Also aus rein berufsrechtlicher Sicht: Man sagt ja oft genug, dass man als IT-Admin mit einem Bein im Knast steht. Damit ist gemeint, dass man innerhalb seines professionellen Berufes für sein Handeln verantwortlich ist. Als IT-Admin macht man auch mal Fehler. Jedoch muss man wenigstens die sogenannte "Best Practise", also die etablierten Praktiken im Umgang und Betrieb einer IT-Infrastruktur einhalten. Verantwortlich für die EInhaltung dieser Regeln ist in der Wirtschaft die Geschäftsführung, fachliche Verantwortung dafür trägt der IT-Leiter.
In euren Fall sehe ich das Problem so: Der oder die IT-Admins sind der Aufgabe, den sicheren Betrieb der IT-Infrastruktur in der Schule zu gewährlisten, nicht nachgekommen. So etwas kann man nämlich nicht ausschließlich mit irgendwelchen Verweisen über "IT-Richtlinien" regeln, zumal es höchst fraglich ist, ob diese für euch Schüler überhaupt gelten würden, sondern mit bewährten Maßnahmen. Auf einem Fileserver gehört dazu, dass die User einer Kontingentverwaltung unterliegen und den Server, weder absichtlich noch aus versehen, "vollschreiben" können. Dazu kommen natürlich noch viele weitere technische und organisatorische Maßnahmen, die einzuhalten sind.
Aus meiner Sicht sollte die Schule das als Lehrgeld verbuchen und ihre IT-Verantwortlichen zu entsprechenden Schulungen schicken, damit die in der Lage sind eine sogenannte ordnungsgemäße IT-Organisation zu betreiben.
Dazu ist der Betrieb "Schule" nämlich rechtlich verpflichtet.
Euch irgendwelche Kosten in Rechnung zu stellen ist höchst absurd. Man hätte auch einfach die entsprechenden Dateien entfernen können. Ein kostenpflichtiger Einsatz von wem auch immer wäre dadurch vermeidbar gewesen. Und selbstverständlich muss die IT der Schule alles unternehmen, um Schaden von der IT-Infrastruktur und damit auch von der Schule abzuwenden. Wie gesagt, das sind rechtliche Pflichten, die ein jeder Betreiber einer IT-Infrastruktur einzuhalten hat. Die Schule hat dort ein ganz klares Versagen eingestanden. Euch Schülern kann man dafür keine Schuld zulasten. Ihr habt die IT zwar außerhalb der Parameter genutzt, jedoch wäre das die Aufgabe der IT gewesen, die Grenzwerte dafür festzulegen und dessen Einhaltung zu überwachen.
Der einzige, der da etwas bezahlen sollte, wäre der IT-Verantwortliche, der hat nämlich arbeitsrechtlich wenigstens mit einer mittleren Fahrlässigkeit gehandelt und im Arbeitsrecht bedeutet das, dass man als "Angestellter" an den Schaden anteilig zu beteiligen ist.
Nach meinem Rechtsverständnis können Schüler dafür überhaupt keine Kosten auferlegt werden, da die Schüler gar kein Einkommen beziehen und die Eltern keinen Schaden verursacht haben. Eltern haften für Ihre Kinder ist ein weit verbreiteter Rechtsirrtum. Jeder haftet für sich selbst. Zumal die Aufsichtspflicht von Schülern in der Schule nicht bei den Eltern liegt, sondern bei der Schule.
Nuff said. Ich würde die Schulleitung höchstens auslachen, wenn sie mit einer Forderung um die Ecke kommen - aber da ja irgendwer bei euch auch Jurist ist, wird der ja entsprechende Expertise besitzen diesen Fall einfach zurück zu weisen.