LGBTQI und das heteronormative Weltbild

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Zeitlupe_1982 schrieb:
So wie ich es verstanden habe, hat die staatliche Institution selbst den Schwanz eingezogen und ist vor niemanden Eingeknickt. Die Studis wollten eine Demo, kein Canceln
Soweit ich ein Interview mit denen verstanden habe, wollten sie durchaus ein canceln, sie waren nur nicht mit dem Grund zufrieden, aus dem die Uni den Vortrag abgesagt hat (sicherheitsbedenken).
Du hast natürlich Recht, dass die Uni in der Verantwortung stand, den Vortrag zu ermöglichen. Es hat sich aber leider eine Kultur des nicht-zulassen etabliert (aka Cancel-Culture), die so ein Verhalten stark normalisiert hat und dieses ist auf solche Aktivisten und Aufrufe zurück zu führen.

Zeitlupe_1982 schrieb:
Was sollen wir denn als Außenstehende von den "Sicherheitsgründen" halten? I Ich habe jetzt auf die schnelle den Vortrag von Christian Lindner an der Universität Bochum gefunden. Ist das mit "Sicherheitsgründen" gemeint, Studenten die ein Plakat hochhalten und diskutieren, muss man das deshalb vorsorglich absagen?
"Sicherheitsbedenken" trifft es denke ich auch nicht ganz genau. Es ging wohl eher darum, dass der Vortrags dann so weit gestört worden wäre, dass er nicht hätte stattfinden können, das hätte schlechte Presse gegeben für die Gesamtveranstaltung. Also ja, ich denke man hat mit solchen Sachen wie bei Lindner gerechent. Wobei das ja auch mal doppelt und dreifach so viele sein können. Nur das Lindner ein Rethorikexperte, ein Berufspolitiker, ein sehr selbstsicherer und charismatischer Mensch ist, der damit dann extrem gut umgehen konnte. Von einer Biologin kann man das so nicht erwarten.
Deine Charakterisierung des Vorfalls und des Vorgehens generell halte ich aber für falsch, es geht hier nicht um ein "Plakat hochhalten und diskutieren", sondern um stören und verhindern, das wird auch explizit gerne gesagt und ist auch das, was bei Lindner zu sehen war.
 
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BeBur schrieb:
Deine Charakterisierung des Vorfalls und des Vorgehens generell halte ich aber für falsch, es geht hier nicht um ein "Plakat hochhalten und diskutieren", sondern um stören und verhindern, das wird auch explizit gerne gesagt und ist auch das, was bei Lindner zu sehen war.
Was ja schon länger der Normalfall ist und in der Woke-Bubble auch so erwünscht ist, denn denen geht es nicht um eine offene, diverse Gesellschaft, sondern um eine totalitäre bei der Widerspruch mindestens niedergebrüllt werden muss, besser die Existenzen "Andersdenkender" gleich mit zu vernichten. In den USA geht das schon länger so und hat teilweise extremste Ausmaße angenommen, wie das Beispiel der Evergreen UNI zeigte, wenn man diese Aktivisten tief in den Hochschulbetrieb lässt.

Das Problem hierbei ist, das sich die breite Masse abwendet und ein radikaler Gegenpol sich etabliert, dies kann man eben auch in den USA sehr gut erkennen bei der sich eine Art Neo-Neo-(Ultra) Konservativer Gegenpol etabliert hat und schon in den höchsten Instanzen vertreten ist.
 
BeBur schrieb:
In einem Rechtsstaat darf aber nicht der Fackelmob regieren
Ein Kreis aus protestierenden Studierenden halte ich auch, erst einmal, nicht für einen Fackelmob.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist es eher so etwas:
Mit Fackeln sind Gegner der Corona-Politik vor das Haus von Sachsens Gesundheitsministerin Köpping gezogen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/sachsen-fackel-protest-101.html

Da möchte ich die Studierenden nicht gleichstellen. Ich glaube auch nicht, dass sie sie zusammengeschlagen hätten, um es einmal überspitzt zu formulieren.

Gleichwohl kann ein Protest natürlich auch eher friedlich oder eher ausufernd ablaufen.

Vor kurzem haben sich Protestierende auf eine Formel 1-Strecke geklebt, während des Rennens. Ist das friedlich?

BeBur schrieb:
Ich glaube, davon hat sie nichts gesagt.
Aus deiner Quelle:
Vollbrecht sagte der »Bild« , die Absage mache sie »traurig«. »Das Einknicken vor radikalen gewaltbereiten Aktivisten, die kein Verständnis von Biologie haben, ist verständlich, aber alarmierend.«
Deshalb für mich: Keine BILD und keine Welt. Ich (!) würde solchen Personen auch keine Bühne geben.

Studierende Proteste sind ja nun auch nichts neues. Wann entstanden die? 70er? 80er? :D

Die Frau hat schon einiges an Schmarn erzählt aber ich sehe es auch so: Die Uni ist in der Pflicht.
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
Ein alter weißer Mann wird man, in dem man sich so verhält wie einer (ablehnend gegenüber jeder progressiven politik, auch wenn sie einen zum großenteil garnicht mehr betrifft). Das ist ein überspitzer Begriff der einfach eine politische Einstellung beschreiben soll.
Du willst mir also erzählen, den Begriff würde auch eine Frau an den Kopf bekommen? Oder ein 14 Jähriger wenn er das selbe Argument vorbringt?
Es ist ein Slur (Beleidigung) welcher die Position einer Person als irrelevant darstellt indem sie den Charakter in Frage stellt aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Am Ende ist der Witz, das es eine Kombination ist aus Altersdiskriminierung, Sexismus und Rassismus. Dazu aber natürlich überwiegend im Internet verwendet wo die Zugehörigkeit zu den Gruppen nicht mal nachvollziehbar ist. Dennoch werden einfach Gruppenidentitäten mit Charakteristiken und Anschichten verknüpft und verurteilt.
Und dazu noch nicht veränderliche Merkmale.

Ich musste mir hier selbst in dem Topic schon die schöne toxische Maskulinität an den Kopf werfen lassen, wegen einem Argument, welches von der Autorin dann später doch als vollkommen valide anerkannt wurde.
Halt auch ein Kampfbegriff weil man in jemanden ein Feindbild sehen will und dieser Gruppe pauschal die Stimme entziehen möchte um sich nicht mit den Inhalten befassen zu müssen.

Dazu von dir selbst der Punkt der persönlichen Betroffenheit. Als ob ich eine Frau sein muss, um zu sehen wenn eine Frau Sexistisch behandelt wird, ein Schwarzer wenn ich Rassismus erkennen wollte, oder ein Kind sein müsste um die Interessen von Kindern sehen und Fördern zu können.
Dieses invalidieren von Ansichten nur weil sie nicht aus der Betroffenheit kommen ist einfach lächerlich. Insbesondere weil wir wissen, das Betroffenheit idr. die Gefahr einer weniger objektiven Position erhöht.

Zeitlupe_1982 schrieb:
dass viele dieser Posts und Tweets (die vorgeblich ernst gemeint sind und keine offensichtliche satire darstellen) von Trollen stammen.
Ich sehe nicht wo vorgegeben wird, dies seien ernst gemeinte Post's. Es sind einfach Post's und so was kann man im Internet nun mal finden. Das dies entweder die Extreme der Gruppierungen darstellt oder eben Trollen ist doch sehr deutlich. Und das diese beiden Aspekte nicht wirklich zu unterscheiden sind ist auch nichts neues. Wenn wir da eine unterschiedliche Absicht hinter sehen verweise ich auf Poe's Law.
 
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Skaiy schrieb:
Da möchte ich die Studierenden nicht gleichstellen. Ich glaube auch nicht, dass sie sie zusammengeschlagen hätten, um es einmal überspitzt zu formulieren.
Glaube ich auch nicht. Der "Fackelmob" war natürlich nicht wortwörtlich gemeint und natürlich gibt es in anderen Kontexten häufiger mehr Gewalt. Das macht das worum es hier geht aber nicht richtiger oder ok.

Ich habe das Gefühl, dass du versuchst zu relativeren und dich auch nicht positionieren willst. Findest du es denn in Ordnung, wenn Veranstaltungen wie der abgesagte Vortrag gestört bzw. verhindert werden? Das war ja das Ziel des Demoaufrufes Link und insofern haben sie ihr erklärtes Hauptziel erreicht. Oder Konkreter, findest du es gut, dass der Vortrag nach dem Twitter-Aufruf abgesagt werden musste?
 
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BeBur schrieb:
und dich auch nicht positionieren willst.
Wie geschrieben: Ich habe den ganzen Fall nicht verfolgt. Den Twitter-Post habe ich mir jetzt angeguckt und lese etwas von "Demoaufruf", "Kundgebung" oder "Wir sehen uns auf der Straße".

Wenn das der Einzige Grund war, um die Veranstaltung abzusagen, verstehe ich es nicht. Ich hätte sie den Vortrag halten lassen und den Protest ebenfalls. Gegebenenfalls mit Sicherheitskräften.

Alles ganz normal halt ABER auch hier noch einmal: Die Uni ist in der Pflicht. Die Uni hat es zugelassen, dass die Frau einen Vortrag halten darf. Es sind Studierende der Uni. Die Uni trägt die Verantwortung. "Sicherheitsbedenken" aufgrund des Twitter-Post sehe ich nicht, sonst müssten quasi alle Veranstaltungen abgesagt werden, indem vorher Proteste angekündigt werden.

Ich sehe keine, wie die feine Dame sagte, "radikale, gewaltbereite Aktivisten". Sie möchte halt Stimmung machen, was natürlich ein gefundenes Fressen für BILD-Leser ist.
 
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Skaiy schrieb:
Keine BILD und keine Welt. Ich (!) würde solchen Personen auch keine Bühne geben.
BILD und Welt sind zwar keine Personen ... aber auch denen sollte keine Bühne gegeben werden, da stimme ich dir zu.

PS: Ich weiß natürlich, dass sich der zweite Satz nicht auf diese Zeitschriften bezieht.


Damit, Leuten eine Bühne zu geben, die ihren Standpunkt mit wissenschaftlichen Daten belegen können, habe ich kein Problem ... wenn diese Position von anderen Wissenschaftlern allerdings als kritikwürdig betrachtet wird, und auch diese Position durch wissenschaftliche Daten gestützt werden kann, dann ist einfach beidem eine Bühne zu bieten.
Und wenn Biolog:innen mit den Aussagen von Soziolog:innen, Psycholog:innen oder Politolog:innen halt nichts anfangen können, dann ist das eher ein Problem der Biolog:innen, denn untereinander verstehen die sich größtenteils prächtig ... so gut, dass sie sich mitunter sogar fachlich fundiert widersprechen können.

Auch mit dem Vorwurf der "Ignoranz gegenüber der Biologie" wäre ich sehr vorsichtig.
Es ist nicht Ignoranz, wenn man mit den gleichen Daten einfach zu anderen Schlüssen gelangt.
Es ist aber Ignoranz, wenn man über das biologische Geschlecht redet, und damit meint, Thesen zum sozialen Geschlecht widerlegen zu können.
Diese Unterscheidung (Sex/Gender) muss nicht "geschaffen werden" oder "noch kommen", denn im wissenschaftlichen Diskurs um Sexualität und Geschlecht ist diese Unterscheidung seit Jahrzehnten etabliert und weitestgehend akzeptiert.
Dass der öffentliche Diskurs da meist ungefähr ein halbes Jahrhundert hinterherhinkt, ist zumindest in den Sozialwissenschaften ebenfalls nichts neues.
 
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Skaiy schrieb:
Ich sehe keine, wie die feine Dame sagte, "radikale, gewaltbereite Aktivisten". Sie möchte halt Stimmung machen, was natürlich ein gefundenes Fressen für BILD-Leser ist.
Anscheinend liest du die BILD (bzw. bild.de) ja doch ;). Ich gehe soweit, dass die BILD das in der Form möglicherweise einfach erfunden hat, wäre nicht das erste mal. Ich ziehe das in Betracht, weil Vollbrecht sich in von mir gelesenen Interviews deutlich zurückhaltender geäußert hat.

Skaiy schrieb:
Den Twitter-Post habe ich mir jetzt angeguckt und lese etwas von "Demoaufruf", "Kundgebung" oder "Wir sehen uns auf der Straße".
Da steht aber auch: "Keine Bühne für...", "Kein Platz für"....
 
DerOlf schrieb:
[...]
Und wenn Biolog:innen mit den Aussagen von Soziolog:innen, Psycholog:innen oder Politolog:innen halt nichts anfangen können, dann ist das eher ein Problem der Biolog:innen, [...]

Gewagte These. Das eine - Biologie - lässt sich nämlich klar nachweisen und bestätigen.

Das andere - Soziologie, Psychologie, Politologie - ist halt eher wie Magie oder Fernsehschauen. Raten oder aus beobachteten Daten irgendwelche Schlüsse ziehen. :D
 
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Keylan schrieb:
Du willst mir also erzählen, den Begriff würde auch eine Frau an den Kopf bekommen? Oder ein 14 Jähriger wenn er das selbe Argument vorbringt?

Für Frauen hat sich hier der Begriff "entitled Karen" entwickelt, der viele ähnlichkeiten zum "alten weißen Mann" hat, aber einen anderen Schwerpunkt (übertriebene selbstzentriertheit). Frauen kommen mitnichten ohne derartige Begriffe davon. Jugendliche werden auch geframed, das sind dann wahlweise Naivlinge die keine Ahnung haben oder Verwöhnte, die noch nie gearbeitet haben und früher war sowieso alles schlimmer !111!!111 Sieht man ja bei Fridays for Future oder bei den Artikel 13 Demos, wie die jüngeren regelmäßig geframed werden, häufig von "alten weißen Männern".

Keylan schrieb:
Es ist ein Slur (Beleidigung) welcher die Position einer Person als irrelevant darstellt indem sie den Charakter in Frage stellt aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Es ist eine charakterisierung der politischen Einstellung, die im meistens nur in dieser gruppe vorkommt. Das mag ein politischer Kampfbegriff sein, ist dadurch aber doch noch keine Beleidigung. Ein alter weißer mann ist man eben nur durch diese verbindung aus konservativem antiprogressivismus und der eigenschaft alt und weiß zu sein. Wenn man alt und weiß ist, aber nicht aus prinzip gegen alles progressive ist, ist man kein "alter weißer mann"

Keylan schrieb:
Ich musste mir hier selbst in dem Topic schon die schöne toxische Maskulinität an den Kopf werfen lassen,

Toxische Maskulinität ist kein Vorwurf gegen Männer, sondern gegen ein Männlichkeitsbild, welches Rollenbilder vorgibt, zum Beispiel ein Macho. Ich habe hier ja schon geschrieben, dass Männer genauso Opfer von toxischer Maskulinität sein können wie Frauen, zum Beispiel in dem Männer von toxisch maskulinen Männern verspottet werden, weil sie, aus sicht der toxischen maskulinität, ein "verweiblichtes" verhalten haben. Sei es Kleidung, Gefühlsbezogenheit oder anderes.

Keylan schrieb:
Ich sehe nicht wo vorgegeben wird, dies seien ernst gemeinte Post's. Es sind einfach Post's und so was kann man im Internet nun mal finden.

Ich habe die Klammer nachträglich eingefügt, weil es zuerst so gewirkt hat als hätte ich mich komplett auf das Video bezogen. Ich wollte das eigentlich nur auf den letzten satz beziehen; dass man diese nachrichten so zu hauf im internet finde.
 
Idon schrieb:
Das andere - Soziologie, Psychologie, Politologie - ist halt eher wie Magie oder Fernsehschauen. Raten oder aus beobachteten Daten irgendwelche Schlüsse ziehen.
Anders formuliert könnte man auch sagen, Geisteswissenschaftliche Erkenntnisse sind deutlich stärker vom Zeitgeist geprägt als Naturwissenschaftliche und in diesem Sinne vornehmlich menschliche Konstrukte bzw. Produkte.
 
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Zeitlupe_1982 schrieb:
[...]Es ist eine charakterisierung der politischen Einstellung, die im meistens nur in dieser gruppe vorkommt. [...]

Das halte ich für gewagt. Gebildete und zu gewissem Wohlstand gekommene Personen anderer Hautfarben, Geschlechter oder Altersgruppen nehmen nämlich immer wieder ähnliche Positionen ein. Und werden dann teilweise von diesen auch ausgebremst, so wie es in den USA beispielsweise üblich ist ("You're acting white!").


Generell halte ich es für falsch Leute einzukategorisieren. Es sind ja auch nicht alle Messerstecher Moslems, obwohl sich das statistisch sicher mit etwas Recherche darlegen lassen würde. Oder, wo wir so schön bei Memes sind: Die typischen 52% der "crimes" werden von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe verübt, die nur 13% ausmacht.


Ich denke, dass das für dich - und für mich auch - nicht einfach nur die treffende Charakterisierung einer Gruppe ist.


@BeBur

Das könnte man etwas vornehmer so ausdrücken. Aber ich bin ja bekanntermaßen nicht für den wissenschaftlichen Diskurs hier (lol, in einem Computerforum!). :D
 
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Idon schrieb:
Ich denke, dass das für dich - und für mich auch - nicht einfach nur die treffende Charakterisierung einer Gruppe ist.
Ich finde es ganz unironisch sehr schade, dass Communities (bzw. Menschen die sich bestimmten gesellschaftlichen Entitäten zuordnen lassen), die sich auf die Fahne schreiben sehr kritisch mit Sprache zu sein und sehr sensibel für Diskriminierung u.ä. zu sein am Ende dann doch 1:1 die selben Argumentationsmuster hernehmen. Leider überwiegt das in-group / out-group denken ganz deutlich.
 
Zeitlupe_1982 schrieb:
dass man diese nachrichten so zu hauf im internet finde.
Da musst du mir nochmal zeigen wo das behauptet wurde. Ich habe explizit das Gegenteil behauptet, nämlich, das man wissen muss wo man so etwas finden kann.
Zeitlupe_1982 schrieb:
Es ist eine charakterisierung der politischen Einstellung, die im meistens nur in dieser gruppe vorkommt. Das mag ein politischer Kampfbegriff sein, ist dadurch aber doch noch keine Beleidigung. Ein alter weißer mann ist man eben nur durch diese verbindung aus konservativem antiprogressivismus und der eigenschaft alt und weiß zu sein. Wenn man alt und weiß ist, aber nicht aus prinzip gegen alles progressive ist, ist man kein "alter weißer mann"
Ich verstehe nicht warum du meinst, so einen abwertenden und pauschalisierenden Begriff in seiner klar diskriminierenden Verwendung zu rechtfertigen. Aber wie sagt man so schön "Agree to disagree".
Wirkt für mich halt mal wieder so, als ob es eben ok ist wenn es die richtigen Trifft.
 
BeBur schrieb:
Anscheinend liest du die BILD (bzw. bild.de) ja doch ;)
Tatsächlich nicht. Das BILD-Zitat stammt aus deiner SPIEGEL-Quelle. :P

BeBur schrieb:
Da steht aber auch: "Keine Bühne für...", "Kein Platz für"....
"Keine Bühne für Antifa", "Kein Platz für Nazis", "Kein Platz für Rassismus".

Da sehe ich nichts Verwerfliches.
 
@BeBur:
Ich verstehe das "keine Bühne für ..." eher als Reaktion auf die Tatsache, dass einer "Anti"-person eine Bühne bereitet wird, welche diese dann allein nutzen kann.

"Dann lieber garnicht" ... oder, um es mit den Worten unseres amtierenden Bundeswirtschaftsministers zu sagen "lieber garnicht ... , als falsch".

Wie gesagrt, der Fehler lag in der Planung ... man hätte die Probleme mit einer als "fehlend" empfundenen Reflexionsrunde vorraussehen MÜSSEN.

Mal was anderes, das ich für viel bedenklicher halte.
Als ich noch Student war (das ist auch erst 10 Jahre her), gab es auch regelmäßig "fragwürdige Veranstaltungen" ... wir haben auch protestiert ... aber das hat so gut wie nie zur Absage einer der Veranstaltungen geführt ... eine Reflexionsrunde gab es auch fast nie ... also haben wir das einfach selbst organisiert. Haben Flächen mit Beschlag belegt, und (zum Beispiel in der großen zentralen Halle der Uni-Bielefeld) eine eigene Podiumsdiskussion zu dem Thema aufgezogen.
Wir haben dazu die Vortragenden aus der fragwürdigen Veranstaltung eingeladen sowie einige der Experten der relevanten Themenbereiche an unserer Uni, haben die Unterstützung von AStA und StuPa eingeholt und auch im Rektorat um Unterstützung der Aktion geworben.

Was mich traurig stimmt:
Wo ist dieser Mechanismus geblieben?
Man Protestiert, es passiert nichts, und dann schafft man eben einfach vollendete Tatsachen und bietet selbst eine Veranstaltung zum gleichen Thema an? Wenn es nicht anders geht, dann eben auch mal illegal.
Was ist passiert, dass das heute scheinbar oft so anders läuft?
Ergänzung ()

Idon schrieb:
Gewagte These. Das eine - Biologie - lässt sich nämlich klar nachweisen und bestätigen.

Das andere - Soziologie, Psychologie, Politologie - ist halt eher wie Magie oder Fernsehschauen. Raten oder aus beobachteten Daten irgendwelche Schlüsse ziehen.
Wow ... jemand der wirklich Gleichberechtigung lebt, und allen Wissenschaften gegenüber Vorurteile pflegt :)

Wo ist zum Byeispiel der klare Nachweis für die Trennschärfe der Kategorien "männlich" und "weiblich"?

Wo ist der Beweis dafür, dass der männliche Pinguin, der gemeinsam mit einem anderen männlichen Pinguin ein geklautes Ei ausbrütet und ein Junges aufzieht, keine Transidentität hat?
Wo ist die Beobachtung, die der Annahme widerspricht, dass dieses Verhalten auch in der freien Wildbahn auftreten kann?
Wenn diese Beobachtung die Beobachtung ist, dass das Verhalten bisher nur in Gefangenschaft beobachtet werden konnte, dann bezieht sich diese Beobachtung doch eher auf Menschen als auf Pinguine.
 
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DerOlf schrieb:
Was ist passiert, dass das heute scheinbar oft so anders läuft?

mit einen digitalen Shitstorm kann man bessere Ergebnisse erzielen ;)

da niemand auf Dauer nen Shitstorm aushält, kuschen die Leute schneller
 
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Keylan schrieb:
Da musst du mir nochmal zeigen wo das behauptet wurde. Ich habe explizit das Gegenteil behauptet, nämlich, das man wissen muss wo man so etwas finden kann

Hierauf habe ich mich bezogen, dann haben wir einfach ein anderes Verständnis des Wordings. Wenn man weiß, wo man suchen muss, findet man diese Kommentare zu Hauf. Egal ob es Trolling/Parodie/Satire oder Ernst gemeint ist.
II
V
Keylan schrieb:
wobei ich da schon zu bedenken gebe, das dies Unterhaltung ist und keine Doku und man im Internet selbst die abstrusesten Kommentare findet wenn man weiß wo man suchen muss.

Idon schrieb:
Gewagte These. Das eine - Biologie - lässt sich nämlich klar nachweisen und bestätigen.

Das ist aber überhaupt nicht Gegenstand der Debatte, es geht ja nicht darum zu streiten, ob jemand mit einem männlichen oder weiblichen Geschlechtsteil geboren wurde, das ist eine biologische Frage.
Es geht um die Geschlechtsidentität, was eine soziologische Frage ist.

BeBur schrieb:
Geisteswissenschaftliche Erkenntnisse sind deutlich stärker vom Zeitgeist

Was sie nicht falscher/richtiger macht. Außerdem ist dieses Thema mitnichten ein westliches, auch in deutlich konservativeren Kulturen gibt es transidente Menschen und Emanzipationsbewegungen.

https://www.tagesspiegel.de/gesells...an-fuehrt-erste-trans-quote-ein/28482290.html

DerOlf schrieb:
Was mich traurig stimmt:
Wo ist dieser Mechanismus geblieben?

Aus dem Interview geht hervor, dass sich die studenten zuerst an die uni gewendet haben, um das Format zu ändern.

Keylan schrieb:
Ich verstehe nicht warum du meinst, so einen abwertenden und pauschalisierenden Begriff in seiner klar diskriminierenden Verwendung zu rechtfertigen.

WIe gesagt, es ist ein politischer Kampfbegriff, der provozieren soll. Dafür sind die da. Die Grenze liegt da, wo ein solcher Begriff zu Hass und Gewalt aufstachelt und das sehe ich bei alter weißer mann nicht gegeben.

Ich fasse es auch nicht als beleidigung auf, wenn mich jemand als woke bezeichnet oder das von mir denkt
 
hotzenplot schrieb:
mit einen digitalen Shitstorm kann man bessere Ergebnisse erzielen
Auf jeden Fall ist der bequemer ...
Wir haben damals recht viel Zeit für politische Aktivitäten aufgebracht, die den Campus Bielefeld nur recht selten verlassen haben. Aber es ging dabei eben um Dinge, die uns direkt betrafen oder die zumindest in unsere direkten Umgebung stattfanden.
Ergänzung ()

Zeitlupe_1982 schrieb:
Aus dem Interview geht hervor, dass sich die studenten zuerst an die uni gewendet haben, um das Format zu ändern.
Damit beginnt es. Das haben wir auch immer gemacht.
Dann kamen Proteste ... und wenn die nichts bewirkt haben, dann haben wir selbst das unserer Meinung nach passendere Format angeboten.
 
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DerOlf schrieb:
[...]
Wow ... jemand der wirklich Gleichberechtigung lebt, und allen Wissenschaften gegenüber Vorurteile pflegt :)
[...]

Du scheinst mich missverstanden zu haben:

Ich bin kein Verfechter der Gleichberechtigung und ich halte auch nicht alle "Wissenschaften" für gleichwertig oder auch nur sinnvoll.

Frauen und Männer haben ihre jeweiligen individuellen Stärken und Schwächen und ich finde, diese sollten genutzt werden. Ich bin aber auch generell ein Verfechter davon, Stärken zu stärken und Schwächen zu akzeptieren, anstatt diese mit sehr viel Ressourceneinsatz nur leicht zu verbessern.


Mir ist aber gleichzeitig völlig egal wie andere sich selbst identifizieren. Muss jeder für sich wissen und so lange ich dabei nicht offensiv gestört werden, ist das für mich in Ordnung. Das betrifft aber nicht nur Transpersonen, sondern auch Religionen, Ernährung etc.



Zeitlupe_1982 schrieb:
[...]
Das ist aber überhaupt nicht Gegenstand der Debatte, es geht ja nicht darum zu streiten, ob jemand mit einem männlichen oder weiblichen Geschlechtsteil geboren wurde, das ist eine biologische Frage.
Es geht um die Geschlechtsidentität, was eine soziologische Frage ist.
[...]

Schon klar. Aber, wie geschrieben: Soziologie ist halt keine sehr exakte Wissenschaft. Um das mal höflich auszudrücken. Das bedeutet nicht, dass nicht auf Belange und Wünsche von Individuen Rücksicht genommen werden soll oder gar muss, aber das Berufen auf eher unscharfe Wissenschaft halte ich für ein schlechtes Argument um die eigene Position zu stärken.
 
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