Raid 1 Geschwindigkeit

XMeaningx

Lieutenant
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Juli 2008
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Hey,
Hab neuerdings zwei Barracudas 7200.12 übern onboard Intel Matrix Controller via Raid 1 laufen.
Normalerweise sollte sich doch die Lesegeschwindigkeit annäherungsweise verdoppeln, oder?
Tut sie aber nicht, denn wenn ich sie mit HDTune oder mit CrystalDiskMark teste, dann liegt die maximale Lese-Geschwindigkeit so bei 121MB/s.

mfG und danke schonmal

PS:

MB: Gigabyte ga-p55-ud4
CPU: i5-750
RAM: Corsair 2*2GB 1333MHz
HDs: Seagate Barracuda 7200.12 500GB x2
 
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Raid 1 spiegelt die Platten ja nur. Und da der Intel Onboard Controller offenbar beim lesen das Raid 1 nicht wie ein Raid 0 behandelt hat man logischerweise auch nur die Geschwindigkeit einer einzelnen Platte.
 
ok,
aber normalerweise sollte sich die Geschwindigkeit ja theoretisch verdoppeln, da man alle Daten von zwei Platten ziehen kann
oder, nicht
 
oder nicht.
externe Controller schaffen es möglicherweise, von beiden Platten verschiedene Anforderungen von verschiedenen Tasks abzuarbeiten, aber nicht um einen I/O auf zwei Platten aufteilen, um doppelte Transferrate zu erreichen.
Nachdem ja auf jeder Platte alle Sektoren brav hintereinander stehen, hätte man bei einer Aufteilung sonst eine erhöhte Zugriffszeit in Kauf zu nehmen, die man beim Schreiben auf einem onboard-Controller ohne Cache ja ebenfalls hat.
 
Das sollte bei guten SCSI oder SAS Controllern so sein, bei onboard Controllern wirst du keinen finden, der bei R1 deutlich mehr Lesegeschwindigkeit rausholt.
 
Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll.

Kommt vom System ein Befehl, ab einer gewissen Sektoradresse z.B. 128 Sektoren zu lesen (64K), so ist das ein Bruchteil einer Spurlänge. Wenn dem Controller gerade langweilig ist, kann er beide HDDs damit beauftragen; wer zuerst die Daten liefert, hat gewonnen. Die erste hat die Daten schon lange im RAM des Systemes abgeliefert, bevor die zweite mit der Übertragung beginnen könnte, weil sie noch gar nicht an der richtigen Stelle ist.

Wird dann sequentiell der nächste 64K Block gelesen, liefert die erste HDD blitzartig aus dem read-ahead cache die Daten, mit bis zu 300MB/s - während die zweite HDD immer noch nicht an der richtigen Stelle ist, usw....

Wenn ein Controller intelligent ist, setzt er den Lesebefehl nur an jene HDD ab, die dem Ziel am nächsten ist - wenn er sich merkt, wohin sie zuletzt positioniert wurde.
Er kann aber unabhängig verschiedene I/O requests auf eine HDD routen, wodurch der I/O-Durchsatz steigt.

Bei onboard-Controllern wird im RAID-1 Fall in schlichter Einfalt immer nur vom Master gelesen, nie vom Mirror. Schreiben findet auf beiden statt, was etwa 2ms(1/6 Umdrehung) länger als auf einer Einzelplatte dauert. Deswegen macht ein RAID1 im Anwenderbereich keinen Sinn, weil er auch NICHTS zur Sicherheit beiträgt (Was trotzdem hartnäckig kolportiert wird)
 
Ja, für die Raid-Märchen und Anwendungsgebiete würde ich sogar langsam mal nen eigenen Sticky oben empfehlen.

Oder aber gnadenlos schließen lassen von Moderatoren und nochmal nen dicken Hinweis oben anbringen.

Wir schlagen uns ja jetzt schon täglich deswegen herum und es tauchen immer wieder dieselben Fragen auf, wenn auch ab und an in anderer Form.
 
Les mal bei Wikipedia weiter.

"Eine Spiegelplatte ist kein Ersatz für eine Datensicherung, da sich auch versehentliche oder fehlerhafte Schreiboperationen (Viren, Stromausfall, Benutzerfehler) augenblicklich auf die Spiegelplatte übertragen"

Raid-1 ist wie alle anderen Raids für die Datenverfügbarkeit nicht Datensicherung.
 
Genauso, wie es im von einem Wissenden endlich auch im verlinkten Wiki im Schlusssatz zu RAID1 richtig formuliert wird:

Eine Spiegelplatte ist kein Ersatz für eine Datensicherung, da sich auch versehentliche oder fehlerhafte Schreiboperationen (Viren, Stromausfall, Benutzerfehler) augenblicklich auf die Spiegelplatte übertragen. Dies gilt insbesondere für unvollständig abgelaufene, schreibende Programme (etwa durch Stromausfall abgebrochene Update-Transaktionen auf Datenbanken ohne Logging-System), wobei es hier nicht nur zu der Beschädigung der Spiegelung, sondern auch zu einem inkonsistenten Datenzustand trotz intakter Spiegelung kommen kann. Abhilfe schaffen hier Datensicherungen und Transaktions-Logs.

Betreffend dem Geschwindigkeit-Irrglauben steht etwas weiter oben
Zur Erhöhung der Leseleistung kann ein RAID-1-System beim Lesen auf mehr als eine Festplatte zugreifen und gleichzeitig verschiedene Sektoren von verschiedenen Platten einlesen. Bei einem System mit zwei Festplatten lässt sich so die Leistung verdoppeln

Leistung ist nicht Geschwindigkeit! Damit ist eben die Verdopplung der I/O Rate bei nebenläufigem Read-Betrieb gemeint

Im nächsten Absatz ist erstmalig von Sicherheit die Rede, aber in völlig anderer Bedeutung, als sich das ein Benutzer wünscht:
Zur Erhöhung der Sicherheit kann ein RAID-1-System beim Lesen stets auf mehr als eine Festplatte zugreifen. ... Diese Funktion bieten nur wenige Controller an, ...
Hier handelt es sich um die Sicherheit, es parallel aufzuzeichnen und wieder parallel zu lesen. Danach kann man nur sagen, es stimmt was nicht - aber welche Platte recht hat, steht in den Sternen. Das hat aber nichts mit möglichen Sektordefekten zu tun, die jede HDD ohnehin merkt und meldet. Den Nachsatz, den ich fett markiert habe, überliest jeder: Einen Controller, der das macht, hat sicher noch keiner von euch gesehen.

Wohltuend, dass das unsinnige Geschwätz über Stripesets bei RAID0 endlich entfernt wurde, welches jahrelang die Leser in die Irre geführt hat. (Nachtrag: zu früh gefreut, jetzt hat man einen eigenen Punkt "Stripe Size" daraus gemacht)


Die Kurzform des Tec-Channel Experten im zweiten Link spricht auch nur von Leistung, wenn er aber vom Idealfall phantasiert, bei dem ein Schreibzugriff genauso lange wie auf eine Einzelplatte dauert, den hat von Euch wohl auch kaum einer gesehen. Das Stück spielen nur Controller mit Platten, die rotationssynchronisiert sind. Ansonsten geht der Idealfall, der dort Normalfall ist, statistisch unter

Das Gewäsch vom "sicherer geht es kaum noch" rührt vielleicht daher, dass er noch nie was von einem Backup gehört hat.

Nachtrag:
Jetzt ist mir der Onkel dazwischengefunkt :) Ich lass es aber trotzdem stehen, damit sich das jeder verlinkfaule das erste Zitat in gesamter Pracht auf der Zunge zergehen lassen kann

Nachtrag2:
Den zweiten verlinkten Artikel vom tecchannel in seiner Gesamtheit (die Seiten davor und dahinter) zu lesen, erfordert einen guten Magen und eine gehörige Portion Ungläubigkeit, sonst kann der rasch zur Verbreitung weiterer RAID-Märchen führen. Nachträglich muß ich sagen, die Kerle haben zu Dritt von der Materie keine Ahnung. Ich hab dort, wo sie Parity als Datenredundanz danach auf ECC ungemanscht haben, zu lesen aufgehört...
 
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Aha ok,
Also das mit der Sicherheit hab ich eher so gesehen, dass ein Raid 1 bei einem Headcrash einer Platte hilfreich ist und nicht dass ein Raid Datensicherungen ersetzt.
 
Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass ein Benutzer, der täglich am PC rumgurkt, damit und mit allen anderen Gefahren (OS-Fehler) seine Daten logisch schrottet. Deshalb ist ein externes regelmäßiges Backup wesentlich effizienter, weil das alle Eventualitäten abdeckt.

Ein RAID 1 macht dann Sinn, wenn z.B. ein Server einmal aufgesetzt wird und dann jahrelang unverändert ohne Unterbrechungen durch Hardwaredefekte laufen soll, welche durch Plattenausfall verursacht werden könnten.
DA nimmt man auch in Kauf, dass ein RAID 1 beim Schreiben (an onboard-Controllern) etwas langsamer als eine Einzelplatte ist...
 
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Der häufigste Grund für Datenverlust auf Heimcomoutern dürfte vermutlich das versehentliche Klicken von "Speichern" in Momenten, in denen man "Speichern unter" klicken wollte, sein. Deswegen berücksichtigt das erste allein für Home-User entworfene Backup-System, Apples Time Machine, auch ausdrücklich diesen Punkt und sichert die älteren Versionen von Dateien. (Die Idee stammt zwar von Windows (heißt dort Schattenkopien), aber auf Windows ist das ganze nicht in Backupsoftware eingebettet, die Einstellungen dafür sind an eine Stelle geschoben, wo sie nur informierte Techies finden und noch schlimmer, es existiert nur in Professional/Business und Ultimate Lizenzen.) Kein RAID1 kann vor diesem Datenverlust schützen.
 
Bei dieser Art des Verlustes kommt man ja lustigerweise erst drauf, wenn man das alte Dokument sucht. Der hält sich ja in Grenzen, weil es verschwundene Einzeldateien betrifft.
Eine vernünftige Sync-Software zum Backup kann man so einstellen, dass sie auch gleichnamige Dateien mit einem Timestamp (z.B. im Namen am Ziellaufwerk) versieht.

Die größte Katastrophe wird aber eingeläutet, wenn man ein OS auf ein falsches Laufwerk installiert, ein Laufwerk durch einen anderen logischen Filesystem-Fehler unansprechbar wird oder ein RAID zerfällt oder Probleme macht und der Benutzer dann in seiner Einfalt falsche Aktionen setzt. Die Datenmenge, die damit den Bach runter geht, ist weitaus größer.
Encryption-Fans haben damit die Vollendung des Schutzes erreicht, wenn sie nichtmal selbst mehr an die Daten kommen...
 
Naja, ich halte solche Sachen aber für äußerst selten - zumal das mit dem Auversehen ein OS auf falsches Laufwerk bei Windows gar keine Rolle mehr spielen dürfte, da seit Vista eine Neuformatierung des Ziellaufwerks überhaupt nicht nötig ist (sämtlicher alter Inhalt wird einfach in den Ordner "windows.old" verschoben und fertig). Datenverlust bei Stromausfall kann ein Problem sein, aber dank Transactional NTFS auch nur für neue Dateien.

Und dass einen Backup-Software schützen kann, habe ich ja bereits gesagt - Backup statt RAID ist auch meine Devise, ich weiß nicht, ob du mich da misverstanden hast. Wenn das Scanbild meiner geburtsurkunde weg ist, ist das aber egal, ob nun viele Dateien weg sind, oder nur diese eine von vielen - sie ist essentiell, deswegen braucht man Backup. Jede einzelne wichtige Datei ist wichtig, sie wird nicht dadurch unwichtiger, dass sie allein ist. ;)
 
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Ich habe nicht ausgedrückt, dass nicht auch der Verlust einer einzigen Datei schon eine persönliche Katastrophe bedeuten kann.
Wenn man nur ein einziges Backup-Medium zum Sichern benutzt, schützt dieses nicht bei Dateien mit gleichem Namen, die irrtümlich überschrieben wurden. Nur inkrementielles Sichern der Änderungen oder ein Backup-System, welches alle geänderten Versionen aufhebt, kann den Verlust verhindern.
 
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