TechX schrieb:
Dann lies wenigstens vollständig - kannst Du das?
https://www.computerbase.de/forum/t...-politik-und-gesellschaft-pug-regeln.1751287/
Punkt 6
Und deswegen können die Leute ja erst seit der EU in den Urlaub fahren - so ein Schmarrn. Das war früher nichts grossartiges u. der Vorteil nur marginal.
Das ist ganz und gar nicht marginal - der Grenzkontrollen auf dem Landweg (im Flugverkehr wird das Gepäck sowieso geröntgt) wegen. Als Ö während der Flüchtlingskrise die Grenzen geschlossen hat bzw. wieder kontrolliert hat, hat man gesehen, was das für ein Chaos ergab.
Ganz wesentlich sind die Erleichterungen auch im grenznahen Verkehr - nicht nur für Touristen, sondern auch fürs Gewerbe (z.B. Handwerker, Dienstleister), die so problemlos Aufträge im Nachbarland erhalten und ausführen können. Oder als Arbeitnehmer in Deutschland wohnen und im Nachbarland arbeiten usw.
Das würde alles wegfallen und würde viele, viele Leute empfindlich treffen. Die Briten merken das gerade und gerade der Grenzverkehr zwischen Nordirland und Irland ist deshalb auch einer DER Knackpunkte in den Brexit-Verhandlungen.
Schätze, Du hast ein völlig verklärtes Weltbild - denn es kam drauf an, wohin man reisen wollte.
Und Du wirst es nicht glauben, auch heute kommte es noch drauf an, wohin man will - und dann braucht man doch ein Visum.
Siehe "Grenznaher Verkehr". Und auch hier nochmal der Hinweis zu den Forenregeln.
Und? Wann ziehst Du jetzt um? Wohin ziehst Du mit dieser grenzenlosen Freiheit? Und wie oft wirst Du es die nächsten 15-20 Jahre tun?
Seinen Lebensmittelpunkt zu verlagern, da gibt es wesentlich andere Faktoren, welche schwerwiegender sind, als irgendwelche Freizügigkeiten auf dem Papier.
Es ist nun mal Freiheit, DIE WAHL ZU HABEN. Die Wahl zu haben, ob man nicht doch lieber in Holland oder Schweden arbeitet (und das ohne große Hürden).
Es ist die Freiheit, in Portugal Waren einzukaufen und ohne Zollstress in DE zu verkaufen.
Es ist die Freiheit, SPONTAN mal eben einen Kurztripp in ein EU-Land zu machen. Und das geht Spontan, weil man z.B. erst gar kein Visum braucht.
Man kann doch Leuten nicht die Freiheit absprechen, weil einzelne sie wahrscheinlich nicht in Anspruch nehmen. Freiheit ist immer auch die Freiheit der anderen. Mustis muss diese nicht selber nutzen, um sich dafür einsetzen zu dürfen.
Die wenigsten sind unter der Woche noch ab 0:00 in der Kneipe. Soll deshalb wieder die Polizeistunde eingeführt werden? Die Leute, auch wenn es keine Kneipengänger sind, würden sich wohl zurecht deutlich weniger frei fühlen.
Du schreibst über Dinge, die Du schätzungsweise noch nicht gemacht hast u. vermutlich auch nicht tun wirst - preist es aber als Errungenschaft an; urteilst über Zeiten, die Du nicht kennst. Wer wegen einem Brexit nicht gleich in Ohnmacht fällt, oder die EU nicht lobpreist, ist ja gleich Populist - mit Dir zu diskutieren ist Zeitverschwendung.

Forenregeln
Ein Problem besteht halt in der Fessel "Euro" - vor dieser Ära konnten die betroffenen Staaten durchaus so mancher Krise entgegensteuern - dieses Instrument wurde ihnen genommen. Es war von Anfang an klar, dass man den Euro mit Krediten an "verkrachten Staaten" stützen muss im Fall der Fälle, da er sonst zu scheitern droht.
Mit einer "Fessel" Euro hat das weniger zu tun. Die Banken bedauern dabei höchstens den Wegfall überzogener Umtauschgebühren (wer international unterwegs ist und mal den Fehler gemacht hat, bei einer Bank Geld einzutauschen, wird wissen, was ich meine

).
Nein, der Witz bei den Krediten an "verkrachte Staaten" ist folgender: Der Euro-Rettugsschirm, also die "Finanzhilfen", die Griechenland erhalten hat, damit Griechenland fällige KREDITE zurückzahlen konnte, waren nur dazu da, dass eben die Kredite an die Gläubigerbanken (allen voran die DEUTSCHE BANK) zurückgezahlt werden konnten. Was als Finanzhilfe für Griechenland verkauft wurde, diente in Wirklichkeit nur dazu, die Deutsche Bank (und andere Institute) vor massiven Kreditausfällen zu bewahren. Es war also vor allem ein BANKEN-RETTUNGSPAKET, für das die EU-Bürger bürgen. Verkauft wurde es dem Bürger aber quasi als EU-Solidarpakt, denn die Steuermillarden in sich verzockende Banken zu pumpen, das hätte wohl auf gar kein Verständnis beim Bürger getroffen. Mit dem Euro an sich hat das also erst mal weniger zu tun, sondern damit, eine weitere Bankenkrise sich verzockender Banken zu verhindern - eben auf Kosten des Steuerzahlers.
Vor dem Hintergrund versteht man auch, warum
bankerfreundliche Neoliberale dies gerne als Euro-Problem deklarieren wollen. Aber es ist vor allem ein Problem zu gieriger, zockender Banken.