines Nachbarn geschrieben. Würdest du diesen auch als Grund angeben?
Ja das würde ich ungefähr so unterschreiben.

Das Problem ist aber auch, dass es bei den "Fachkräften" dann oft auch am Wissen innerhalb der Ausbildung mangelt. Da sind dann die Absolventen nach 2-3 Jahren Berufsschule kaum weiter als zu Beginn der Ausbildung weil sie von den Firmen bereits als billige Arbeitskräfte genutzt werden. Da wird dann teilweise stundenlang an Excel VBA "programmiert" (kein Witz) und das als Ausbildung verkauft.

Auf der anderen Seite suchen namhafte Firmen wie bspw. Rheinmetall händeringend nach guten Azubis. Da ist man dann auch mit +30 als Umsteiger noch gern gesehen wenn man auch ein wenig etwas drauf hat.

Insgesamt geht es aber eben vielen Unternehmen darum ein paar neue billige Fachkräfte zu bekommen. Die freuen sich dann über einen Markt, der überschwemmt ist mit billigen IT-lern. Auf der anderen Seite sind dann Unternehmen wie Rheinmetall oder auch die Polizeibehörden die aus Sicherheitsgründen deutsche ITler einstellen wollen und diese dann, bei entsprechendem Gehalt, selbst ausbilden. Die können sich dann die Bewerber selbst aussuchen wie sie wollen, da ist kein Mangel in Sicht.

Auf den Fachkräftemangel solltest du aber nicht bauen denn den gibt es so schlichtweg nicht.


dbeuebeb schrieb:
Bist du der Meinung, dass es ausreicht, zu wissen wie man einen Computer einschaltet oder CMD in Windows startet, um im IT-Sektor (ausser für einfachste Hilfstätigkeiten) Fuß zu fassen? Das ist für mich kein Grundstock an Verständnis. Ein Grundstock an Verständnis wäre für mich etwa, die Fähigkeit Linux-Rechner zu konfigurieren/administrieren oder kleinere Programme schreiben zu können oder kleinere Browsergames (z.B. Tetris oder Pac-Man). Darauf könnte man dann aufbauen.
Ein solcher Grundstock wird meistens nur von Unternehmen vorausgesetzt, die eben billige Arbeitskräfte wollen. Unternehmen die wirklich Wert auf die Ausbildung legen fangen sowieso ganz vorne (fast) bei Null an. Da darfst du dann erstmal ganz schnell vergessen wie du kleinere Programme schreiben kannst, ist dann eh wieder alles falsch. ;)
 
Kombra schrieb:
Ein solcher Grundstock wird meistens nur von Unternehmen vorausgesetzt, die eben billige Arbeitskräfte wollen. Unternehmen die wirklich Wert auf die Ausbildung legen fangen sowieso ganz vorne (fast) bei Null an. Da darfst du dann erstmal ganz schnell vergessen wie du kleinere Programme schreiben kannst, ist dann eh wieder alles falsch. ;)


Dsa denke ich mir eben auch. Autodidaktisch kann man sich eben selbst auch viele Dinge falsch oder ineffizient beibringen. Gerade im coden denke ich. Außerdem sollte eine Ausbildung einem schon bei Null abholen. Deshalb hoffe ich, dass die Aussage von dbeuebeb nicht so ganz stimmt. Klar ist eine gewisse Affinität immer gut und erleichtert sicher das lernen, aber wenn ich, sagen wir mal von der Realschule kommend in einen IT Beruf stolpere, dann kann man das doch nicht vorraussetzen das man mit 16 schon programmiert hat. z.B.
 
Leute, die anfangen autodidaktisch Programmiersprachen / Sofwareentwicklung zu lernen machen fast immer den gleichen, sehr großen Fehler: Sie fangen zuerst an eine Programmiersprache zu erlernen und klimpern damit dann kleine Demo-Schnipsel und eventuell Spezifische Lektüre damit durch. Das ist jedoch schon der völlig falsche Einsteig in das Thema.

Programmieren / Softwareentwicklung lernt man am besten, indem man zuerst lernt, wie ein PC überhaupt intern funktioniert (Schichtenmodell, was sind überhaupt diese "Protokolle", ...). Dann wie die CPU intern aufgebaut ist (Prozessorarchitektur), damit man überhaupt ein allgemein grundlegendes Verständnis dafür erlangt und in der Folge beurteilen kann, was ein "Stack Overflow" oder ein "Buffer Underrun" eigentlich ist und wie man das vermeidet usw.
Viele Entwickler kennen das Prinzip der Semaphore in der Informatik zum Beispiel gar nicht, sind aber der Meinung, sie können Softwareentwicklung, weil sie Code zusammen kopieren können, der am Ende nach zwanzig mal Google auch fertig kompiliert.

Wie auch immer: Man muss die Grundlagen lernen und verstehen, dann die allgemeinen Architekturmuster lernen, dann die Modellierung (damit meine ich die Transformation vom Architekturmuster unter Berücksichtigung der Anforderungen in ein funktionierendes Datenmodell unter Zuhilfenahme gängiger Tools und Methoden) erlernen, dann erst die Programmiersprache und erst ganz am Ende geht es in sprachspezifische Details wie "warum arrow functions in JS ES6 sinnvoll sind".
Viele stellen sich aber die letzte Frage zuerst und fangen somit an das Pferd von hinten aufzusäumen und das ist schon falsch.

Normalerweise lernt man das, jedoch kommt da ein Problem bei betrieblichen Ausbildungen zu tragen: Die Qualität der vermittelten Inhalte und der dafür angewendeten Methoden unterscheiden sich innerhalb der vielen Ausbildungsbetriebe extrem und hängt primär von den dort eingesetzten Personal in der Ausbildung ab. Das heißt, einige Betriebe bilden echt sehr gute Entwickler in der FIAE Ausbildung aus und andere extrem schlechte. Leider reichen die IHK-Prüfungen und die daraufhin ausgestellten Zertifikate nicht dazu aus das am Ende auch tatsächlich unterscheiden zu können, wer jetzt richtig gut ist und wer eher so nicht richtig gut ist. Allerdings gibt es dafür eigentlich ja auch die Probezeit...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Khaotik und Kombra
Es kommt drauf an, was man programmiert. In der Regel braucht ein Programmierer nicht wissen, wie eine CPU oder irgendwelche Protokolle funktionieren und die meisten wissen es auch nicht. Es sei denn, man entwickelt Betriebssysteme, Compiler, Treiber, Game-Engines, Protokolle, etc. Meistens werden einfach fertige Komponenten verwendet.

Und diese Grundlagen, die du ansprichst (Mathematik, Algorithmen/Datenstrukturen, Rechneraufbau, Elektrotechnik) werden in der Regel nur in einem Studium vermittelt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: can320 und new Account()
Deswegen habe ich diese Grundlagen auch ohne Studium in meinen Aus- und Weiterbildungen und eben autodidaktisch aus vielen Büchern und später dann auch im Netz gelernt. Ich habe nicht studiert.

Und nein, es kommt eben nicht drauf an was man programmiert.
Grundlagen heißen nicht zum Spaß so.
 
h00bi schrieb:
Der IT Systemelektroniker ist ein toter Beruf - das sage ich dir als gelernter IT Systemelektroniker.

Du hast im Prinzip nur 3 vernünftige Optionen:
Du bewegst dich Richtung IT Consulting (ITSK), Administration (FISI) oder Softwareentwicklung (FIAE).
Wenn du dich aber trotzdem intensiv mit Hardware beschäftigen willst wäre eine Stelle als Field Application Engineer eine Option, ich halte das für einen Quereinsteiger aber für unmöglich ohne Beziehungen.

Du hast die TK Richtung vergessen.
Bei vielen ISP´s ist es nicht schwer reinzukommen, auch als Quereinsteiger.
Dort hast du die Möglichkeit dich in der Linientechnik, Systechnik oder Ütechnik zu spezialisieren.

Gerade in der Ü-technik gibt es noch ziemlich hohen Bedarf an neuen Leuten (jetzt wo SDH so langsam stirbt und alles auf WDM umgeschwenkt wird).

Ich habe 2010 ITSE gelernt und habe jetzt nicht unbedingt den Eindruck das der Beruf tot ist.
 
RAMSoße schrieb:
Warum schreibst du, wenn ich älter wäre dann würde sich das eher lohnen? Wären nicht ein frischerer Geist und mehr Berufsjahre besser für das Gehalt? Oder zählt da nur das Kalendarische Alter?
...weil du dann in höchstwahrscheinlich in Rente wärst bevor die Masse der Tätigkeiten der Automation zum Opfer fallen.

Mit Anfang 30 bist du dafür zu jung. Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Tätigkeit dann bis zur Rente erhalten bleibt, wird recht gering sein.
 
Neulich habe ich von einem Betriebsinformatiker gehört der über die Handwerkskammer abgeschlossen werden kann. Ist das jemanden ein Begriff? Kann man damit was anfangen? Die Lerninhalte spechen mich an. Aber das ist nur die Hälfte der Miete. Wichtig wäre jetzt zu wissen ob man in der freien Wirtschaft damit etwas anfangen kann.
 
Du wirst sicher nicht mehr als 3500 brutto bekommen, eher weniger, deutlich weniger... Du möchtest den Job also nicht aus finanziellen Gründen wechseln?

Im öffentlichen Dienst verdient ein Fachinformatiker (TVöD EG 8) mit 15 Jahren BE übrigens 3440€ brutto im Monat (siehe hier)... soviel dazu.
 
Nur, dass die meisten Fachinformatiker, die im ÖD keine Kartoffeln sortieren, in der Regel im Bereich E9b oder höher laufen. Vor allen mit 15 Jahren Durchhaltevermögen bei dem Verein.
 
@ayngush selbst mit E10 - Umschulung, Verzögerung, ... miteinberechnet - würde er weniger verdienen, als wenn er in seinem jetzigen Beruf am Ball bleibt.
 
Das klingt ja alles nicht do dolle. Ich sag mal so: Bleibe ich bei meinem jetzigen Beruf am "Ball" würde ich in ca. 8 Jahren an meiner Gehaltsgrenze ankommen. Das sind ca. 3700 Brutto und müsste mich auf die Verhandlungen der Gewerkschaft verlassen, die meistens nur den Inflationsausgleich schafft.

Ich möchte wechseln damit ich damit mir meine Arbeit wieder Spass macht. Das ist das Hauptziel. Danach kommt aber gleich das Geld. d.h ich bin bereit ein paar Jahre weniger zu verdienen, es sollte sich aber dennoch mind. wieder auf dem selben Niveau bewegen.
 
Ich arbeite nun schon mein halbes Leben in der IT, die meiste Zeit davon im Vertrieb bei den großen Herstellern. Willst du richtig Geld verdienen, musst du zu einem Hersteller. Oder selbständig sein. Selbständig sein kommt für mich nicht in Frage, da der Verdienst als Angestellter relativ gut ist, so dass das Risiko einer Selbständigkeit in keiner Relation steht. Eine weitere Möglichkeit gutes Geld zu verdienen ist es, sich sehr stark zu spezialisieren. Im Jahr 2019 wären das Bereiche wie Blockchain und Data Science. Die Nachfrage ist groß, das Angebot an Fachkräften gering. Dazu gibt es auch keine passende Ausbildung - ich kenne ein paar solcher Spezialisten. Die haben alle keine besondere Ausbildung, das war eher learning by doing. Zwei davon müssten übrigens eigentlich gar nicht mehr arbeiten, wissen aber nicht wohin mit der vielen Freizeit.

Der sog. Fachkräftemangel, von dem man öfter in der IT hört, sieht so aus, dass schlecht bezahlte Mitarbeiter schwer zu finden sind; zu Recht! Selbst der vermeintlich einfache Admin fummelt an geschäftskritischen Systemen rum, und trägt damit eine ungeheuer große Verantwortung... und dafür soll er einen Hungerlohn kassieren? Finde ich einfach nicht okay. Ganz nebenbei erwählt ist die IT eines Unternehmens heute keine Kostenstelle mehr, sondern die treibende Kraft, wenn es darum geht neue Produkte und Services auf den Markt zu bringen. Ohne innovative IT geht es heute nicht mehr, und das merken die Unternehmen immer dann, wenn für kurze Zeit nichts geht.

Ich habe zwei Master und einen Ingenieurs-Titel... wen juckt's? Richtig - niemanden! Nicht ein einziges Mal hat mich bisher jemand nach meiner Ausbildung gefragt. Also mach' dir darüber nicht all zu viele Gedanken.

In einem Punkt stimme ich dir zu: die Arbeit muss Spaß machen!

Wie heißt's doch so schön: wähle einen Beruf den du liebst, und du musst keinen einzigen Tag in deinem Leben mehr arbeiten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: dideldei, RAMSoße und konkretor
Workstation-Fan schrieb:
Dazu gibt es auch keine passende Ausbildung - ich kenne ein paar solcher Spezialisten. Die haben alle keine besondere Ausbildung, das war eher learning by doing.
Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht nachvollziehen.

Ja, insbesondere für Selbstständigkeit, Freelancer usw. fragt man da selten nach und manchmal gibt es auch Unternehmen, die z.B. aufgrund von Projekterfahrung auch bei Angestellten nicht weiter nachhaken...aber das ist die Ausnahme.

Meiner Erfahrung nach sieht es in Deutschland (z.B. in den USA/Kanada ist gerade eher AI/DataScience an der Spitze) derzeit bzgl. Verdienst an der Spitze so aus:
Security > Blockchain > Robotik > DataScience/BigData > AI.

Unter der Prämisse, dass man jetzt ausschließlich von Entwicklern, Ingenieuren, R&D und Ähnlichem ausgeht.

In all diesen Feldern gibt es den Berufseinstieg, vor allem Konzernen oder Startups im High-Tech Bereich, also dort wo wirklich Geld über den Tisch geht, ausschließlich mit sehr solidem Studium respektive CV.

Mit Ausbildung oder Privat/Hobby geht in diese Richtungen i.d.R. gar nichts. Das sind absolute Ausnahmen. Ist im Übrigen auch verständlich: das sich hochspezialisierte Tätigkeiten, für die man entsprechendes Wissen nicht mal eben so in 2 Jahren Hobby-Coding erwirbt.

Abgesehen davon hatte ich jetzt nicht den Eindruck, dass der TE Interesse an 5+ Jahren Studium hat.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: RAMSoße
Zurück
Oben