News Ryzen X3D und mehr betroffen: Patentfirma Adeia verklagt AMD wegen zehn Verletzungen

SavageSkull schrieb:
Hier hat jemand die Idee veerbt bekommen (nicht selbst erfunden) und nutzt sie dabei gar nicht aktiv um daraus Produkte zu produzieren. Das Verhalten ist für die produzierende Industrie eher Sand im Getriebe.
Vererbt? Es wird gekauft oder anscheinend hier ist es selbst entwickelt und nur in eine andere Unternehmensform aufgegangen. Ob sie was produzieren oder nicht ist völlig egal.
SavageSkull schrieb:
Für uns Laien wäre es nachvollziehbarer, wenn jemand eine Idee patentiert und als Idee an Hersteller lizensiert, damit dieser Produkte basierend auf dieser Idee herstellt (ich glaube die ARM Architektur funktioniert so).
Genau das wurde doch versucht, aber AMD wollte nicht zahlen.
SavageSkull schrieb:
Dritten, also Leuten, die die Idee einkaufen und nicht selbst erfinden, die gleichen Rechte einzuräumen fühlt sich schon merkwürdig an.
Da ist nichts merkwürdig dran. Kleine Entwicklungsbuden haben gar nicht die Chance gegen Intel und Co zu bestehen. Das Kapital für Gerichtsverfahren ist einfach nicht vorhanden. Seine Entwicklungen dann zu verkaufen ist völlig legitim.

Das eigentliche Problem ist, was heute so alles patentiert wird. Der Großteil ist weder neu noch erfinderisch. Und Patentämter sind nicht in der Lage das vernünftig zu beurteilen. Also werden Millionen von Patente erteilt die alle nicht patentwürdig sind.
Man braucht mittlerweile mehrere Angestellte nur für die Patentüberwachung. Das nimmt extreme Formen an.


Die Frage ist hier also nur ob die Patente patentwürdig sind oder nicht und ob die verlangten Lizenzgebühren FRAND tauglich waren.
Alles andere Blabla bezüglich Patenttroll ist lächerlich und kommt von Leuten die selber nie in der Entwicklung gearbeitet haben.
 
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Spriti schrieb:
s kann ja auch nicht sein, dass große Firmen, wie AMD, sich einfach an allem bedienen können, vor allem, wenn es vorher ja jemand entwickelt hat.
Das ist witzig. Bei der klagenden Firma handelt es sich doch um eine Firma, deren Geschäftsmodell ist Patente zu sammeln und dann zu klagen. Sie kommen daran, weil kleine Entwickler sich die Nutzung etc. nicht leisten können. D.h. Firmen wie diese hier sind es, die sich als erstes einfach bedient haben bzw. diese ausgebeutet haben.
 
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Das System ist das Problem. Dass es überhaupt Handel mit Patenten geben darf, ist schon problematisch.
Beim Geldverdienen gibt es keine Moral, so lange man „legal” Geld damit machen kann, wird es auch getan.

Sobald ein Patent verkauft wird, ist es ja kein Schutz mehr für das eigene geistige Eigentum, sondern ein erkauftes Recht, das man einklagen kann.

Wären alle Patente an den „Erfinder” bzw. seine Nachfahren gebunden, wäre es wesentlich schwieriger für Patenttrolle, daraus Profit zu schlagen. Da es dann nur noch über Umwege möglich wäre.
 
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mae schrieb:
und selbst wenn eine Firma all das macht, ist sie immer noch nicht sicher vor solchen Angriffen und Vorverurteilungen wie der obigen, also besser gar nichts produzieren, sondern selbst Patent-trollen.

Ich war in den letzten acht Jahren technischer Projektleiter bei einem großen Automobilzulieferer und habe dabei gut beobachten können, wo viele, wenn auch nicht alle, Ingenieure ihre Ideen herbekommen. In der Praxis gibt es ganze Abteilungen, die Produkte von Mitbewerbern zerlegen, um zu verstehen, wie bestimmte technische Lösungen umgesetzt wurden. Offiziell nennt man das „Benchmarking“. Ich habe es oft scherzhaft als „Innovationszentrum“ bezeichnet. Dazu gehören auch gezielte Patentrecherchen und das Lesen aktueller Fachveröffentlichungen - und selbstverständlich auch eine gesunde Portion eigener Ideen!

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, ähnliche Lösungen so umzusetzen, dass bestehende Patente nicht verletzt werden. Ich habe an vielen Besprechungen mit der Patentabteilung teilgenommen, in denen genau diese Frage im Raum stand: Unterscheidet sich unsere Lösung ausreichend, um im Streitfall auf der sicheren Seite zu sein? Solche Entscheidungen sind selten eindeutig.

Wie es bei AMD ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Entweder war man sich dort bewusst, welches Risiko man eingeht, oder man hat nicht gründlich genug geprüft. Ich habe selbst erlebt, dass ein Produkt bereits auf dem Markt war, bevor jemand bemerkte, dass vermutlich ein bestehendes Patent betroffen ist. Solche Dinge passieren, besonders bei komplexen Projekten.

Trotz meiner eher kritischen Haltung gegenüber Unternehmen, die nur mit Patenten handeln, gilt eines: Die Idee hatte jemand anderes, und dafür wurde ein Patent erteilt. Ob das gerechtfertigt war oder nicht, ist eine andere Frage. Meiner Ansicht nach werden heute zu viele Patente ohne wirkliche Erfindungsleistung vergeben. Trotzdem bleibt es das Recht des Patentinhabers, selbst zu entscheiden, ob er das Patent behält, nutzt oder verkauft.
 
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racer3 schrieb:
Das System ist das Problem. Dass es überhaupt Handel mit Patenten geben darf, ist schon problematisch.
Warum? Begründe das doch mal. Was ist mit Unternehmen, die ihr Geld damit verdienen, (nicht triviale) Patente zu entwickeln, um es zu verkaufen? Willst du denen die Existenz absprechen?

racer3 schrieb:
Sobald ein Patent verkauft wird, ist es ja kein Schutz mehr für das eigene geistige Eigentum, sondern ein erkauftes Recht, das man einklagen kann.
Ja und? Es wird dafür bezahlt, also hat man das Recht es entsprechend zu verwerten.
Das ist doch das gleiche wie wenn eine Filmproduktionsfirma einen Film produziert und es an Netflix verkauft. Dann hat Netflix die Rechte erworben es entsprechend zu verwerten. Wo ist da der grundsätzliche Unterschied? Oder siehst du das genauso problematisch?

racer3 schrieb:
Wären alle Patente an den „Erfinder” bzw. seine Nachfahren gebunden, wäre es wesentlich schwieriger für Patenttrolle, daraus Profit zu schlagen. Da es dann nur noch über Umwege möglich wäre.
Das ist halt realitätsfern bei Patenten, die von Angestellten eines Unternehmens entwickelt werden.
1. Der Angestellte wird ja dafür bezahlt für das Unternehmen etwas zu entwickeln, dafür erhält das Unternehmen die Rechte daran. Wenn das Patent personengebunden wäre, könnte die Person einfach das Unternehmen wechseln und quasi das Patent mitnehmen. Das ergibt keinen Sinn.
2. Wenige Patente, gerade in der IT, werden noch von Einzelpersonen entwickelt, sondern von großen Teams. Wie soll man das im Zweifel aufteilen?
 
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Creeping.Death schrieb:
Du könntest dich ja mal informieren, was die Firma so macht:
Scheinbar interessiert das "Restgeschäft" niemanden, wenn eine an Investoren gerichtete Pressemitteilung sich ausschließlich um eben dieses Lizenzgeschäft dreht.

Ist auch kein Wunder, denn die Unternehmensaufspaltung hatte ja genau das Ziel, das IP-Geschäft auszugliedern.

Und schon vor der Abspaltung hatten die meisten Aquisitionen der letzten Jahre den Fokus ein immer größeres IP-Portfolio aufzubauen, das man monetarisieren kann.

Bei einigen großen Deals der letzten Jahre ging es um Hybrid-Bonded Chiplets. Groß beworben, viele lukrative Deals abgeschlossen. Stammt allerdings ursprünglich von Ziptronix, die 2015 von Xperi aufgegekauft wurden.

DTS Lizenzen gefällig? Gibts bei Xperi/Adeia, nachdem sie DTS Inc. übernommen haben.

Ja klar, so ganz eindeutig ist das nicht. Die machen was selbst, die kaufen was auf. Wie auch viele andere. Was IPs angeht, steckt da wahrscheinlich noch ganz viel Macrovision mit drin.

Aber das äußere Erscheinigungsbild ist heutzutage ziemlich eindeutig -> Patentroll. Aber frag mal Rambus ;)
 
"Patenttroll" ist in der Hinsicht ein absolut berechtigtes Wort für diese Firma.
Mir stellt sich doch die Frage warum die mit dieser Klage nicht vorher um die Ecke gekommen sind?!
Der erste X3D hat doch schon ein paar Jahre auf der Uhr und selbst dem Hobbybastler war bekannt das AMD den 3D-Vcache einfach aufs Die draufgeflanscht haben. Also Kombination mehrerer Matrialien (Gegenstand der Klage) gabs ja auch bei anderen CPU´s. Ob der Level3-Cache jetzt 32MB groß ist oder eben 96MB, sehe ich nicht so den großen Unterschied.
Aber 3 Jahre erstmal zu suchen, was von den wahrscheinlich 100 verschiedenen CPU-Patenten welche eine moderne CPU in sich vereint, welches Patent vielleicht Aussicht auf Erfolg einer "Erpressung" hat ist schon so ziemlich das hinterletzte. Sieht man ja am Aktienkurs das sie sich wohl darauf verlassen haben das AMD zahlt.
Jetzt wird halt geklagt, dafür wird dann das technisch so komplizierte rausgesucht das es jeden Richterverstand übersteigt (verständlicherweise) und die Klage zumindest erstmal zugelassen wird.
Allgemein denke ich das Patentschutzunternehmen schon ihre Berechtigung haben, eben wie einige anmerkten für den kleinen Mann, aber diese sollten dann auf keinen Fall profitorientiert als Aktiengesellschaft firmieren.
Wenn jetzt das Trumpeltier wieder mal auf die Idee kommt Richter zu beeinflussen und dem Patenttroll Recht zu geben, könnte er im Vorfeld natürlich ordentlich AMD-Aktien abstossen. Oder auf Verluste wetten. Der Marktmanipulation sind damit Tür und Tor geöffnet.
Und diese Form von Insiderhandel und auch Korruption im mafiösen Still wird ja nicht mal mehr verdeckt.
 
MariaDocks schrieb:
"Patenttroll" ist in der Hinsicht ein absolut berechtigtes Wort für diese Firma.
Mir stellt sich doch die Frage warum die mit dieser Klage nicht vorher um die Ecke gekommen sind?!
Keiner von uns weiß, wie lange die Gespräche/Verhandlungen zwischen AMD und Adeia bereits liefen.
Das Unternehmen erklärte, der Klage seien "langwierige Bemühungen" vorausgegangen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Adeia macht geltend, der rechtliche Schritt sei notwendig gewesen, um sein geistiges Eigentum gegen die von AMD praktizierte "fortgesetzte unbefugte Nutzung" zu verteidigen.
Quelle: Investing.com

Bis ganze zehn Patentverletzungen offiziell reklamiert werden können, dürfte dann auch noch einige Zeit ins Land gegangen sein.
 
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blackiwid schrieb:
Da macht man sich es auch ein bisschen einfach, man stell sich vor i...
Nein, sorry bei mir ist da schon full stop.
Das ist meiner Ansicht nach sehr wohl so einfach und vorstellen muss ich mir da gar nichts.
Wer sowas schön redet schmeißt auch Sätze wie "aber immerhin hat er Autobahnen bauen lassen".
NUR
ZUM
KOTZEN
Das soll kein Angriff gegen dich sein, ich will ausschließlich deutlich zum Ausdruck bringen wie inakzeptabel ich Firmen finde, die nur für Patentklagen existieren.
 
@Creeping.Death
Das bestätigt mich eigentlich nur in meiner Aussage. Warum muss man erstmal 10 Patentverletzungen abwarten? Wenn dann müsste direkt mit der 1. Auffälligkeit gehandelt werden. Weitere Fälle für eine größere Klage zu suchen oder zu konstruieren (ist hier wohl angebrachter) zeugt doch nur von absichtlicher Verzörgerung um den Klagewert aufzublähen.

 
MariaDocks schrieb:
Warum muss man erstmal 10 Patentverletzungen abwarten?
Haben sie das? Kannst du sagen, wie lange die schon verhandeln? Ich kann das nicht.
 
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Nein kann ich nicht, aber eingrenzen kann man es schon etwas. Wie im Artikel aufgezeigt war der Deal mit AMD in den Quartalszahlen eingepreist, daher ja der Absturz wegen dem NoDeal. Heißt im Umkehrschluss das vor 2 Quartalen noch kein Deal mit AMD in Sicht war. Das legt nahe das zu dem Zeitpunkt auch noch nicht verhandelt wurde, da die Werte einer möglichen Klage eben noch nicht im Quartalsbericht vorgelegen haben.

Selbst, sollten sie schon 3 Jahre verhandeln ändert das ja nichts an meiner Aussage das "Patentschutzfirmen" auf keinen Fall gewinnorientiert als AG arbeiten sollten wo Aktionäre immer weitere und größere Klagen erwarten um immer weitere Profite mit der Aktie zu erwirtschaften und nicht, um wie hier manchmal hingestellt den Samariter des kleinen Mannes spielen.
 
MariaDocks schrieb:
Nein kann ich nicht, aber eingrenzen kann man es schon etwas.
Man kann höchstens daraus ableiten, dass man zu diesem Zeitpunkt mit einem Abschluss der Verhandlungen gerechnet hat. Mehr nicht.
MariaDocks schrieb:
Selbst, sollten sie schon 3 Jahre verhandeln ändert das ja nichts an meiner Aussage das "Patentschutzfirmen" auf keinen Fall gewinnorientiert als AG arbeiten sollten
Das ist halt deine Meinung. Laut gültigem Recht darf man das.
Wie aber bereits mehrfach geschrieben erschafft diese Firma Innovationen und ermöglicht es diese zu lizenzieren. Wäre das alles nur Schund/Betrug/Abzocke, hätten sie keine solch namhaften Kunden.
Es handelt sich hier nicht, wie in diesem Thread oft unterstellt wurde, um eine Firma, die hauptsächlich günstig irgendwo Patente einkauft und sich dann durch Klagen an den armen Megakonzernen eine goldene Nase verdient.
 
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Ideen klauen, sich Wettbewerbsvorteile verschaffen und Aktionäre reich machen. Das muss bestraft werden.
 
Moep89 schrieb:
Es geht um das unproduktive Horten um nur durch das Halten Profit zu machen.
Das halten? Das Problem ist das man oft nicht so leicht schnell heraus findet das jemand was macht das das eigene Patent verstößt das sind ja keine Patente für X3D CPUs oder so...

Und wären sie früher auf sie zu gegangen hätten sie halt am Anfang weniger bekommen aber dann hinterher Lizenzgebühren bis jetzt bekommen ob dann die Zahlungen insgesamt so viel geringer Währen (sofort die Patente überhaupt gültig sind, AMD hofft offenbar das sie nicht zumindest alle halten).

Also ja Patente sind sicher generell problematisch, und da wird sehr viel Schindluder getrieben teils von Firmen teils auch von Politikern die es zu wenig einschränken, aber ganz ohne wäre wahrscheinlich schlechter, auch wenn ich mir da nicht sicher bin.
 
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waldi2005 schrieb:
Idden klauen, sich Wettbewerbsvorteile verschaffen und Aktionäre reich machen.
Du redest jetzt von AMD? ;)
 
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Müsste man vor Gericht einfach nur die Frage stellen inwieweit diese Patente für Produkte von Adeia genutzt werden und welcher Schaden ihnen konkret entsteht durch die angebliche missbräuchliche Patentnutzung.

Und falls sie keine Produkte nachweisen können einfach ein paar Mrd Strafe pauschal für die Mühen draufslappen, die C-Levels persönlich haftbar machen für die Strafe und zusätzlich für 50 Jahre in den Knast setzen.

Dann geht das Leben weiter und der Rest von diesen Trollbuden hat eine wertvolle Lektion gelernt. Ruckzuck enden die Geschäftsmodelle dieser Firmen in einem Abverkauf all ihrer Patente und es gibt eine Scam-Branche weniger. :daumen:
 
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@Cabranium das Problem bei solchen...Firmen...ist, daß sie in der Regel durch den Kauf von anderen Unternehmen und deren Rechten (seien es Übernahmen per Aktien-Aktivitäten oder Übernahmen bei Insolvenzen, usw.) an die Patente kommen.

Da ist in der Regel nichts auf dem wirklich eigenen Mist gewachsen, wo jetzt etwas eingeklagt wird. Und wenn der alte Rechtinhaber nicht mehr existiert, sind auch Abmachungen mit diesem hinfällig.

Welche Auswirkungen so etwas haben kann, hatten wir auch vor recht kurzer Zeit gesehen, wo Amazon seinen FireTV Stick auf Eis legen musste, da Nokia eine Patentverletzung (in Deutschland) durch den verwendeten HEVC sah.
 
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