kingkoolsmall schrieb:
Ich habe den Eindruck
@Kaufmannsladen und
@teufelernie geht es weniger darum, dass das Ministerium korrekt benannt wird, sondern in wie weit wir als Medien und Gesellschaft bereit sind, Worte wie "Kriegsministerium" in unseren gängigen Sprachgebrauch zu übernehmen. Das führt dann nämlich dazu, dass es selbstverständlich wird. Es wird nicht mehr hinterfragt. Und ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn ein Kriegsministerium etwas selbstverständliches wird?
Das ist noch viel schlimmer als bloße Heuchelei. Das Spiel heute ist allerorten Krieg zu führen, es aber nicht Krieg zu nennen.
Und die fehlende Bereitschaft, es als das zu bezeichnen, was es ist, noch schlimmer: sich wie ein gleichgeschalteter Lemming von den Tätern diktieren zu lassen, wie ihre Handlungen zu bezeichnen sind, ist das Grundproblem. Für Privatleute bequem oder naiv oder feige (oder einfach denkfaul). Für Medien unprofessionell, und faktisch Zensur / Gleichschaltung, und somit als aktive Mittäterschaft zu bezeichnen.
Die Moral im Westen: In beliebiger Anzahl Menschen wegbomben ist schon okay, aber nicht, eine Kamera draufzuhalten, geschweige denn, wahrheitsgemäß davon zu berichten und ergebnisoffen darüber nachzudenken.
An diesem einfachen Beispiel kann man sehen, dass die Medien hier keineswegs unabhängig oder neutral sind:
Russland - Ukraine wird nicht korrekt als "militärische Spezialoperation" bezeichnet, die es nunmal offiziell ist, sondern als Krieg.
Afghanistan? "kriegsähnliche Zustände" Iran? Kein Krieg.