1. Der Artikel beschreibt nur das Ergebnis des Urteils, nicht die Ursache
ComputerBase erwähnt zwar, dass die Regeln rechtswidrig waren und dass es um die Diensteanbieterverpflichtung ging, aber:
- Warum diese Regel rechtswidrig zustande kam
- Wie das Ministerium beeinflusst haben soll
- Was das für die Unabhängigkeit der Bundesnetzagentur bedeutet
…das wird nur in zwei Sätzen angerissen, obwohl genau
das der Kern ist.
2. Kein Kontext, warum Diensteanbieter wichtig sind
Für jemanden, der nicht genau weiß, was MVNOs, Service Provider, Verhandlungsgebote etc. bedeuten, bleibt der Kern unklar.
Der Artikel setzt voraus, dass der Leser:
- das alte Streitfeld „MVNO vs. MNO“ kennt,
- weiß, wie 5G-Versteigerungen reguliert werden,
- die Rolle der Präsidentenkammer versteht.
Das ist
unrealistisch hoch als Basis.
3. Statt Klartext: juristische Formulierungen
Der Artikel übernimmt Formulierungen wie:
- „fehlendes Verhandlungsgebot“
- „unzureichende Diensteanbieterverpflichtung“
- „Einflussnahme des BMVI“
…ohne wirklich zu erklären, was das für eine praktische Auswirkung hat.
Für einen normalen Leser (und sogar für technisch versierte) wirkt das eher wie:
„Ein Gericht sagt, irgendwas war formal falsch, egal, es muss neu gemacht werden.“
Das hilft nicht beim Verständnis des Problems.
4. Die Story dahinter fehlt komplett
Vergaberegeln für Mobilfunk sind politisch extrem sensibel.
Dass hier ein Ministerium mutmaßlich Druck gemacht hat, ist
eigentlich eine krasse Nachricht.
Aber ComputerBase schreibt das nur sehr neutral hin, ohne:
- die Brisanz klarzumachen
- historische Vergaben zu vergleichen
- die Konsequenzen zu erläutern
Fazit
Ja, der Artikel ist
zu oberflächlich,
zu juristisch und
zu wenig erklärend, obwohl es ein Thema ist, das tiefgreifende Auswirkungen auf Wettbewerb und Regulierung hat.
Gut möglich, dass der durchschnittliche Leser nach dem Lesen weniger versteht als vorher.