Nur zur Information: AMD hat in Dresden nie ATI-GPUs produziert. Diese wurden schon als ATI noch selbstständig war bei TSMC und UMC gefertigt (so wie Nvidia das auch macht) und das hat sich nach der Übernahme - schon aufgrund von technischen Gründen - nicht geändert.
Was bei dieser Information neu ist: TSMC fertigt eigentlich im konventionellen Bulk-Verfahren (GPUs), AMD seine CPUs im SOI-Verfahren. Jetzt testet TSMC SOI. Außerdem ist neu, dass diese Firma CPUs für AMD produzieren wird. Wobei auch dies nix grundsätzlich neues ist, da AMD mit Chartered schon länger einen Auftragsfertiger hat, der AMD-CPU produziert.
Die Option stand schon länger zur Debatte, weil AMD in Dresden sonst Fusion (also auch GPU-Komponenten) produzieren müsste oder mehrere Chips in ein Package stopfen müsste.
Jetzt sollen anscheinend Partner (zumindest mal TSMC) das gesamte Produkt in SOI produzieren, wahrscheinlich auf einem nativen Die. Das scheint für AMD aus welchen Gründen auch immer der bessere Weg zu sein, vielleicht reichen für Fusion die Kapazitäten in Dresden nicht. Möglich wäre auch, dass für Dritthersteller die Produktion einfacher ist, weil AMD relativ viele Schwierigkeiten damit hätte, in Dresden GPUs auf die Wafer zu bringen. Whatever.
Schon mit dem Kauf von ATI und zuvor dem Auftrag an Chartered gab es gewisse Tendenzen weg von Dresden, die aber absolut nix mit einer Abspaltung der Fabs zu tun haben müssen. Ich sehe da sowieso keinen Sinn drin, nur einen instinktiven Schnappreflex einiger kurzsichtiger Börsen-Schlipsträger. Gibt schlicht keine konstruktiven Argumente für eine Abspaltung, Aufträge von Drittherstellern kann Dresden auch so annehmen, wenn AMD das möchte.
Die Chancen für die neue Fab im US-Bundesstaat New York sind aber auf jeden Fall gesunken, da AMD aufgrund der harten Konkurrenz weniger Möglichkeiten hat, als noch vor wenigen Jahren - damals entstand diese Idee ja gerade. Außerdem kann es gut sein, dass man die Kapazitäten schlicht nicht braucht, vor allem wenn die sog. APUs (CPUGPU) nicht in Dresden produziert werden und der Ausbau der bestehenden Fabs sowieso in einer höheren Kapazität resultiert.