LGBTQI und das heteronormative Weltbild

  • Ersteller Ersteller Zeitlupe
  • Erstellt am Erstellt am
@Incanus

In wiefern ändert es inhaltlich etwas, wenn man in einer wissenschaftlichen Arbeit

Mitarbeiter
Mitarbeitende
Mitarbeiter*innen schreibt?

Aufgrund der Mehrdeutigkeit müsstes du sowieso differenzieren, falls das Geschlecht relevant ist.

"Die Mitarbeiter verdienen im Durchschnitt X% mehr als die Mitarbeiter" ergibt eben im generischen Maskulinum keinen Sinn.
 
Im englischen finde ich das schon einfacher. Mal ein plakatives Beispiel:

Der Panzer = the tank
Das Schiff = the ship
Die Frauen = the women
Etc

Im englischen ist gender (sozial) und Sex (Biologie) ganz klar getrennt. Im deutschen nicht, und das sorgt bei einigen für Verwirrung.
 
Karan S'jet schrieb:
Nö, er stellt es als Fakten hin - sind sie aber nicht.
Natürlich sind es Fakten. Gendern ist im Augenblick (noch) grammatikalisch falsch, das ist doch Fakt.

sudfaisl schrieb:
Also wenn hier schon Cismann/Cisfrau und als logische Konsequenz Transmann/Transfrau als Begrifflichkeit abgelehnt wird weil "neuer Begriff einer Minderheit" (der schon seit ewigen Jahren benutzt wird...), dann ist die ganze Diskussion doch reichlich überflüssig.
Natürlich lehne ich ab, als Cismann bezeichnet zu werden, das ist für mich nicht zutreffend.
 
Ja gut, dann ist dein angeborenes (also durch Geschlechtsmerkmale identifizierbares) und soziales (Geschlechtsidentität) Geschlecht halt unidentisch.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: TheManneken
Die Schlussfolgerung verstehe ich nicht. Ich bin als Mann geboren und fühle mich als Mann, also bin ich ein Mann, Punkt.
 
Also bist du ein Cismann. Präzise Beschreibung deines Satzes in einem Wort. Steht halt auch im Duden wenn man hier schon Wert auf "ordentlich" verbriefte Rechtschreibung und Grammatik legt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Karan S'jet, TheManneken und Zeitlupe
Ein Cisgender-Mann ist einfach eine wertneutrale wissenschaftliche Beschreibung.

Diese Bezeichnung abzulehnen ist in etwa so, als würdest man den begriff homo sapiens ablehnen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: sudfaisl
sudfaisl schrieb:
Also bist du ein Cismann.
Nein, bin ich nicht, Mann reicht völlig aus. Erfundene Bezeichnung um mich von etwas anderem abzugrenzen sind völlig unnötig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Apacon
sudfaisl schrieb:
Also bist du ein Cismann. Präzise Beschreibung deines Satzes in einem Wort. Steht halt auch im Duden wenn man hier schon Wert auf "ordentlich" verbriefte Rechtschreibung und Grammatik legt.
Oder einfach ganz ohne Ideologie: Ein Mann.

"Cismann" ist schon länger ein eindeutig abwertender Begriff und mitnichten neutral, vergleichbar mit dem etwas älteren Begriff "Transe" der wohl unstrittig keine neutrale Beschreibung einer Transperson ist.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tomislav2007, Apacon und Incanus
Incanus schrieb:
Erfundene Bezeichnung
Es werden regelmäßig Wörter erfunden um neue Dinge zu beschreiben. So wurde der Begriff Transgender für Menschen erfunden die sich mit dem Gegenteil ihres biologischen Geschlechts identifizieren. Diese Tatsache macht es natürlich notwendig einen Begriff zu schaffen der eben das Gegenteil beschreibt.

So werden nun Menschen als Cis-Mann/Cis-Frau bezeichnet bei denen das soziale und biologische Geschlecht identisch sind.

Im realen Leben sind sowohl Transmann & Cis-Mann beides Männer. Will man jedoch eine Gruppe speziell ansprechen macht es natürlich Sinn den Begriff Transmann oder Cis-Mann zu verwenden.

Du kannst natürlich auch statt der Abkürzung Cis-Mann oder Transmann, jedes mal die lange Form verwenden damit dein Gegenüber versteht was du meinst.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Zeitlupe, Erkekjetter, TheManneken und 2 andere
Lipovitan schrieb:
Im realen Leben sind sowohl Transmann & Cis-Mann beides Männer. Will man jedoch eine Gruppe speziell ansprechen macht es natürlich Sinn den Begriff Transmann oder Cis-Mann zu verwenden.
Genau diese Form der Identitätspolitik sehe ich als zunehmend toxisch an für das gesellschaftliche Miteinander und wird vermutlich weder Akzeptanz noch Toleranz fördern. Wir waren eigentlich vor all zu langer Zeit mal soweit das wir das Individuum betrachten und beurteilen.

Mittlerweile wird wieder zunehmend nach Geschlecht, Ethnie, Herkunft, Familienhistorie oder anderen Merkmalen regelrecht separiert, unabhängig vom Individuum. Das ist keine gute Entwicklung und führt am Ende zu extremen Gegenbewegungen und dem Verlust der gesellschaftlichen Mitte für eigentlich sinnvolle Anliegen, was man in den USA mit gruselnden Tempo gut sehen kann.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tomislav2007
Lipovitan schrieb:
So werden nun Menschen als Cis-Mann/Cis-Frau bezeichnet bei denen das soziale und biologische Geschlecht identisch sind.
Ich sehe keinerlei Notwendigkeit einen neuen Begriff für Mann oder Frau zu finden. Trans- als Zusatz für Menschen die sich nicht ihrem biologischen Geschlecht zugehörig fühlen reicht doch völlig aus.

Mit dem Zusatz Cis- kann ich mich jedenfalls nicht identifizieren und fühle mich nicht angesprochen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tomislav2007, Apacon und The_waron
The_waron schrieb:
Wir waren eigentlich vor all zu langer Zeit mal soweit das wir das Individuum betrachten und beurteilen.

Wann soll das gewesen sein? Vor 1994, wo Homosexualität noch eine Straftat war? Vor 2011, wo man transidenten noch eine Sterilisation auferlegt hat, bevor sie ihren Personenstand ändern durften? Oder Vor 1969, als Kuppelei noch strafbar war?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Erkekjetter und TheManneken
Zeitlupe_1982 schrieb:
Wann soll das gewesen sein? Vor 1994, wo Homosexualität noch eine Straftat war? Vor 2011, wo man transidenten noch eine Sterilisation auferlegt hat, bevor sie ihren Personenstand ändern durften? Oder Vor 1969, als Kuppelei noch strafbar war?
Wenn deine Frage nicht zu 100% ein durchgehender Strohmann wäre, könnte ich irgendwie versuchen darauf zu antworten.
 
@Incanus Also wenn ich explizit von "Männern/Frauen" spreche, dann sollen sich Cis-Männer/Cis-Frauen und Transmänner/Transfrauen angesprochen fühlen.

Nun möchte ich aber in einer Diskussion ausschließlich Menschen ansprechen bei denen das soziale und biologische Geschlecht identisch sind.

Dann soll ich deiner Meinung nach einfach den Begriff "Mann/Frau" verwenden. Hier fühlen sich dann aber ebenfalls Transmänner/Transfrauen angesprochen obwohl ich dies nicht beabsichtige. Deswegen ist der Begriff "Cis-Mann/Cis-Frau" zur Differenzierung eben wichtig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Erkekjetter, TheManneken und sudfaisl
@Lipovitan: Da bin ich weiterhin anderer Meinung, vor allem wenn man jemand einzelnen als Cis-Mann anspricht. Das hat für mich immer eine negative Konnotation.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: VoAlgdH und Apacon
The_waron schrieb:
"Cismann" ist schon länger ein eindeutig abwertender Begriff und mitnichten neutral
das liegt dann aber beim Hörer wie es ankommt. Da es inhaltlich keine Abwertung ist, muss auf persönliche Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen werden.
"Typisch Mann" kann auch so oder so empfunden werden.
 
Micke schrieb:
das liegt dann aber beim Hörer wie es ankommt. Es ist inhaltlich keine Abwertung.
Das Argument kann man zu 100% umdrehen und dann ist es keines mehr: "Du bist eine Transe" ist demnach keine Abwertung für eine Transperson, wenn es so ankommt, liegt das halt beim Hörer.

Da ist schon ein derber Logikfehler drin.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tomislav2007, Apacon und Anoubis
Zurück
Oben