Recht auf HomeOffice

uwe-b schrieb:
Wenn das mit dem HomeOffice aber mal so richtig bei den Arbeitgebern angekommen ist, bleibt die Frage, was dann kommt.
Oh, das klappt ja prima, aber kann das nicht auch ein günstiger dann Inder machen.

Wäre ja auch schon vor Covid möglich, Sachen nach Indien auszulagern. Hier gibt es auch die Möglichkeit, dass die Inder in der eigenen Zeitzone arbeiten - sprich, die starten so um 19-20 Uhr in Indien.

Warum wird es nicht in der Breite gemacht? Weil Inder nun mal sehr speziell sind von ihrer Kultur. Da musst du fleißig investieren, dass du auch genau dass raus bekommst, was du möchtest. Wirklich gute Indische Programmierer, kosten auch entsprechend. Soo viel günstiger ist es dann am Ende gar nicht mehr.

Ich hab da schon einige leidliche Erfahrungen gemacht. Da muss man echt viel selektieren und immer wieder schauen, ob man wirklich ein guten Programmierer bekommen hat.


Ansonsten muss man auch immer schauen, warum Mitarbeiter ggf im HomeOffice nicht so produktiv sind, wie im Büro. Hier müssen die Führungskräfte auch schauen, wie sie ihre Mitarbeiter steuern, damit die Produktivität nicht einbricht. Mitarbeiter die man im Büro immer wieder auf Aufgaben hinweisen musste, müssen halt auch im HomeOffice öfter angesprochen werden.
 
Es gibt einfach unterschiedliche Arbeitskulturen. Ich kanns mir z.B. gar nicht mehr vorstellen, dass ich ohne Instant Messenger, egal ob Skype, Slack, Teams, mit Kollegen arbeite. Das war übrigens auch schon im Büro so, wenn man was braucht schreibt man schnell auch wenn die Person nur einen Raum weiter sitzt.
Es stört weniger und man kann ganze Gruppen fragen - dann muss man das Problem auch nur einmal erklären.
Das selbe mit Besprechungen, die sind gefühlt seit Ewig immer auch online gewesen, weil fast immer ein Kollege unterwegs war etc.

Was ich weniger mag ist, wenn dann jemand bei mir im Büro steht und einfach nur reden will oder auch wenig vorbereitet seine Probleme berichtet. Entweder ordentlich mit Meeting und Agenda oder schriftlich, das ich zuerst mein Zeug erledigen kann.

Das mit den Meetings ist übrigens sehr praktisch (im Kalender eingetragen natürlich), da man dem Chef auch zeigen kann, welche anderen Tasks man nebenher macht, sollte mal die Frage kommen warum xyz so lange dauert.
 
Corto schrieb:
Andere quatschen aber für hunderte Euro mit den Kollegen wie über die interne Telefonanlage vor Ort - das ist kein gute Argument für Homeoffice.
Das ist aber dann einfach nur Unfähigkeit vom AG ne anständige Plattform bereitzustellen. Im schlimmsten Fall bekommt der MA einfach n Endgerät mit nach Hause, das geht schon seit 20 Jahren...
 
Naja es ist halt der ÖD und da wird man ja immer von allem unvorbereitet getroffen :D

wir sind quasi von ca 100 Telearbeitsplätzen durch Corona in kürzester Zeit auf ca 350 gekommen, dafür lief das schon ganz gut. Ein bisschen disziplin und Mitdenken bei der Kostenbegrenzung darf man eigentlich auch erwarten, klappt halt nicht bei jedem.
 
NotNerdNotDau schrieb:
Da muss man grundsätzlich festhalten, dass es dabei verstärkt auf die Arbeitsergebnisse ankommt.
Damit ist gemeint, dass wenn sich jemand im HO vier Arbeitstage lang die Liebeskugeln schaukelt und am fünften Tag die an ihn gestellten Aufgaben vollständig und zufriedenstellend erledigt, dann ist das zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber wahrscheinlich für die meisten Arbeitgeber / Vorgesetzten akzeptabel.
Akzeptabel vor allem dann, wenn sie nicht mit der Nase darauf gestoßen werden.

Dies!

Ein Arbeitnehmer hat eine Aufgabe und eine dafür zur Verfügung stehende Zeit. Solange er die geforderte:

  • Zeit
  • Umfang
  • Qualität

einhält dann hat er seine Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Wenn er für die Aufgabe nur 6 statt der kalkulierten 8 Stunden gebraucht hat dann ist das schön, aber der Arbeitgeber hat keinen Anspruch darauf, dass der Arbeitnehmer von nun an alle Aufgaben in 75% der Zeit absolviert.

Außerdem ist es nicht Aufgabe des Arbeitnehmers die Auslastung zu planen und darauf zu achten, dass das Unternehmen wirtschaftlich läuft. Er hat dafür oftmals einfach nicht den notwendigen Überblick.

Es ist die Aufgabe des Unternehmens bzw. von Team/Projekt/Bereichs Leitern, dass Aufgaben und Umfänge so verteilt werden, dass alle Angestellten wirtschaftlich arbeiten und solange besagte Angestellte die Aufgaben in der vorgesehenen Zeit sowie der notwendigen Qualität und Umfang erfüllen ist alles in bester Ordnung.

Erst wenn dies nicht der Fall ist muss nachgesehen werden, wieso.

Unabhängig von Homeoffice oder nicht.

fishraven schrieb:
Könntest einer meiner Kollegen sein. Von Anfang bis Ende in jedem Meeting gemuted.

Das nennt sich Chathygiene und ist extrem wichtig.

Wer nichts zu sagen hat hat gefälligst sein Mikrofon abzustellen. Es gibt einen sehr speziellen Platz in der Hölle für Menschen, die nach 2 Jahren unfähig oder unwillig sind ihr Mikrofon abzustellen und stattdessen die ganze Zeit dem Rest des Meetings in die Ohren atmen/kauen/telefonieren.

Zhalom schrieb:
Ich sehe in deiner Beschreibung keinen Grund gegen Homeoffice, nur Unfähigkeit in deinem Unternehmen im 21. Jahrhundert anzukommen.
 
Zhalom schrieb:
ich sagen will, Homeoffice muss noch sehr viel beweisen
Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer eine Telefonanlage nicht so eingerichtet bekommt, dass man die dynamisch umstellen kann, sollte sich fragen, was er Furz Dienstleistungen anbietet. Das ist in Zeiten von Teams und Co kein Argument mehr
 
fishraven schrieb:
Das ist in Zeiten von Teams und Co kein Argument mehr
Kommt drauf an was du an Hardware hast. Wenn die Anlage seit 20 Jahren da steht, weil 'die ist ja noch gut' dann wird das auf die Schnelle auch mit Teams nix. Ich hab die letzten 5 Jahre nix anderes gemacht, du glaubst gar nicht was da teilweise noch im Betrieb ist.
 
OT:
Hallo, ich fühl mich angepimmelt:D. Wir haben hier noch eine OpenCom 1000 R6.2 (kA aus welchem Jahrhundert die ist. Kam vom Dienstleister der den Laden hier vorher geschmissen hat). Bald gibts Glasfer und damit auch SIP :)
 
tsw2 schrieb:
Was ja komisch ist denn ich habe nicht gehört dass während der Home Office Zeit (Mitte 2020 bis Mitte 2022) die Produktivität so massiv gesunken wäre...

Alle Firmen die ich über Familie, Freunde, Geschäftspartner kenne, klagen massiv über den Rückgang der Arbeitsleistung im Homeoffice. Über die Hälfte aller Arbeitnehmer habe teilweise 50% weniger abgeliefert als im Office. Und da sind ein paar sehr große Firmen und Banken mit dabei.
Daher stellen diese Firmen alle Homeoffice wieder ein. Und viele dürfen sich auch demnächst nach einem neuen Job umschauen.
 
Es gibt positive wie auch negative Ausreiser... Allerdings gibt es einige Firmen die so gemerkt haben das sie massiv Büroflache einsparen können und teure Mieten von Büroräumen nicht notwendig sind
 
ja, und wieviel Kaffee und Wasser, welches beides bei uns im Office frei ist, man damit spart. Kaffee halte ich tatsächlich für einen relevanten Posten bei uns. 100 AN in IT Firma.

Bei uns hat die Produktivität auch nicht gelitten. Der AG mit BR haben sich jetzt auf eine 50/50 Quote für HO geeinigt, was mir pers, und vielen anderen AN allerdings deutlich zu wenig ist, da ginge, halt auch absolut offensichtlich, sehr viel mehr.
 
DiePalme schrieb:
Über die Hälfte aller Arbeitnehmer habe teilweise 50% weniger abgeliefert als im Office
So eine Auswertung wird in Deutschland quasi unmöglich sein. Und alle Studien widersprechen deiner Aussage, wobei die ja recht schwammig ist. Womit ich nicht sagen, dass HO nicht Einbußen in der Leistung bedeutet. Gerade die underperformer muten sich gerne in Meetings, machen nicht die nötigen Schritte, die im Home Office notwendig sind um im Team zu arbeiten.

WhiteHelix schrieb:
Wenn die Anlage seit 20 Jahren da steht, weil 'die ist ja noch gut' dann wird das auf die Schnelle auch mit Teams nix

Klar, wenn ich alles verschlafe, hinke ich als Firma hinterher und verteufel das pöse Home Office.
 
DiePalme schrieb:
Alle Firmen die ich über Familie, Freunde, Geschäftspartner kenne, klagen massiv über den Rückgang der Arbeitsleistung im Homeoffice. Über die Hälfte aller Arbeitnehmer habe teilweise 50% weniger abgeliefert als im Office. Und da sind ein paar sehr große Firmen und Banken mit dabei.
Daher stellen diese Firmen alle Homeoffice wieder ein. Und viele dürfen sich auch demnächst nach einem neuen Job umschauen.

Haben da die Führungskräfte komplett geschlafen? Wie kann die Produktivität um 50% im HomeOffice einbrechen?

Wäre mal spannend zu erfahren, ob es an den notwendigen Kollaborations-Tools fehlte oder ob die Prozesse noch alle Papierhaft sind oder oder oder.

Hast du da mal genauer Informationen? Fänd ich nämlich sehr spannend.

Ich kenne bisher nur die "positiv" Beispiele. Und dort wo es Mitarbeiter gibt, welche intensiver Geführt werden müssen, hat die Führungskraft auch während des HomeOffice entsprechend eingegriffen.

Auch welche größere Banken es sein sollen. Arbeite selbst in einer "mittelgroßen" Bank und meine Frau bei der Deutschen Bank, und in beiden gab es kein Einbruch der Leistung durch HomeOffice. Durch die positiven Erfahrungen gibt es entsprechend jetzt neu dann auch HomeOffice Regelungen.

Kannst du da mal die Banken nennen?
 
MarcoS1982 schrieb:
Allerdings gibt es einige Firmen die so gemerkt haben das sie massiv Büroflache einsparen können und teure Mieten von Büroräumen nicht notwendig sind

Elrond Mc Bong: Ich schaffe Homeoffice bei Tesla ab.

Stimme aus dem Hintergrund: "Aber Tesla hat nicht ausreichend Sitzplätze für alle Angestellten"

Elrond Mc Bong: Ich werde 10% von euch entlassen, aber das ist ein Opfer das ich bereit bin zu geben!

Die beiden "News" hängen bestimmt nicht miteinander zusammen, die Sitzplatzproblematik bei Tesla hingegen ist real. Die haben nicht ausreichend Büroflächen für alle Home-Officler.
 
@_killy_
Ich "darf" dir keine genaueren Angaben geben. Es lag auch nicht an den Tools oder den Führungskräften. In einer Abteilung mit 50 Leuten die übergreifend miteinander arbeiten müssen, fallen schwache Leute weitaus weniger auf wenn alle zentral arbeiten. Beim dezentralen Arbeiten mit einem Controlling für den Datentransport zwischen den Personen fällt das dann aber massiv auf.
In einigen Firmen wurden die Projekte einfach nicht abgeschlossen. Das kam dann immer bei den Deadlines auf, da war dann nichts fertiggestellt. Und das ist massenweise passiert.
Ich nehme mich mal persönlich.... ich bin absolut kein Homeoffice Mensch. Das kann ich 1-2 Tage machen, dann merke ich selbst wie ich abbaue. Ich kann das gar nicht haben zu Hause im Büro sitzen zu müssen um zu arbeiten. Ich würde hier auch mit meinen Abteilungen durchdrehen wenn ich alles nur über Messenger ect. regeln müsste. Das ist furchtbar unpersönlich. Und ich will nicht, das sich meine Leute wie einzelne Maschinenteile fühlen. Im Grunde waren alle hier froh, wieder aus dem Homeoffice raus zu können um im Büro zu sitzen. Das ist mal die direkte Erfahrung in meiner Firma.
 
Das nennt sich Chathygiene und ist extrem wichtig.

Wer nichts zu sagen hat hat gefälligst sein Mikrofon abzustellen. Es gibt einen sehr speziellen Platz in der Hölle für Menschen, die nach 2 Jahren unfähig oder unwillig sind ihr Mikrofon abzustellen und stattdessen die ganze Zeit dem Rest des Meetings in die Ohren atmen/kauen/telefonieren.

Auf jeden Fall. In kleineren Besprechungen ist das ja üblich, aber ich kenne es aus größeren Teams Meetings so, das da jeder auf gut deusch "die Klappe" zu halten ha, Fragen sind in den chat zu schreiben oder man hebt (virtuell) die Hand.

Allerdings gibt es einige Firmen die so gemerkt haben das sie massiv Büroflache einsparen können

Bei uns auch geht zum Thema "Shared Desk oder gar Shared Office". Bei uns ist letzte Woche die "dringende Homeoffice Empfehlung" auch ausgelaufen, und somit wurden die MA die vor allem in der Daseinsvorsorge tätig sind (wow plötzlich sind wir Daseinsvorsorge und kritische Infrastruktur) wieder ins Büro kommen sollen.

Im Nebensatz hieß es dann das es aber keine vollständige Rückkehr ins Büro geben wird und das jedes Geschäftsfeld selbst festlegen kann.

Alles etwas schwammig aber nun ist es so wie als Corona noch ein Bier war.. Nur das wir jetzt Teams haben statt Webex und weniger Besprechungsräume.
 
Blende Up schrieb:
Der AG mit BR haben sich jetzt auf eine 50/50 Quote für HO geeinigt, was mir pers, und vielen anderen AN allerdings deutlich zu wenig ist, da ginge, halt auch absolut offensichtlich, sehr viel mehr.
Aber ansich doch erstmal ein guter Anfang? Immernoch besser als 100% Büro oder nicht?
Lasst die das doch erstmal mit 50:50 probieren. Wenn das super läuft und beide Seiten damit schon zufrieden sind (bzw. der AG weiterhin mit den Leistungen) kann das ja noch ausgebaut werden.
Kein Grund jetzt direkt die Flinte wegzuwerfen.

DiePalme schrieb:
Im Grunde waren alle hier froh, wieder aus dem Homeoffice raus zu können um im Büro zu sitzen. Das ist mal die direkte Erfahrung in meiner Firma.
War ähnlich bei vielen in meinem Umfeld. Die meisten mochten es überhaupt nicht 100% HO zu haben. Gerade die Generation 40+
Kann ich aber auch verstehen. Gerade mit Familie zuhause und während Corona... Da war das Büro für viele überhaupt die einzige soziale Interaktion außerhalb der Familie.

Ich finde solche 50:50 Lösungen wie es bei @Blende Up eingeführt wird, durchaus zukunftsfähig in vielen Bereichen. Es gibt ja nicht nur Bereiche, die 100% HO-Fähig sind und jene mit 0% sondern auch die zwischenfälle. Wo man schon vor Ort sein muss, aber auch dinge so legen kann, das 1-2 Tage pro Woche gut und sogar produktiver im HO verbracht werden können.

Nichts desto trotz braucht es die Vertrauensbasis zwischen AG und AN.
DiePalme schrieb:
habe teilweise 50% weniger abgeliefert
Sowas geht dann natürlich garnicht und muss auch vom Chef entsprechend beobachtet und dann ggf. reagiert werden mit Rücknahme der HO-Regelung.
 
Interessant viele Angeber hier. Aber Homeoffice wird auch von Personen gemacht, die von Technik keine Ahnung haben.
Willkommen in der Realität.
 
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