Kein Zugriff mehr auf SSD - wie TestDisk-Ergebnisse deuten?

drogenbaron

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Hallo zusammen,

die System-SSD in meinem Laptop wollte auf einmal nicht mehr. Infolgedessen habe ich versucht, mich zwecks Rettung einiger Daten, die darauf gespeichert waren bzw. sind (z. B. auf dem Desktop), insb. mit TestDisk vertraut zu machen, z. B. mit dieser Anleitung oder diesen FAQ. An dieser Stelle erst einmal ein riesen Danke an all diejenigen, die so viel Aufwand in diese Guides stecken, das ist wirklich hammer!

Ich habe nun aber das Gefühl, auf dem Weg zu meiner Problemlösung mit meinem technischen Verständnis in einer Sackgasse angekommen zu sein. Ich lese mir stundelang Threads durch, die mich aber nicht dazu bringen, weitere Schritte in meinem Fall vornehmen zu können. Daher melde ich mich hier, in der Hoffnung, jemand kann mir weiterhelfen, wie ich weitermachen kann/soll.


Was ist passiert?

Mein Laptop (IdeaPad Pro 5) stand auf dem Tisch, es lief ein YouTube-Video. Auf einmal wurde der Bildschirm schwarz, als nächstes erschien eine Anzeige mit der Frage, von welchem Datenträger ich denn booten möchte. Die Auswahl der Platte, eine 512 GB M.2 2242-SSD (eine einzige Partition mit der Windows 11-Installation), brachte keinen Erfolg. Schnell habe ich geahnt: Irgendwas hat die SSD gekillt.


Erste Schritte

SSD also ausgebaut und in den M.2 NVMe-Slot eines älteren Backuplaptops gesteckt mit eigener Windowsinstallation. Einen Blick in den Windows Explorer unter "Dieser PC" zeigt die SSD nicht an. Mist. Als nächstes habe ich den Geräte-Manager gecheckt: Aha, im Geräte-Manager ist die SSD unter "Laufwerke" aufgeführt. Immerhin.

Sodann habe ich die Datenträgerverwaltung aufgerufen: "Unbekannt, 476,94 GB, Nicht initialisiert", die 476,94 GB "Nicht zugeordnet" mit schwarzem Balken.

Sodann wollte ich checken, wie es mit der phsysischen Gesundheit der SSD aussieht, und habe CrystalDiskInfo gestartet zum Anschauen der SMART-Werte. Ergebnis: alles in Ordnung, Gesamtzustand "gut, 85 %", ausnahmslos blaue Punkte. Übermäßig alt ist sie auch noch nicht - die SSD wurde mit dem Laptop im Herbst 2023 in Betrieb genommen. Das hat mir erstmal Hoffnung gegeben, bei der Datenrettung erfolgreich zu sein.


Untersuchung mit TestDisk

Ich bin sodann, wie erwähnt, schnell auf TestDisk gestoßen, habe mich dazu eingelesen und TestDisk auch meine SSD anschauen lassen. Es wäre mir wichtig, die Festplatte insgesamt wiederherzustellen, und nicht nur einzelne Dateien, so wie es etwas mit TestRec möglich sein dürfte!

Aber bevor ich weiter berichte: Mir ist klar geworden, wie wichtig doch ein Backup der SSD ist, sollte ich im weiteren Vorgehen einen Fehler machen. Also habe ich noch einen Linux-bootfähigen OpenSuperClone Live-USB-Stick erstellt und ein byte für byte-Image auf eine noch herumliegende 1 TB-HDD geschrieben, das hat auch top geklappt. Dieses mounte ich nun mit OSFMount in Windows und arbeite damit weiter.

Was spuckt nun also TestDisk aus?

001.PNG


[EFI GPT] wird erkannt. Enter...

002.PNG


[Analyse], Enter...

003.PNG


[Quick Search], Enter...

004.PNG


Hier erhalte ich die Meldung hard disk seems too small ... the following partition can't be recovered. Diese Meldung ist mir schon häufiger bei meiner Recherche begegnet, jedoch weiß ich nicht, wie ich im Folgenden damit umzugehen habe, jumper settings etc. Mir ist nicht klar, wie ich hier was zu machen habe. Muss ich etwas Bestimmtes machen, bevor ich nochmal eine Quick/Deeper Search nach Partitionen vornehme?

[Continue], Enter...

005.PNG


Hier erhalte ich jetzt die folgenden fünf Einträge:
Eintrag 1 (FAT32) ist als einziger grün und mit einem P markiert.
Die Einträge 3 und 4 geben beim Durchskippen mit den Pfeiltasten in der unteren Zeile die Meldung "NTFS found using backup sector", die Einträge 2 und 5 sagen nur "NTFS".

Die Einträge 2, 3 und 4 sagen beim Drücken von P: list files "Can't open filesystem. Filesystem seems damaged".
Die Einträge 1 und 5 zeigen beim Drücken von P: list files etwas an...

Eintrag 1:

006-1.PNG


Eintrag 2 als Beispiel:

006-2.PNG


Eintrag 5:

006-5.PNG


Zuerst habe ich den zweiten Eintrag auf Basis meines beschränkten Verständnisses für diese Ergebnisse für vielversprechend gehalten (er gibt nicht "NTFS found using backup sector" an, sowie Start- und End-Sektor passen?), aber er zeigt mir eben nur "Can't open filesystem. Filesystem seems damaged", insofern würde ich damit ja nichts anfangen, richtig?

Ich habe jetzt nochmal eine Deeper Search ausgeführt, welche 2-3 Tage gedauert hat.

010.PNG


Die Deeper Search liefert folgende Ergebnisse.

011.PNG

012a.PNG

012b.PNG

012c.PNG


Hier werden auch "Mac HFS"-Partitionen gefunden. Die SSD wurde aber nie in einem Gerät mit iOS gebraucht, solche nutze ich nicht.

Im Übrigen finde ich unter den Einträgen - wenn nach eine Eingabe von "p" überhaupt Dateien angezeigt werden - nur wieder "System Volume Information" etc.
 
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drogenbaron schrieb:
Also habe ich noch einen Linux-bootfähigen OpenSuperClone Live-USB-Stick erstellt und ein byte für byte-Image auf eine noch herumliegende 1 TB-HDD geschrieben, das hat auch top geklappt

Ist der Clone zu 100% vollständig oder wurden Sektoren übersprungen?

drogenbaron schrieb:
CrystalDiskInfo gestartet zum Anschauen der SMART-Werte. Ergebnis: alles in Ordnung,

Magst du vielleicht mal alle Smart-Werte posten? Der Grüne/gelb/rote OK Eintrag ist oft nicht hilfreich.
 
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JumpingCat schrieb:
Ist der Clone zu 100% vollständig oder wurden Sektoren übersprungen?

Wenn ich richtig verstehe, müsste das Image zu 100 % vollständig sein. Also OpenSuperClone zeigte nach Fertigstellung "Skips: 0", "Skip Runs: 0", "Skip Resets: 0", "Base Skip Size: 4096 (2.10MB)", "Last Run Size: 0 (0.00MB)", "Slow Skips: 0".

JumpingCat schrieb:
Magst du vielleicht mal alle Smart-Werte posten? Der Grüne/gelb/rote OK Eintrag ist oft nicht hilfreich.

Gerne. Danke für den Hinweis!

CrystalDiskInfo.jpg


wern001 schrieb:
Einfach backup zurückspielen und gut ist.

Danke für den Hinweis! Erst einmal kann ich diesen Tipp aber nicht zuordnen. Wie gehe ich hierfür vor?
 
drogenbaron schrieb:
Wie gehe ich hierfür vor?

Gemeint waere ein bereits vorhandenes (Komplett-)Backup auf einen funktionierenden Datentraeger zurueckspielen.

drogenbaron schrieb:
Hier erhalte ich die Meldung hard disk seems too small ... the following partition can't be recovered. Diese

Auf was willst Du da zurueck schreiben?
 
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System Volume Information: Size 0 Byte...

Datenrettung hier unwahrscheinlich.

Eventuell einen professionellen Dienstleister* mit einer Analyse beauftragen, das kostet eine zweistelligen Betag um zu erfahren was möglicherweise wiederhergestellt werden kann, sollte die Analyse zu einem Auftrag führen, wird dieser Betrag zurückverrechnet.

*) seriös:
z.Bsp.: Attingo, Kuert, KLDiscovery Ontrack, Data Reverse
 
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BFF schrieb:
Gemeint waere ein bereits vorhandenes (Komplett-)Backup auf einen funktionierenden Datentraeger zurueckspielen.

Okay, du meinst ein vorab angefertigtes Backup dieser SSD? So eins habe ich leider nicht. Den Laptop habe ich inzwischen auch wieder mit einer neuen SSD und neu installiertem Windows zum Laufen gebracht, das ist weniger mein Problem. Mir geht es um die Daten auf der "kaputten" SSD.

BFF schrieb:
Auf was willst Du da zurueck schreiben?

Das kann ich leider nicht beantworten, da ich die Angaben durch TestDisk nicht zu 100 % verstehe. Aber wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, eine Wiederherstellung der Partition sei wohl nicht möglich?

Inzersdorfer schrieb:
System Volume Information: Size 0 Byte...

Datenrettung hier unwahrscheinlich.

Eventuell einen professionellen Dienstleister* mit einer Analyse beauftragen, das kostet eine zweistelligen Betag um zu erfahren was möglicherweise wiederhergestellt werden kann, sollte die Analyse zu einem Auftrag führen, wird dieser Betrag zurückverrechnet.

*) seriös:
z.Bsp.: Attingo, Kuert, KLDiscovery Ontrack, Data Reverse

Danke! Verdammt. Anscheinend hat datareverse-datenrettung.de einen Standort in Bonn, das wäre nicht so weit entfernt von mir. Dann werde ich diese Option mal im Hinterkopf behalten.
Ergänzung ()

Ich habe im Übrigen jetzt auch mal die Software R-Studio (Demo) ausprobiert und das gemountete Image gescannt. Unter "RAW-Dateien" (aber auch nur da) finde ich einige meiner alten Dateien wieder. Wenn ich richtig verstehe, ist das aber immer noch kein Hoffnungsschimmer dafür, dass ich die Ordnersturktur und Dateien mit dem korrekten Dateinamen wiederbekomme, oder? Die Wiederherstellung aus dem Eintrag "RAW-Dateien" in R-Studio würde ich ähnlich verstehen wie PhotoRec.
 
Mit Ordnerstruktur und Dateinamen schauts da bei R-Studio IMHO schlecht aus.

Im Übrigen halte ich auch die professionelle Datenrettung nicht für vielversprechend, aber es ist immerhin ein Hoffnungsschimmer.
 
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Hi und (erstmal) willkommen im Forum!

drogenbaron schrieb:
[...] dass ich die Ordnersturktur und Dateien mit dem korrekten Dateinamen wiederbekomme, oder?
Sorry, kannst Du vergessen - evtl. haben dahingehend Profis mit entsprechenden fachspezialisierten Methoden und Software noch Glück.

Ui... @Inzersdorfer war wieder schneller. 😉​
 
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drogenbaron schrieb:
Übrigen jetzt auch mal die Software R-Studio (Demo) ausprobiert und das gemountete Image gescannt. Unter "RAW-Dateien" (aber auch nur da) finde ich einige meiner alten Dateien wieder. Wenn ich richtig verstehe, ist das aber immer noch kein Hoffnungsschimmer dafür, dass ich die Ordnersturktur und Dateien mit dem korrekten Dateinamen wiederbekomme, oder? Die Wiederherstellung aus dem Eintrag "RAW-Dateien" in R-Studio würde ich ähnlich verstehen wie PhotoRec.

Zeig doch mal Bilder. Dann kann man mit schauen was in Theorie geht oder nicht.
Wichtig in R-Studio ist das die Partition gefunden ist, auf welcher sich die Daten befinden. Das waere diese hier.

1776441959617.png


Wenn TeskDisk die erkennt kann das auch R-Studio.

drogenbaron schrieb:
dass ich die Ordnersturktur und Dateien mit dem korrekten Dateinamen wiederbekomme, oder?

User007 schrieb:
Sorry, kannst Du vergessen -

Das haengt davon ab, was kaputt gegangen ist.

Anyway.
Wie getippt. Bilder von R-Studio wuerden hier helben.
Und ja, den Klon verwenden zum Einlesen. Wird wel HDD laenger dauern.
 
Zuletzt bearbeitet: (Typo)
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Ich hab jetzt mit Testdisk nicht viel gespielt, aber die Partition ist doch noch da? Siehe dritter Screenshot Partition Nummer 3. Der Rest scheint mir alles nur Wild Goose Chase: Testdisk ist im "suche gelöschte Partition"-Modus, den es hier aber vermutlich gar nicht braucht. Es findet natürlich diverse Reste älterer Partitionierungen, die allerdings hier irrelevant sind.

Stattdessen mal schauen, was Windows denn an Partition 3 nicht mag (ich hab aber keine Ahnung, wie das geht), oder die einfach von Linux aus mounten...
 
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Die Datenpartition ist auch noch da.
Im Grundprinzip muss die nur erkannt werden durch das Teil was man benutzt und kann eingelesen werden. @GrumpyCat
Was am Ende nutzbar ist sieht man dann.

Als Beispiel mit R-Studio. Hier ein eingehaengtes Image einer SSD aus einem W10 Noteboot. MBR-Style damals.

1776442861609.png


Partition2 ist die Datenpartition. Wird eingelsesen mit F5.

1776442908413.png


Hier waeren die Chancen sehr gut an Dateien zu kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
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@BFF:
BFF schrieb:
Das haengt davon ab, was kaputt gegangen ist.
Na ja, hier sieht die FAT/MFT dermaßen zerschossen aus und mit RAW hab' ich auch noch nie was wiederhergestellt bekommen - das liegt/lag zwar sicherlich an begrenzten Mitteln sowie Kenntnissen, aber genau dafür gibt's ja die Spezialisten.​
 
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Schon klar. @User007
Ich sehe aber eine MS-Data da oben im dritten Bild. Das liest sich nach eigentlich nach heile.
Ausgehend von dem duerfte ein Wiederherstellen von Datein moeglich sein.

Ich persoenlich habe mich von Testdisk/ProtoRec verabschiedet. Maximal als Schnelltest was gehen koennte oder nicht. Bin am Ende bei einer Kombi aus R-Studio, DMDE und Autopsy gelandet fuer das wofuer ich die Jacke anziehe. Das Meiste geht direkt zu Ontrack. Speziell dann wenn die Datentraeger mechanisch/elektrisch hinueber sind.
 
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BFF schrieb:
Zeig doch mal Bilder. Dann kann man mit schauen was in Theorie geht oder nicht.

[...]

Wenn TeskDisk die erkennt kann das auch R-Studio.

Tja, was soll ich sagen... alles da. Wahnsinn. Keine Ahnung, ob ich "Erkannt2" zuvor übersehen habe oder sonst was.

015a2.jpg


015b2.jpg


(In den Screenshots sind lediglich die Seriennummern der Platten geschwärzt sowie der Name des Windows-Benutzerkontos, weil Klarname.)

R-Studio zeigt alles, was für mich wichtig ist, mit "Wiederherstellungswahrscheinlichkeit: Gut (Vorhandene Datei)" an.

Dann investiere ich womöglich einfach die 79 $ in R-Studio und stelle die ganze Paritition auf eine weitere Platte wieder her.

Oder gibt es einen anderen, einfachen Weg, "Erkannt2" jetzt zu mounten? Was Linux angeht, so habe ich meinen OpenSuperClone Live-Stick, aber sonst gar keine Erfahrung mit Linux.
 
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Das Wiederherstellen der benoetigten Dateien / Ordner auf einen extra Datentraeger waere der fuer mich der Weg.

Ob Du investierst oder nicht kannst nur Du entscheiden on es Dir es wert ist.
Ich hab die $79 Kaufversion und verlaengere auch regelmaessig den Support.
Ja ok. Mach halt auch etwas Datenrettung.
 
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drogenbaron schrieb:
Hier erhalte ich die Meldung hard disk seems too small ... the following partition can't be recovered. Diese Meldung ist mir schon häufiger bei meiner Recherche begegnet, jedoch weiß ich nicht, wie ich im Folgenden damit umzugehen habe, jumper settings etc. Mir ist nicht klar, wie ich hier was zu machen habe. Muss ich etwas Bestimmtes machen, bevor ich nochmal eine Quick/Deeper Search nach Partitionen vornehme?

Hallo Drogenbaron,

vermutlich zeigt eine oder mehrere Partitionen auf Sektornummern hinter der größten Sektornummer der Festplatte, also quasi hinter dem physischen Ende.
Des Weiteren dürfen sich Partitionen nicht überlappen.
Zu machen gibt es an dieser Stelle nichts.

Weitere Informationen liefert die Logdatei von TestDisk. Da ist zu jedem Datenträger die physische Größe in Bytes angegeben. Du könntest diese Angabe mit dem Endsektor der betroffenen Partition vergleichen.

ddrescue (die Vorlage zu OpenSuperClone) liefert Dir in seinem Übersichtsbildschirm Infos zu fehlerhaften Sektoren. Indirekt kann man diese Information auch aus der Logdatei (bei ddrescue "map file" genannt) von ddrescue auslesen. Ob OpenSuperClone auch eine logdatei beim Klonen erzeugt, ist anzunehmen.

Alternativ zu CrystalDiskInfo kannst Du auch die smartmontools verwenden, die zeigen Dir die Parameter in Dezimaldarstellung an. CrystalDiskInfo ist nur nützlich, wenn smartmontools mit dem Festplatteninterface nicht zurecht kommt. In der Hex-Darstellung hilft es auch zu sehen, ob der Storage-Anbieter mehrere Parameter in ein Smart-Attribut gequetscht hat.

Die Ampelfarbendarstellung in CrystaldiskInfo ist allenfalls für ganz IT-ferne Menschen sinnvoll...
Man muss sich immer durch alle Attribute fräsen und nach Auffälligkeiten suchen.


drogenbaron schrieb:
Ich habe jetzt nochmal eine Deeper Search ausgeführt, welche 2-3 Tage gedauert hat.

Bei 476 GB kommst Du auf eine Geschwindigkeit von unter 5 MB/s. Das sollte mindestens zehnmal so schnell gehen. Hier ist etwas im Argen.
GrumpyCat schrieb:
Ich hab jetzt mit Testdisk nicht viel gespielt, aber die Partition ist doch noch da? Siehe dritter Screenshot Partition Nummer 3. Der Rest scheint mir alles nur Wild Goose Chase: Testdisk ist im "suche gelöschte Partition"-Modus, den es hier aber vermutlich gar nicht braucht.

Ja, die gefundene Tabelle sieht plausibel aus.

GrumpyCat schrieb:
Es findet natürlich diverse Reste älterer Partitionierungen, die allerdings hier irrelevant sind.

Genau, die Mac-Funde sind vermutlich falsche positive.

GrumpyCat schrieb:
Stattdessen mal schauen, was Windows denn an Partition 3 nicht mag (ich hab aber keine Ahnung, wie das geht),

Du müsstest gucken, ob die im Bootsektor der Partition referenzierte Adresse der MFT (bei Verwendung von NTFS in dieser Partition) überhaupt eine plausible MFT zu finden ist.

GrumpyCat schrieb:
oder die einfach von Linux aus mounten...

Die Idee ist gut, weil Microsoft im Umgang mit seinen Datenstrukturen potenziell strenger verfährt, als quelloffene Produkte, in denen NTFS "reverse engineert" wurde.


Inzersdorfer schrieb:
Im Übrigen halte ich auch die professionelle Datenrettung nicht für vielversprechend, aber es ist immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Ja, weil das Klonen der Festplatten anscheinend fehlerfrei verlief - Der Fehler liegt auf der logischen Ebene.

User007 schrieb:
Hi und (erstmal) willkommen im Forum!


Sorry, kannst Du vergessen - evtl. haben dahingehend Profis mit entsprechenden fachspezialisierten Methoden und Software noch Glück.​

Sofern der Profi noch über Wissen verfügt, das noch nicht in Rettungssoftware implementiert wurde, ja.
Sinvollerweise kann man jetzt verschiedenste Rettungsprodukte ausprobieren.

Wenn nichts mehr hilft und die Festplatte als Datenablage ohne zwischenzeitliche Löschungen verwendet wurde hilft PhotoRec und Verlust von Dateinamen und Ordnerstrukturen.

In diesem Szenario wären Profis die letzte Anlaufstelle - es gibt aber auch Szenarien, da muss man sofort zum Profi.

Der Inzersdorferschen Liste würde ich noch

cbltech.de

hinzufügen, weil die in der c't mal im Datenrettungskonzept neben Attingo und Kroll genannt wurden.

Darüber hinaus gäbe es auch

https://smartmod.de/datenrettung/

die einem losen Verbund von Datenrettungsunternehmen angehören:

https://www.datarecoveryprofessionals.org/

Viele Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, eine gut strukturierte und gut lesbare Fallbeschreibung in ordentlichem Deutsch zu verfassen! So etwas motiviert - zu antworten...
 
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Inzersdorfer schrieb:
Im Übrigen halte ich auch die professionelle Datenrettung nicht für vielversprechend, aber es ist immerhin ein Hoffnungsschimmer

Warum?

Es gibt keine physikalischen Schäden. Die logische Struktur hat einen defekt.

Anstatt die Partitionierung zu retten könnte man jetzt auch nur die Dateien per photorec extrahieren.
 
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recu schrieb:
ddrescue (die Vorlage zu OpenSuperClone) liefert Dir in seinem Übersichtsbildschirm Infos zu fehlerhaften Sektoren. Indirekt kann man diese Information auch aus der Logdatei (bei ddrescue "map file" genannt) von ddrescue auslesen. Ob OpenSuperClone auch eine logdatei beim Klonen erzeugt, ist anzunehmen.
Das geht bei OpenSuperClone genauso. Es wird wie bei ddrescue ein Mapfile erzeugt, das kann man dann mit dem Tool oscviewer anschauen. Sieht dann ungefähr so aus:

oscviewer.jpeg
 
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recu schrieb:
Die Idee ist gut, weil Microsoft im Umgang mit seinen Datenstrukturen potenziell strenger verfährt, als quelloffene Produkte, in denen NTFS "reverse engineert" wurde.
Vor allem geben die Linux-Sachen fast alle hervorragende Fehlermeldungen, und selbst wenn nicht, kann man IN DEN CODE SCHAUEN und sehen, was da schiefgelaufen ist. Und wo früher die Leute sagen konnten "das kann ich nicht" könnten sie heute einfach einen LLM-Agent à la OpenCode oder sonstwas nehmen und sich das ggf. im Detail erklären oder sogar das LLM die Recovery machen lassen. "Hey /dev/sda3 sollte eine NTFS-Partition sein, die kann ich aber nicht mounten, was ist da los?". Da lernt man sogar noch was bei.

Aber man kann natürlich auch zu Ontrack und denen 1000€ dafür in die Hand drücken, dass die vermutlich letztendlich ein fsck und ein dd machen, oder irgendein überteuertes Tool kaufen, das auch kaum was anderes machen wird.
 
recu schrieb:
Viele Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, eine gut strukturierte und gut lesbare Fallbeschreibung in ordentlichem Deutsch zu verfassen! So etwas motiviert - zu antworten...

Vielen Dank auch dir generell für deine weiterführenden Erklärungen und Hinweise! Und gerne - ich schätze die Hilfe, die man hier bekommt, enorm, und die Mühe, die die Forumsmitglieder sich dabei geben. Da war es mir ein Anliegen, auch eine substanziierte, nachvollziehbare und informative Problembeschreibung zu erstellen. Ich freue mich, dass dies das Ziel erreicht hat, dass Hilfestellungen auch Spaß machen!

recu schrieb:
Alternativ zu CrystalDiskInfo kannst Du auch die smartmontools verwenden, die zeigen Dir die Parameter in Dezimaldarstellung an. CrystalDiskInfo ist nur nützlich, wenn smartmontools mit dem Festplatteninterface nicht zurecht kommt. In der Hex-Darstellung hilft es auch zu sehen, ob der Storage-Anbieter mehrere Parameter in ein Smart-Attribut gequetscht hat.

smartmontools notiere ich mir mal!

recu schrieb:
ddrescue (die Vorlage zu OpenSuperClone) liefert Dir in seinem Übersichtsbildschirm Infos zu fehlerhaften Sektoren. Indirekt kann man diese Information auch aus der Logdatei (bei ddrescue "map file" genannt) von ddrescue auslesen. Ob OpenSuperClone auch eine logdatei beim Klonen erzeugt, ist anzunehmen.
Evil E-Lex schrieb:
Das geht bei OpenSuperClone genauso.

Danke! Die Prüfung auf fehlerhafte Sektoren wäre dann in meinem Fall noch wichtig, um zu schauen, ob man auf die SSD weiter vertrauen kann, nehme ich an? Ich würde sie (nur) noch als Platte für Backups bzw. als "Maxi-USB-Stick" weiternutzen, um mal Dateien von A nach B zu transferieren.

Die fehlerfreie Image-Erstellung durch OpenSuperClone ersetzt diese Prüfung nicht? Siehe auch:

OpenSuperClone_Image_finished.jpg


recu schrieb:
Bei 476 GB kommst Du auf eine Geschwindigkeit von unter 5 MB/s. Das sollte mindestens zehnmal so schnell gehen. Hier ist etwas im Argen.

Guter Punkt. Woran das lag, kann ich auch nicht genau sagen. Die Deeper Search wurde mit TestDisk halt auf dem Image durchgeführt, welches auf einer über USB angeschlossenen HDD liegt. Vielleicht ist das ein Grund? Der genutzte Backuplaptop ist auch leistungsmäßig nicht mehr der potenteste (immerhin i5-8250U, 8 GB RAM), aber ich denke, das dürfte eher weniger zu einer Verlangsamung um den Faktor 10 führen. Letztendlich konnte aber zum einen die Deeper Search abgeschlossen werden, zum anderen sind die TestDisk-Ergebnisse nun m. E. gar nicht mehr relevant. Insofern würde ich das mal nicht weiterverfolgen.

recu schrieb:
Ja, die gefundene Tabelle sieht plausibel aus.
JumpingCat schrieb:
Anstatt die Partitionierung zu retten könnte man jetzt auch nur die Dateien per photorec extrahieren.

Genau, und mit R-Studio kann ich nun auch auf die "MS Data"-Partition zugreifen. Hierüber bekomme ich jetzt wohl auch unproblematisch die ursprünglichen Dateinamen und die Ordnerstruktur wieder. Mir ist da gestern ein großer Stein vom Herzen gefallen!

Ich hatte noch ein Tool von AOMEI probiert, aber das wollte sich nicht einmal fehlerfrei installieren lassen. Da wollte ich mir dann jetzt nicht noch mehr Aufwand machen und habe die 79 $ in R-Studio investiert. Wiederherstellung läuft, sollte insgesamt jetzt wohl 15-16 Stunden laufen.
 
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