Viele gute Ratschläge hier, möchte nur ein paar Denkanstöße geben, meine Fahrpraxis mit dem Auto beläuft sich auf knapp 20 Jahre mit vier Fahrzeugen, die meisten der 300.000 Kilometer aber mit GolfII und Corsa, bin also kein Viel- oder Schnellfahrer, sondern immer kostengünstig unterwegs gewesen.
Zuerst mal must du dich im eigenen Auto wohl fühlen, nicht denken, das anfangs unsympathisches Auto "rüste ich später auf", das kann man unendlich Geld reinstecken und die ganze Kalkulation ist hinfällig.
Setz dich in alles rein, was vier Räder hat, bekomme ein Gefühl für den Überblick, lieber kleinere Ausmaße, ist das Auto erst mal da, will man fahren und dann muss man ? Parken ! Und es wenige Dinge die peinlicher für einen Mann sind (kein Postulate, sondern gesellschaftliche Praxis) als Nicht-Einparken-Können. Ich kenne Fahrer, die nach 40 Jahren Fahrpraxis kleinen Parklücken ausweichen und lieber ins Parkhaus fahren. Dieses Geld kannst du dir sparen.
Gehe während des Fahrschul-Trainings auf den
Verkehrsübungsplatz (so was gab´s bei uns nicht, dafür auch keine Polizei, wir sind alle schwarz gefahren, so hab ich Fahren gelernt, Mofa mit 14, 80er mit 15, Motorrad und Auto mit 17, meine Eltern hatten keinen Führerschein, das ging nicht anders), mit Freunden, Verwandten, Probe-Fahrzeugen, je mehr versch. Automodelle du kennen lernst, umso besser wird deine eigene Entscheidung ausfallen. Lass die jeden Knopf erklären, jedes Feature, Heckklappe auf, Motorhaube auf, FRAGEN, FRAGEN, FRAGEN.
TCO- Total Cost Ownership (endlich mal was Gutes aus den USA): kommt es dir wirklich aufs Geld an, wirst du ALLE Kosten überschlagen müssen,
frage jeden Autobesitzer (Vorteil: über´s Auto reden Männer sehr gern

)
- nach Benzinverbrauch laut Hersteller/tatsächlich
- nach Steuerklasse und gezahlten, jährlichen Steuern
- Werkstattkosten
- größeren Reparaturen
- ob sie ihr Auto wieder kaufen würden
Nimmst du einen Wagen deiner preislichen Untergrenze, so wirst du schon früh (nach 1-2 Jahren) nach einer Alternative Ausschau halten und kannst hoffen, daß hier nicht schon früh
Investitionen kommen, die es sinnvoller machen, das Erstauto länger fahren zu müssen. Diese Einstellung wurde früher viel vertreten. Je teurer das Erstauto um so riskanter wird der Wiederherstellungs- und beschaffungswert, also Unfall/unvorhergesehene Reperatur: lohnt es sich ?
Keiner (auch du nicht) weiß, wie sich dein
Verhältnis zum Auto entwickeln wird, die einen werden zum Bastler (meist mit Kumpels, weil irgendjemand Zugang zur Werkstatt hat etc.) und stecken viel Geld rein, die anderen wollen Komfort, bezahlen per Leasing und wollen sich die Hände nicht schmutzig machen, wieder andere sehen das Autofahren als notwendiges, teures Übel, über deren Preisentwicklung man ständig lammentiert, nur um mal so die Grundtypen zu nennen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber: Du must ein Verhältnis zu der Maschine, in der du sitzt aufbauen, so früh und schnell wie möglich, nur dann beherrscht du diese Maschine und kannst zeigen, daß du nicht so ein wilder und gefährlicher männlicher Fahranfänger aus den Polizeiberichten in der Zeitung bist.
Unfallfrei über die ersten zwei Jahre zu kommen, macht mächtig Eindruck auf die Verwandtschaft und öffnet so manchen Sparstrumpf ...
Mein Tipp:
Geh zum Händler mit dem Vertrauen einer deiner Verwandten, Vater, Onkel, die dort schon lange Kunden sind, dann steht für den Händler mehr auf dem Spiel und er verkauft dir keinen Schrott, sondern einen vernünftigen Gegenwert. Handeln geht auch dann, Kundendienst-Rechnungen müssen (!) auch dann kontolliert werden, Händler sind schon kleine Gauner. Dieser Weg ist teurer, aber du bezahlst für das Wichtigste: Konzentration aufs Fahren.
Es gibt Alternativen zum
ADAC: VCD um die wichtigste zu nennen. Dennoch, wenn du mit einer Schrottkarre in den Urlaub willst, so ein Abenteuer sollte man sich schon mal gönnen

, wird dir diese biedere Absicherung vielleicht den Erholungswert retten.
Rechtsschutz kann sich für Fahranfänger besonders dann lohnen, wenn z.B. beim ADAC/VCD inbegriffen oder eben bei der Zweit-Versicherung eines Verwandten günstig dazu zu buchen.
Vollkasko für die ersten zwei Jahre ?! Je nach Ankaufwert des Erstautos.
Viel Spaß beim Fahren ! Und - am Anfang - nicht an die Umwelt denken, Fahren lernen !!!
P.S. Ich habe heute noch jeden Tankzettel, damit verbinden sich Geschichten, Partnerschaften, Urlaubserlebnisse und mehr. Wenn du mal Lektüre suchst:
ZEN - die Kunst des Autofahrens, da steht drin was dir ein guter Fahrlehrer auch sagt.