Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community

In Freiburg gilt seit einigen Wochen (nach Tübingen) auch Einwegsteuer.
Nimmt teilweise absurde Züge an, in einer lokalen Zeitung wurden kürzlich die absurdesten Fälle genannt. Mein Favorit:
Zu McDonalds fahren und Essen per Lieferando auf den Parkplatz liefern lassen ist je nach Bestellung pro Person 3-4€ günstiger als drin zu bestellen.
Wer nicht im Auto essen will, geht dann mit der Liefertüte einfach rein.
 
h00bi schrieb:
Zu McDonalds fahren und Essen per Lieferando auf den Parkplatz liefern lassen ist je nach Bestellung pro Person 3-4€ günstiger als drin zu bestellen.
Das klingt, als wäre das wirklich extrem schlecht umgesetzt.

Wie kommt es, dass Lieferando so viel günstiger sein kann?
Liefern die nur in Mehrwegverpackungen, oder hat man die Lieferdienste generell ausgenommen, um diesem boomenden Markt keinen Dämpfer zu verpassen?
Letzteres wäre ziemlich dumm, denn so wird das keine Maßnahme gegen Wegwerfverpackungen und -produkte, sondern nur Subvention und Werbung für die Lieferdienste.
Die werden sich über einen solchen Vorteil natürlich freuen.
 
h00bi schrieb:
Zu McDonalds fahren und Essen per Lieferando auf den Parkplatz liefern lassen ist je nach Bestellung pro Person 3-4€ günstiger als drin zu bestellen.
Warum denn? Sind Lieferungen ausgenommen? Prinzipiell enstehen bei Essenslieferungen ja mehr Verpackungsmüll als vor Ort zu essen.
Hier wäre eine bundesweite Regelung wünschenswert und nicht wieder ein Flickenteppich zwischen den Kommunen.
Was ich so lese hat Bayern seinen Kommunen die Umsetzung sogar verboten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Buttkiss schrieb:
Warum denn? Sind Lieferungen ausgenommen?
korrekt.
Genauso wie "doggy bags" für Reste.
Du kannst dir also (theoretisch) ne Pizza zum hier Essen bestellen, 1x abbeißen und dann die "Reste" steuerfrei einpacken lassen. Absurd, aber Reste mitnehmen statt wegschmeißen wiegt (imho zurecht) wichtiger als die Steuer.
Buttkiss schrieb:
Hier wäre eine bundesweite Regelung wünschenswert und nicht wieder ein Flickenteppich zwischen den Kommunen.
Tübingen und Freiburg sind "grün" regiert.
In Freiburg war man laut den Zeitungsberichten immerhin so schlau erstmal abzuwarten was bei der Klage in Tübingen raus kommt.
 
h00bi schrieb:
Tübingen und Freiburg sind "grün" regiert.
Ich finde eine Abgabe auf Einwegprodukte absolut richtig. Sie muss nur technisch gut umgesetzt werden ... leider scheinen die Grünen damit so ihre Problemchen zu haben, wenn da immer wieder so ein Murks bei herauskommt.

Eine bundesweite Regelung fände ich auch wünschenswert ... dann aber bitte eine, die ohne Rücksicht alle Einwegprodukte belastet. Eben ein Instrument, welches zum Griff zu nachhaltigeren Produkten ermutigt, und nicht nur die Nachfrage von Lieferando und Co steigert oder die Leute animiert, sich "Reste" so einpacken zu lassen.

Am liebsten hätte ich ein ganz allgemeines Einweg-Verbot nebst empfindlicher Strafen bei Zuwiderhandlung ... und zwar für Hersteller, Händler UND Konsumenten und ohne die in Deutschland üblichen drölfzigtausend Ausnahmen.

Aber ich sehe schon die Schlagzeile in Bild ... "jetzt wollen sie uns auch noch den Togo-Kaffee wegnehmen". Das Jaulen der Wirtschaft wird sicherlich ohrenbetäubend.

Das Problem, welches wir heute mit Einwegverpackungen aus Papier und Pappe (natürlich beschichtet, damit das nicht so durchsottert) habenb, hatten wir in den 1980er und 90er Jahren mit Plastikbechern und Styroporverpackungen. Einzig das Material, mit dem wir alles zumüllen, hat sich geändert und so ein Pappbecher ist doch sicherlich nachhaltiger ... einige entsorgen diese Verbundstoffe sogar einfach im Altpapier.
Manche kapieren aber wohl einfach nicht, dass Tetrapaks, Pappbecher oder Träger für Adressaufkleber kein Altpapier sind. Das sind nur drei Beispiele, die ich auf Arbeit regelmäßig aus unserem Altpapiereimer neben der Kasse aussortiere ... den anderen das zu erklären, habe ich schon vor Jahren aufgegeben ... das bleibt einfach nicht hängen, weil es den Leuten halt auch ziemlich egal ist.
Die Leute, die sich für ihren Kaffee an der Tankstelle ein eigenes Gefäß mitbringen, kann ich nach über 6 Jahren noch immer an einer Hand abzählen ... immerhin ist es nicht gelungen, Fremdgefäße auszuschließen (da musste man zu einem Trick greifen: die Größe "S", die in einer normalen großen Tasse Platz hatte, hat man mittlerweile aus dem Programm genommen und seitdem habe ich kein Fremdgefäß mehr gesehen).
Wäre man irgendwie an Nachhaltigkeit interessiert, würde man den Menschen mit eigenem Gefäß einen Preisnachlass gewähren, um den Kunden einen Anreiz zu geben, nicht auf die Einwegbecher zurückzugreifen.
Aber man greift lieber zu einer Steuer, die die Leute nur als Strafe empfinden können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich trinke meist Leitungswasser, nicht aufgrund der Nachhaltigkeit, sondern aufgrund des Preises. Hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit Pragmatismus. Für so etwas wie Kaffee würde ich nie Geld ausgeben, mag ich dieses Gehabe darum auch nicht.
 
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Ich trinke ganz gerne mal einen Kaffee. Aber Handgefilterter schmeckt mir auch deutlich besser, als alles, was ich aus Kaffeevolllautomaten bisher probiert habe.
Als es die passende Größe noch gab, habe ich immer meine eigene Tasse genutzt ... die staubt jetzt im Regal zu, weil sie für den kleinsten Kaffee zu klein ist.

Noch was zum Thema handgefilterter Kaffee:
Als Ersatz für Papierfiltertüten kann man auch Edelstahlsiebe nutzen (die müssen nur sehr fein sein, damit die Maschinenkörnung nicht in der Tasse landet). In der Anschaffung nicht ganz billig ... aber wenn man die etwas pflegt (ab und zu mal gründlich durchspülen) halten diese Dinger sehr lange und sind auf jeden Fall nachhaltiger, als die Papierfiltertüten.

Kaffeesatz und Bananenschalen (getrocknet und gemahlen) ergeben einen guten Volldünger für den Garten ... und der ist zu 100% biologisch abbaubar und bringt nichtmal eine Plastikflasche mit.
 
DerOlf schrieb:
Ich finde eine Abgabe auf Einwegprodukte absolut richtig.
Ich finde es falsch, wenn sie zu 100% aus Papier* (*im Sinne des Recyclings) oder 100% Alu(folie) bestehen. Ich finde die Vermeidung von Kunststoffen und Verbundstoffen viel wichtiger, denn diese verhindern Recycling.

Wenn ein Burger-Einwickelpapier ganz normal mit Altpapier recycled werden kann/könnte, dann lass das frei.
Pommes-Schale oder Türe aus 100% Papier*: lass das frei
Ob der Dönermann den Yufka/Dürum/Lahmacun zum Verzehr im Lokal 2x quer in Alu einwickelt oder 1x längs und 1x quer zum nitnehmen: Völlig latte.
Beim normalen Döner haste dann wiederum zusätzliche Alufolie beim Einpacken.

In Freiburg waren nach Medienberichten Pizzakartons ein großes Ärgernis, weil sie öffentliche Mülleimer verstopft haben.
Auch wenn sie als take-away Einwegprodukte aus 100% Pappe (hoffe ich zumindest) vollständig recyclebar sind, könnte man sie aufgrund des Volumens trotzdem besteuern, ggf. einem kleineren Satz weil 100% Pappe*.
 
h00bi schrieb:
Wenn ein Burger-Einwickelpapier ganz normal mit Altpapier recycled werden kann/könnte, dann lass das frei.
Pommes-Schale oder Türe aus 100% Papier*: lass das frei
Ob der Dönermann den Yufka/Dürum/Lahmacun zum Verzehr im Lokal 2x quer in Alu einwickelt oder 1x längs und 1x quer zum nitnehmen: Völlig latte.
Problem: Wenn das Papier oder die Alufolie durch das Essen verschmutzt werden, gehören sie im Prinzip in den Restmüll.
Das schließt auch Pizzakartons mit ein, zumindest ist das die offizielle Erklärung die ich mal dazu gefunden habe.
 
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Zumal das "Einwickel-Papier" und vermutlich auch Tüten oft gar nicht einfach nur Papier, sondern beschichtetes Papier sind.

Das Burger-Papier bei McDonald's ist mit ziemlicher Sicherheit kein reines Papier. Die "Kartons", in denen die Burger gereicht werden, sehr wahrscheinlich auch nicht. Ich war allerdings schon seeehr lang nicht mehr in derlei Buden.
 
Reglohln schrieb:
Das Burger-Papier bei McDonald's ist mit ziemlicher Sicherheit kein reines Papier.
Ne, wobei man mittlerweile keine "Umweltschädlichen" Kunststoffbeschichtungen mehr verwendet, was immer das auch heisst.
Auch bei den neuen beschichteten Lego-tüten (95% Papier) ist sich anscheinend nur der Hersteller sicher das man das ins Altpapier entsorgen darf.
Hätte ich mal Abfallwirtschaft studiert wie es mein Vater gewollt hat....
 
Reglohln schrieb:
Zumal das "Einwickel-Papier" und vermutlich auch Tüten oft gar nicht einfach nur Papier, sondern beschichtetes Papier sind.
Das ist stand jetzt richtig. Daher wäre es schön, wenn man davon weg steuern könnte.

Buttkiss schrieb:
Hätte ich mal Abfallwirtschaft studiert wie es mein Vater gewollt hat....
Heißt dein Vater zufällig Tony? ;)
 
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Erkekjetter schrieb:
Und was hat das "Gehabe" um Kaffee oder obs einem schmeckt oder nicht mit dem Threadthema zu tun?
Weil es an der Stelle nachhaltig wäre, würde man drauf verzichten. Aber im Kleinen anfangen wollen manche dann irgendwie nicht.
 
Inwieweit ist es nachhaltig auf Kaffee zu verzichten? Oo Dem würde logisch folgen, dass es nachhaltig ist, bei jeder Nahrung nur das aller nötigste und sowie nur, was unmittelbar in deiner Umgebung gedeiht zu essen.

Weder wäre das praktikabel noch wäre das gesund. Und den formulierten Vorwurf kannst du dir sparen. ICh wette jedes Geld der Welt, dass du jede Menge Kram isst, der nicht absolut nötig wäre und importiert ist. Sei es Schokolade, Obst, Alkholika, etc. Und von Kleidung, Elektronik etc. brauchen wir gar nicht anfangen. Das du hier schreibst und deine Signatur zeugen davon, dass es anders ist. Also wirf anderen nicht vor, dass sie im kleinen nicht anfangen wollen, weil sie etwas konsumieren, was du nicht magst, während du Dinge konsumiert, die um ein vielfaches weniger nachhaltig sind.
 
Erkekjetter schrieb:
Inwieweit ist es nachhaltig auf Kaffee zu verzichten?
Naja verbraucht unnötig Wasser, muss transportiert werden und ist ein reines Genussobjekt.

Erkekjetter schrieb:
ICh wette jedes Geld der Welt, dass du jede Menge Kram isst, der nicht absolut nötig wäre und importiert ist.
Natürlich, aber ich möchte auch, dass es jedem Menschen gut geht und lehre keinen Verzicht.
Erkekjetter schrieb:
Das du hier schreibst und deine Signatur zeugen davon, dass es anders ist.
Die Signatur dürfte nun ca 10Jahre alt sein und galt eher der Problemfallbehandlung hier. Habe ich nicht als notwendig erachtet, diese zu aktualisieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hutzear schrieb:
Ich trinke meist Leitungswasser, nicht aufgrund der Nachhaltigkeit, sondern aufgrund des Preises. Hat nichts mit Geld zu tun
Was jetzt, auf Grund des Preises, hat aber nichts mit Geld zu tun? Mit was denn dann sonst, denn beides hängt unmittelbar zusammen.
 
Das war so gemeint, dass ich es mir problemlos leisten könnte und dennoch dagegen entscheide, weil mir Leitungswasser genügt.
 
Hutzear schrieb:
Naja verbraucht unnötig Wasser, muss transportiert werden und ist ein reines Genussobjekt.
Wunderbar... Alle ab jetzt nur noch Leitungswasser oder noch besser Regenwasser und maximal Brot, sonst ist es scheinheilig sich über Nachhaltigkeit Gedanken zu machen.
 
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