Sind Büchermuffel dumm?

Ich finde Leute die wenig ( oder gar keine ) Bücher lesen nicht umbedingt dümmer, als die anderen.

Jedoch bekommt man durch das Lesen einen unheimlichen großen Wortschatz, und lernt die Sprache in der das Buch geschrieben ist.
 
@Jace
es gibt aber auch viele leute, die sich mit Themen kritisch auseinander setzen.
Diesen Thread sehe ich zum Beispiel auch schon als Bildung an. Man lernt viele neue Sichtweise auf das gleiche Problem kennen.
 
Büchermuffel sind nicht dumm, aber sie sind überdurchschnitllich oft in den Gruppen vertreten, die schwache Rechtschreib-, Grammatik- und Verständniskompetenz haben. Dies kann man aus vielen Studien erarbeiten (Pisastudie, Shell-Studie, ...).

Lesen fördert die Fantasie, die sprachlichen Fähigkeiten, das selbstständige Denken und auch das Arbeiten. Viele Jugendliche sind nicht in der Lage, einen längeren Text in eigenen Worten zusammen zu fassen, weil sie nicht die nötige Konzentration für ruhiges und beständiges Arbeiten aufbringen können. Viel dazu bei trägt das Internet, in dem selten ein Text mehr als eine Bildschirmseite lang ist. Selbst ein mittelgroßer Zeitungsartikel stellt Jugendliche, die nie lesen, vor Probleme. Alles ist schnell, die nächste Information wartet nur einen Klick entfernt und in Foren sind Rechtschreibung und Satzbau häufig ein Fremdwort. Sprachlich wird munter ein "cooles" Denglisch gepanscht, weil es so bequem ist.

Zur Allgemeinbildung taugt das Internet nur beschränkt. Wer einmal die Wikipedia zu Sachthemen befragt hat und danach ein Fachbuch zu Rate zieht, merkt schnell, dass im Internet Themen häufig nur angerissen und kaum umfassend behandelt werden. Detailliertes Wissen ist fast nur in Büchern und Fachpublikationen zu finden.

Aber nicht nur das Wissen ist wichtig, denn ein Großteil unserer Kultur findet sich in der Literatur. Es müssen nicht die großen Dramen sein, die man liest, aber das, was die Menschen beschäftigt, Liebe, Leid und Freude, das findet man selten so mitreissend wie in einem guten Roman. Filme oder gar Computerspiele können das nicht ersetzen. Man stelle sich nur einmal Ulysses als Film vor.

Beachten sollte man aber, dass Lesekompetenz im Kindesalter geprägt wird. In bildungsfernen Schichten wir weniger gelesen, und zwangsläufig können Kinder dann auch diese Fähigkeiten nicht erwerben. Hinzu kommt, dass Eltern, die ihre Kinder zum Lesen animieren, tendenziell andere Werte präferieren und TV, Computer sowie Konsole weit weniger als Mittel der Erziehung zulassen als andere Eltern.

TV und Internet machen Kluge klüger und Dumme dümmer. So fasste das vor kurzem ein Soziologe zusammen. Wer auf seiner Fernbedienung Pro7, RTL und Viva blind findet, in seinen Internetfavoriten zuvorderst Spieleseiten oder die Bild-Zeitung hat, darf sich ruhig angesprochen fühlen.
 
Jace schrieb:
Kann ich mir eigentlich nur erklären, dass die Kinder die soviel am Tag lesen, oftmals die "schwachen" Kinder sind, die sich in ihre Traumwelten flüchten, wenig soziale Kontakte haben und auch wenig Selbstbewusstsein.
Also auch nicht gerade die, die mit guten Noten auffallen sondern einfach gar nicht.^^

Ich kenne jemanden auf den trifft all das zu. Bis auf die Noten. Er ist Klassenbester mit nem 1,2 nochwas Schnitt. Er ist schwach, flüchtet sich in seine Traumwelten(Fantasy Bücher) aber auch andere, wenig soziale Kontakte stimmt auch und Selbstbewusstsein kann ich nicht beurteilen. Unauffällig ist er auch. Aber super Noten.
 
Flüchtet sich der in Traumwelten, der stundenlang Bücher liest, oder der, der stundenlang Computerspiele spielt?
 
Sehr gute Frage! Jeder der beiden auf seine Weise. Ich habe neulich Der Schwarm von Frank Schätzing gelesen. Man lernt !wahnsinnig! viel über Biochemie, Biologie, etc. Das schlägt (für mich) jedes Computerspiel. Irre! http://www.inkultura-online.de/schwarm.htm Dieses Buch verglichen mit einem Computerspiel ist wie der Vergleich eines Biologie Studiums mit dem Kindergarten. *find*
 
Als Kind habe ich mir vorgestellt der Held aus dem Computerspiel zu sein.
Jetzt nicht mehr.. als ich noch aktiver WC3 gespielt hab, war es immer die Herausforderung.. der sportliche Gedanke.

Aber wenn ich ein Buch lese.. dann ist das immer noch ein wenig Traumwelt.
Keine Antwort auf die Frage, ich weiß.

Ich versteh aber eh nicht ganz, was du mit der Frage bezwecken willst.
 
Ich finde Leute die wenig ( oder gar keine ) Bücher lesen nicht umbedingt dümmer, als die anderen.

Jedoch bekommt man durch das Lesen einen unheimlichen großen Wortschatz, und lernt die Sprache in der das Buch geschrieben ist.

bin ganz deiner Meinung.

ich hab in meinem ganzen leben nicht mal 1 buch ganz gelesen. sogar die lektüre in der 8 klasse damals hab ich nicht ganz gelesen und mich durchgemogelt, was den inhalt anbelangt. Aber ob man deswegen dumm ist? Ich hab dann trotzdem mein abitur gemacht und bin jetzt nach meinem Maschinenbau-Studium Dipl. Ing. Aber ich geb zu, dass meine allgemeinbildung nicht so der hit ist, was schon irgendwie mit dem zu tun hat, dass ich abends vor dem bett gehn lieber am pc sitze als ein buch zu lesen.
 
Shader schrieb:
Unsere kleinen Kinder werden gleich vor dem Fernseher oder Computer gesetzt, diese "Zukunftsmenschen" werden es verdammt schwer haben Buecher schaetzen zu lernen.
(

Hier kann ich dir - zum Glück - widersprechen, da es nicht so sein muß.
Meine Tochter (in 2 Monaten 8 Jahre) wurde von mir vor gut einem Jahr mit einem eigenen PC sowie Kinderlernprogrammen ausgestattet und von mir in die Bedienung eingewiesen. Ich hatte mir anfangs vorgestellt, daß ich ihre PC-Zeiten überwachen müßte und mir etwa täglich max. eine Stunde vorgestellt. Etwa zeitgleich wurde sie eingeschult und entwickelte seitdem einen enormen Ehrgeiz, schnell Lesen zu lernen.
Nach einem Jahr spielt der PC bei ihr nur noch eine völlig unterordnete Rolle. Sie benutzt ihn - völlig selbständig - pro Woche nur etwa 2 Stunden (Internet habe ich ihr bisher nicht freigeschaltet). Während der Arbeitstage verbringt sie ihre Freizeit jeweils etwa zu einem Drittel mit Schulaufgaben, mit Lesen und mit Fernsehen.

Dazu habe ich mir angewöhnt, täglich ca. eine Stunde lang gemeinsam mit ihr das Kinderprogramm anzusehen (Wer einmal Fragen zu Spongebob, Kim Possible, FingerTips u.ä. haben sollte, ich bin Experte :D). Dabei kommt es während der Sendungen ständig zu Fragen oder Diskussionen, häufig mit Bezug zu aktuellen schulischen Themen.

Ihre Kinderbücher (mit Bildern) zu lesen ist inzwischen "unter ihrer Würde". Statt dessen liegt sie fast täglich bei mir im Arbeitszimmer auf dem Sofa während ich am PC arbeite und "studiert" in meinen Büchern (ohne Bilder! ;)).

Ich schreibe das so ausführlich, weil ich damit meine Meinung belegen möchte, daß für die unterschiedlichen Entwicklungen keinesfalls oberflächlich "gute" oder "schlechte" Medien verantwortlich gemacht werden dürfen. Und die intensive Nutzung eines Mediums schließt nicht zugleich eine ebenso sinnvolle Nutzung eines anderen Mediums aus. Meine ursprüngliche, eher theoretisch aufgebaute strikte Ablehnung von TV-Konsum für Kinder habe ich inzwischen erheblich relativieren müssen. Wenn ich meiner Tochter den Umgang mit den heute zur Verfügung stehenden Medien nahe bringen will (in neudeutsch "Medienkompetenz"), darf ich keines davon ausschließen. Im Gegenteil, ich muß dafür sorgen, daß sie mit allen ihrer Entwicklung entsprechend in Berührung kommt, um später in eigener Verantwortung die Sinnhaftigkeit der zur Verfügung stehenden Medien beurteilen zu können.
 
ich finde auch, dass das Fernsehen ebenfalls sehr lehrreich ist und das internet ebenfalls. Ich selbst lese zwar gerne Bücher, aber andere Medien können informationen oft schneller vermitteln.
 
Kann dem was Marc geschrieben hat nur zustimmen. Es ist ja auch nichts schlimmes daran wenn sich ein Kind / ein Erwachsener für eine bestimmte Zeit in eine Traumwelt begibt. (hier sage ich absichtlich nicht "flüchtet") Es kommt immer auf die Art und Weise an wie man mit einem Medium umgeht. Deswegen halte ich auch WoW oder andere Rollenspiele nicht generell für schlecht. Der richtige Umgang ist das a und o und wird heute noch oft zum Problem, da viele Eltern diese Art von Spielen nicht aus ihrer Kindheit kennen und so auch anfangs die Gefahren unterschätzen. Medienkompetenz ist heute sehr viel wichtiger als früher da die Kinder durch so viele verschiedene Kanäle beeinflusst werden. Hier müssen die Eltern als Hilfe zur Seite stehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, dass Menschen die viel lesen fachlich und schriftstellerisch definitiv Vorteile gegenüber Menschen haben die kaum ein Buch zur Hand nehmen. Mit Bücher meine ich nicht nur Romane sondern auch Fachbücher. Zeitschriften gelten nicht. Das ist bloß Zeitvertreib.

Von dumm/schlau würde ich nicht reden. Das ist ein delikates Feld.

Ich komme mit beiden Gruppen von Leuten klar, also die die viel lesen (wie ich) aber auch mit denen die nicht mal wissen wie ein Buch aufzuklappen ist ;)...
Mein Partner allerdings sollte schon jemand sein, der gerne auch mal Bücher verschlingt.

Ich lehne mich ein wenig aus dem Fenster, aber es gibt durchaus auch Unterschiede in der Lebensweise zwischen Leuten die viel lesen und solchen, die nur vor dem Rechner hängen um zu zocken...und mit Unterschied meine ich jetzt auch wirklich das intellektuelle Niveau. Dieser Unterschied schlägt sich dann natürlich auch auf andere Lebensbereiche nieder wie z.B. die Art und Weise der Freizeitgestaltung, oder aber auch der Filmgeschmack etc.
 
DarkDragN schrieb:
ich habe die letztens drei jahre 1 buch gelesen und behaupte mal das ich dennoch ein gewisses maß an allgemeinbildung mitbringe. bevorzugt dann halt aber auch in bereichen die mich interessieren. nicht mitreden könnte ich z.b. in bezug auf rechtschreibung und grammatik, bundesländer, kommunen etc., weil ich da einfach kein interesse dran entwickeln konnte ^^

dem schließe ich mich komplett an. :daumen:
geht mir quasi genauso.
der sinn für grammatik bzw. interpunktion ging mir zwar (leider) etwas flöten, durch das ganze "gechatte", aber ich behaupte einfach mal, das ich alles andere als dumm bin.
das allgemeinwissen konzentriert sich nur auf andere bereiche. merk ich oft genug bei quizsendungen wie wer wird millionär und co. da gibt es zum teil fragen wo ich regelrecht auf dem schlauchstehen würde und wo andere sagen "ist doch kinderleicht", und genauso eben auch andersrum der fall, wo ich dann vor der glotze sitze und selbige anschreien könnte, weil der kandidat nicht auf die lösung kommt. :lol:
 
Ich lehne mich ein wenig aus dem Fenster, aber es gibt durchaus auch Unterschiede in der Lebensweise zwischen Leuten die viel lesen und solchen, die nur vor dem Rechner hängen um zu zocken...und mit Unterschied meine ich jetzt auch wirklich das intellektuelle Niveau. Dieser Unterschied schlägt sich dann natürlich auch auf andere Lebensbereiche nieder wie z.B. die Art und Weise der Freizeitgestaltung, oder aber auch der Filmgeschmack etc.

Dem würde ich mich tendentiell anschliessen auch wenn es nicht auf alle zutrifft. Es gibt auch Leute die viel vor dem PC sitzen und trotzdem eine ausgewogene und nicht auf den PC bezogene Freizeitgestaltung haben oder sich auf für andere Themen sehr interessieren. Ich denke auch das sich das in den nächsten Jahren wieder einpendeln wird.
 
Büchermuffel sind nicht dümmer als andere. Ich lese auch sehr viel bin aber auch viel am PC. Wie schon erwähnt finde ich auch das der Wortschatz grösser wird je mehr man liest. Allgemeinbildung erhält man aber nicht nur durch das lesen von Büchern sondern auch durch das lesen von Zeitungen welche ja nicht immer in Papierform sind.
 
Wer jetzt mehr Wissen vermittelt, Harry Potter oder Counter Strike, ich weiß es nicht!
 
so lange men sich bei CounterStrike nciht vornehmlich damit beschäftigt, irgendwelche physikalischen Probleme zu erläutern, die dabei nicht berücksichtigt werden würd cih doch ganz klar Harry Potter sagen.
Wer vor dem schießen nachdenkt ist tod. Man muss also aus dem Affekt handeln und darf nicht über die Entscheidung nachdenken. Auch wenn man zuvor planen muss, wie man am besten vorgeht, hat man nach ziemlich kurzer Zeit alle Scenarien durchprobiert.
Bei Harry Potter stellst du dir die Personen vor, die Umgebung,... Es fördert also Kreativität.
 
Naja, ich zocke oft, aber wenn mal wieder ein feines Fantasybuch irgendwo angepriesen wird oder es was neues in der Bücherei gibt was mich interessiert, lese ich das. Thriller mit moderner Handlung sind auch fein ;)
Oder Abenteuerbücher. Ich les eigentlich alles, was nicht zu Romanartig ist. Bei den Krimis meiner Mutter könnte ich kotzen, da ist einfach zu wenig Abenteuer (Detektive). Deswegen Thriller, da gibts einen Protagonisten. Mag sein das es auch andere Krimis gibt, aber unter einem klassischen dieser Gattung stelle ich mir nüchterne Polizeiarbeit vor. :D
 
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