Netzwerkdose aktivieren

Wieviele IAE-Dosen hast du? Du schreibst von mehreren, wie sind die untereinander verdrahtet. (1 oder 2 Stränge/ Kabelverlauf?)
Hängen da noch Telefone dran?

Möglichkeiten hast du jetzt mehrere.
ISDN ist ein Bussystem, soll heißen von deiner Telefonalage geht die Leitung von Dose zu Dose und in der letzten Dose wird ein Endwiderstand gesetzt. Für ISDN werden genauso wie für 100Mbit- Netzwerk 4 Adern benötigt.

Wenn du ISDN nicht mehr brauchst, kannst du den Kabelverlauf folgen und dann die 4 Adern bis zum gewünschten Punkt durchklemmen und an Anfang und Ende eine Netzwerkdose montieren.
Alternativ kannst du auch 2 Adern mit der TAE verbinden, durchklemmen und am Ende eine TAE montieren > damit kannst du problemlos die Fritzbox an einen anderen Standort versetzen.
Den restlichen Teil der Anlage (der von der Umnutzung nicht betroffen ist) kannst weiterhin für ISDN (z.b. über die FB) oder für 100Mbit Netzwerk nutzen.


Bei der Gelegenheit sollte man aber auch mögliche Kabelwege im Auge behalten.
In Leerohren kannst du das Kabel gegen ein Netzwerkkabel tauschen. In der Hohlwand wirds kompliziert bis (ohne weiteren Aufwand) nicht möglich.
Vor Ort ergeben sich da vll. Möglichkeiten ein Kabel mit möglichst wenig Aufwand zu verlegen.
 
Ok, ich muss jedoch zugeben, dass ich damit relativ wenig Erfahrung habe. Bin zwar beruflich Bauzeichner aber die Elektronik überlassen wir immer lieber dem Projektanten oder Elektriker ;) Damit muss ich mich etwas auseinandersetzten.

Ja, mich erschreckt der Anblick auch immer wieder. Ja darunter ist ein Sicherungskasten. Um welche Kabel es sich hier handelt, welche gekappt "rumfliegen" und aufgewickelt sind weiß ich leider nicht.

Ich kenne unseren Elektriker auch nicht wirklich, denke aber nicht das es der selbe ist, welcher die ISDN Anlage etc. installiert hat.

Wie muss ich mir das mit den 100Mbit vorstellen? Wenn an unserem Standort laut Telekom und Vodafone nur 50Mbit verfügbar sind, kann ich ja auch nicht mehr rausholen oder? Soweit ich weiß, ist auch ein weiterer Ausbau nicht in naher Zukunft zu erwarten, da wir leider sehr außerhalb wohnen.

Unserer derzeitigen Geräte sind:
2x Laptop
1x Tablet
2x Smart-TV, davon nutzt einer den Magenta Receiver
1 x Xbox One
und 2 Smartphones.

Es muss ja nicht alles gleichzeitig funktionieren uns würde es schon ausreichen, wenn man zumindest gleichzeitig der Telekom Receiver und die Xbox Nutzen könnte.
 
Viele Elektriker haben keine Ahnung von Telefonverkabelung (vom Netzwerk schon mal gar nicht).

Machen kannst du das selbst, musst nur etwas haben um die richtigen Adern zu bestimmen und du brauchst dazu nur die zwei mittleren Aden an der Dose (rt/bl) - diese dann mit den zwei an der TAR Dose verbinden.
Ich würde es anders machen, aber ich mache das auch Beruflich wenn es (noch) sein muss.

Der helle Kasten rechts neben der TK-Anlage ist eine AWADo? - wenn ja, dann schau, dass das DSL Signal nicht darüber läuft...
Ist ein TFE für die Anschaltung einer Türsprechstelle - schau ob noch in Benutzung...

Binalog schrieb:
Soll kein Vorwurf sein, aber das Bild im Eingangsbeitrag ist erschreckend.

Sieht um einiges besser als bei den meisten Stadtverwaltungen, Firmen, Ärzten, Anwälten usw. in diesem Land aus... - kann dir dazu auch gerne paar Fotos zukommen lassen...

IMAG0514.jpgIMAG0510.jpgIMAG0035.jpg

Die ersten zwei sind Firmen, das letzte ist aus einer Stadtverwaltung...
 
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Immerhin, der Karton unter dem Router macht einen stabilen Eindruck.
 
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Ja, wenn dieser nicht auf anderen Kartons stehen würde^^
Wegen Brandschutz sage ich dazu lieber nichts...
 
@BassFreak99:
Auf dem Bild von Deiner ISDN-Anlage in #1 sind die zwei Drähte ganz links (der rote und der blaue Draht) die von der Telekom kommenden Drähte.

Die klemmst Du raus und merkst Dir sie gut bzw. markierst sie mit ein paar Klebestreifen als "kommend". Nun klemmst Du die anderen "gehenden" Drähte raus (das sind diejenigen Drähte, die zu den ISDN-Dosen gehen) und klemmst auch aus allen ISDN-Dosen die Drähte raus. Dann musst Du ausgehend von den "gehenden" Drähten bei der ISDN-Anlage zwei Drähte raus"klingeln", die zu einer Dose führen, die dem gewünschten Standort für den A(V)DSL-Router am nächsten liegt; natürlich muss dort an der Stelle auch noch eine Stromsteckdose in der Nähe sein. Es kann sein, dass bei "dazwischenliegenden" ISDN-Dosen die Drähte durchverbunden werden müssen, um eine Zweidrahtleitung durchgehend zu klemmen. "Rausklingeln" geht am einfachsten mit einem Durchgangsprüfer oder Multimeter. Man verbindet dafür die beiden "gehenden" Drähte miteinander und prüft am anderen (vermuteten) Ende, ob Durchgang vorhanden ist.

Hat das Multimeter keine Durchgangsprüfer-Funktion, muss man am Anfang der infrage kommenden Leitung zwischen die Drähte einen definierten Widerstand reinklemmen (dafür kann man z.B. mittels Krokodilklemmen einen beliebigen Widerstand mit bekanntem Widerstandswert einklemmen. Hat der Widerstand z.B. einen Wert vom 100 Ohm, muss man am anderen Ende diejenigen Drähte heraus"klingeln", zwischen denen ein Widerstand von 100 Ohm messbar ist.

Hast Du das soweit geschafft, verbindest Du den blauen und den roten "kommenden" Draht mit jeweils einem der "gehenden" Drähte; die Polarität ist gleichgültig. Am "rausgeklingelten" Ende der beiden Drähte schließt Du eine TAE-F-Dose an, auch hier ist die Polarität unwichtig, Hauptsache die Drähte kommen an die Klemmmen 1 und 2 der Dose. Verbinden bzw. durchverbinden macht man zunächst zum testen durch verschleudern (verdrillen); wenn man den Leitungsweg festgestellt hat, nimmt man dafür zweckmäßigerweise fettgefüllte Scotchlok-Klemmen. Beim "rausklingeln" des Leitungsweges kann man sich oft an den Farben der Isolierung der Drähte orientieren. Die nun unbenutzten Dosen mit den dahinterliegenden durchverbundenen Drähten können nun blind in die Wände wieder eingebaut werden.

Bitte streng vermeiden, dass es zwischen dem roten und den blauen "kommenden" Draht und den im weiteren Verlauf dann "kommenden" Drähten zu Kurzschlüssen kommt. Die "Vermittlungsstelle" merkt sich das und stuft schrittweise Deinen VDSL-Anschluss zurück. Also erst die Zweidrahtleitung "rausklingeln" und wenn diese "steht", dann erst die von der Telekom "kommenden" Drähte damit verbinden.

Jetzt schließt Du den Router mit dem dazugehörigen Kabel an diese TAE-F-Dose an und verbindest den Router mit dem Stromnetz. Soweit zur Hardware.

Nun muss nur noch der Router mit den Zugangsdaten gefüttert werden und der Internet-Zugang ist gewährleistet. WLAN sollte adhoc funktionieren (Sicherheitseinstellungen wie SSID und WPA/PSK-Passwort vorausgesetzt) und die PC, die mit Kabel angeschlossen werden sollen, kommen mit entsprechend langen Patchkabeln ebenfalls an den Router.


Alle Vorschläge der Vorredner hier, die sich mit der Umnutzung der vorhandenen ISDN-Leitungen und -Dosen beschäftigen, ignorierst Du zunächst; das kommt dann später dran. Zunächst ist eine durchgehende Zweidrahtleitung von den zwei kommenden Drähten bis zu der TAE-F-Dose am für den infrage kommenden Standort des Routers wichtig.

Bitte immer strukturiert und besonnen vorgehen, Eile ist in einem solchen Fall überhaupt nicht zielführend.

Meinen vorstehenden Vorschlägen liegt zugrunde, dass die ISDN-Anlage komplett außer Betrieb genommen wird. Sollte das nicht gewünscht sein, müsste man die Leitungswege dahingehend prüfen, ob in den jeweiligen Kabelstrecken jeweils mindestens als 6 Drähte zur Verfügung stehen. Zwei davon bräuchtest du für die Zweidrahtleitung zur TAE-F-Dose für den Router, vier Drähte bräuchtest Du für die ISDN-Verkabelung; zweckentfremden könnte man diese vier Drähte für die Umnutzung als 100 MBit/s Netzwerkleitung; dafür müssten dann aber auch die ISDN-Dosen gegen Netzwerkdosen ausgetauscht werden. Letzteres ist allerdings nur angebracht, wenn keine dedizierten Netzwerkleitungen zur Verfügung stehen und auch nicht daran gedacht ist, diese einzubauen.

Wenn Du Fragen hast, bitte immer her damit.

Viele Grüße.
 
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Und noch eine Info an die Allgemeinheit: Die Anzahl der Adern sagt nicht aus, ob so ein Kabel auch tatsächlich für Ethernet geeignet ist.
 
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omavoss schrieb:
@BassFreak99:
Auf dem Bild von Deiner ISDN-Anlage in #1 sind die zwei Drähte ganz links (der rote und der blaue Draht) die von der Telekom kommenden Drähte.

Die klemmst Du raus und merkst Dir sie gut bzw. markierst sie mit ein paar Klebestreifen als "kommend". Nun klemmst Du die anderen "gehenden" Drähte raus (das sind diejenigen Drähte, die zu den ISDN-Dosen gehen) und klemmst auch aus allen ISDN-Dosen die Drähte raus. Dann musst Du ausgehend von den "gehenden" Drähten bei der ISDN-Anlage zwei Drähte raus"klingeln", die zu einer Dose führen, die dem gewünschten Standort für den A(V)DSL-Router am nächsten liegt; natürlich muss dort an der Stelle auch noch eine Stromsteckdose in der Nähe sein. Es kann sein, dass bei "dazwischenliegenden" ISDN-Dosen die Drähte durchverbunden werden müssen, um eine Zweidrahtleitung durchgehend zu klemmen. "Rausklingeln" geht am einfachsten mit einem Durchgangsprüfer oder Multimeter. Man verbindet dafür die beiden "gehenden" Drähte miteinander und prüft am anderen (vermuteten) Ende, ob Durchgang vorhanden ist.

Hat das Multimeter keine Durchgangsprüfer-Funktion, muss man am Anfang der infrage kommenden Leitung zwischen die Drähte einen definierten Widerstand reinklemmen (dafür kann man z.B. mittels Krokodilklemmen einen beliebigen Widerstand mit bekanntem Widerstandswert einklemmen. Hat der Widerstand z.B. einen Wert vom 100 Ohm, muss man am anderen Ende diejenigen Drähte heraus"klingeln", zwischen denen ein Widerstand von 100 Ohm messbar ist.

Hast Du das soweit geschafft, verbindest Du den blauen und den roten "kommenden" Draht mit jeweils einem der "gehenden" Drähte; die Polarität ist gleichgültig. Am "rausgeklingelten" Ende der beiden Drähte schließt Du eine TAE-F-Dose an, auch hier ist die Polarität unwichtig, Hauptsache die Drähte kommen an die Klemmmen 1 und 2 der Dose. Verbinden bzw. durchverbinden macht man zunächst zum testen durch verschleudern (verdrillen); wenn man den Leitungsweg festgestellt hat, nimmt man dafür zweckmäßigerweise fettgefüllte Scotchlok-Klemmen. Beim "rausklingeln" des Leitungsweges kann man sich oft an den Farben der Isolierung der Drähte orientieren. Die nun unbenutzten Dosen mit den dahinterliegenden durchverbundenen Drähten können nun blind in die Wände wieder eingebaut werden.

Bitte streng vermeiden, dass es zwischen dem roten und den blauen "kommenden" Draht und den im weiteren Verlauf dann "kommenden" Drähten zu Kurzschlüssen kommt. Die "Vermittlungsstelle" merkt sich das und stuft schrittweise Deinen VDSL-Anschluss zurück. Also erst die Zweidrahtleitung "rausklingeln" und wenn diese "steht", dann erst die von der Telekom "kommenden" Drähte damit verbinden.

Jetzt schließt Du den Router mit dem dazugehörigen Kabel an diese TAE-F-Dose an und verbindest den Router mit dem Stromnetz. Soweit zur Hardware.

Nun muss nur noch der Router mit den Zugangsdaten gefüttert werden und der Internet-Zugang ist gewährleistet. WLAN sollte adhoc funktionieren (Sicherheitseinstellungen wie SSID und WPA/PSK-Passwort vorausgesetzt) und die PC, die mit Kabel angeschlossen werden sollen, kommen mit entsprechend langen Patchkabeln ebenfalls an den Router.


Alle Vorschläge der Vorredner hier, die sich mit der Umnutzung der vorhandenen ISDN-Leitungen und -Dosen beschäftigen, ignorierst Du zunächst; das kommt dann später dran. Zunächst ist eine durchgehende Zweidrahtleitung von den zwei kommenden Drähten bis zu der TAE-F-Dose am für den infrage kommenden Standort des Routers wichtig.

Bitte immer strukturiert und besonnen vorgehen, Eile ist in einem solchen Fall überhaupt nicht zielführend.

Meinen vorstehenden Vorschlägen liegt zugrunde, dass die ISDN-Anlage komplett außer Betrieb genommen wird. Sollte das nicht gewünscht sein, müsste man die Leitungswege dahingehend prüfen, ob in den jeweiligen Kabelstrecken jeweils mindestens als 6 Drähte zur Verfügung stehen. Zwei davon bräuchtest du für die Zweidrahtleitung zur TAE-F-Dose für den Router, vier Drähte bräuchtest Du für die ISDN-Verkabelung; zweckentfremden könnte man diese vier Drähte für die Umnutzung als 100 MBit/s Netzwerkleitung; dafür müssten dann aber auch die ISDN-Dosen gegen Netzwerkdosen ausgetauscht werden. Letzteres ist allerdings nur angebracht, wenn keine dedizierten Netzwerkleitungen zur Verfügung stehen und auch nicht daran gedacht ist, diese einzubauen.

Wenn Du Fragen hast, bitte immer her damit.

Viele Grüße.
Wow, dass nenne ich einmal eine ausführliche Erklärung! Vielen Dank dafür.
Ich werde mir das Alles am Wochenende wenn ich Zeit habe mal genauer ansehen und versuchen einen Durchblick über das Ganze zu bekommen. Wenn ich nochmal etwas wissen muss, werde ich mich melden!

Die ISDN Anlage sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall weg. Mein Vater ist der gleichen Meinung.

Binalog schrieb:
Keine "normalen" Telefone?

Doch klar. Sorry hab ich vergessen. Wir haben noch 1 Fenstnetztelefon, welches aber immer überflüssiger wird bei den 5 Anrufen im Jahr ;D
 
@BassFreak99:

Das die ISDN-Anlage komplett demontiert werden soll , halte ich in dem Zusammenhang mir der Rekonstruktion der Telekommunikations-Infrastruktur im Haus für sehr zweckmäßig. Das eine im Haus noch vorhandene analoge (kabelgebundene) Telefon kann, sofern eine Fritzbox als Router Verwendung finden soll, an diese Fritzbox angeschlossen und in deren Software eingerichtet werden. Sofern es sich um ein DECT-Telefon handelt, kann man die Basisstation dieses Telefons rein als Ladestation nutzen und das Handteil an die DECT-Basis der Fritzbox anmelden. Sollte es sich darüberhinaus um ein Gerät von Siemens handeln (Gigaset oder ähnliches), kann man damit sogar die Telefonbuch-Funktion der Fritzbox sowie deren Anrufbeantworter benutzen. Darüberhinaus wäre dann der Standort dieser "Ladestation" unabhängig vom Standort der Fritzbox, muss aber dessenungeachtet im DECT-Funkbereich der Fritzbox liegen! Die DECT-Basis der Fritzbox kann je nach Modell bis zu sechs DECT-Handteile verwalten. Bezogen auf letzteres kann man somit auf die ISDN-Anlage verzichten, sie ist definitiv obsolet geworden.

Wenn keine Fritzbox als Router verwendet werden soll, kann man für die Telefonie auf SIP- oder WLAN-Telefone zurückgreifen.

@gaym0r:
Nun, es ist schon klar, dass man mit vorhandenen freien vier Drähten keine 100 Mbit/s Ethernetverbindung spezifikationsgerecht schalten können muss, vor allem nicht über die für Ethernet spezifizierte Leitungslänge des passiven Links über 100 m. Wenn man allerdings mangels anderer Möglichkeiten etwas "basteln" will oder möchte, kann man durchaus über einige Meter, ich meine bis zu 50 m Leitungslänge eine funktionierende Ethernetverbindung über vier Drähte hinbekommen; diese Verbindung muss allerdings auch nicht den Durchsatz laut Spezifikation von 100 Mbit/s erreichen, das können je nach Situation vor Ort auch nur 30 Mbit/s sein oder gar noch weniger oder eben auch etwas mehr. Es kommt auf die örtlichen Bedingungen und auf einen Durchsatz-Test an.

Doch selbst wenn man im Kabel acht nicht belegte Drähte hätte, eine spezifikationsgerechte GBit-Verbindung wäre damit ohnehin ausgeschlossen. Mag sein, das der Eine oder Andere mit viel Glück über eine solche Verbindung mehr als 100 Mbit/s Durchsatz erreichen konnte, bei relativ kurzen Leitungswegen mag das funktionieren. Wie gesagt, spezifikationsgerecht und vor allem auch über 100 m ist das aussichtslos.
 
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