Tulol schrieb:
Ich weiß nicht wie alt du bist. Aber deinem Kenntnisstand nach zu urteilen nicht sehr alt.
vor ca 11 jahren hat AMD intel einen gehörigen tritt in den Arsch verpasst als sie den Athlon auf den Markt gebracht haben.
intel hat dann ca 6 jahre gebraucht um die von AMD gesetzte Messlatte sicher einzuholen.
es hat nochmals weitere 3 jahre gedauert bis intel AMD endlich überholt hat.
In dieser Zeit hatte intel nichts als CPU krücken, eine peinlicher als die andere(1GHz P3 der nur wenige Monate am Markt war, P4 und ner Hand voll Revisionen von denen alle außer viel heißer Luft nix geleistet haben), Intel sah ihre Fälle davon schwimmen und hat an diverse Vertriebshändler Schmiergelder gezahlt, damit diese keine AMD CPUs verkaufen. - Deswegen musste intel ja auch erst kürzlich ein lächerlich kleines Mrd. Sümmchen an AMD zahlen - Was jedoch in keinem Verhältnis zum Umsatzausfall stand den intel AMD damit beschert hat.
Die Kohle fehlt nun bei AMD. Kohle die intel zur Entwicklung hat.
Mediamarkt war übrigens einer der Firmen die sich von Intel hat Schmieren lassen.
Nun ja, ganz so ist das nicht gewesen. Das sind die typischen Halbwahrheiten, die sich die Fanboys am Stammtisch erzählen.
Weder AMD noch Intel haben sich auf dem Markt der Heimspielzeuge eine goldene Nase verdient, wenn es um Technologie ging.
Das gesamte x86-Design mit all seinen Abart(igkeit)en konnte kaum im Vergleich zu Architekturen bestehen, die zur gleichen Zeit am Markt verfügbar waren. Wer alt genug ist und die Zeit der RISC Giganten miterleben durfte und diese Prozessoren in wissenschaftlichen Anwendungen hat treiben dürfen, weiß wovon ich spreche.
Ende der 90iger Jahre wurde eines der großen Innovationsunternehmen, das noch Technologie und Patente aus eigener Kraft entwickelte, durch Billigmist ala Intel x86 und Windoof zerrieben, digital Equipment, kurz DEC. Vielleicht erinnern sich einige noch: Schon zu Beginn der 1990iger Jahre hatte man das 64Bit Zeitalter eingeläutet, während man bei Intel gerade mal imstande war, den Sprung von 16 auf 32 Bit zu machen (und noch heute muß ich über dieses klumpfüßigen Versuch lachen). Nun, bevor Intel allerdings auf 32 Bit springen konnte, gabs da schon andere Innvoationen mit 32Bit: ARM. 1988 gabs bereits die heute so beliebte Plattform und sie hat sich nicht wesentlich verändert. Nur dies am Rande.
Nun, DEC wurde zerschlagen, ein Teil der Entwickler wechselte zu AMD, darunter auch Derrek Meyer, der seinerzeit als Entwickler für den Alpha EV6 Bus zuständig war. Das war so um 1997/98 herum, wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht. Es machte "Puff" - und einer der x86-Krückenhersteller hatte plötzlich "neue" Technik. AMD zauberte den Athlon auf den Markt und zeigte Chipzilla, was man mit einem Stück Technik, das man ergattert hatte und richtig umzusetzen wußte, alles machen konnte.
Das Intel-Gezappel ging noch eine Weile, da veräußerte dann plötzlich der sterbende Leichenfledderer und DEC-Verweser Compaq die Alpha AXP Entwicklertruppe, die noch übrig war an Intel. Und siehe da, Intel ergatterte wie ein Aasgeier neben SMT noch andere hypermoderne Technologien, die das Unternehmen dann zuerst an und in seinem eigenen peinlichen RISC Versuch "Itanium" versuchte. Aber an dieser Fehlgeburt war wenig zu retten, auch nicht mit Hilfe göttlicher Gene.
Intel schien sich zu Beginn des Jahrtausendwechsels auf eine neue US amerikanische Spezialität zu konzentrieren - nämlich Patente einkaufen, statt sie zu erzeugen. Chipzilla verschlief und wurde 2003 vom Konkurrenten AMD mit einer eher peinlichen 64Bit "Erweiterung" übel erwischt. Aber genau das hatte insbesondere die naturwissenschaftliche Gilde vermißt, denn bis 2003 gabs kaum noch 64 Bit. SUN hatte einen Paradigmenwechsel durchgemacht, die Fließkommaleistung wurde zugunsten der für Banken und Wirtschaftsadlaten wichtigen Integerleistung der SPARC-Nachfolger aufgegeben, HP hatte sich bei der Zerstörung DECs zu sehr sehr auf den Helfer Intel und seinen Itanium-Krüppel verlassen, der sich noch immer nich gegen die PA-RISC Architektur, trotz frischer Zellen behaupten konnte ...
Intels Dornröschenschlaf dauerte keine sechs, sondern nur drei Jahre! Schon 2006 zeigte Big Blue, was man alles geraubt, eingesackt und in den Schubladen hatte, mit dem C2D Design konnte man dem glücklichen Griff AMDs schnell Paroli bieten und wie es mit dem langen Atem Intels gemessen an dem AMDs aussieht, sehen wir heute.
AMD als das kleinere Unternehmen mag zwar "innovativ" sein, allerdings glaube ich anhand dessen, was die Vergangenheit gezeigt nicht, daß es das Unternehmen wieder schafft, Sprünge zu vollbringen, die im Grunde mit fremdem Geisteskapital vollzogen wurden. Intel hat dafür zu lange zu viele hochinnovative Patentrager geschluckt. Zwar hält AMD auch eine ganze Stange Patente, aber was macht das Unternehmen mit diesen Patenten, wenn die fähigen Leute zur Umsetzung fehlen?
Dem ein oder anderen wird vielleicht eine gewisse Analogie zum amerikanischen Raketenprogramm auffällig sein ...
Intel ist selbst in der Fertigung AMD bereits um Jahre voraus und mit jedem Jahr wird der Abstand ein Stückchen größer. Seit 2006 hat AMD nichts mehr richtig auf die Beine stellen können, trotz der deutlich besseren technischen Ansätze (zwei Kerne mit einer Crossbar, IMC, FUSION etc.). Allerdings hat Intel stets, wenn auch zu Anfang peinlich, nachgezogen und dann zum Überholen angesetzt.
Und all das kann man nicht alleine auf Schmiegelder zurückführen! Das ist absurd und dumm. Der Markt der Bananenrepublik Deutschland ist für AMD und Intel zwar wichtig, aber der US ameriknaische wie asiatische Markt ist weitaus (ge)wichtiger. Die gut geschmierten Beziehungen haben in der BRD den Standort für Intel lange lukrativ gemacht. AMD hätte es ebenso machen sollen, vielleicht wäre das Unternehmen damit besser gefahren als sich dann wie eine Heulsuse den Versailles-II-Adlaten in Brüssel anzuvertrauen.
Nichtsdestotrotz. AMD wird nicht verschwinden. Chipzilla alias Intel benötigt das Schoßhündchen, um nicht durch die US amerikanische Kartellbehörde zerschlagen zu werden. Selbst diese Behörde hat kein Interesse daran, den größten Zulieferer für US amerikanische Rüstungskonzerne und Regierungseinrichtungen zerstückelt, zerschlagen zu sehen und damit die Gefahr zu vergrößern, daß Schlüsseltechnologie in ausländische, vielleicht sogar deutsche, Hände geriete. Insofern mache ich mir keine Sorge. AMD kann noch soviel Unsinn und Schrott in den kommenden Jahren auf den Markt werfen, es wird stets Abnehmer finden, auch wenn sie noch Geld dafür bekommen sollten

