Shader schrieb:
Unsere kleinen Kinder werden gleich vor dem Fernseher oder Computer gesetzt, diese "Zukunftsmenschen" werden es verdammt schwer haben Buecher schaetzen zu lernen.
(
Hier kann ich dir - zum Glück - widersprechen, da es nicht so sein
muß.
Meine Tochter (in 2 Monaten 8 Jahre) wurde von mir vor gut einem Jahr mit einem eigenen PC sowie Kinderlernprogrammen ausgestattet und von mir in die Bedienung eingewiesen. Ich hatte mir anfangs vorgestellt, daß ich ihre PC-Zeiten überwachen müßte und mir etwa täglich max. eine Stunde vorgestellt. Etwa zeitgleich wurde sie eingeschult und entwickelte seitdem einen enormen Ehrgeiz, schnell Lesen zu lernen.
Nach einem Jahr spielt der PC bei ihr nur noch eine völlig unterordnete Rolle. Sie benutzt ihn - völlig selbständig - pro Woche nur etwa 2 Stunden (Internet habe ich ihr bisher nicht freigeschaltet). Während der Arbeitstage verbringt sie ihre Freizeit jeweils etwa zu einem Drittel mit Schulaufgaben, mit Lesen und mit Fernsehen.
Dazu habe ich mir angewöhnt, täglich ca. eine Stunde lang gemeinsam mit ihr das Kinderprogramm anzusehen (Wer einmal Fragen zu Spongebob, Kim Possible, FingerTips u.ä. haben sollte, ich bin Experte

). Dabei kommt es während der Sendungen ständig zu Fragen oder Diskussionen, häufig mit Bezug zu aktuellen schulischen Themen.
Ihre Kinderbücher (mit Bildern) zu lesen ist inzwischen "unter ihrer Würde". Statt dessen liegt sie fast täglich bei mir im Arbeitszimmer auf dem Sofa während ich am PC arbeite und "studiert" in meinen Büchern (ohne Bilder!

).
Ich schreibe das so ausführlich, weil ich damit meine Meinung belegen möchte, daß für die unterschiedlichen Entwicklungen keinesfalls oberflächlich "gute" oder "schlechte" Medien verantwortlich gemacht werden dürfen. Und die intensive Nutzung eines Mediums schließt nicht zugleich eine ebenso sinnvolle Nutzung eines anderen Mediums aus. Meine ursprüngliche, eher theoretisch aufgebaute strikte Ablehnung von TV-Konsum für Kinder habe ich inzwischen erheblich relativieren müssen. Wenn ich meiner Tochter den Umgang mit den heute zur Verfügung stehenden Medien nahe bringen will (in neudeutsch "Medienkompetenz"), darf ich keines davon ausschließen. Im Gegenteil, ich muß dafür sorgen, daß sie mit allen ihrer Entwicklung entsprechend in Berührung kommt, um später in eigener Verantwortung die Sinnhaftigkeit der zur Verfügung stehenden Medien beurteilen zu können.