LGBTQI und das heteronormative Weltbild

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BeBur schrieb:
Du hast recht, "gleiche behandlung" ist der korrekte Begriff.
Nein ... das ist genau das Gegenteil vom korrekten Begriff.

Was entsteht, wenn du Menschen mit unterschiedlichen Startbedingungen gleich behandelst und sie dann anhand ihres Grades der Zielerreichung in eine Hierarchie einordnest?
Genau, du benachteiligst die mit den schlechteren Startbedingungen, gerade WEIL du an alle die gleichen Anforderungen stellst (dadurch wird der Startpunkt normalisiert, was die Bewertung erst ermöglicht ... der Startpunkt ist aber nicht für alle identisch sondern maximal vergleichbar).

Überzeichnetes Beispiel. Elefant und Vogel ... beiden stellst du die gleiche Aufgabe ... die sollen sich auf einen Ast an einem Baum setzen.
Der Vogel ist ratz fatz oben und der Elefant hatte von Anfang an keine Chance.
An alle die Gleichen Anforderungen zu stellen ist eben gerade NICHT gerecht, wenn nicht alle die gleichen Grundvorraussetzungen mitbringen. Vögel kannst du so untereinander vergleichen, Elefanten auch, aber der Vergleich zwischen den beiden hinkt ganz gewaltig.
Zeitlupe_1982 schrieb:
Die Argumente gegen das neue Selbstbestimmungsgesetz kommen immer aus der selben Ecke, man würde sich Vorteile erschleichen wollen oder Leute würden ihren Namen andauernd, wie in einem Online Game, ändern.
Wenn ich da an meine erste Freundin denke, deren Namen ich oben thematisiert habe, dann freue ich mich einfach, dass diese Frau nun mit ihren knapp 40 Jahrten endlich dieses störende "t" in ihrem Namen einfach streichen lassen kann.
Aber wie bereits erwähnt, möglich war das auch vorher schon ... es war nur recht teuer (wegen der vielen Urkunden, die dafür eigentlich geändert werden müssten ... zum Beispiel steht der Name ja auch in der Geburtsurkunde ihrer Tochter und auch dort müsste er geändert werden).
Das Problem war bei der nie der Antrag, sondern das Geld ... denn das war schlicht nicht vorhanden.

Ich kann die Gesetzesänderung aber auch nicht aus der Perspektive Transidenter betrachten, denn ich bin nunmal kein Betroffener.
Für mich wirkt das ein bisschen nach pc-Symbolik ... ich sehe da ein Stück greenwashing vor mir, aber als nicht Betroffener steht mir diese Wertung mMn nicht zu.

Das mit den Nummern kam bei mir auch nicht daher, dass ich irgendwie gut informiert wäre (dass man ab 2008 tatsächlich fast pränatal eine Steuer-ID zugewiesen bekommt, war mir selbst neu).
Ich mag es einfach nicht, nummeriert zu werden ... denn auch wenn das eine einzigartige Kombination aus Zahlen und Buchstaben ist, so entspricht diese Nummer ganz sicher nicht meiner Identität als Mensch und stellt damit einfach nichts da, mit dem ich mich identifizieren könnte.
Darin vermute ich auch den Grund, warum nirgendwo offiziell zugegeben wird, dass man anhand dieser Nummern eineindeutig identifizierbar ist.
Der Name braucht Zusätze (Geburtsdatum, Wohnort) damit die Identifikation eineindeutig ist ... eine einzigartige Nummer braucht das nicht. meinen Namen gibt es mehrmals und ich bin nicht der einzige, mit diesem Geburtsdatum, Adresse ebenfalls ... aber meine Steuer-ID gibts nur ein mal.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Dann waren Transidente entweder vorher der einzige Spezialfall, bei dem für eine Namensänderung mehr als Gebühren nötig waren (ganz üble Diskriminierung),

Man benötigt zwei (von einander) unabhängige Gutachten, dass:
  • man sich dem dem biologischen Geschlecht zugehört
  • man muss die neue Geschlechtsrolle seit drei Jahren ausleben
  • es ist die Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sich das Zugehörigkeitsgefühl nicht ändern wird

Zusätzlich entscheidet denn ein Richter darüber.

Und das ist eben unser [= aus der Transszene] größter Kritikpunkt. Man muss sich immer wieder und wieder und wieder rechtfertigen. Für jeden verdammten Schritt. Völlig egal ob VÄ/PÄ, HRT, FFS, Brustaufbau, GAOP...

BeBur schrieb:
Ja die Krankenkassen würden sich gewiss freuen, aber ich gehe schwer davon aus, dass Trans u.ä. auch weiterhin im ICD und auch DSM auftauchen wird, schließlich existiert hier Leidensdruck der durch eine Behandlung erwiesenermaßen regelmäßig reduziert bzw. entfernt werden kann. Sprich, es wird auch weiterhin (korrekt) als Krankheit bzw. Gesundheitsproblem klassifiziert, auch wenn vielen das Framing nicht gefällt.

Das würde ich gerne glauben, sehe ich aber kritisch. Sieht man ja bei der FFS wo die Krankenkassen das pauschal erstmal ablehnen. Mir ist nur ein Fall bekannt, wo die Transfrau geklagt hat und recht bekommen hat, sodass die Krankenkasse zum. 50% der 20.000€ zahlen musste.

 
Karan S'jet schrieb:
Das würde ich gerne glauben, sehe ich aber kritisch. Sieht man ja bei der FFS wo die Krankenkassen das pauschal erstmal ablehnen
Das sehe ich aber ein wenig als Vergleich von Äpfeln und Birnen.

Eine Vagina ist ein gesellschaftlich eindeutiges und von der Norm erwartetes Merkmal einer Frau.

Ein "hübsches" und weibliches Gesicht ist das nicht. Auch biologische Frauen haben kein Anrecht auf eine OP wenn sie männliche Gesichtszüge haben.

Also entweder gibt es hier einen Faktor der mir bisher gänzlich unbekannt ist, oder diese Unterscheidung der Kassen ist wohl gerechtfertigt.
 
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Keylan schrieb:
Ein "hübsches" und weibliches Gesicht ist das nicht. Auch biologische Frauen haben kein Anrecht auf eine OP wenn sie männliche Gesichtszüge haben.

Biologische Frauen sehen aber nicht wie Männer mit langen Haaren und Brüsten aus. Und darum geht es.
Das ist der springende Punkt. Hormone können viel bewirken, aber keine Wunder. Die Knochenstruktur bleibt ja gleich.

Und genau diese Faktor kann einen massiven Leidensdruck erzeugen. Davon ist aber nicht jede Trans* Person betroffen, einfach weil ja die Ausgangsituation immer ganz anders ist.
 
Wie hoch der Leidensdruck hier sein kann und was das rechtfertigt will ich mir gar nicht anmaßen bewerten zu können. Ich weiß nur, das es auch in anderen Bereichen erhebliches Leiden geben kann welches nicht in Kostenübernahme aus der Sozialkasse behandelt wird.

Karan S'jet schrieb:
Davon ist aber nicht jede Trans* Person betroffen, einfach weil ja die Ausgangsituation immer ganz anders ist.

Aber dann ist die pauschale Ablehnung durch die Kassen doch normal. Dem entgegen würde ja die pauschale Akzeptanz stehen welche wie du selbst schreibst nicht gerechtfertigt wäre.
Wenn ich dich recht versteh ist das Problem nicht die pauschale Handhabe der Kassen, sondern die Hürden entgegen dieser doch eine (teilweise-)Kostenübernahme genehmigt zu bekommen.
Diese haben wir hier aber bisher noch gar nicht angesprochen, wahrscheinlich weil sie nur sehr wenigen überhaupt bekannt sind.
 
Keylan schrieb:
das es auch in anderen Bereichen erhebliches Leiden geben kann welches nicht in Kostenübernahme aus der Sozialkasse behandelt wird.

In anderen Bereichen werden z.B. auch Prothesen bezahlt obwohl diese nicht zwingend notwendig wären. Der Vergleich macht also keinen sinn.

Keylan schrieb:
welche wie du selbst schreibst nicht gerechtfertigt wäre.

äh was?

Keylan schrieb:
Wenn ich dich recht versteh ist das Problem nicht die pauschale Handhabe der Kassen, sondern die Hürden entgegen dieser doch eine (teilweise-)Kostenübernahme genehmigt zu bekommen.

Ja, nicht jeder hat die Möglichkeiten gegen seine Krankenkasse vor Gericht zu ziehen.
 
Karan S'jet schrieb:
Das würde ich gerne glauben, sehe ich aber kritisch. Sieht man ja bei der FFS wo die Krankenkassen das pauschal erstmal ablehnen. Mir ist nur ein Fall bekannt, wo die Transfrau geklagt hat und recht bekommen hat, sodass die Krankenkasse zum. 50% der 20.000€ zahlen musste.
Spannend, ich hab da aktuell keine Meinung zu. Die Trans-Frau im Video jedenfalls finde ich sah vorher auch schon ziemlich aus wie eine Frau, aber da kann man gewiss verschiedener Meinung sein. Aber wenn sie mit "dem Gesicht" schon angegriffen worden ist, dann liege ich vermutlich eher falsch. Hinterher war sie jedenfalls deutlich weiblicher vom Gesicht her.
Mein spontaner Gedanke wäre, dass die Bezahlung solcher weiteren optischen Angleichungen auf Einzelfallbasis entschieden werden (z.B. .... durch... Gutachten :D). Das hätte aber natürlich starkes Konfliktpotential und mir ist klar, dass niemand diese Idee gut findet ;).
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
Herrscht eurer Meinung nach in den entsprechenden Lebensphasen ein gesellschaftliches Klima, welches es LGBTQI Menschen erlaubt ihre Geschlechtsidentität offen auszuleben ohne diskriminiert zu werden?
Wenn nein, was könnten eurer Meinung nach die bestimmenden kulturellen Ursachen für dieses Klima sein und durch welche Maßnahmen könnte man diese Beheben?

Als erste Maßnahme schlage ich vor, die Sprache nicht permanent zu verbiegen, so wie es Minderheiten aus allen Ecken und Himmelsrichtungen (bzw. deren Vertreter) gelegentlich praktizieren. Das betrift Veganer, Behinderte, LBGTQ+, manche Bürger mit Migrationshintergrund und viele mehr.

Also: Ich habe kein "heteronormatives Weltbild" sondern ich bin ganz einfach normal und hetereosexuell. Genauso bin ich normal und gesund (im Rahmen meiner kleinen Wehwehchen) im Gegensatz zu einem behinderten Kollegen, der im Rollstuhl sitzt und zu meiner kranken Nachbarin, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Ich sage bewusst: Normal und nicht "normal gehend" oder irgendeine andere gestelzte, künstliche Ausdrucksform aus einer Szene, die vielleicht in guter Absicht Inklusion zum Ausdruck bringen will. Es wäre diversen Minderheiten (Achtung Wortwitz!) damit geholfen, nicht ständig den 90% einzureden sie müssten sich ständig mit irgendwelchen neuen Attributen und Bezeichnungen für ihre Normalität und Durchschnittlichkeit konfrontieren lassen. Ein ganz besonders nerviger Fall war ein extremer Veganer, der kürzlich mal in meinem beruflichen Umfeld auftauchte. Seine Privatsache, was er essen möchte. Meine Nachbarn sollen bitte auch lieben, für zum wem/wer oder was sie auch immer sich hingezogen fühlen. Wenn sich Leute künftig jedes Jahr einmal neu etscheiden wollen, ob sie Männlein oder Weibchen sind, wird es nach meinem Gusto absurd.

Die Lebensphasen spielen m.E. überhaupt keine Rolle, abgesehen von dem Faktor dass ältere Menschen etwas mehr zu wertkonservativen Überzeugungen neigen als es bei jungen Menschen der Fall ist.
 
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Karan S'jet schrieb:
Mir ist nur ein Fall bekannt, wo die Transfrau geklagt hat und recht bekommen hat, sodass die Krankenkasse zum. 50% der 20.000€ zahlen musste.

Hätte ers/sie sich stecken können, sah schon vor der 20k-OP wie eine normale gutaussehende Frau. Find durch die Kinn-"Kürzung" wirken die Wangen breiter, was "es" wieder männlicher macht.

Ich finde, solange niemand wirklich durch Gene/Krankheit oder Unfall "entstellt" aussieht sollten solche OP's von körperlich Gesunden privat bezahlt werden.

Wenn der Geist nicht zum (normal gesunden) Aussehen passt ist am Geist was nicht in Ordnung. Ich bin sicher auch keine Schönheit, aber mein inneres "Ich" ist mit diesem Aussehen aufgewachsen, ich würd die 20 000 € eher spenden, an die, die wirklich existentielle Probleme im Leben haben, die sich nicht mal einen Arzt leisten können für lebensrettende körperliche Behandlungen.
 
Taigabaer schrieb:
Ich finde, solange niemand wirklich durch Gene/Krankheit oder Unfall "entstellt" aussieht sollten solche OP's von körperlich Gesunden privat bezahlt werden.

Wenn der Geist nicht zum (normal gesunden) Aussehen passt ist am Geist was nicht in Ordnung.

Ja, so ist das wenn man sich zum Thema äußert, wenn man selber den Leidensdruck gar nicht nach empfinden kann weil man selber schlicht und ergreifend gar nicht betroffen ist. Das ist übrigens ein großer Problem in unserer Gesellschaft. Erinnert mich gerade so ein bisschen daran, wo eine bestimmte - nicht betroffene Gruppe - darüber diskutiert ob gewisse Begriffe rassistisch sind oder nicht - i mean, einfach mal die Betroffenen zu fragen ist wohl zu viel verlangt.

Ne sorry, bin hier raus.

Hab kein Bock darauf das jeden Tag ein neuer User in den Thread kommt wovor ich mich wieder von vorne rechtfertigen muss, nur weil ich bei der Geburt das AMAB-Los gezogen habe. Ich bin euch 0 Rechenschaft schuldig, ich werde meinen Weg gehen - ob es dir gefällt oder nicht.

Die anderen können sich gern per PN melden, falls es da noch Fragen gibt. Aber hier machen meine Nerven nicht mehr mit. Das zeigt nur, dass ein Safe Space / Gated Community für die betroffenen Personen immer noch sehr wichtig ist - und zum Glück gibt es diese dank den sozialen Medien auch in Deutschland.

Sonst wäre ich verloren.
 
Hallo

Taigabaer schrieb:
Ich finde, solange niemand wirklich durch Gene/Krankheit oder Unfall "entstellt" aussieht sollten solche OP's von körperlich Gesunden privat bezahlt werden.
Da bin ich komplett bei dir, ich würde das sogar einschränken und die Gene raus nehmen, soll die Gemeinschaft häßlichen weniger gut ausehenden Menschen die Schönheits OP's bezahlen ?
Wenn ich so manche sehr gut aussehende Mädchen/Frauen sehe die sich beim Beauty Doc unters Messer legen weil sie sich nicht schön finden kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln.

Karan S'jet schrieb:
Ja, so ist das wenn man sich zum Thema äußert, wenn man selber den Leidensdruck gar nicht nach empfinden kann weil man selber schlicht und ergreifend gar nicht betroffen ist.
Wie weit soll das denn gehen, soll die Gemeinschaft häßlichen weniger gut aussehenden Menschen die Schönheits OP's bezahlen ?
Es wird sich immer irgend ein Arzt finden lassen der attestiert das optisch noch Luft nach oben ist und die Person deswegen leidet.

Karan S'jet schrieb:
Hab kein Bock darauf das jeden Tag ein neuer User in den Thread kommt wovor ich mich wieder von vorne rechtfertigen muss, nur weil ich bei der Geburt das AMAB-Los gezogen habe. Ich bin euch 0 Rechenschaft schuldig, ich werde meinen Weg gehen - ob es dir gefällt oder nicht.
Du mußt dich hier auch gar nicht rechtfertigen, das erwartet hier niemand von dir.

Karan S'jet schrieb:
Aber hier machen meine Nerven nicht mehr mit.
Was hast du denn erwartet, das du Heteronormative in einem Computerforum dazu bringen kannst jubelnde LGBTQI Befürworter zu werden ?

Karan S'jet schrieb:
Das zeigt nur, dass ein Safe Space / Gated Community für die betroffenen Personen immer noch sehr wichtig ist - und zum Glück gibt es diese dank den sozialen Medien auch in Deutschland.
Habe ich dir nicht ganz am Anfang geschrieben das ein Computerforum mit Heteronormativem Überschuss nicht die beste Anlaufstelle für das Thema LGBTQI darstellt ?

Grüße Tomi
 
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Karan S'jet schrieb:
Ja, so ist das wenn man sich zum Thema äußert, wenn man selber den Leidensdruck gar nicht nach empfinden kann weil man selber schlicht und ergreifend gar nicht betroffen ist. Das ist übrigens ein großer Problem in unserer Gesellschaft. Erinnert mich gerade so ein bisschen daran, wo eine bestimmte - nicht betroffene Gruppe - darüber diskutiert ob gewisse Begriffe rassistisch sind oder nicht - i mean, einfach mal die Betroffenen zu fragen ist wohl zu viel verlangt.

Ne sorry, bin hier raus.

Du musst Dich hier nicht "rechtfertigen". Ich bin schwer krank und weiß nicht wie lange ich noch mach, wenn ich Glück hab "finde" ich ein Spenderorgan, letztes Jahr starb meine beste Freundin an Krebs. Also lern Du erstmal was "ernsthafte" Probleme sind bevor Du Leute hier angehst.

Ich wäre froh wenn ich eine Behandlung "privat" auch auf Kredit bezahlen könnte die mich "rettet". Und da hab ich wenig Verständnis für, wenn psychologische Probleme mit teuren körperlichen Behandlungen von der Versicherungsgemeinschaft bezahlt kuriert werden sollen.
 
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Taigabaer schrieb:
Du musst Dich hier nicht "rechtfertigen". Ich bin schwer krank und weiß nicht wie lange ich noch mach, letztes Jahr starb meine beste Freundin an Krebs. Also lern Du erstmal was "ernsthafte" Probleme sind bevor Du Leute hier angehst.
Es tut mir leid für Dich, dass Du einen Verlust erlitten hast, wirklich ganz ehrlich. Ich verstehe auch Deine Reaktion, dass es "ernsthaft" war, der Tod ist das, was uns alle eint aber es ist auch das wovor wir uns alle fürchten.
Die Menschen, die noch leben, soll man ihnen nicht ein noch angenehmes Leben ermöglichen? Natürlich gilt das für alle somit auch für Dich. Ich hoffe, Du machst die nächsten 50+ Jahre und Du schreibst einfach irgendwas hier in diesem Forum. Ganz ehrlich, ich würde mich auch sehr freuen, wenn Du einfach mich alle paar Monate oder wie es Dir beliebt per PN anschreibst, tue's einfach wenn Du es möchtest.
 
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Taigabaer schrieb:
psychologische Probleme mit teuren körperlichen Behandlungen von der Versicherungsgemeinschaft bezahlt kuriert werden sollen
Inwiefern ist das für dich relevant? Gibt es dann dadurch für dich eine Behandlung? Und wieso sind psychologische Probleme weniger relevant als körperliche?

Ich verstehe deinen Standpunkt von der Logik her nicht.
 
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Taigabaer schrieb:
Also lern Du erstmal was "ernsthafte" Probleme sind bevor Du Leute hier angehst.

Ah, jetzt sind wir also schon bei dem Thema, dass wir Leid gegeneinander aufrechnen.
Wer hier wen angeht darf jeder für sich selber entscheiden -> wer austeilt muss eben auch das Echo abkönnen.

Natürlich tut mir dein Verlust leid und ich drücke dir die Daumen, dass du einen passenden Spender findest. Aber sorry, nein, deine Einstellung kann ich nicht nachvollziehen.

Daran sieht man mal, dass psychische Krankheiten in der Gesellschaft immer noch nicht gleichwertig zum körperlichen behandelt werden. Man sieht ja von außen gesund aus.
Ist ja bei Depressionen oder PTBS das gleiche, ohne dass ich das gleichsetzen möchte.
 
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Karan S'jet schrieb:
Ah, jetzt sind wir also schon bei dem Thema, dass wir Leid gegeneinander aufrechnen.
Wer hier wen angeht darf jeder für sich selber entscheiden -> wer austeilt muss eben auch das Echo abkönnen.

Natürlich tut mir dein Verlust leid und ich drücke dir die Daumen, dass du einen passenden Spender findest. Aber sorry, nein, deine Einstellung kann ich nicht nachvollziehen.

Wer hat denn hier seinen "Leidensdruck" herausposaunt, nur weil jemand eine andere Meinung hat und daher Deiner Meinung nach nicht "wissen kann" was Leidensdruck ist? Aber danke für die Wünsche, kann es gebrauchen, ganz ehrlich.

Erkekjetter schrieb:
Inwiefern ist das für dich relevant? Gibt es dann dadurch für dich eine Behandlung? Und wieso sind psychologische Probleme weniger relevant als körperliche?

Ich verstehe deinen Standpunkt von der Logik her nicht.

Sie sind durchaus relevant, bedürfen aber einer anderen Herangehensweise. Stell Dir vor, derjenige würde gar keine Frauen kennengelernt haben, weil seine Mutter bei der Geburt gestorben wäre und er nur Männer aus einem Dorf kennen würde. Was hätte er dann für ein Problem? Hat er dann überhaupt eines? Wie sollte man es dann beschreiben, wenn er nicht mal das Wort "Frau" kennen würde? Und was wäre dann der Unterschied zu anderen Dingen die jemand haben will, aber nicht haben kann, weil es die Kasse nicht bezahlt? Sex auf Rezept, weil man ohne Sex depressiv wird und sich irgendwann das Leben nimmt? Einen Sportwagen, weil man wie "andere" posen will und ohne sich als "Verlierer" fühlt und deswegen sich irgendwann das Leben nimmt?

Man muss lernen mit dem Leben klarzukommen, wenn man keine ernsteren Sorgen hat.

Es gibt hammerharte sogenannte "psychische" Erkrankungen die einen innerhalb von Minuten in den Selbstmord treiben können, Halluzinationen die körperlich als "echte Folter" fühlbar sind und einen an die Hölle und Dämonen glauben lassen. "Psychische" in Klammern, weil es eigentlich neurologische (körperliche) Krankheiten sind die die Folge von Botenstoff-Mangel/Überschuss sind, welche Halluzinationen verursachen unabhängig vom Verstand des Betroffenen. Der "Wahnsinn" entsteht in erster Linie daraus, dass man jemand Hallus irgendwie logisch erklären will. (Vom Geheimdienst verfolgt und gefoltert usw.)

Man sollte schon unterscheiden zwischen "Befindlichkeitsstörungen" und täglichem ernsthaften Überlebenskampf. Und wenn einem Mann das sooo wichtig ist als Frau rumzulaufen, kann er das gerne tun und sich auch operieren oder verstümmeln lassen wie er will, aber nicht vom Geld was dann anderen eventuell fehlen könnte, die nicht solche Luxusprobleme haben. Dafür gibts Ratenkredite, wenn einem das sooo wichtig ist. Genau wie für den oben genannten bezahlten Sex und teure Sportautos.

Gibt Einige die sich wieder "zurückoperieren" lassen wollen/müssen, weil sie gemerkt haben dass Ihre eigentlichen Probleme dadurch nicht behoben wurden und das wird dann noch teurer für die Versichertengemeinschaft, vor allem wenn es zu eigentlich vermeidbaren Komplikationen kommt.


Wäre vielleicht eine Geschäftsidee, eine Versicherung die zu Geburtes eines Kindes abgeschlossen wird, falls das Kind im Laufe seines Lebends mit seinem körperlichen Geschlecht unzufrieden ist, so mit 1000 Euro Beiträgen im Jahr könnte das hinhauen, falls sich das Kind dann mit 18 entscheidet ein(e) andere(r) zu sein. Wenn es so 10% trifft könnte sich ein Versicherungsangebot von einer Firma für diese schon lohnen.
 
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Taigabaer schrieb:
Wer hat denn hier seinen "Leidensdruck" herausposaunt

Naja, dass man sich in einem LGBTQI Thread auch als betroffener dazu äußert, ist doch normal.

Taigabaer schrieb:
Aber danke für die Wünsche, kann es gebrauchen, ganz ehrlich.

Und die waren auch aufrichtig. Niemand sollte leiden müssen.

Taigabaer schrieb:
Man sollte schon unterscheiden zwischen "Befindlichkeitsstörungen" und täglichem ernsthaften Überlebenskampf. Und wenn einem Mann das sooo wichtig ist als Frau rumzulaufen, kann er das gerne tun und sich auch operieren oder verstümmeln wie er will, aber nicht vom Geld was dann anderen eventuell fehlen könnte,

Genderdysphorie ist eben keine Befindlichkeitsstörung sondern ein täglicher Überlebenskampf. Hat schon seinen Grund warum es unter Trans* Personen eine erhöhte Suizidrate gibt. Es zerreißt dich irgendwann von innen. Wie gesagt, ich will das nicht mit PTBS vergleichen weil das nochmal unter bestimmten Bedingungen nochmal ne Stufe härter ist, aber man sieht deutlich die parallelen wenn man sich mit betroffenen unterhält (hab einen Fall im Familienkreis).
Neben den üblichen hass gegen unseren Gruppen in anderen Ländern.

Taigabaer schrieb:
Gibt Einige die sich wieder "zurückoperieren" lassen wollen/müssen, weil sie gemerkt haben dass Ihre eigentlichen Probleme dadurch nicht behoben wurden und das wird dann noch teurer für die Versichertengemeinschaft,

Jo, im einstelligen Prozentbereich wie ich in diesem Thread bereits dargelegt hatte.
 
Taigabaer schrieb:
Man sollte schon unterscheiden zwischen "Befindlichkeitsstörungen" und täglichem ernsthaften Überlebenskampf. Und wenn einem Mann das sooo wichtig ist als Frau rumzulaufen, kann er das gerne tun und sich auch operieren oder verstümmeln wie er will, aber nicht vom Geld was dann anderen eventuell fehlen könnte, die nicht solche Luxusprobleme haben.
Schau doch mal, wenn ein Mensch diesen immensen Wunsch hat und der Wunsch erfüllbar ist, warum soll man es ihm verwehren? Jeder glückliche Mensch ist am Ende eine Bereicherung für die Gesellschaft, stelle Dir doch mal bitte vor, so jemand ist danach der Eigentümer eines ganz grossen Unternehmens, meinst Du nicht er/sie würde seine Mitarbeitern anders betrachten?
Ein kleines Beispiel: die Wachowski Geschwister, stelle Dir doch mal vor: man würde alles gegen ihre innere Überzeugung tun und sie würden dadurch die "Matrix" Reihe nie fertig bekommen, wäre das nicht ein Verlust für uns alle?
 
whtjimbo schrieb:
Schau doch mal, wenn ein Mensch diesen immensen Wunsch hat und der Wunsch erfüllbar ist, warum soll man es ihm verwehren?
Ist schon einfach wenn man gegen einen Strohmann argumentiert.

Niemand sprach vom Verwehren. Es geht darum welche Wünsche einfach von der Allgemeinheit getragen werden sollen.

Und als dann angebracht wurde, das bei dieser Überlegung nicht mehr nur noch um Empathie mit Transidenten geht, sondern es viele andere Gruppen gibt die Empathie bedürfen und Verdienen und wir deshalb etwas abwägen müssen welche Mittel wir dafür bereitstellen weil die Gießkanne irgendwann leer ist, und dann jeder was abbekommen haben sollte. Da war es dann auf einmal ganz unmöglich.

Und @Taigabaer hat sich da zu Wort gemeldet, weil er wohl direkt betroffen ist, von dem Fakt, dass die Ressourcen endlich sind und für seine Probleme bereits nichts mehr in der Gießkanne ist und er sich damit abfinden muss.

Ich finde es schon außergewöhnlich, das die Kosten für eine GAOP übernommen werden. Ich bin da auch totaler Laie aber mir ist nichts vergleichbares bekannt wo die Sozialkassen solche Kosten übernehmen wenn es "nur" um emotionales Leid geht.
Dagegen wurde hier ja aber nicht mal Argumentiert. Es wurde ja nur die Frage gestellt, ob die Kosten für die FFS auch übernommen werden sollte. Wobei die Diskussion ja quasi abgewürgt wird weil ja allein das stellen der Frage bereits den Befindlichkeiten nicht gerecht wird.

Es macht wahrscheinlich einfach keinen Sinn das hier im Forum zu Diskutieren, weil zwangsweise eine Menge Halbwissen eingeworfen wird. Aber allein die Erwähnung, dass wenn wir von weiteren Forderungen an das Sozialsystem und die Allgemeinheit reden, mehr Faktoren hinzu kommen als nur das Leid der Betroffenen, hat ja hier die Vertreterin anscheinend erheblich verstört.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Es wird sich immer irgend ein Arzt finden lassen der attestiert das optisch noch Luft nach oben ist und die Person deswegen leidet.
DAS ist eine sehr wichtige Bemerkung, denn sie zeigt einen komplett anderen Blickwinkel auf die Probleme, welche die Möglichkeit bedeuten kann, sich nachträglich an Schönheitsideale anpassen zu lassen.
"Da geht noch was" ... das bedeutet im Umkehrschluss eine Nichtpassung zum Ideal, und spätestens, wenn sich viele Menschen korrigieren lassen, eben eine Abweichung von der Norm.
Dann könnte man aber auch Schöhnheits-OPs ganz generell von der Kasse zahlen lassen, denn je mehr Menschen dem Ideal entsprechend, desto höher ist der Leidensdruck für die angeblich "Hässlichen".


Nebenbei sollten User, die gerne Adjektive wie "normal" benutzen, mal überlegen, wie viel "Norm" da drin steckt.
Wer "Hetero" für normal hält, der denkt klar heteronormativ und hat wahrscheinlich ein entsprechendes Weltbild.

Wenn man erzählt, dass man "normal" aussieht, etwas "normal" macht, sieht, meint, denkt, dann erklärt man damit alle Andersdenkenden, -aussehenden, -emfindenden, -meinenden für "unnormal".
Dann braucht man nurnoch eine Gruppe, die einen darin bestärkt, und schon ist die Diskriminierung inklusive fieser Folgen beinahe vorprogrammiert.

Das machen Minderheiten genauso wie Mehrheiten ... aber die Mehrheit sind halt mehr, also sind auch die Folgen für die Minderheiten fieser.
Daher ist es gerade in einem politioschen System, in dem es auf Mehrheiten ankommt, wichtig, die Minderheiten zu betonen.
Bei der Mehrheit ist das unnötig, denn die ist in einem solchen System eh betont, bzw. nicht von Regelungen betroffen, die die Mehrheit eben NICHT betreffen ... oder die in der Mehrheit niemanden betroffen machen.
Wenn nur Heteros heiraten dürfen, hat auch kein Hetero ein persönliches Problem damit ... denn der/die kann das ja ausleben, wie er/sie möchte. Dieses Problem haben nur die Abweichler ... die Minderheit, die alleine nichts bewegen kann, wenn sie nicht auf sich aufmerksam macht - und der Mehrheit damit erstmal auf den Keks geht.

Das Geschlechtliche (und damit auch das Transgeschlechtliche oder jede andere Geschlechtsidentität) ist dafür ein sehr gutes Beispiel.
Alles durchsetzt von Norm und Abweichung, und wir fangen eigentlich gerade erst an, das "mehr als binär" auszudifferenzieren.
 
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