@zhan
Ich sehe das ganz ähnlich. Der wesentliche Erfolgsfaktor bei einem Mac ist die Ergonomie. Steve Jobs hat bei der erstmaligen iPhone Keynote Alan Kay zitiert der sagte:
"If you really like software, you should build your own hardware."
So einfach ist das im Grunde. Nur das Zusammenspiel von Hard- und Software garantiert ein perfektes System, welches unauffällig und stabil seinen Dienst verrichtet. Das ginge prinzipiell auch mit Windows, aber dort versuchen selbst die Premiumhersteller Windows eigene Dienste zu ersetzen, etwa mit eigenen WLAN oder Energiesparmechanismen. Lenovo ist denn auch berüchtigt für seine langsame und instabile Software Suite.
Dieses Dilemma gibt es bei Apple nicht. Dort ist die Zielsetzung anders. Nicht die Leistung ist der Maßstab, sondern die Ergonomie. Thinkpads mögen die besseren Workstations sein, nur braucht das höchstens ein Ingenieur. Alle anderen wollen leise und schnelle Rechner, die einfach nur das machen, was man will.
Weiter ist man ab einem bestimmten Alter (oder Reifegrad) nicht mehr daran interessiert, wie viel Mhz oder Gigabyte im System schlummern. Ein ehemaliger Studienfreund von mir wusste nicht einmal, wie er den WLAN Treiber seines Notebooks aktualisieren sollte, dafür konnte er auf dem Papier mal eben ein hundertspaltiges Programm schreiben, welches dann ohne einen Fehler kompiliert wurde.
Es ist nicht wichtig, ob man weiß, wie ein Auto funktioniert, so lange man fahren kann. Apple sieht das ähnlich. Nur bauen die Computer und fordern nicht von ihren Usern, dass sie Betriebssystem oder Hardware bis ins kleinste Detail kennen. Nun wäre es vermessen, wenn man Windows oder Linux das absprechen würde, doch ist dort der Grad an Eigenwissen und -initiative meist deutlich wichtiger als der eigentliche Grund, den Rechner einzuschalten.
Das wird bei den Macs auch dadurch deutlich, dass man sie im Grunde nicht konfigurieren und auch keinen Fehlkauf tätigen kann. Das ist bei Lenovo oder HP anders. Dort muss ich aufpassen, dass das neu erworbene Gerät nicht einen lauten Lüfter hat oder nur drei Stunden Akkulaufzeit.
Dies aber macht einigen Apple Hassern Angst, denn das bedeutet, dass nicht mehr der Rechner zählt, sondern das, was man damit macht. Wenn User wissen, wie man übertaktet und selbst baut, dafür aber weder ein Bild bearbeiten, programmieren noch Excel bedienen können, ist das erschreckend. Bei vielen dient der Rechner einzig als Vorzeigemaschine und damit genau als das, was sie bei den vermeintlichen Apple Posern so kritisieren.