Kabinett beschließt Rente mit 67, evtl. später mit 70

bitfunker

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Kabinett beschließt Rente mit 67

Ab 2012 soll länger gearbeitet werden

Mit einem Beschluss des Bundeskabinetts hat die schwarz-rote Koalition die "Rente mit 67" auf den Weg gebracht. Noch vor Weihnachten soll das Vorhaben im Bundestag behandelt werden, die Verabschiedung ist im März vorgesehen.

Mit dem Gesetz wird die so genannte Regelaltersgrenze ab 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht. Die Anhebung geschieht zunächst um einen Monat pro Jahr, ab 2024 um zwei Monate pro Jahr. Arbeitnehmer der Jahrgänge ab 1964 können damit künftig erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Ein früherer Rentenbezug ab 63 Jahren ist möglich, führt aber wie bereits jetzt zu einem Abschlag bei der Rente. Pro Monat wird die Rente um 0,3 Prozent gekürzt.

Ausnahmeregelung bei 45 Versicherungsjahren

Für langjährige Versicherte gibt es bei der Rente ab 67 eine Ausnahme: Wer mindestens 45 Jahr Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll weiterhin ohne Abzüge mit 65 Jahre in den Ruhestand gehen dürfen. Selbstständige Tätigkeiten und Kindererziehungszeiten werden dabei angerechnet.

So, nun isses soweit; ich habe keine Zweifel, dass das Gesetz im Bundestag durchgewunken wird. Mahlzeit!

Nun, es ist ja kein Geheimnis, dass die Altersgrenze, ab der man, sollte man arbeitslos werden, quasi unvermittelöbar ist, seit Jahren stetig sinkt. Heute ist es schon für 45-50-Jährige sehr problematisch, wieder in den sog. "ersten Arbeitsmarkt" zu kommen.

So, man ist nun meinethalben 50 und kann mit 67 in Rente, macht unterm Strich 17 arbetslos, also 1 Jahr ALG I und 16 Jahre ALG II. Toll! :(

Und für Akademiker ist die Ausnahmeregelung wie oben beschrieben zusätzlich ein Schlag ins Gesicht. Als Student hat man schließlich keine Chance, diese 45 Jahre zu erreichen; selbst wenn man zügigst alles durchzieht, d.h. mit 18 Abi macht, sich um den Staatsdienst (Bund/Zivi) drückt und nur 8 Semester studiert, ist man schon draußen. WTF?

Sicherlich, die Thematik ist nicht ganz neu, mich erschreckt es allerdings, dass dieser Wahnwitz tatsächlich realität werden soll...
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

b-runner, als Akademiker solltest du es eigentlich schon lange wissen: das Leben ist scho lang kei' Blumewies' mehr! ;)

Es liegt an unserer Generation, die Scheisse unserer Vorgänger auszubaden. Studiengebühren (heute wird ja bundesweit wieder fachschaftenorganisiert demonstriert... wehe, ich verpasse durch den Kack meinen Bus!), Rentenalteranhebung, Streichung von staatlichen Zulagen ... all diese tollen Dinge gibt es ÜBERALL auf der Welt schon lange, und dort jammert auch keiner.

Wir (ihr) sollten uns langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden, dass jetzt wieder richtig in die Hände gespuckt werden muss! Ich persönlich mache mir keine Gedanken um eine mögliche Arbeitslosigkeit ... dazu ist die Konkurrenz auf dem deutschen Arbeitnehmermarkt einfach zu lächerlich... so hart es klingt.
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Der "perfekte" Rentner: ...bis 67 gearbeitet, in den letzten 2-3 Jahren schon Pläne für die wohlverdiente Rentenzeit geschmiedet und 2 Tage nach der Verabschiedung aus dem Unternehmen mit nem Herzinfarkt auf´m Klo zusammenbrechen :lol:
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Na und?

noch vor ein paar Jahren sind se schon mit 45 WÄHREND der Arbeit aufm Klo mim Herzinfarkt verreckt! :D

Weil da dann alle gemault haben (wie immer), wurde die medizinische Versorgung besser und es entstand der Hauptgrund der finanziellen Misere in D: die Überalterung der Gesellschaft! :schluck:
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Ich hab jetzt schon recht hoch eingestufte private Rentenfonds am laufen...ich werde auf jeden Fall nicht bis zu meinem 67. Lebensjahr arbeiten...das weiss ich jetzt schon! ;)

Zumal: Führt zu Abschlag der gesetzlichen Rente!
Bei diesem Pkt. habe ich mich eh schon damit abgefunden, dass mein persönlicher gesetzlicher Rententopf in 35 Jahren tot ist.

Von daher...brav weiter in die privaten Fonds einzahlen, mit 55 'schöne' Abfindung kassieren und dann bye bye... :)
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Von mir aus können die das Rentenalter bis 70 anheben. Ich bin 34 Jahre alt, habe mit 16 angefangen zu arbeiten. Mit 60 will ich aufhören zu arbeiten, dafür spare ich ja auch jedemenge Kohle. Dann setz ich mich ins billige Ausland ab und tschüss D :D .

Aber mit sicherheit kommt eines Tages die Einheitsrente von 500€ und dann sagt der Staat: Ihr habt ja vorgesorgt, kommt damit zurecht :volllol:
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

@b-runner

Als Akademiker schafft man sich auch nicht krumm und buckelig, als dass man es nötig hätte, schon mit 65 in Rente zu gehen. ;)
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Warum aufregen?
Die Menschen werden immer älter und da muss das Renteneinstiegsalter natürlich mitwandern. Völlig normaler Vorgang, welcher hier dämonisiert wird.

Wenn die Lebenserwartung um 5 Jahre steigt, das Renteneinstiegsalter nur um 2, dann bedeutet dies sogar noch einen Gewinn für die zukünftigen Rentner und eine erhebliche Mehrbelastung für die die in die Rente einzahlen.
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Justin_Sane schrieb:
Ich hab jetzt schon recht hoch eingestufte private Rentenfonds am laufen...ich werde auf jeden Fall nicht bis zu meinem 67. Lebensjahr arbeiten...das weiss ich jetzt schon! ;)

Von daher...brav weiter in die privaten Fonds einzahlen, mit 55 'schöne' Abfindung kassieren und dann bye bye... :)
Hmm, da ist aber einer sehr Optimistisch, bist du dir da ganz sicher mit deinem "Plan"?

Ich weiß ja nicht wie lange du noch "buckeln" musst, aber wenn ich in exakt 30 Jahren in Rente gehen sollte, wird das Rentenniveau auf ca. 40-45 % des letzten Lohns geschrumpft sein. Da muss man schon ne Menge an privater Vorsorge getroffen haben, um dann noch seinen gewohnten Lebensstandard halten zu können.

Und das auch nur auf Basis der heutigen Mieten, Strompreise und Lebenshaltungskosten! Und diese werden bestimmt nicht weniger werden in der Zukunft!

Ich sehe es so wie viele Kritiker des 67er-Plans, es wird dann sehr viel Rentner-Armut geben, noch viel mehr als es heute schon teilweise der Fall ist! Wobei das durchschnittliche Rentner-Einkommen heute höher ist als das einer normalen Familie, da sind aber viele "Bonzen" dabei, die den Schnitt hochtreiben!

De facto sieht es heute so aus, das ein junger Arbeitnehmer quasi jeden freien Euro in private Vorsorge investieen muss, um im Alter auch nur halbwegs zurechtzukommen. Und da spielen viele nicht mit, "Ich lebe heute und wer weiß, ob ich uüberhaupt so alt werde!". Ist zwar eine fatalistische Einstellung, die Ich aber sehr gut nachempfinden kann!

PCB
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

b-runner schrieb:
Und für Akademiker ist die Ausnahmeregelung wie oben beschrieben zusätzlich ein Schlag ins Gesicht. Als Student hat man schließlich keine Chance, diese 45 Jahre zu erreichen; selbst wenn man zügigst alles durchzieht, d.h. mit 18 Abi macht, sich um den Staatsdienst (Bund/Zivi) drückt und nur 8 Semester studiert, ist man schon draußen. WTF?


Du kannst ja waehrend des Studium einen RV-pflichtigen Job ausueben, dann passt das schon.
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Der Daedalus schrieb:
Warum aufregen?
Die Menschen werden immer älter und da muss das Renteneinstiegsalter natürlich mitwandern. Völlig normaler Vorgang, welcher hier dämonisiert wird.

Wenn die Lebenserwartung um 5 Jahre steigt, das Renteneinstiegsalter nur um 2, dann bedeutet dies sogar noch einen Gewinn für die zukünftigen Rentner und eine erhebliche Mehrbelastung für die die in die Rente einzahlen.

Die Leute aufm Bau oder Schwerindustrie werden Deinen Beitrag ja lustig finden ;) !
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

.VeritaS. schrieb:
Die Leute aufm Bau oder Schwerindustrie werden Deinen Beitrag ja lustig finden ;) !

Wie ist das eigentlich bei solchen Berufen, die körperlich anstrengend sind? Man wird doch kaum von einem Bauarbeiter o.ä. erwarten, dass er bis 67 malocht. Das schafft man doch selbst körperlich nicht mehr. Die wenigsten sind mit 67 noch beschwerdenfrei, meistens sind da doch schon relativ massiv die Krankheiten des Alterns am wirken.
Spontan würde mir da auch noch der Beruf des Lehrers als Problemfall einfallen. Wie soll den ein(e) 67-jährige(r) nocht mit den 6-10 jährigen Kindern fertig werden? Der ist doch da auch überfordert.

Man sollte am besten gleich dafür sorgen, dass jeder einfach arbeitet bis er tot umfällt. Dann gibts auch kein Rentenproblem mehr. Rentenalter auf 85 erhöhen wäre eine probate Lösung. (Das war Sarkasmus ;) )
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

porn()pole schrieb:
noch vor ein paar Jahren sind se schon mit 45 WÄHREND der Arbeit aufm Klo mim Herzinfarkt verreckt! :D

Exakt dieses Szenario habe ich '99 erlebt.

Das letzte mal 2001,einer 3 Monate vor der Rente (war schon alles erledigt),und einer mit Anfang 50 an Krebs...
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Wer rechnet eigentlich noch mit einer staatlichen Rente? :freak:

Es sieht so aus, dass man seine Altersrente privat aufbauen sollte (muss). Alles was jetzt in die Rentenkassen fliesst, ist doch schon ausgegeben.
Mit 67 werde ich, je nachdem, wass der Sparstrumpf sagt, nicht in Rente gehen, sondern früher.

Von daher ist die ganze Debatte überflüssig. Ich stell mir grad nen 70 jährigen Maurer aufm Bau vor. :freak: Oje!

Ist schon traurig, was sich da so ausgedacht wird.


MFG
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

.VeritaS. schrieb:
Die Leute aufm Bau oder Schwerindustrie werden Deinen Beitrag ja lustig finden ;) !

Das geht mir ziemlich am A**** vorbei.
Es ist schlichte Notwendigkeit, dass das Rentenalter heraufgesetzt wird. Punkt-Ende aus.

/edit:

Alternative wäre natürlich, dafür zu sorgen, dass die Lebenserwartung der Menschen wieder sinkt ... :lol:
Wenn wir alle länger leben wollen, dann müssen wir nun mal auch akzeptieren, dass wird ein bisschen länger Arbeiten müssen.
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Der Daedalus schrieb:
Es ist schlichte Notwendigkeit, dass das Rentenalter heraufgesetzt wird. Punkt-Ende aus.

Totaler Stuss. Sieh dir mal Belgien oder Italien an.

Hauptproblem sind die Leute die daraus Leistungen beziehen die aber nichts eingezahlt haben. Weg mit den Witwenrenten !
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Der Daedalus schrieb:
Das geht mir ziemlich am A**** vorbei.
Es ist schlichte Notwendigkeit, dass das Rentenalter heraufgesetzt wird. Punkt-Ende aus.

Danke großer Weltenerklärer,

Dank deiner geschliffenen Rhetorik und logischen Argumentation weiß ich endlich warum wir vom Bau länger arbeiten sollen.

Und ich dachte bisher, das die Rentenkasse geplündert wurde um Haushaltslöcher zu stopfen, was war ich doch bloß für ein Narr.:rolleyes:

Nun bin ich geläutert und gehe beruhigt meinem Tagwerk nach.

Der Buckel ist zwar krumm, die Bandscheibe zickt auch rum, wenn es kalt wird meldet sich das Rheuma, aber egal.

Es ist halt Notwendigkeit. Punkt-Ende aus.:D

Cerberus
 
AW: Kabinett beschließt Rente mit 67

Cerberus schrieb:
Danke großer Weltenerklärer,
Dank deiner geschliffenen Rhetorik und logischen Argumentation weiß ich endlich warum wir vom Bau länger arbeiten sollen.

Gern geschehen. Tut mir leid wenn du es nicht ertragen kannst 2 Jahre länger deiner Arbeit, welche dich ja hoffentlich erfüllt, nachgehen musst.
Wenn du dir den Luxus leisten willst mit 65 in Rente gehen zu dürfen ohne Geld zu verlieren, dann solltest du jetzt schon deine privaten Rentenversicherungen aufstocken. Dann klappt das auch. Der monatliche Betrag den du dafür investieren musst sollte sogar recht gering sein.
Ferner gehe ich davon aus, dass du als Bauarbeiter sicher schon früh angefangen hast Beiträge einzuzahlen, könnte also gut möglich sein, dass bei dir die Ausnahmeregelung greift.

Und ich dachte bisher, das die Rentenkasse geplündert wurde um Haushaltslöcher zu stopfen, was war ich doch bloß für ein Narr.:rolleyes:

Freut mich, dass ich dich ein bisschen informieren konnte ... Woher hast du denn die Falschinformation, dass die Rentenkasse geplündert wurde? Etwa daher:
http://www.national-zeitung.de/Artikel_05/NZ35_2.html

Nicht gerade die beste Quelle würde ich sagen.

Ich zitiere da lieber seriösere Quellen unter anderem diese hier

http://www.goethe.de/ges/wrt/dos/dos/diu/de1157982.htm

Wiederholt musste die Rentenkasse sogar durch den Bundeshaushalt – also mit Steuermitteln – ausgeglichen werden. Wie dringend sind die Reformen?

Alternativ auch das gute alte Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Rentenversicherung#Bundeszuschuss

Cerberus schrieb:
Der Buckel ist zwar krumm, die Bandscheibe zickt auch rum, wenn es kalt wird meldet sich das Rheuma, aber egal.

Es ist halt Notwendigkeit. Punkt-Ende aus.:D

Tut mir leid um deinen krummen Rücken ... vielleicht findest du ja einen Arzt, der dir eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Bei entsprechender Versicherung (die jeder Arbeitnehmer in Deutschland haben sollte) macht das schnell mal 500€ im Monat Netto. Zusätzlich zu der Frührente.


Natürlich ist dein Sarkasmus nicht an mir vorbei gegangen und ich merke, dass du keinesfalls Einsichtig bist.
Daher möchte ich dich mit ein paar Zahlen konfrontieren und dich bitten mir zu sagen, wie wir denn dafür sorgen sollen, dass diese Entwicklungen kompensiert werden wenn nicht durch eine Schrittweise Erhöhung des Rentenalters.

Die fernere Lebenserwartung in Deutschland nimmt im Trend um 1,5 Monate pro Jahr zu. Männer und Frauen im Alter von 60 Jahren können heute noch 19,8 bzw. 23,9 Jahre weiter Lebensjahre erwarten, das sind fast 4,5 bzw. 5 Jahre mehr als 1970. Nach Ansicht vieler Bevölkerungswissenschaftler wird dieser Trend anhalten . Das Statistische Bundesamt hält es für wahrscheinlich, dass zur Jahrhundertmitte 60-jährige Männer im Durchschnitt noch fast 24 und Frauen noch 28 Jahre leben werden.

http://www.dia-vorsorge.de/df_010214.htm

http://www.destatis.de/basis/d/solei/soleiq17.php <--- Jahr für Jahr wird mehr ausgegeben als eingenommen...
 
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