GTA Online funktioniert heute erstaunlich gut und hat sich über die Jahre deutlich weiterentwickelt - trotz seiner vielen Schwächen. Die Updates bringen mittlerweile eine klare Struktur mit: Einleitung, Story, Gameplay-Verbesserungen und eine saubere Einbindung in die eigentliche Gameloop. Davor wirkte es oft so, als hätte Rockstar selbst nicht ganz gewusst, in welche Richtung sich das Game entwickeln soll.
Positiv ist, dass man das Spiel problemlos genießen kann ohne auch nur einen Cent für MTX auszugeben und auch nicht an jeder Ecke an irgendwelche Skin-Shops oder ähnliches erinnert wird. Der Grind ist vergleichsweise fair gestaltet und gut durchdacht. Umso weniger nachvollziehbar ist für mich, warum Spieler überhaupt zu SharkCards greifen - das können für mich eigentlich nur Kinder sein.
Im Grunde überspringt man damit einen Großteil des Gameplays und nimmt sich selbst den eigentlichen Reiz: Die zentrale Loop besteht darin, Geld zu verdienen und es möglichst sinnvoll zu investieren um effizienter neues Geld zu verdienen - man baut sich quasi seine eigene Gameloop zusammen mit Elementen die einem selbst am meisten Spaß machen. Min-Maxer werden mit langweiligem Grind bestraft, während normale Spieler kaum hinten dran hängen und sehr viel Abwechslung und Spaß bekommen.
Wer stattdessen Echtgeld einsetzt, hebelt genau diesen Kern aus. Man besitzt zwar schneller Gebäude und Fahrzeuge, nutzt sie aber kaum sinnvoll im Kontext des Spiels und verpasst das, worum es eigentlich geht.
Ich hoffe, Rockstar hat inzwischen wirklich verstanden, was GTA Online ausmacht, und setzt das System in GTA6 von Anfang an deutlich strukturierter und effizienter um. Einen leeren/kaputten Online-Modus, der erst nach x Jahren funktioniert, spiele ich auf jeden Fall nicht.
TeaShirt schrieb:
GTA Online setzt auf die gleichen Mechaniken wie Mobile Games.
Die Leute haben schon so viele Shark Cards gekauft und so viel in den Account investiert das es immer weiter geht und mehr wird.
Das ist so einfach nicht korrekt. Die Monetarisierung hinter GTA Online funktioniert grundlegend anders und ist deutlich fairer und nutzerfreundlicher als die eines mit Dark Patterns überladenen Mobile-Games. Wenn überhaupt, kann man höchstens GTA+ kritisch sehen, vor allem wegen des leichten FOMO-Anteils bei bestimmten Inhalten. Angesichts der zahlreichen kostenlosen Updates und der kontinuierlichen Pflege wirkt ein Preis von 8€ im Monat jedoch durchaus vertretbar.
Rainbowprincess schrieb:
Ich frag mich vielmehr, wo man in GTA online tausende Stunden Spielspaß findet. Hab da zwischen 2013 und 2015 reingeschaut und es war Hacker verseucht und alles verbuggt.
Der Trick ist, man spielt GTA "Online" zu 95% nur alleine oder mit Freunden. Fast wie ein always-on Singleplayer:
Meine Stats sind aber, wie wahrscheinlich alles in GTA Online, natürlich verbuggt. Ich hab alleine in Steam 1200h in GTA Online verbracht, aber eigentlich zum Großteil den Rockstar Launcher benutzt - Dank dem "Legacy"-Update kann ich aber da keine Spielzeit mehr sehen... hätte realistisch ~3000h geschätzt.
Hab aber seit 2019/2020 (Casino DLC) nur noch sehr sporadisch gespielt und nur mal bei neuen Events reingeguckt. Ich denke man kann ohne Probleme "Vollzeit" GTA Online spielen und tausende Stunden da verbringen - ohne Geld auszugeben oder das Gefühl zu haben, irgendwas zu verpassen wenn man nicht jede Woche irgendwas kauft. (250m GTA$ wären übrigens knapp 2000€ in Shakcards.)