DerOlf
Admiral
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Nein ... das ist genau das Gegenteil vom korrekten Begriff.BeBur schrieb:Du hast recht, "gleiche behandlung" ist der korrekte Begriff.
Was entsteht, wenn du Menschen mit unterschiedlichen Startbedingungen gleich behandelst und sie dann anhand ihres Grades der Zielerreichung in eine Hierarchie einordnest?
Genau, du benachteiligst die mit den schlechteren Startbedingungen, gerade WEIL du an alle die gleichen Anforderungen stellst (dadurch wird der Startpunkt normalisiert, was die Bewertung erst ermöglicht ... der Startpunkt ist aber nicht für alle identisch sondern maximal vergleichbar).
Überzeichnetes Beispiel. Elefant und Vogel ... beiden stellst du die gleiche Aufgabe ... die sollen sich auf einen Ast an einem Baum setzen.
Der Vogel ist ratz fatz oben und der Elefant hatte von Anfang an keine Chance.
An alle die Gleichen Anforderungen zu stellen ist eben gerade NICHT gerecht, wenn nicht alle die gleichen Grundvorraussetzungen mitbringen. Vögel kannst du so untereinander vergleichen, Elefanten auch, aber der Vergleich zwischen den beiden hinkt ganz gewaltig.
Wenn ich da an meine erste Freundin denke, deren Namen ich oben thematisiert habe, dann freue ich mich einfach, dass diese Frau nun mit ihren knapp 40 Jahrten endlich dieses störende "t" in ihrem Namen einfach streichen lassen kann.Zeitlupe_1982 schrieb:Die Argumente gegen das neue Selbstbestimmungsgesetz kommen immer aus der selben Ecke, man würde sich Vorteile erschleichen wollen oder Leute würden ihren Namen andauernd, wie in einem Online Game, ändern.
Aber wie bereits erwähnt, möglich war das auch vorher schon ... es war nur recht teuer (wegen der vielen Urkunden, die dafür eigentlich geändert werden müssten ... zum Beispiel steht der Name ja auch in der Geburtsurkunde ihrer Tochter und auch dort müsste er geändert werden).
Das Problem war bei der nie der Antrag, sondern das Geld ... denn das war schlicht nicht vorhanden.
Ich kann die Gesetzesänderung aber auch nicht aus der Perspektive Transidenter betrachten, denn ich bin nunmal kein Betroffener.
Für mich wirkt das ein bisschen nach pc-Symbolik ... ich sehe da ein Stück greenwashing vor mir, aber als nicht Betroffener steht mir diese Wertung mMn nicht zu.
Das mit den Nummern kam bei mir auch nicht daher, dass ich irgendwie gut informiert wäre (dass man ab 2008 tatsächlich fast pränatal eine Steuer-ID zugewiesen bekommt, war mir selbst neu).
Ich mag es einfach nicht, nummeriert zu werden ... denn auch wenn das eine einzigartige Kombination aus Zahlen und Buchstaben ist, so entspricht diese Nummer ganz sicher nicht meiner Identität als Mensch und stellt damit einfach nichts da, mit dem ich mich identifizieren könnte.
Darin vermute ich auch den Grund, warum nirgendwo offiziell zugegeben wird, dass man anhand dieser Nummern eineindeutig identifizierbar ist.
Der Name braucht Zusätze (Geburtsdatum, Wohnort) damit die Identifikation eineindeutig ist ... eine einzigartige Nummer braucht das nicht. meinen Namen gibt es mehrmals und ich bin nicht der einzige, mit diesem Geburtsdatum, Adresse ebenfalls ... aber meine Steuer-ID gibts nur ein mal.
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