Khaotik schrieb:
Mich würde jetzt dann aber schonmal interessieren, wo du aus meinen Posts ein solches potentielles Verhalten rausgelesen hast?
Ich gestehe ein, Du hast allgemein gesprochen. Die Übertragung auf Dich ist dabei nicht gerechtfertigt. Die entsprechende Passage, auf die ich mich bezogen habe, war diese hier.
Khaotik schrieb:
Dann geht’s dabei noch schön Berg auf, der Radler schafft keine 20kmh mehr und beschwert sich dann, dass er riskant überholt wird? Sorry, aber auch bei aller Rücksichtnahme ist der gute Radler schon zu mindestens 50% selbst schuld, wenn hier was passiert. Wiegesagt – nur auf Straßen, wo der Radweg sowieso Straßenbegleitend verläuft.
RADwege werden ja nicht aus Spaß gebaut damit Mütter ihre Kinderwägen leichter schieben können.
…fügen wir noch mehr Kontext hinzu…
Khaotik schrieb:
Da kann ich schlicht jeden Autofahrer verstehen, den hier die Wut packt. Der Radfahrer müsste ja sogar dort fahren wenn es das blaue Gebotsschild anzeigt.
…ann darf ich mich komplett entschuldigen. Ich habe da wohl konkrete Situationen im Kopf gehabt. Oftmals haben diese Bergstraßen nämlich schon alleine aus Platzgründen gar keinen Radweg. Ich fahre gerne mal hoch zur nahegelegenen Burg. Das sind 200 Höhenmeter auf 2,8 km oder die gesamte Strecke rückwärts über eine Landstraße - ebenfalls mit 150m Anstieg auf 2,9 km, aber mit einer starken Kurve mit der größten Steigung.
Das stelle ich gleich noch richtig und ich möchte mich entschuldigen.
Lass mich das vielleicht noch einmal umformulieren. Bei Situationen ohne Radweg bleibe ich bei meiner Aussage. Sofern ein benutzungspflichtiger Radweg (und damit sind nicht "Radfahrer frei" Wege gemeint) vorhanden ist, gebe ich dem Autofahrer immer noch die
deutlich größere Schuld, denn das Gebot bleibt, dass Überholmanöver sicher sein müssen. Bei kurvigen Bergpässen, schmalen Straßen und uneinsichtigen Stellen ist das einfach selten gegeben. Das Gebot besteht auch, wenn sich ein anderer Verkehrsteilnehmer falsch verhält. Dadurch würde ich ihm eine Teilschuld zuweisen. Keine Ahnung, wie man das im Rechtssprech formulieren würde, aber der aktive "Täter" wäre der Autofahrer.
Ersetze den Radfahrer mit einem schwach motorisierten Kraftfahrzeug. Ändert das etwas?
Khaotik schrieb:
Mir geht es grundsätzlich immer um ein Thema: Selbstschutz.
Jahr für Jahr wird gejammert, dass es mehr Fahrradwege braucht weil der normale KFZ-Verkehr für die Fahrradfahrer so gefährlich ist.
So, dann werden solche Weg für unglaublich viel Geld gebaut und dann? - Sind sich manche Radler schlicht zu fein sie zu benutzten und fahren lieber weiter auf der normalen Spur mit. Mit dem vollen Bewusstsein, dass sie das weitaus schwächste Glied in der Gefahrenkette sind und bei Unfällen mindestens mit Fleisch, wenn nicht sogar im ungünstigsten Fall direkt mit dem Leben bezahlen.
Die Maßnahmen, die ich in meiner Umgebung wahrgenommen habe, werden gut angenommen. Pop-Up Radwege, die scheinbar zur Dauerinstallation werden, überhaupt mal Markierungen von Radwegen auf der geteerten Straße. Die Qualität ein Spur macht mitunter aus, wie gut man darauf ungehindert fahren kann. Wenn man ständig Blumenkübel ausweichen muss oder Bedarfsampeln betätigen muss, ist der Weg einfach schlecht. Natürlich schaut man da neidisch auf die Spur der Autofahrer mit gerader Streckenführung ohne Hindernisse und mit automatischer Grünschaltung.
Schau Dir bitte diese Situation an. Wenn Du glaubst, dass ich da auf den Radweg fahre, hast Du Dich geschnitten.

Die Situation aus der man kommen würde, ist auch nicht besser. Mülltonnen am Rand, Autotüren direkt dort, wo man fahren sollte (links). Und wenn ein Fußgänger dort laufen würde, darf man abbremsen.

Ich müsste mal nachfragen, ob sich die Situation inzwischen geändert hat. Tempo 30 soll recht aktuell sein, aber ob der Radweg noch so gestaltet ist, weiß ich nicht.
Khaotik schrieb:
Finde ich eine interessante Meinung, dass das Risiko durch verschmutzte Wege soviel geringer ist als durch den Berufsverkehr auf manchen Straßen. Ggf. müsstest DU dann auf den Wegen mit schlechterem Zustand langsamer fahren... Aber dann würdest du ja auch länger brauchen. Sollen halt lieber sehr viele Andere länger brauchen.
Ist sogar eine Fahrschulfrage. Es besteht Rutschgefahr. Ich fahre ja nicht in der mitte der Spur, sondenr weiterhin möglichst weit rechts.
Khaotik schrieb:
Gerade im Herbst bei oft schlechten Sichtverhältnissen würde ich alles dafür tun, um mich vor stark befahrenen Landstraßen fernhalten zu können. Laub gehört halt leider zum normalen Leben dazu. Man kann halt nicht erwarten, dass sämtliche Fahrradwege ständig von Laub befreit werden.
Wenn die Straße geräumt wurde und das Laub dafür auf dem Radweg liegt… Ich habe tatsächlich schon Bilder gesehen. Bei Schnee wird das noch schöner.
Khaotik schrieb:
Ggf. sollte man als Fahrradfahrer auch "geeignete Reifen" für die Jahreszeit vorgeschrieben bekommen. Beim Auto gehts ja auch. Insofern könnte man z.B. für Fahrräder auch eine Mindestprofiltiefe o.Ä. vorschreiben.
Ansonsten gibt es bei jedem Verkehrsunfall z.B. zwischen Auto und Rad automatisch eine Teilschuld wegen falscher Reifen(wahl).
Ich stimme Dir in soweit zu, dass es fahrlässig ist, sich bei Dunkelheit, Nässe und verschmutzten Straßen mit einem Rennrad mit schmalen Reifen zu bewegen. Winterreifen für Fahrräder und eine Profiltiefe… Da solltest Du noch einmal nachschauen, wozu es das bei Autoreifen gibt und was einen Winterreifen ausmacht. Dann erkennst Du sicherlich, dass das bei Fahrrädern wenig Sinn macht.
Auch hier: Abwägen. Es gibt im Zweifel Richter, die entscheiden müssen, ob es zumutbar gewesen wäre, auf dem verschmutzten Radweg zu fahren.
Moep89 schrieb:
Darum geht es hierbei gar nicht. Auf schmaleren Straßen können zwei Radfahrer nebeneinander sogar das Überholen ohne Gegenverkehr unmöglich machen. Spätestens dann, wenn z.B. noch parkende Autos im Spiel sind.
Das ist tatsächlich ein Dilemma. Hupen darf man innerhalb der Städte auch nicht. Mir kommen spontan nur Straßen in den Sinn, wo es prinzipiell abstandstechnisch immer gefährlich wäre, zu überholen, wenn es zu der beschriebenen Situation kommt. Da einfach abzusperren mag provokant sein, aber sichert auch ab.
Moep89 schrieb:
Völlig egal wie schnell und mit welchen Reifen er fährt, Zeichen 241 macht den Radweg benutzungspflichtig. Er hätte also in keiner Situation auf der Straße fahren dürfen. (Vereist, versperrt o.ä. war er ja anscheinend nicht)
Ich verweise an dieser Stelle noch einmal an meine Begründung zu den beiden Bildern. Man hat mir gesagt, dass es schon Bestrebungen gibt, das Problem auch offiziell zu beseitigen.
Moep89 schrieb:
Öffentliche Verkehrswege sind keine Rennstrecken. Nicht für Autos, Motorräder oder eben Fahrräder. Bei Autos und Motorrädern wird das aggressiv durchgesetzt, bei Radfahrern leider nicht. Es zählt übrigens auch als Rennen, wenn man versucht bestimmte Zeiten auf einer Strecke zu erreichen, ganz ohne "Gegner".
Die Absätze, die ich dazu gefunden habe, bezogen sich auf Kraftfahrzeug-Rennen. Fahrräder sind keine Kraftfahrzeuge. Man könnte
StVO § 29 so auslegen, aber ich würde neben StVO § 1 auch noch eine Menge anderer Paragraphen hinsichtlich der Rücksichtslosigkeit und Fahrlässigkeit, die beim Zeitfahren betrachtet werden dürfen.
Auch hier wieder eine Bergstory: Kurvig und Downhill. Da ist jemand mit einer Durchschnittsgeschwindkeit runter, die meiner Höchstgeschwindigkeit glich. Wenn der Typ jemanden - egal ob Auto, Motorrad, Radfahrer oder Fußgänger - erwischt hätte, hätte er mit hoher Wahrscheinlichkeit die volle Schuld verdient - sofern er dann noch lebt.