h00bi schrieb:
Tübingen und Freiburg sind "grün" regiert.
Ich finde eine Abgabe auf Einwegprodukte absolut richtig. Sie muss nur technisch gut umgesetzt werden ... leider scheinen die Grünen damit so ihre Problemchen zu haben, wenn da immer wieder so ein Murks bei herauskommt.
Eine bundesweite Regelung fände ich auch wünschenswert ... dann aber bitte eine, die ohne Rücksicht alle Einwegprodukte belastet. Eben ein Instrument, welches zum Griff zu nachhaltigeren Produkten ermutigt, und nicht nur die Nachfrage von Lieferando und Co steigert oder die Leute animiert, sich "Reste" so einpacken zu lassen.
Am liebsten hätte ich ein ganz allgemeines Einweg-Verbot nebst empfindlicher Strafen bei Zuwiderhandlung ... und zwar für Hersteller, Händler UND Konsumenten und ohne die in Deutschland üblichen drölfzigtausend Ausnahmen.
Aber ich sehe schon die Schlagzeile in Bild ... "jetzt wollen sie uns auch noch den Togo-Kaffee wegnehmen". Das Jaulen der Wirtschaft wird sicherlich ohrenbetäubend.
Das Problem, welches wir heute mit Einwegverpackungen aus Papier und Pappe (natürlich beschichtet, damit das nicht so durchsottert) habenb, hatten wir in den 1980er und 90er Jahren mit Plastikbechern und Styroporverpackungen. Einzig das Material, mit dem wir alles zumüllen, hat sich geändert und so ein Pappbecher ist doch sicherlich nachhaltiger ... einige entsorgen diese Verbundstoffe sogar einfach im Altpapier.
Manche kapieren aber wohl einfach nicht, dass Tetrapaks, Pappbecher oder Träger für Adressaufkleber kein Altpapier sind. Das sind nur drei Beispiele, die ich auf Arbeit regelmäßig aus unserem Altpapiereimer neben der Kasse aussortiere ... den anderen das zu erklären, habe ich schon vor Jahren aufgegeben ... das bleibt einfach nicht hängen, weil es den Leuten halt auch ziemlich egal ist.
Die Leute, die sich für ihren Kaffee an der Tankstelle ein eigenes Gefäß mitbringen, kann ich nach über 6 Jahren noch immer an einer Hand abzählen ... immerhin ist es nicht gelungen, Fremdgefäße auszuschließen (da musste man zu einem Trick greifen: die Größe "S", die in einer normalen großen Tasse Platz hatte, hat man mittlerweile aus dem Programm genommen und seitdem habe ich kein Fremdgefäß mehr gesehen).
Wäre man irgendwie an Nachhaltigkeit interessiert, würde man den Menschen mit eigenem Gefäß einen Preisnachlass gewähren, um den Kunden einen Anreiz zu geben, nicht auf die Einwegbecher zurückzugreifen.
Aber man greift lieber zu einer Steuer, die die Leute nur als Strafe empfinden können.