Kann man sich die Kopfhörer durch zu laute Musik/Bass zerstören?

  • Ersteller Ersteller Philipp125254
  • Erstellt am Erstellt am
P

Philipp125254

Gast
Oder ist das durch das Mainboard ohne extra Soundkarte nd möglich? Hab ein DT 770 Pro was ja so Mittelklasse ist?
 
ganz pauschal kann man sagen (auch zu Lautsprechern): solange es nicht stark verzerrt, geht da auch nichts kaputt!
und vermutlich wird dein Gehör vor den KH "zerstört"...
dein Arbeitgeber ist ab 80dB am Arbeitsplatz verpflichtet, dir einen Gehörschutz zur Verfügung zu stellen, weil das auf Dauer gesundheitsschädlich ist!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: JackA und rage222
Du kannst praktisch jeden Kopfhörer schrotten wenn die Quelle zu stark ist. Der DT770 Pro ist Mittelklasse, aber eher gehoben, gemessen an seinem Preis jedenfalls sehr gut.
Ein Onboardsound haut jetzt allerdings i.d.R. nicht so viel raus wie es mit anderen Geräten möglich wäre. Aber es kommt ja auch auf den Kopfhörer an, auf was der ausgelegt ist. Beim DT770 Pro gibt es da ja 32, 80 und 200 Ohm. Beim 200 Ohm wirst es wahrscheinlich nicht hinbekommen, beim 32 Ohm stehen die Chancen schon besser den zu überlasten. Allerdings spielt sich das meiner Meinung nach alles dann in einem Bereich ab, wo es sowieso schon unschön für die Ohren wird bzw. diese kurz- oder langfristig schädigt.
 
Klassisch "überlasten" mit zu viel Leistung ist in der Regel eher schwierig. Zu schwache und billige Verstärker sind eher ein Problem. Wenn man die extrem ins Clipping treibt sind Schäden viel leichter zu provozieren. Edit: Da Clipping unter normalen Umständen quasi nur reine Hochtöner grillt, gilt das natürlich in erster Linie nur für Mehrwegesysteme. Normale Kopfhörer sind aber quasi immer Vollbereichslautsprecher.

Wie @Mickey Mouse schon schrieb, ist alles ok, solange nichts verzerrt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Clipping ist aber "nur" bei Mehr-Wege Lautsprechern ein Problem!
bei KH handelt es sich i.d.R: (auf jeden Fall beim DT770) aber um "Full-Range", da kann kein HT wegen Clipping überlasten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3125b
wie schon erwähnt, ist die chance bei einem Kopfhörer eher eine rein theoretische. Bei Lautsprechern in Verbindung mit falsch dimensionierten Verstärkern kann das eher mal vorkommen, wobei das mindestens 20 Jahre her ist, dass ich das letzte Mal davon gehört habe, und das wurde damals auch nahezu mit Macht provoziert.

Edit_ ich erinnere mich gerade daran, dass bei einem Vorführtermin Boxen gehimmelt wurden, daher schränke ich es mal besser ein. Sagen wir einmal, wenn du in normalen Lautstärkebereichen bleibst, sollte nichts passieren.
 
Moep89 schrieb:
Zu schwache und billige Verstärker sind eher ein Problem
Was ist dann genau die "Todesursache", dass da zu lange zu viel quasi Gleichstrom durchgedrückt wird, wenn die im clipping sind, und die Teile zu heiß werden?
 
Looniversity schrieb:
Was ist dann genau die "Todesursache", dass da zu lange zu viel quasi Gleichstrom durchgedrückt wird, wenn die im clipping sind, und die Teile zu heiß werden?
Genau dies ist der Fall.
Bei Mehrwege-Lautsprechern sind die Hochtöner die empfindlichsten Systeme und werden daher als erstes in Mitleidenschaft gezogen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: CMDCake und Looniversity
Mickey Mouse schrieb:
Clipping ist aber "nur" bei Mehr-Wege Lautsprechern ein Problem!
Stimmt natürlich. War auch eher allgemein zum Thema, da die meisten davon ausgehen, dass man Lautsprecher nur durch zu starke Endstufen killt. Hab es vorsichtshalber nochmal ergänzt bzw. präzisiert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Spellbound
Looniversity schrieb:
Was ist dann genau die "Todesursache", dass da zu lange zu viel quasi Gleichstrom durchgedrückt wird, wenn die im clipping sind, und die Teile zu heiß werden?
Ja, aber kein Gleichstrom sondern extrem viel Hochfrequenz-Anteil durch die Oberwellen die beim Clipping entstehen (ein Rechtecksignal ist kein Gleichstrom, hat aber eben extrem viele hochfrequente Oberwellen). Deswegen triffts auch die Hochtöner, denn die bekommen ja das dann voll ab (Gleichstrom würde nicht durch die Frequenzweiche kommen)

Die Hochtöner sind dann aber für so ein "Ungleichgewicht", also das der hochfrequente Anteil derart überwiegt, nicht ausgelegt. Deswegen auch nur ein Problem für Mehrweg-Systeme.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Looniversity und CMDCake
Jesterfox schrieb:
ein Rechtecksignal ist kein Gleichstrom, hat aber eben extrem viele hochfrequente Oberwellen
Mal ganz unwissenschaftlich beschrieben: Das ist so gemeint, dass ein Rechtecksignal, in ein Spektrum Analyzer gesteckt, ein sehr rechtslastiges Spektrum hat?

Und gleich noch eine Frage:
Jesterfox schrieb:
Die Hochtöner sind dann aber für so ein "Ungleichgewicht", also das der hochfrequente Anteil derart überwiegt, nicht ausgelegt

Nehmen die Hochtöner dann Schaden, weil die Frequenz so hoch ist (dafür sind sie doch eigentlich gemacht?), oder weil die Hochtöne viel höhere Pegel als normal haben?

Heute lerne ich was! :-)
 
Looniversity schrieb:
Das ist so gemeint, dass ein Rechtecksignal, in ein Spektrum Analyzer gesteckt, ein sehr rechtslastiges Spektrum hat?
Jepp, zumindest gegenüber anderen Signalen. Den größten Pegel hat man immer bei der Grundwelle, aber für ein Rechteck braucht es halt auch sehr viele Oberwellen die das Signal gegenüber dem Sinus der Grundwelle "auffüllen" (ein Signal mit exakt einer Frequenz ist immer ein Sinus. Wenn man eine andere Form will muss man mittels Oberwellen die sich addieren die Form "anpassen"). Und wenn ein Signal übersteuert kommt man recht schnell zu einer Rechteckform...

Die zu hohen Frequenzen dürften eigentlich kein Problem sein, das regelt die Trägheit des Hochtöners. Aber das eben ein zu hoher Anteil an hohen Frequenzen und damit nach der Frequenzweiche ein immer noch sehr hoher Leistungsanteil ankommt ist das Problem. Bei normaler Musik kommt da beim Hochtöner eher wenig an, da die große Masse an Leistung eher in den Bässen und mittleren Tönen steckt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Looniversity
@Jesterfox Besten Dank für die Erklärung! :)

Elektrotechnik scheint mir wie die mir viel besser bekannte VWL... nichts ist so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. :D
 
Looniversity schrieb:
Elektrotechnik scheint mir wie die mir viel besser bekannte VWL... nichts ist so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. :D
Wechselstromtechnik ist enorm kompliziert - lässt sich aber für die meisten von Nutzern benötigten Zusammenhänge ausreichend genau mit dem Ohmschen Gesetz vereinfachen.
Die Oberschwingungen werden, neben anderen Störsignalen, im FFT Window sichtbar:
Aragon 2004 MK II Measurement Stereo Power Amplifier.png


Na ja, zum Thema:
KH nutzen normalerweise einen Breitbandtreiber pro Kanal.
Gleichspannung (und damit in Abhängigkeit des Widerstandes Gleichstrom) ist grundsätzlich eine Gefahr für Treiber, aber, solange der Zuspieler nicht defekt ist, kein Problem das wirklich auftritt.
Die Belastbarkeit der Treiber wird in Watt (bzw. mW) angegeben, wobei sich Musik- und Nennbelastbarkeit (RMS) unterscheiden und oft, anders als bei Lautsprechern, die Angabe seitens des Herstellers nicht genauer spezifiziert wird. Aus dieser Belastbarkeit und der Empfindlichkeit ergibt sich der maximale Schalldruckpegel, dieser wird oft herstellerseitig angegeben. Normalerweise müsste noch eine Frequenz spezifiziert werden weil der Frequenzverlauf nicht flach ist.
In der Praxis sind die meisten Kopfhörer fähig sehr hohe Schalldruckpegel zu erzeugen bevor sie Gefahr laufen beschädigt zu werden. Mit solcher Lautstärke würde man nie wirklich Musik hören.
Aber es gibt auch Ausreißer nach unten, ein paar wenige KH haben eine derartig niedrige Belastbarkeit dass sie aus Versehen mit einigermaßen leistungsfähigen Kopfhörerverstärkern zerstört werden können wenn man nur vergisst, die Lautstärke (Ausgangsspannung) zu senken. Der Takstar Pro82 wäre ein Beispiel (max. 50mW=1V).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Looniversity
Hardware69 schrieb:
Warum sollte dies so sein?
beim sogenannten Clipping werden die "Kappen" der Sinus-Wellen abgeschnitten und dadurch entstehen "Oberwellen". Im Extremfall wird dann aus einem Sinus ein Quasi-Rechteck Signal.

in einem normalen Musik-Signal ist Energie Verteilung nicht linear über die Frequenz verteilt, nichtmal auf alle Oktaven gleichmäßig.
so gaaaaanz grob über den Daumen kann man bei normalen 3-Wege LS mit Übergängen bei 500/5000Hz sagen, dass auf den Bereich unter 500Hz >=50% der Leistung entfallen, 30...40% auf den Mitteltöner (500-5000Hz) und weniger als 10% auf den Hochtöner.

hat man jetzt einen start clippenden 1kHz Ton, dann kommen da noch die ganzen ungradzahligen Oberwellen dazu (Fourieranalyse eines Rechtecksignals), also 1/3 der Lesitung bei 3kHz, 1/5 5kHz, 1/7 7kHz usw. usf.
am Ende summiert sich auf ein hübsche Summe für den HT zusammen und der gibt irgendwann unter Kreischen Rauchzeichen, weil er eben nicht für die Leistung ausgelegt ist.

einem 1-Wege System wie einem KH kann das aber gar nichts antun. Der verzerrt zwar aufgrund der des Clippings genauso, aber die Oberwellen landen genauso wie der Bass auf dem einen Treiber mit der "dicken" Spule, der dieser Belsatung gewachsen ist.
 
Zurück
Oben