Kein Gigabit trotz Gigabit Tarif

Wo habe ich denn irgendwas mit 700 MBit/s zitiert? Ich habe mich eigentlich immer nur auf die Aussagen vom TE bezogen und in seinem Fall geht es um eine Gigabit-Tarif (1000 Mbit/s), bei dem "nur" 930 MBit/s ankommen, womit der ISP völlig im gesetzlich erlaubten Rahmen liegt.

Auch schreibt das Gesetz gar nicht vor, dass garantiert immer 90% der Maximalbandbreite anliegen müssen. Es müssen nur an 2 von 3 Messtagen bei jeweils einer Messung mind. 90% sein, für die restlichen Messung reicht der Wert für "normalerweise", welcher wieder bei 90% der Messung gegeben sein muss.

Eine erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung liegt vor, wenn:
  1. Nicht an mindestens zwei von drei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 % der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden oder
  2. die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 % der Messungen erreicht wird oder
  3. an mindestens zwei von drei Messtagen jeweils mindestens einmal die minimale Geschwindigkeit unterschritten wird.
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Internetgeschwindigkeit/start.html

Daher ist es auch durchaus möglich, bei einen Gigabit-Tarif für "normalerweise" nur 700 Mbit/s anzugeben, wenn der Wert die meiste Zeit erreicht wird und oft genug auch 900+ Mbit/s (90% der Maximalgeschwindigkeit).
 
mibbio schrieb:
Auch schreibt das Gesetz gar nicht vor, dass garantiert immer 90% der Maximalbandbreite anliegen müssen.
Theorie und Praxis. Wenn der Provider mir mit seiner Sparsamkeit so auf die Nerven zu gehen weiß, dass im Durchschnitt nur selten 90% der maximalen Datenrate erreicht werden, werde ich das Muster erkennen und die Messungen zu den Zeiten durchführen, dass die 90% nie erreicht werden.


mibbio schrieb:
Wo habe ich denn irgendwas mit 700 MBit/s zitiert?
Sorry, hab eure hellgrünen Avatare für den selben User gehalten.
 
DLMttH schrieb:
Wenn der Provider mir mit seiner Sparsamkeit so auf die Nerven zu gehen weiß, dass im Durchschnitt nur selten 90% der maximalen Datenrate erreicht werden
Mit nur selten hat er ja so oder so die Vorgaben nicht erfüllt. Wenn er bei "üblicherweise" halt 700 MBit/s angibt, kann es ja auch schlicht sein, dass fast immer 900+ Mbit/s anliegen und die Geschwindigkeit nur gelegentlich mal auf irgendwas zwischen 700-900 Mbit/s sinkt. Kann ja immer mal sein, das irgendwo auf dem Verbindungsweg nicht so richtig mitspielt. Dann wäre immer noch alles im gesetzlich Vorgeschriebenen Rahmen.

Und wenn du dir für die Messungen immer nur genau die (kurzen) Momente rauspickst, an denen weniger als 900 Mbit/s ankommen, wird das Niemand wirklich als Nachweis akzeptieren. Denn das sind eben nur gezielt provozierte Momentaufnahmen und nicht wirklich repräsentativ. Nicht ohne Grund sieht ein valides Messprotokoll ein bestimmtes Schema zur Durchführung der Messungen durch, welches beispielsweise auch das offizielle Messtool der BNetzA (https://breitbandmessung.de/) befolgt.

Das macht an 3 verschiedenen Tagen jeweils 10 Messungen in bestimmten zeitlichen Abständen (zwischen Messung 5 & 6 eines Tages sogar eine längere Pause), so dass möglichst verscheide Tageszeiten abgedeckt sind und nicht nur die worst case Momente.
 
Auch mit dem festgelegten Schema der Messkampagne wird es dir durch bewusste Auswahl der Zeitpunkte gelingen, einen grenzwertigen Anschluss schlechter aussehen zu lassen, als er eigentlich ist, ohne dass die Messkampagne ihre Validität verliert. Das wollte ich damit sagen.
 
mibbio schrieb:
Und wenn du dir für die Messungen immer nur genau die (kurzen) Momente rauspickst, an denen weniger als 900 Mbit/s ankommen, wird das Niemand wirklich als Nachweis akzeptieren.
Selbstverständlich. Sogar wenn du mit parallelen Streams und Downloads die Bandbreite künstlich und betrügerisch reduzierst, muss die Messkampagne akzeptiert (oder in weiterer Eskalation ein Gegenbeweis erbracht) werden.
 
janton2000 schrieb:
Nochmal. Ein Argument für Glasfaser ist, dass man die gebuchte Leistung zu 100 % bekommt. Dies ist hier aber nicht der Fall
Das ist sehr wahrscheinlich Quatsch. Die werte 930/245 sind so nah am technisch möglichen Netto Maximum, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Teil des lokalen Netzwerks suboptimal arbeitet. Je nach Protokoll liegt das theoretische Maximum bei einem 1000 Mbit Anschluss irgendwo zwischen 940 und 960. Wenn man da 930 raus bekommt, arbeitet in der Regel irgendwas lokal nicht ganz ideal. Das kann die Fritzbox sein, das kann ein Qualität schlechtes oder beschädigtes Kabel sein, das kann die Netzwerkkarte sein, der Treiber der Netzwerkkarte der ungeschickte Settings wählt die der Fritzbox nicht passen und es kann auch ganz einfach Windows sein (ist es tatsächlich recht oft).
Windows 11 hat nen etwas schräg optimierten Netzwerkstack spendiert bekommen und ballert ohne manuelle Eingriffe so viel an Telemetriedaten ungefragt durch die Gegend, dass es unmöglich ist bei einem Speedtest ans theoretische Netto Maximum zu kommen.

Auch diverse installierte Programme die im Hintergrund laufen sind erstaunlich gesprächig dabei und das belegt halt alles Netzwerkkapazität.
 
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Was mich ja auch noch bei TNG stört, ist die Zwangstrennung nach 24h. Gibt es dafür eigentlich einen technischen Grund? Die Telekom hat diese Zwangstrennung ja nicht mehr.
 
Welchen was? Welche Zwangstrennung? Google ist nebenan.
 
Zu verhindern, dass ein Privatkunde einen Server betreibt, ist für mich kein technischer Grund. Was anderes finde ich aber im Netz nicht. Also ist das der einzige Grund?
 
Einen technischen Grund für die tägliche Zwangstrennung gibt es eigentlich schon seit Ewigkeiten nicht mehr und viele ISP führen auch schon lange keinen mehr durch.

Gerade mal bei mir nachgeguckt und laut FritzBox ist der letzte Reconnect 1 Tag 15 Stunden her, hab aber auch 3-5 Tage ohne Reconnect gehabt. Dass bei mir überhaupt so oft Reconnects stattfinden, dürfte der eher uralten ADSL2 Technik liegen, die halt ab und an einen Aussetzer hat und die Fritzbox dann kurz den Sync verliert.
 
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janton2000 schrieb:
dass ein Privatkunde einen Server betreibt
Wenn er öffentlich betrieben wird, ist das in der Regel ein Vertragsbruch.

Ich betreibe auch einen. Und wie sich das gehört steht der schön kühl im Rechenzentrum.
 
janton2000 schrieb:
ist die Zwangstrennung nach 24h. Gibt es dafür eigentlich einen technischen Grund?
Zum einen das erschweren von Hosting über eine Privatkundenleitung, was wohl der Ur-Gedanke war.
Zum anderen löst es Probleme mit blacklisting, wenn die Kunden nach 24h eine neue IP haben.
Zudem WOLLEN das einige Kunden als "privacy feature", weil man kann sie ja tracken wenn sie immer die gleiche IP haben.
 
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