Ich hatte vor einigen Seiten schon mal etwas ausführlicher darüber gesprochen, dass solche Labels, zusammen mit der Überzeugung "<denen> keine Bühne geben" gerne missbraucht wird. Etwas ist kritisch? -> Transphob, muss verhindert werden.Skaiy schrieb:"Keine Bühne für Antifa", "Kein Platz für Nazis", "Kein Platz für Rassismus".
Da sehe ich nichts Verwerfliches.
Aber ich interpretiere aus deiner Reaktion auch eine Antwort auf meine Frage, nämlich dass du gut findest, dass die Veranstaltung nicht stattfinden konnte.
Soweit ich persönlich mich erinnere fing es an mit "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen". Diskutieren und in einen Dialog einzutreten ist ja heute explizit das, was <nicht> gewünscht ist. Man will keine Bühne geben. Natürlich könnte man aber einfach einen eigenen Vortrag organisieren mit eigenen Inhalten, das ist evtl. auch näher an dem, was du meinst. Wieso das nicht geschieht, keine Ahnung.DerOlf schrieb:Was mich traurig stimmt:
Wo ist dieser Mechanismus geblieben?
Man Protestiert, es passiert nichts, und dann schafft man eben einfach vollendete Tatsachen und bietet selbst eine Veranstaltung zum gleichen Thema an? Wenn es nicht anders geht, dann eben auch mal illegal.
Was ist passiert, dass das heute scheinbar oft so anders läuft?
Es geht nicht rein um die Identität, denn du hast recht, das ist eine psychologische/soziologische Frage. Es geht um biologische Argumentationslinien die als Fundament solcher Identitätsfragen dienen sollen.Zeitlupe_1982 schrieb:Das ist aber überhaupt nicht Gegenstand der Debatte, es geht ja nicht darum zu streiten, ob jemand mit einem männlichen oder weiblichen Geschlechtsteil geboren wurde, das ist eine biologische Frage.
Es geht um die Geschlechtsidentität, was eine soziologische Frage ist.
Beispiellink:
Der Grundkonflikt besteht darin, dass behauptet wird, die Einteilung in Mann und Frau an sich sei bereits ein vornehmlich soziales Konstrukt und das dies auch der wissenschaftliche Konsens in den Naturwissenschaften sei.Dass es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt, ist zumindest an der Humboldt-Uni Konsens. Der Anteil von Menschen, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zuordnen lassen, liegt bei 0,2 Prozent der Bevölkerung.
Identifikation und biologisches Geschlecht sind noch mal zwei verschiedene Sachen. Es ist auf keinen Fall Konsens, dass es ein binäres Geschlechtersystem gibt. Es ist schon lange bekannt, dass es da ein breites Spektrum gibt und dass die Unterschiede sozial gemacht sind.
Aber genau daher rührt doch das Missverständnis: Frau Vollbrecht spricht vom biologischen Geschlecht, da gibt es eben nur männlich und weiblich. Sie argumentieren aber mit dem Gender, dem sozialen Geschlecht. Und das ist facettenreicher.
Nee, in der Biologie gibt es eben nicht nur zwei Geschlechter. Frau Vollbrecht zitiert Thesen von vor 50 Jahren.
Deswegen steht z.b. auch bei Wikipedia folgendes:
Innerhalb dieser Logik kann man nämlich nicht schreiben "bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt", weil ein biologisches Geschlecht im herkömmlichen Sinne ja gar nicht existiere. Deswegen kann nur noch auf das soziale Konstrukt "was wurde ins Geburtenregister eingetragen" verwiesen werden, wenn man dieser Logik folgt.Cisgender oder als undeklinierbares Adjektiv cisgender (aus lateinisch cis „diesseits“ und englisch gender „soziales Geschlecht“),[1] kurz cis,[2][3] bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem im Geburtenregister eingetragenen Geschlecht (dem Geburtsgeschlecht[4][5] oder Hebammengeschlecht[6][7]) übereinstimmt