Kleinst Staaten in der EU

V

Vietcong

Gast
Viele Teile von Staaten fordern Unabhängigkeit, da sie nicht mit der innenpolitische Lösung ihrer Probleme zufrieden sind! Irland, Südtirol, Padania und die östlichen Provinzen von Zypern, sowie der Industrieapparat Spanien´s schreien nach Freiheit, die jeweiligen Staaten jedoch lässt das kalt. Ist es konform mit EU-Gesetzen das Menschengruppen nicht ihren Willen durchsetzen dürfen oder gar unterdrückt werden vom Staaten. Der Schrei und Drang nach Selbstbestimmung ist groß und doch haben solche Vorstellung in unserer "demokratischen" EU keinen Platz!
Haben diese Menschen kein "Recht" auf Recht oder geht es für die jeweiligen Staaten nur wie so oft um viel Geld, das ja immer schon mehr Gewicht als Menschen und deren Willen besitzte.
Was hält ihr von der Situation?
 
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Ich habe das Recht auf meinen eigenen Staat und überlege mir mal schnell noch nen Landeswappen... oder doch nicht...

Wo würde das denn hinführen wenn jeder tun dürfte was er will? Ich glaube das nennt man Anarchie und hat nicht so ganz viel mit Demokratie zu tun...
 
Man kann nicht jedem der sich das einbildet gleich alles geben. Das macht man schon bei Kleinkindern nicht.
Ist es konform mit EU-Gesetzen das Menschengruppen nicht ihren Willen durchsetzen dürfen oder gar unterdrückt werden vom Staaten. Der Schrei und Drang nach Selbstbestimmung ist groß und doch haben solche Vorstellung in unserer "demokratischen" EU keinen Platz!

Demokratie heißt die Macht geht vom Volke aus. Und hierbei von der Mehrheit, nicht von der Diktatur einer Minderheit. Das es keine Kleinstaaterei mehr gibt war dem Frieden in Euro auch durchaus zuträglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Europa ist schon jetzt in zu viele kleine Staaten aufgeteilt. Es stünde der EG gut zu gesicht einige Staaten zusammen zu fassen um eine einheitliche Politik zu ermöglichen. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, stagniert der ganze bürokratische Ablauf umso mehr. Je weniger Parteien Mitspracherecht haben, desto besser lassen sich Konzepte in die Wirklichkeit umsetzen.
Die EU wie sie jetzt besteht, macht auf mich einen sehr unkoordinierten Eindruck. Keine zentrale, vom Volk gewählte Regierung, keine EU-Minister, stattdessen ein irrsinniges Bürokratie-Moloch.
Aber mal davon abgesehen, ich hätte kein Vertrauen in eine europäische Regierung. Erstmal wäre es angebracht die einzelnen Länder zusammen zu führen, um das ganze kompakter zu machen.
Es ist ganz einfach konzeptlos und war am Anfang auch gar nicht so gedacht wie es heute am sinnvollsten wäre.
 
Wem soll so eine Separatisten-Bewegung helfen?
Wenn die Schotten z.B. mit ihrer Volksabstimmung Erfolg haben und sich nach Jahrhunderten von England lösen... schön für den historischen Stolz der Schotten, aber was haben sie effektiv davon? Nada... Die haben dann IMMER noch keine Industrie, die der Rede wert wäre. Sie haben IMMER noch keine Bedeutung im Dienstleistungssektor.

Eher sollte man Kleinstaaterei abschaffen... und damit hier in Deutschland anfangen. Mit einheitlichen Regelungen hinsichtlich Rechtssprechung, Arbeitsschutz, Militär, Bildung, Wirtschaft,... könnte man deutlich mehr erzielen.
 
Das Problem ist in einer Krise meinen viele es geht ihnen ohne die anderen besser. Wirtschaftsstärkere Regionen z.B. Ich weiss nicht wie es in Schottland aussieht, aber viele denken sich wohl warum die Steuern nach London überweisen. Zuletzt war da was mit Texas, wobei das sicher zur Kategorie Trotzreaktion nach der Obamawahl gehört.
 
Ich denke die Schotten, Katalanen, Wallonier und Flamen etc. wissen schon am besten selbst, was ihnen gut tut. Da hat sich die liebe EU nicht einzumischen. Wichtig ist bei solchen Sachen vor allem, dass es friedlich und möglichst geordnet vonstatten geht. Als Vermittlerin hat die EU aber sicher eine wichtige Rolle.

Es ist noch nicht lange her, da gab es mal eine Tschechoslowakei. Heute gibt es Tschechien und die Slowakei. Und D-Land war doch auch mal geteilt und ist jetzt wieder zusammen. Veränderungen gehören halt nun mal zum Leben und der Geschichte.

Das ehemalige Jugoslawien ist hingegen ein sehr schlechtes Beispiel. Obwohl die Trennung letztlich unausweichlich war, wäre es wünschenswert gewesen, wenn es ohne Blutvergiessen gegangen wäre.

Ich bin übrigens Schweizer und fühle mich ausserhalb (bzw. "innerhalb" :D ) der EU pudelwohl. (Die EU kann übrigens warten bis sie schwarz wird. Wir denken nicht daran der EU beizutreten. Nach neuesten Umfragen sind ca. 90% der Schweizer kategorisch gegen einen EU-Beitritt. Dank direkter Demokratie werden es unsere Politiker nicht so schnell schaffen daran was zu ändern. Die Ereignisse in den letzten paar Jahren - Stichwort "Eurokrise" - haben definitiv nicht dazu beigetragen, dass hier noch jemand ein positives Bild der EU hat. Zumindest nicht als Institution. Ansonsten sind natürlich alle umliegenden Staaten bzw. die Staaten der EU mit uns befreundet. Schwarzgeldstreit hin oder her. Und das ist auch richtig so.)

Innerhalb der Schweiz hatten wir vor nicht allzu langer Zeit auch eine Art "Separatismus-Problem". Ein Teil des Kantons Bern hat sich damals vom Kanton Bern gelöst und es wurde der neue Kanton Jura gegründet (welcher rein französischsprachig ist im Gegensatz zum zweisprachigen Kanton Bern). Hierzulande hat das damals sehr hohe Wellen geschlagen, aber seitdem man den neuen Kanton gegründet hat, ist wieder Ruhe im Topf. Es hat also was gebracht.

Die Situation von Schotten, Katalanen, Walloniern und Flamen kann ich recht gut nachvollziehen. Die Schotten fühlen sich seit langem von England bevormundet. Den Katalanen würde es eigentlich von der Wirtschaft her recht gut gehen, aber sie haben keine eigene Steuerhoheit und der spanische Staat hat die Kohle aus Katalanien abgezweigt. Nun sitzen sie auf enormen Schulden, welche nicht die ihrigen sind und der Rest von Spanien verbrennt das Geld der Katalanen munter weiter. Gerade auch unter Franco hatten sowohl die Katalanen wie auch die Basken kaum was zu lachen. Bei den Basken wäre eine Änderung meiner Meinung nach auch überfällig (z.B. Autonomie oder ein eigener Staat). In Belgien ist die Situation schon etwas tragisch: Neben Flamen und Walloniern gibt es noch eine sehr kleine deutschsprachige Minderheit, welche kaum ins Gewicht fällt. Im Wesentlichen sind es aber die Flamen (ca. 60%) und die Wallonier (ca. 40%), welche den Staat ausmachen. Neben sprachlichen und kulturellen Unterschieden gibt es auch starke strukturelle Unterschiede. Flandern war früher mal sehr landwirtschaftlich orientiert, während Wallonien schon früh industrialisiert wurde. Heute hat Flandern eine blühende Dienstleistungsgesellschaft, während Wallonien wirtschaftlich am Boden liegt. Politisch war der Einfluss der Wallonier in den letzten Jahrzehnten eher überproportional und mittlerweile zahlt Flandern für die Schulden der Walloniern. Dann gibt es noch den Sprachenstreit in der Region Brüssel.

Als Schweizer tun mir gerade die Belgier besonders leid. Es ist wie die Schweiz ein mehrsprachiges Land. Nur haben wir es in der Schweiz mit vier Landesprachen und 26 Kantonen/Halbkantonen einfacher. Es sind dann eben nicht nur immer "die anderen". Bei uns sind die Kräfteverhältnisse nicht ganz so festgefahren. Allerdings muss man auch festhalten, dass die Deutschschweiz ca. 2/3 der Bevölkerung stellt, während die lateinische Schweiz (Romandie, Tessin und die rhätoromanischen Gebiete) ca. 1/3 stellt. Insofern gibt es da schon Potential für Differenzen. Gerade die Romandie ist traditionell eher einen EU-Beitritt zugetan, wobei auch dort keine Mehrheiten dafür zustande kommen. Für die Romands ist es je nach Thema durchaus manchmal etwas frustrierend. Anderseits verlaufen die Trennlinien bei Abstimmungen häufig nicht entlang der Sprach- oder Regionsgrenzen. Immer mehr gibt es z.B. auch einen Stadt/Land-Gegensatz, wie in anderen Ländern auch. Auch wirtschaftlich gibt es starke Unterschiede. Das Mittelland (=> der flachere Teil der Schweiz) ist stärker entwickelt, während die Alpenregion schwächer ist. Die Deutschweiz steht wirtschaftlich auch besser da als die Romandie und darf dann via Finanzausgleich auch die Romandie mitsubventionieren. Allerdings gibt es da einen breiten Konsens und man hat sich mit der Situation gut arrangiert, was aber nicht heisst, dass es keine Probleme gibt.

Aber wie heisst es so schön: Probleme sind zum Lösen da.
 
Ich bin der Ansicht dass Regionen wie Katalonien, wo sich die Bevölkerung wirklich mit der Region identifiziert, bereits eine eigene Sprache spricht, gut als Staat funktionieren würden. Vor allem da die Bevölkerung motivierter/produktiver wäre und noch mehr zusammenhalten würde. Zb. weniger am "bösen Unterdrücker Staat" vorbei wirtschaftet und eine Art kollektive Aufbruchsstimmung entsteht. Katalonien hat viel zu bieten und ist mit die Region mit höchster Diversität Spaniens. Im Frühjahr liegen zwischen Wintersport und Baden am Strand gerade mal 100km, also eine für Touristen auch sehr attraktive Region die sich leider durch den Ballermann Tourismus an der Küste etwas unter Wert verkauft.

In der Landwirtschaft sieht es ähnlich variabel aus, die Ressourcen um ie eigene Bevölkerung zu versorgen und lebensmittel technisch mit wenigen Importen auszukommen sind sehr gut. Viel besser als im eher dürren Zentral und Süd Spanien wo es sogar Trinkwasser Probleme gibt. Eine möglichst hohe Bandbreite an eigens produzierten Gütern und somit eine geringe Abhängigkeit + Moral der Bevölkerung (trotz evtl. schwierigeren Zeiten) ist m.E das A un O für die Unabhängigkeit eines Landes. Der Tourismus wäre dann ein schöner Bonus um die nötigen Importe zu finanzieren.

Das Problem ist halt dass zentral Spanien ohne diese Cashcows an der Küste kaum wirtschaftlich überleben könnte da der Tourismus immernoch die Haupt Einnahmequelle ist. Selbst in diesen Zeiten sind die Touristenhochburgen in der Ferien Saison proppevoll. Es ginge eigentlich nur wenn sich sämtliche Regionen aufteilen und jeweils einen Teil zentral Spaniens assimilieren würden und sich gegenseitig unterstützen. Die Bevölkerung wäre in jeder Region viel motivierter wenn kein König jedesmal die Früchte ihrer Arbeit eintreibt.
 
Ja ich finde schon es sollte diese kleine Staaten geben, z.B. in Spanien trifft die Zahl dieser "Minderheit" ein Maß von 7 Millionen Menschen, das ist mehr als manche Staaten an Bevölkerung haben! Dazu denke ich auch wenn der Staaten also Großbritanien das nicht möchte würden sie Irland auch keine Abstimmungsmöglichkeit geben, also ist die britische Bevölkerung damit einverstanden!
Ich glaube auch daran das die EU ziemlicher Müll ist, dazu gibt es Krieg! Unsere Politiker haben ihn nur in andere Länder gebracht, unsere Soldaten sterben schon trotzdem auch mit der Europäischen Union!

Es ist auch die Situation wie folgt:" Wir leben in einer Minimalgesellschaft!"
Das bedeutet wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind ist schon fertig mit den Anforderungen am Leben, sprich die Politiker nutzen MCDonalds und BurgerKing und diese GlobalPlayer aus, dass jeder billige essen kann und wenn mal Essen da ist und es hungert fast keiner, dann halten die Leute das Maul! Wenn mal kein Essen da wäre würden wieder die Unruhen anfangen und die Leute beginnen zu decken, ob es das richtige ist was Politiker tun, das selbe mit den "Entertainment" wir sollen vor den Fernseher verdummen mit Sender wie RTL (Mitten im Leben, Familie in Brennpunkt), Prosieben und ähnliches!
 
s.0.s schrieb:
Das Problem ist in einer Krise meinen viele es geht ihnen ohne die anderen besser. Wirtschaftsstärkere Regionen z.B. Ich weiss nicht wie es in Schottland aussieht, aber viele denken sich wohl warum die Steuern nach London überweisen. Zuletzt war da was mit Texas, wobei das sicher zur Kategorie Trotzreaktion nach der Obamawahl gehört.

Ich war letztes Jahr in Schottland... Da ist nicht viel. Im Gebiet zwischen Glasgow und Edinburgh hast du etwas High Tech, nördlich davon hast du nur Torfmoore, Schafe, Angus-Rinder und Whisky-Brenner. Wenn die Schotten also nicht nur vom Tourismus und Alkoholismus leben wollen, dann benötigen sie eine breitere Aufstellung. Die haben aber bereits jetzt schon schwere Probleme (insbesondere mit dem Alkohol), das wird nicht besser wenn sie einen Separatisten-Weg gehen.

Es ist da ja nicht wie in Katalonien, wo sie nur gewinnen können. Katalonien lebt verdammt gut von seiner geographischen und wirtschaftlichen Lage. Wenn Katalonien die Hungerleider von Zentralspanien los wird gehts denen echt besser. Aber ist das so in Ordnung? Ist das sozial vertretbar?
 
Jede wirtschaftlich eigenständige Region ein eigener Staat. Königreich Bayern
Jede unwirtschaftliche Region abstoßen. Wer will Bremen oder das Saarland?
Rheinland und Westfalen, Baden und Württemberg werden wieder geteilt.
Am besten noch mit eigener Währung, Maßsysteme und Zeit. Das Mittelalter läßt Grüßen…

Deutschland%201648.png
 
Solange es keine Interessen gibt ... militärischer oder wirtschaftlicher Natur ... gibt es auch keine Unabhängigkeit.
Schaut euch das Kosovo an, dort liegt heute die größte NATO-Basis in Europa, das sog. Camp Bondsteel. :)
 
Oh ja; für den einen sind es "Separatisten-Bewegungen", andere spielen zutage tretende Widersprüche eher ab.
Fakt ist und bleibt doch aber wohl, daß vorhandenen Potentialen entsprechender Regionen nicht die Bedeutung zugemessen wird,die sie verdienen.

Ob die Bayern sich "selbständig" machen oder nicht, geht mir am Knie vorbei, Für Europa und damit dessen Zukunft sähe ich es als entscheidend an, aktuelle Verfahrensweisen und damit den "Demokratiebegriff" zu überdenken.
Aktuelles Gebaren mit all seiner Bürokratie, seiner Ferne vom gepriesenen (aber ausgeschlossenen) Souverän widerspricht eher demokratischen Grundsätzen und damit einer europäischen Idee.

Was heute als Europa bezeichnet wird ist letztendlich lediglich ein Sammelsurium von Nationalstaaten und damit deren Interessenvertretung. Diese Interessen sind ökonomischer Natur; Interessen eines vermeintlichen Souveräns mögen verbal, keinesfalls aber in der Realität eine Rolle spielen.
... ein wagen von mehr Demokratie, wie es einst W. Brandt äußerte, scheitert jedoch an vorhandenen Strukturen , die sich selbst anmaßen demokratisch zu sein, wie auch an Unzulänglichkeiten in unserem Denken, die uns Umgebendes als Demokratie akzeptieren.

MfG.
 
Und nach eurer Meinung wird Europa besser wenn jeder hinz und kunz sein eigenes kleines Reich für sich beansprucht? Gerade wenn man in Berlin wohnt sollte man da schön die Füße still halten, die sind doch seit ewigen Zeiten pleite und würden sich schön umsehen wenn Bayern eigenständig werden würde.
 
Die Regionalwahlen in Katalonien sind vorbei, die Seperatisten haben eine knappe Mehrheit. Ich bin gespannt wie sich das entwickelt.
 
Vietcong schrieb:
doch haben solche Vorstellung in unserer "demokratischen" EU keinen Platz

a) Um etwas demokratisch regieren zu können, bedarf es eines Demos = Volk, ein solches gibt es in Bezug auf die EU aber nicht.

b) Wenn es ein Volk gibt, dann herrscht eben dieses Volk und nicht irgendwelche Minderheiten, die sich gerne abspalten wollen - da könnte ja jeder noch so kleine Verband ankommen und einen eigenen Staat gründen wollen, weil ihm die Gesetzgebung des Staates in dem er lebt nicht passt - im Endeffekt gibt es dann so viele Staaten wie Menschen also Anarchie und wie gut die funktioniert kann man in Zentralafrika bestaunen.
 
JohnnyBerlin schrieb:
Ob die Bayern sich "selbständig" machen oder nicht, geht mir am Knie vorbei
Sag das mal den Leuten aus den Pleite-Bundesländern wie Berlin, Brandenburg, MP oder dem Saarland.... die LEBEN nur noch dadurch, dass Länder wie Bayern und Sachsen noch Teil Deutschlands sind statt wirklich wieder Freistaaten zu werden....
So gesehen, als Sachse: ABSPALTEN! Weg mit Berlin!
 
Ein Freistaat ist eine Republik, so gesehen ein in sich geschlossenes System. Der alten Wortbedeutung gemäß wären Bayern, Sachsen und Thüringen eigenständige demokratische Republiken und nicht fremdbestimmt (aus Berlin).
 
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