Kulanz-RMA bei heise mindfactory / Seagate Exos X20 – Nutzungswertersatz fair?

blacksektor

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Hallo zusammen,

ich würde gerne eine sachliche Einschätzung hören, wie ihr folgenden Fall beurteilen würdet.

Es geht um eine Seagate Exos X20 20TB (ST20000NM007D), gekauft Ende 2024 bei der damaligen Mindfactory.

Nach rund 10.950 Betriebsstunden (~16 Monate) zeigte die Platte einen klaren technischen Defekt:

  • Current_Pending_Sector = 1
  • Offline_Uncorrectable = 1
  • steigende Reallocated_Sector_Ct
  • Reported_Uncorrect = 2
  • mehrfach dokumentierte UNC (Uncorrectable) Read Errors
  • dd if=/dev/sdb of=/dev/null bs=64M brach reproduzierbar mit I/O Error ab
  • SMART-Errorlog dokumentierte nicht korrigierbare Lesefehler
Die direkte Seagate-RMA war nicht möglich, da die Seriennummer laut Seagate offenbar aus einem OEM-/anderen Vertriebskanal stammt und die Garantie über den ursprünglichen Vertriebspartner laufen soll.

Da die ursprüngliche Mindfactory inzwischen insolvent ist, hat die heise mindfactory gmbh die Reklamation kulanzweise übernommen und an den Vorlieferanten weitergeleitet.

Wichtig: Die Reklamation wurde offenbar nicht abgelehnt. Es hieß sinngemäß, die Festplatte konnte nicht getauscht/repariert werden und man solle eine Gutschrift erhalten.

Das Ergebnis:

  • Kaufpreis: 344,69 €
  • Nutzungswertersatz: 153,20 €
  • verbleibende Gutschrift: 191,49 €
  • Berechnungsgrundlage: angenommene Gesamtnutzungsdauer 36 Monate
  • tatsächliche Nutzung angesetzt: 16 Monate
Die Gutschrift gilt zudem nur zur Verrechnung mit einer nächsten Bestellung/Kundenkonto.

Mir ist bewusst, dass die heise mindfactory hier rechtlich vermutlich nicht verpflichtet ist und der Fall wegen der Insolvenz der alten Gesellschaft auf Kulanzbasis läuft – dafür bin ich auch grundsätzlich dankbar.

Trotzdem frage ich mich, ob die Annahme von nur 36 Monaten Gesamtnutzungsdauer bei einer Enterprise-HDD(Exos-Serie, 24/7-Dauerbetrieb, ursprünglich mit 5 Jahren Garantie beworben) angemessen ist – insbesondere bei einem dokumentierten technischen Defekt und nicht normalem Verschleiß.

Ich habe freundlich um erneute Prüfung gebeten.

Mich würde eure Einschätzung interessieren:

  • Ist die angesetzte Nutzungsdauer bei einer Exos X20 plausibel?
  • Findet ihr den Nutzungswertersatz fair?
  • Wie würdet ihr OEM-/Enterprise-HDDs künftig kaufen, um solche Überraschungen bei der Garantie zu vermeiden?
Mir geht es ausdrücklich um eine sachliche Einordnung, nicht um Händler-Bashing.
 
blacksektor schrieb:
Trotzdem frage ich mich, ob die Annahme von nur 36 Monaten Gesamtnutzungsdauer bei einer Enterprise-HDD(Exos-Serie, 24/7-Dauerbetrieb, ursprünglich mit 5 Jahren Garantie beworben) angemessen ist – insbesondere bei einem dokumentierten technischen Defekt und nicht normalem Verschleiß.
Das kommt schwer auf den Einzelfall an. Ich kenne verschiedene Betriebe, die es alle unterschiedlich machen und Server und Server-HDDs zwischen 12 und 96 Monate abschreiben.

36 Monate ist eher kurz, aber in der Praxis nicht unrealistisch.

Auf der einen Seite ist es in der Tat positiv zu beurteilen, dass Heise sich dem jetzt annimmt. Andererseits bist du natürlich gekniffen, weil die HDD-Preise heute deutlich höher sind. Heute müsstest du gut 100% des ursprünglichen Preises erstattet bekommen, um eine vergleichbare, gebrauchte HDD kaufen zu können.

blacksektor schrieb:
Wie würdet ihr OEM-/Enterprise-HDDs künftig kaufen, um solche Überraschungen bei der Garantie zu vermeiden?
Ich kaufe schon immer Recertified HDDs, die haben sowieso keine (oder nur eine sehr kurze) Garantie vom Hersteller.
 
Zuletzt bearbeitet:
blacksektor schrieb:
Wie würdet ihr OEM-/Enterprise-HDDs künftig kaufen, um solche Überraschungen bei der Garantie zu vermeiden?

Drauf achten das es sich um ein retail Verkauf handelt
Jede Platte die ich kaufe, prüfe ich anschließend auf den Garantie Status

Ich bin jetzt kein Experte, da mindfactory weiterbesteht, werden auch alle Verbindlichkeiten mit übernommen,

Garantie ist aber eine reine freiwilligen sache des Herstellers undicht des Händlers
Und die Gewährleistung nach 12 Monaten könnt schwierig werden
 
blacksektor schrieb:
Es hieß sinngemäß, die Festplatte konnte nicht getauscht/repariert werden
Was ist hier der Grund? Wenn Seagate 5 Jahre Garantie gibt und du über den Händler gehen musst.
 
Selbst schuld eine OEM Platte zu kaufen. Die oberste Regel für Privat ist nie OEM Platten zu kaufen. Macht bei einer RMA immer nur Probleme.
Die geben dir sogar noch Geld obwohl sie es nicht müssten. Was soll das Gejammer
 
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Wirst die Pille wohl oder übel schlucken müssen oder betteln. Läuft ja eher kulanzmässig und rechtliche Beratung ist halt nicht wirklich erlaubt/möglich.
 
Mal ganz dumm und rechtlich ungebildet: Sollte die angenommene Nutzungsdauer nicht mindestens der Garantiezeit entsprechen? Dadurch sollte dann die Gutschrift höher werden.

Oder unterstellt Seagate damit selbst dass ihre Platten nicht mal die Garantiezeit überleben
 
konkretor schrieb:
Selbst schuld eine OEM Platte zu kaufen. Die oberste Regel für Privat ist nie OEM Platten zu kaufen. Macht bei einer RMA immer nur Probleme.

Unabhängig vom Fall hier, ist es leider auch üblich, dass man das erst im Servicefall feststellt. Bei einigen steht es nicht in der Beschreibung oder sing gar fehlerhaft.
 
MF hat Dir nur das weitergegeben was Seagate, gemäß deren Garantiebedingungen, ausgezahlt hat. Sei froh dass es überhaupt was gab in der aktuellen Zeit.
 
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Wenn 5 Jahre Garantie gegeben werden sollte das auch als Nutzungsdauer angesetzt werden können. Hier wurde vermutlich der früher übliche AfA-Zeitraum von 3 Jahren genutzt, war früher oft so bei der Berechnung.

Aber hat eine Exos OEM denn überhaupt 5 Jahre Garantie? Gilt das nicht nur für Retailplatten?
 
Slayn schrieb:
Was ist hier der Grund? Wenn Seagate 5 Jahre Garantie gibt und du über den Händler gehen musst.
OEM. Damit hast Du eigentlich nur die zwei Jahre Gewährleistung gegenüber dem Händler und keine Grantieansprüche gegenüber dem Hersteller. Wenn man eine Platte kauft, immer darauf achten, dass es keine OEM-Ware ist. Kann man z.B. durch eingabe der SN im Supportportal der Hersteller überprüfen. Wenn da nicht eindeutig kommt, dass die Platte eine reguläre Garantie hat zurück damit.

Anm.: Die drei Jahre beziehen evtl. auf die drei Jahre über die Du Hardware gegenüber dem Finanzamt abschreiben könntest und nicht über die zu erwartende Nutzungsdauer. War zumindest bei einer Grafikkarte so, die ich reklamiert hatte und für die trotz rechtskonformer Fristsetzung kein Ersatz kam.

Cunhell
 
derohneWolftanzt schrieb:
Mal ganz dumm und rechtlich ungebildet: Sollte die angenommene Nutzungsdauer nicht mindestens der Garantiezeit entsprechen? Dadurch sollte dann die Gutschrift höher werden.
Nein. Das kann so sein, muss aber nicht. Und in diesem Fall ist das Problem ja, dass die HDD gar keine Herstellergarantie hat, weil es ein OEM-Teil ist und nicht für den Retail-Vertrieb gedacht war. Wie würde, im Umkehrschluss, da dann die angenommene Nutzungsdauer aussehen? Da besteht kein direkter Zusammenhang.

derohneWolftanzt schrieb:
Oder unterstellt Seagate damit selbst dass ihre Platten nicht mal die Garantiezeit überleben
Natürlich nicht. Ist ja nicht gesagt, dass das direkt so von Seagate kommt. Wenn die HDD auf dem vorgesehen Weg gekauft wird und die entsprechende Herstellergarantie hat, dann steht Seagate ja auch direkt dafür ein.
 
Falls Du damals bewusst OEM gekauft hast um ein paar Euro zu sparen, dann bist Du halt selber schuld.
Falls Du Retail gekauft und eine OEM bekommen hast, dann wäre Mindfactory sicherlich in der Verantwortung. Da es die in dieser Form nicht mehr gibt, kannst Du wahrscheinlich nur auf Kulanz der Nachfolgefirma hoffen.
Da die natürlich gerade versuchen das angeknacktse Image zu verbessern, sind solche Kulanzgeschichten natürlich eine bekannte Taktik. Die haben Dir jetzt einen ersten Vorschlag gemacht um günstig aus der Sache zu kommen. Kannst versuchen das nachzuverhandeln und um einen Austausch zu bitten. Das Modell ist ja so noch im Handel. Falls Sie nicht darauf eingehen bleibt Dir wohl nicht viel anderes übrig als das Angebot anzunehmen. Wie das rein rechtlich ist, kann ich nicht sagen inwieweit die neue Mindfactory an alte Garantie Fälle gebunden ist.

Da sollten man lieber einen spezialisierten Rechtsbeistand oder die Verbrauchzentrale bemühen, also auf Forenhalbwissen zu vertrauen.
 
ich würde kein Seagate mehr kaufen, wenn sie einen kunden so im regen stehen lassen.

ich finde es immer sehr interessant wie user hier dem hersteller beistehen "selber schuld OEM zu kaufen" usw...

das verhalten von mindfactory ist wegen derer insolvenz wohl wirklich kulant.
 
empower schrieb:
ich würde kein Seagate mehr kaufen, wenn sie einen kunden so im regen stehen lassen.
Seagate liefert Komponenten zu unterschiedlichen Konditionen an unterschiedliche Kunden. Völlig gängige Praxis an ALLEN Branchen. Die Kunden verantstalten fröhliches Ringelpiez mit anfassen und Komponenten landen dort, wo sie nicht hingehören.

Was soll Seagate machen? In die Bresche springen und jegliche Verantwortung dafür übernehmen, was ohne deren Einfluss bei den Kunden passiert?

Wenn es danach ginge, dann dürftest du von sehr, sehr vielen Produzenten deren Produkte nicht mehr kaufen.
 
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empower schrieb:
ich würde kein Seagate mehr kaufen, wenn sie einen kunden so im regen stehen lassen.

ich finde es immer sehr interessant wie user hier dem hersteller beistehen "selber schuld OEM zu kaufen" usw...

das verhalten von mindfactory ist wegen derer insolvenz wohl wirklich kulant.
Kauf eine Retail-Platte, die meisst etwas teurer ist, und Du hast keine Probleme mit der Garantie.
Beim Kauf einer Festplatte, die z.B. als Bulk-Ware verkauft wird, was nicht zwingend OEM sein muss, einfach die SN beim Hersteller eingeben. Kommt da zurück, dass keine Garantie vorhanden ist, dass Teil zurückschicken und auf eine nicht-OEM-Ware bestehen außer es wurde ausdrücklich auf die OEM-Version verwiesen und diese wurde bewusst so gekauft.
Das bei OEM-Platten Probleme mit der Endkundengarantie verbunden sind, ist ja schon länger bekannt. Leider
weisen die Händler das oft nicht korrekt aus und verkaufen OEM-Platten ohne Hinweis darauf an Endkunden.

Cunhell
 
empower schrieb:
ich würde kein Seagate mehr kaufen, wenn sie einen kunden so im regen stehen lassen.

ich finde es immer sehr interessant wie user hier dem hersteller beistehen "selber schuld OEM zu kaufen" usw...

Dann darfst Du fast gar nichts mehr kaufen. Sehr viele Hersteller differenzieren nach Retail und OEM. Einfach weil OEM günstiger angeboten werden kann ohne die Endkundengarantie.

Das Problem sind die Händler, die OEM-Ware oft nicht korrekt gekennzeichnet verkaufen.
 
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Hallo

Da der Käufer der insolventen Minddfactory (hier Heise) wohl kaum die Verbindlichkeiten nebst den Gewährleistungsansprüchen Dritter beim Erwerb mit übernommen hat, bist Du mit dem was dir (wie oben stehend augeführt) als Kulanz angeboten wid, eigentlich noch sehr gut bedient.

Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei der gekauften HDD um OEM Ware (keine Garantie durch den Hersteller) handelt und durch die Insolvenz von Mindfactory keinerlei Gewährleistungsansprüche (wie vorher aufgeführt) mehr bestehen.

Vicanus
 
Woran hätte ich dies denn erkennen müssen, daß dies hier OEM Ware ist? Gut Mindfactory ist insolvent. Aber wie kann ich mit dieser Gutschrift jetzt denn bei denen eine Platte erwerben, die eben nicht wieder OEM ist. Große Lust hier einen "Erwerb" durchzuführen habe ich übrigens sicher nicht, werde diesen jedoch gezwungenermaßen dort "durchführen" müssen.

Nein ich bin kein Noob. Und nein ich hatte schon einige Festplatten RMA, aber so einen Mist habe ich noch nicht erlebt.


Ich habe jetzt seit 1988 Computer in Betrieb. Mit dem Kauf dieser Festplatte wollte ich eigentlich "sicher" sein, im Fehlerfall. Nun so etwas. Sie geht, ist jetzt bei mir mal wieder unten durch. OEM Ware oder nicht. Mir als Endkunde ist dies eigentlich egal. Ich bin hier von einer zumindest recertified Platte ausgegangen die mir dann über den üblichen OEM Weg getauscht wird.

Daß hier die Vorlieferant nur "eine Gutschrift" veranlasst ist ja schon mal als Frechheit zu bezeichnen.
 
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