LGBTQI und das heteronormative Weltbild

  • Ersteller Ersteller Zeitlupe
  • Erstellt am Erstellt am
Keylan schrieb:
Niemand sprach vom Verwehren. Es geht darum welche Wünsche einfach von der Allgemeinheit getragen werden sollen.
Es sind mMn keine Wünsche, sondern die Erfüllung des restlichen Lebens in der Form, die derjenige als unabdingbar für sich betrachtet.
Natürlich ist es verständlich, dass ein Mensch eine Prothese bekommt, wenn es notwendig ist, es ist jedem klar, dass ein gebrechlicher Mensch mit einem Rollstuhl oder Rollator ausgestattet wird, selbstverständlich muss jedes Kleinkind jegliche Unterstützung und Behandlung bei allen möglichen Krankheiten bekommen, aber gilt es dann nicht auch für alle anderen? Und was ist denn die Allgemeinheit, sind es die, die heute netto einzahlen und morgen "nur" empfangen?
 
@whtjimbo Ist immer wieder schön diese Fragen zu bekommen die, wenn man nur 2 Sätze weiter als das Zitat liest, bereits Beantwortet sind.

Allgemeinheit sind hier die Sozialkassen in dem Fall gesetzliche Krankenkasse.
Und es tut mir leid deine Seifenblasenwelt zu zerstören, aber.
whtjimbo schrieb:
restlichen Lebens in der Form, die derjenige als unabdingbar für sich betrachtet.
Wo fängt das an wo hört es auf? So pauschal ist das nicht nur eine Rechtfertigung für jegliche Schönheits-Op aus öffentlicher Hand, sondern geht weiter mit dem Bild in einem Haus zu wohnen und eine Familie zu gründen.
Für ersteres haben wir nicht genug für alle, für zweiteres landen wir bei Zwangheiraten.
Es gibt reale Zwänge der Welt (soziale aber vor allem auch natürliche) in der wir Leben die diesem Ideal entgegen stehen.
whtjimbo schrieb:
muss jedes Kleinkind jegliche Unterstützung und Behandlung bei allen möglichen Krankheiten bekommen

Tut es aber nicht. Zum einen müssen Eltern die eine umfangreiche Behandlung z. B. für ihr Leukämie krankes Kind wollen, erhebliche private Leistungen zahlen da es weit mehr gibt als nur das von der Kasse anerkannte. Und auch bei allen anderen Belangen wird gemacht was wirtschaftlich tragbar ist, nicht was möglich wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keylan schrieb:
Und auch bei allen anderen Belangen wird gemacht was wirtschaftlich tragbar ist, nicht was möglich wäre.
Natürlich ... wo wäre sonst der Anreiz, nach mehr Wohlstand zu streben?
:lol:
Das, was möglich ist, wird immer Luxus bleiben.
 
Daran sieht man, dass die jetzige Regierung sehr gut ist und bereits nach so kurzer Amtszeit so viel geregelt bekommt und sich eben um alle Schichten kümmert - und nicht nur um die der besser Verdienenden so wie es bei der CDU der Fall war.

Kurze Zusammenfassung des neuen Gesetzes

 
Noch was zum Thema Kostenübernahme bei Schönheits-OPs jeder Art (blöde Dominotheorie war das ... "wenn die dürfen, dann wollen am ende alle").

Bei GAOPs oder auch bei FFS/MFS geht es nicht um Schönheit oder die Anpassung an ein Ideal ... es geht darum, den im Spiegel zu sehen, als den man sich schon längere Zeit gesehen hat.
Und eben nicht den Typen/die Frau, der/die da bisher immer war.

Das Ablegen einer alten und stark belasteten Identität fällt weit leichter, wenn auch das Spiegelbild sich verändert ... ich würde mich "unfertig" fühlen, solange ich einen Frauenkörper mit meinem Gesicht dran sehen würde.

Wie wichtig es sein kann, mit dem eigenen Körper einverstanden zu sein (und eben nicht nur mit einzelnen Körperteilen), darin sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
 
Karan S'jet schrieb:
Daran sieht man, dass die jetzige Regierung sehr gut ist
Es freut mich für dich, das du dich dabei jetzt besser vertreten fühlst. Ich würde aber vorschlagen das Inhaltliche im Fokus zu halten, und die Politik nicht auf der Parteienebene ein zu bringen oder mit dem Politiker bashing anzufangen wie man es hier leider in viel zu vielen Topics sieht.
Das führt ganz schnell in einen Offtopic. Die Listen was Partei X angeblich getan oder nicht getan hat und wofür verantwortlich ist bringen uns hier nicht wirklich weiter.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: BeBur und DerOlf
DerOlf schrieb:
Wie wichtig es sein kann, mit dem eigenen Körper einverstanden zu sein (und eben nicht nur mit einzelnen Körperteilen), darin sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
Das ist nebenbei der Grund, aus dem die Feministinnen so gegen Schönheitsideale in den Medien und in der Werbung gewettert haben ... leider hat sich auf dem Gebiet bisher gerade in Deutschland relativ wenig getan.
 
DerOlf schrieb:
Noch was zum Thema Kostenübernahme bei Schönheits-OPs jeder Art (blöde Dominotheorie war das ... "wenn die dürfen, dann wollen am ende alle").
Die Frage ist halt, mit welchem Argument die Kostenübername begründet werden soll. Und wenn da nichts kommt was die Betroffenen hervorhebt gegenüber anderen Leiden die auch nicht übernommen werden ist es kein spezielles Argument für diese Betroffenengruppe mehr.
DerOlf schrieb:
Wie wichtig es sein kann, mit dem eigenen Körper einverstanden zu sein (und eben nicht nur mit einzelnen Körperteilen), darin sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
Und damit Argumentierst du quasi auch, das es zumindest in Relation zu setzendes Leid gibt, welches nahezu üblich ist, dessen Linderung aber auch privat Vergnügen ist.
Das bedeutet ja nicht, dass das Leid nicht real oder gering ist, noch das meine Probleme mit meinem Körper die selben seien die Transidente in dieser Thematik haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keylan schrieb:
Und damit Argumentierst du quasi auch, das es zumindest in Relation zu setzendes Leid gibt, welches nahezu üblich ist, dessen Linderung aber auch privat Vergnügen ist.
OK, das war allerdings nicht meine Absicht.

Mir ging es fast um eine therapeutische Sichtweise.
Die GAOP nebst Hormonbehandlung macht Anpassungen am Körper ... aber das Gesicht bleibt ziemlich gleich, weil der Gesichtsknochenbau gleich ist. Es ergeben sich vielleicht leichte Veränderungen durch eine andere Mimik und auch die verfestigen sich, aber es bleibt das alte gesicht bzw. genauer ... es bleibt ein Gesicht, welches den Transidenten an seinen Leidenweg erinnert.
Das erschwert den Aufbau einer neuen, stabileren Identität (das geht sogar weit über die Geschlechtsidentität hinaus), weil sich zum Beispiel beim morgendlichen Blick in den Spiegel eben kein wirklich anderes Gesicht zeigt.

Insgesamt geht es doch um die Identität und ihre relative Stabilität ... das solte das Ziel der Behandlung sein, falls eine GAOP schon von unabhägigen Gutachtern für gut befunden wurde.
Ganz oder garnicht ... das meinte ich damit. Wenn man die GAOP zahlt, dann muss man das auch zuende bringen, und auch eine FFS/MFS zumindest mittragen.

Bei Luxusproblemen, wie der etwas zu spitzen Nase, oder den etwas zu tief hängenden oder zu betonten Wangenknochen (Hilfe, ich bin noch nicht nahe genug an meinem Ideal), sehe ich das Problem ganz anders, und das ist durch eine OP auch nicht zu lösen.
 
DerOlf schrieb:
Wenn man die GAOP zahlt, dann muss man das auch zuende bringen, und auch eine FFS/MFS zumindest mittragen.
Aber @Karan S'jet hat doch selbst vorgebracht, dass eine FFS/MFS oftmals nicht notwendig ist.

Also muss es ja Kriterien geben, welche eine Notwendigkeit bewertbar machen. Nicht in Stein gemeißelt, aber Richtlinien.
Und die Frage der Notwendigkeit muss eben auch in Relation stehen, zu anderen Dingen die Notwendig sind, die aber um die selben begrenzten Ressourcen bedürfen.

Deswegen wäre es für eine Diskussion, die den laienhaften Teilnehmern (medizinisch) hier erlaubt sich eine Meinung zu bilden und Inhaltlich in die Diskussion fortzuschreiten, sinnvoll die bestehenden Richtlinien oder auch potentielle Erweiterungen vorzustellen und dann die bestehenden Hürden für eine Übernahme (bisher wurde der Klageweg vorgebracht) zu beschreiben und diese zur Diskussion zu stellen.

Denn Darum geht es im Endeffekt bei dem Themenstrang um die GAOP und FFS/MFS Kostenübername. Welche Hürden sollten bestehen um die Kosten übernommen zu bekommen? Keine? Aufwendige, aber für große Teile der Betroffenen ereichbare wie bei der GAOP? Oder Unüberwindbare, so wie es für die FFS zumindest dargestellt wurde? Oder was dazwischen?

Ich kann aber nicht die Einsichten liefern zu bestehenden Richtlinien zur medizinischen Bewertung oder den bestehenden Hürden. Und andere haben es bisher auch nicht getan.
Also drehen wir uns aktuell um die Relation zu anderen Notwendigkeiten die um die selben Ressourcen buhlen.

Dazu ist dein Argument so aufgebaut, das wenn man Folgt nahezu jeder Forderung nachzukommen sei, solange Betroffene noch einen Leidensdruck verspüren. Da kann ich mit Absurden Ideen kommen, wie das alte Klassenfotos öffentlich nicht mehr gezeigt werden dürfen weil man darauf noch in der alten Identität zu sehen ist. Oder das Rothaarige keine Zöpfe mehr tragen dürfen weil man von so jemanden früher gehänselt wurde.
Aber auch nur drastisches. Wie das die öffentlich Hand doch auch den Umzug in eine neue Wohnung finanzieren soll, weil die alte und das alte Umfeld auch viel mit dem Identitätskampf verbunden ist.

Ich rate gerade als nicht Betroffener was mögliche Belastungen sein könnten und wie gut oder schlecht sich das wirklich auch nur in Einzelfällen wiederfindet spielt eigentlich keine Rolle.
Für ein Sozial-verträgliches Vorgehen braucht es einen Konsens bis zu welchem Maße die Linderung des Leids eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und wann es eine private ist.

Und auch wenn ich mich wiederhole gibt es eine ganz erhebliche Menge an Leid welches wir in der privaten Verantwortung sehen. Und alles was in die gesamtgesellschaftliche Verantwortung soll, muss begründet werden.

Und meine Erwartung ist, dass wir die relevanten Argumente hier im Forum ohnehin nicht zu hören bekommen und deshalb meine Meinung wahrscheinlich bei der Standardposition "keine besondere Begründung also privat" hängen bleibt.
Aber entschieden wird das ja nicht von mir, sondern von Ärztegremien und Ethikkommissionen. Und die Frage ist welche Argumente diese vorbringen, und ob man die nicht bis ins Forum tragen könnte um auch hier die Meinungen abzuholen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keylan schrieb:
Dazu ist dein Argument so aufgebaut, das wenn man Folgt nahezu jeder Forderung nachzukommen sei, solange Betroffene noch einen Leidensdruck verspüren. Da kann ich mit Absurden Ideen kommen, wie das alte Klassenfotos öffentlich nicht mehr gezeigt werden dürfen weil man darauf noch in der alten Identität zu sehen ist. Oder das Rothaarige keine Zöpfe mehr tragen dürfen weil man von so jemanden früher gehänselt wurde.
Aber auch nur drastisches. Wie das die öffentlich Hand doch auch den Umzug in eine neue Wohnung finanzieren soll, weil die alte und das alte Umfeld auch viel mit dem Identitätskampf verbunden ist.
Und mit diesem Argument kannst du so gut wie jede Kostenübernahme ablehnen.
Wie gesagt ... Dominotheorie.

Das Klassenfoto siehst du nicht jedes mal, wenn du an einer spiegelnden Fläche vorbeiläufst und die Wohnung kann man wechseln. Eine Frisur zu ändern ist ebenfalls recht einfach.
Aber egal, was du machst, dein Gesicht wirst du ohne OP einfach nie so wirklich los und ein komplett neues schnibbeln die dir auch nicht auf Kassenkosten zurecht.
Keylan schrieb:
Oder das Rothaarige keine Zöpfe mehr tragen dürfen weil man von so jemanden früher gehänselt wurde.
Die individuelle Freiheit endet dort, wo sie andere Freiheiten einschränkt.
Auch wegen psychischer Belastungen darfst du niemandem vorschreiben, welche Haarfarbe oder Frisur er haben darf.

Ich habe eine Person in meiner Vergangenheit, die mich etwas traumatisiert hat ... und jedesmal, wenn ich seinen Namen höre werde ich daran erinnert ... es wäre toll diesen Namen nicht mehr hören zu müssen ... leider hat mein eigener Bruder den selben.
Für mich ist relativ klar, was ich fordern würde, und was nicht ... einfach weil ich für meinen Teil denke, dass das auch jeder selbst auf die Kette kriegen kann.
Fremde Menschen zu zwingen, einen Namen zu ändern oder ihn in meiner Gegenwart nicht mehr zu benutzen, das fände ich absolut lächerlich. Und mit Haarfarben, Frisuren, der Innenausstattung meiner Wohnung oder der Wohnung allgemein (Wohngegend) sehe ich das genauso.

Hilfe sollte so weit gehen, dass jemand in die Lage versetzt wird, zum Beispiel den Wohnort oder auch den Beruf zu wechseln. Hartz4, nur weil jemand in seinem alten Job nicht mehr arbeiten will (und dabei meine Argumentation oben nutzt) halte ich für falsch.
Es geht darum die Leute in die Lage zu versetzen, Änderungen selbst vorzunehmen, ohne dabei andere Einzuschränken. Ich bin in der Lage meine Frisur zu ändern (ganz ohne fremde Hilfe) und wenn ich was finde, was mir gefällt und das ich mir leisten kann, kann ich auch ganz einfach in eine andere Wohnung umziehen.
Mit dem Gescht geht das nicht ... denn sowas gibts nunmal nicht im Baumarkt oder bei IKEA.

Was du hier vorbringst ist ein Strohmann, denn eigentlich steckt in meiner Argumentation auch mit drin, dass es ohne Bewertungen durch Gutachten zumindest über das Umlagesystem, nicht geht.
Eine Begründung wurde hier auch schon mehrmals genannt ... die Gießkanne ist eben begrenzt und wir alle haben Angst, dass wir sie zwar unser ganzes Leben lang füttern, sie aber dennoch leer sein könnte, wenn wir sie mal wirklich brauchen.
Das hilft Bittstellern allerdings wenig, denn das Wissen, warum das System so agiert, mindert ja nicht das damit verbundene Leid eines immer und immer wieder erneut erlebbaren Traumas ... und all der Stress nur, weil jeder am liebsten nur seine eigenen benötigten Behandlungen bezahlt sehen will.

Aber eigentlich ist es garnicht der Fall, bei dem die Gießkanne leer war, der die Probleme mit der Kostenübernahme bei exotischen Eingriffen erklärt. Es ist was viel einfacheres. Es geht um die Beträge ... je mehr Leistungen übernommen werden,. desto teurer wird so ein Umlagesystem für alle (die unter der Beitragsbemessungsgrenze bleiben).
Das ist das eigentliche Problem mit der Kostenübernahme bei exotischen Behandlungen. Viele denken scheinbar "Scheiße, wenn DAS jetzt auch noch übernommen wird, dann klettert mein Beitrag bald in die Wolken". Journallien wie BILD und Co. tun immer wieder ihr Bestes, um diese Ängste zu schüren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keylan schrieb:
von dem Fakt, dass die Ressourcen endlich sind und für seine Probleme bereits nichts mehr in der Gießkanne ist und er sich damit abfinden muss.
Er sagte eigentlich wortwörtlich, dass es keine gibt. Daher auch meine Frage an ihn, was sich für ihn ändert, wenn die gkv solche Umwandlungen zahlt. Durch das gesparte Geld gibt es trotzdem keine Behandlung für seine krankheit. Und die gkv übernimmt einiges, was erheblich fragwürdiger ist. Zum beispiel homöopathie. Und auch dinge, die nur emotionaler natur sind. Brustvergrößerungen zum beispiel in gewissen umfang. Und anderer solcher „schönheitsops“. Also warum eben nicht auch solche, die psychologisch wohl erheblich gravierender sind?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Karan S'jet und DerOlf
Keylan schrieb:
Ich finde es schon außergewöhnlich, das die Kosten für eine GAOP übernommen werden. Ich bin da auch totaler Laie aber mir ist nichts vergleichbares bekannt wo die Sozialkassen solche Kosten übernehmen wenn es "nur" um emotionales Leid geht.
Ich finde das erst einmal außergewöhnlich gut. Zumal die Behandlung von 'emotionalem Leid' auch regelmäßig von den KK übernommen wird, darum geht es doch primär im ICD und auch per Definition setzt eine psychische Störung emotionales Leid voraus und ist zwar kein hinreichendes Merkmal, aber doch ein sehr wesentliches. Für einen Therapeuten wird das regelmäßig ein hinreichendes Kriterium sein und er/sie wird dann schon eine passende ICD Nummer finden, damit die Gemeinschaft aka GKV Therapiestunden für dich bezahlt.
 
Erkekjetter schrieb:
Und anderer solcher „schönheitsops“. Also warum eben nicht auch solche, die psychologisch wohl erheblich gravierender sind?

Übrigens befürworte ich jegliche Schönheits OP, solange da ein Leidensdruck im gewissen Umfang hinter steht. Kann nämlich auch Depressionen verursachen - das hat aber niemand verdient und das wünsch ich niemanden. Ist man einmal im depressiven Loch gefangen, ist der Weg zur Heilung echt schwer.
 
Karan S'jet schrieb:
Übrigens befürworte ich jegliche Schönheits OP, solange da ein Leidensdruck im gewissen Umfang hinter steht. Kann nämlich auch Depressionen verursachen - das hat aber niemand verdient und das wünsch ich niemanden. Ist man einmal im depressiven Loch gefangen, ist der Weg zur Heilung echt schwer.
Das mündet u.a. schnell in einer sehr großen Grauzone die sehr einfach ausgenutzt werden kann. Von daher halte ich es grundsätzlich für richtig, dass das kommunizierte Leid von Menschen für sich genommen nicht alleine ausschlaggebend ist, sondern die Einschätzung von Experten (Ärzte, Psychologen, etc.), basierend auf Vorgaben noch größerer Experten (ICD, etc.).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Auricom
BeBur schrieb:
Von daher halte ich es grundsätzlich für richtig, dass das kommunizierte Leid von Menschen für sich genommen nicht alleine ausschlaggebend ist, sondern die Einschätzung von Experten (Ärzte, Psychologen, etc.), basierend auf Vorgaben noch größerer Experten (ICD, etc.).
Natürlich ... niemand sollte sich auf Kasse einen Arm abnehmen lassen, nur weil der sich zwischendurch immer seltsam anfühlt.
Eine der wichtigsten Kriterien für die Kostenübernahme ist nämlich eigentlich die Erfolgsaussicht einer Behandlung. Und um die bewerten zu können, braucht es Mediziner. und wenn die einfach nicht rausfnden, woher die Leiden kommen, können sie auch keine Diagnose stellen und keine Behandlungsempfehlung geben ... also können sie auch die Wirksamkeit einer Vorgeschlagenen Behandlung im Bezug auf die Linderung von Leid nur schlecht bewerten.
Mechanistisches Weltbild eben ... wie wahrscheinlich stellt die vorgeschlagene Behandlung die Ursache des Leids ein und wie kann dieser Zusammenhang begründet werden?
Aus deser Notwendigkeit der Erklärung und Begründung entsteht das von Transidenten erlebte Leid auf dem Weg durch die Bürokratie.
Im Grunde produzieren solche Sicherungssysteme (das ist nichts anderes, als eine Versicherung gegen möglichen Missbrauch, wie hier ja oft genug angeklungen ist) immer auch Leid. Denn es gibt immer welche, die zwar leiden, bei denen die Begründung für eine Kostenübernahme aber eben nicht ausreicht (nicht den bürokratischen Anforderungen genügt).
Leider wird denen dann ganz gerne mal garnicht geholfen.

Als tatsächlich Bedüftige oder Betroffene fühlt es sich trotzdem Scheiße an, wenn man immer wieder mit den Schmarotzern (die es zweifelsohne gibt) in einen Topf geworfen wird.

In diesem Bezug nehme ich der BLÖD auch ihre gestrige Schlagzeile zum Selbstbestimmungsgesetz recht übel ... als würden die Menschen nun aus lauter Jux und Dollerei Gender-PingPong spielen.
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
In diesem Bezug nehme ich der BLÖD auch ihre gestrige Schlagzeile zum Selbstbestimmungsgesetz recht übel ... als würden die Menschen nun aus lauter Jux und Dollerei Gender-PingPong spielen.
„Regierung bricht mit Biologie“ 🤮 was hier ausreichend widerlegt werden konnte und versenkt wurde.
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
„Regierung bricht mit Biologie"
Weißt du, welche Gedanken einem Ex-Autonomen da durch den Kopf schießen, der an einer Tankstelle mit Leergut, alten Lappen und Öl-Heizung arbeitet?
:kotz:
 
DerOlf schrieb:
Im Grunde produzieren solche Sicherungssysteme (das ist nichts anderes, als eine Versicherung gegen möglichen Missbrauch, wie hier ja oft genug angeklungen ist) immer auch Leid. Denn es gibt immer welche, die zwar leiden, bei denen die Begründung für eine Kostenübernahme aber eben nicht ausreicht (nicht den bürokratischen Anforderungen genügt).
Leider wird denen dann ganz gerne mal garnicht geholfen.
Perfekte oder auch nur gute Systeme gibt es in diesem Maßstab leider nicht. Dazu kommt, dass Experten sich irren können, Betroffene aber auch bzw. erst recht. Ich kenne Menschen, die beruflich an Diagnosen mitwirken und es ist in einigen Bereichen nahezu üblich, dass die Patienten selber eine deutliche Meinung dazu haben, was ihnen denn fehlt (also was die Quelle des Leidens ist). Das ist aber regelmäßig mehr oder minder offensichtlich unzutreffend. Ein klassisches Beispiel ist Sucht, man sei natürlich nicht süchtig, sondern konsumiere nur regelmäßig und auf keinen Fall könne das Leiden mit den Drogen zusammen hängen...
 
BeBur schrieb:
sondern die Einschätzung von Experten (Ärzte, Psychologen, etc.), basierend auf Vorgaben noch größerer Experten (ICD, etc.).

Gegen ein separates Gutachten sag ich gar nichts. Das ist dann ja auch eine ganz andere Ausgangslage als wenn die Krankenkasse pauschal "nein" sagt.

Aber das ist ja was wo man trotzdem Stress hat, z.B. als Transfrau bei der Brustop. Wenn man nach 2 Jahren HRT immer noch eine Körbchengröße kleiner als A hat, hat man einen Anspruch auf die OP. Natürlich muss man wieder die Gutachten vorlegen. Aber trotzdem kann die Krankenversicherung erstmal wieder pauschal "nein" sagen wenn die keinen Bock haben. Dann muss man (wieder) vor Gericht. Als betroffene Person wirkt es dann schnell, dass bei den Krankenkassen die Entscheidungen willkürlich getroffen werden
 
Zurück
Oben