Sind Büchermuffel dumm?

Wer aus gutem Hause kommt wird dies fortsetzen. Kinder aus Arbeiterfamilien werden eher wieder Arbeiter.

Ich denke zwar nicht das Du es so gemeint hast, aber irgendwie bekommt das Wort "Arbeiterfamilie" bei Dir einen negativen unterton. So als ob es was wäre worüber man die Nase rümpft.

Intelligenz und Arbeit (er) schließen sich ja wohl kaum aus. Mir sind Personen die für Ihren unterhalt Arbeiten auch sympathischer als solche die quasi Geld als Geburtsrecht haben (auch wenn diese Personen dafür auch nichts können).

Ich zumindest könnte wohl behaupten das ich aus einer Arbeiterfamilie komme und das hat meiner Bildung trotzdem (oder gerade deswegen) nicht geschadet. Und ich hoffe nicht das sich meine (noch nicht vorhandenen) Kinder irgendwann mal als was besseres fühlen nur weil Ihr Vater Akademiker ist.
 
Adam_Smith schrieb:
In Deutschland nennt man das, was du sagtest übrigens "Chancenungleichheit" (zumindest in gewissen politischen Kreisen)
wobei eine absolute Chancengleichheit aber unmöglich ist. (Männer und Frauen denken unterschiedlich, Kinder in wohlsituierten Familien bekommen bessere Bildung,...)
Aber das passt nicht mehr so ganz zum Topic und wurde schon ausführlich in einem anderen Thread diskutiert
 
Belesene Menschen sind vielleicht eloquenter, aber nicht intelligenter.
Also ich zb. bin auch Büchermuffel, im Sinne von Romane lesen. Schon immer. Ist einfach nicht mein Ding.
Lese höchstens mal Kurzgeschichten und viel Fachliteratur.
 
Können wir uns darauf einigen, dass Leute, die viel lesen i.A. eine bessere Allgemeinbildung haben, als solche, die keine Bücher anfassen?
 
Wenn mit Lesen alles, unabhängig der Quelle, des Inhaltes und des Mediums gemeint ist, dann ja. :)
 
Och, selbst wenn einer ausschließlich Videotext liest (was eher unwahrscheinlich ist^^), oder Klatsch-Presse, erlangt er eine Allgemeinbildung und kann zudem schonmal lesen und dadurch meist auch besser schreiben.
Immerhin, allemal besser als sich nur von Bildern berieseln zu lassen.
Ich meine, ich kenne mich zb. nicht in Königshäusern oder bei den Promis besonders gut und aktuell aus. Da ist meine Allgemeinbildung nicht besonders ausgeprägt. ;)
 
Na Videotext lese ich auch sehr gerne und zwar zur schnell Info ist das Tool echt gut.
 
Relict schrieb:
Och, selbst wenn einer ausschließlich Videotext liest (was eher unwahrscheinlich ist^^), oder Klatsch-Presse, erlangt er eine Allgemeinbildung und kann zudem schonmal lesen und dadurch meist auch besser schreiben.
Ich frage mich, wie man durch das Lesen der Bild-Zeitung Allgemeinbildung erzielen soll? Ich verweise nochmals auf die von mir gepostete Definition von Allgemeinbildung auf vorheriger Seite.
 
Laut der Bildzeitung kenne ich einen, der beim Autounfall gestorben ist (er war 2 Tage im Krankenhaus).
Wenn man ein so zuverlässiges Medium als Bildungsquelle heranzieht wunder ich mich nicht mehr über Pisa.
 
@SheepShaver
Auch die Bild-Zeitung trägt als Unterhaltungsmedium ihren Teil zur Allgemeinbildung bei.
Entscheidend ist doch die Vielfältigkeit.
Klar, wenn man ausschließlich Bildzeitung liest und sonst den Tag über den Kopf in den Sand steckt, erlangt man nur unzureichende Allgemeinbildung. Genau das gleiche, wenn man nur Romane oder Fachbücher liest.

Deine Definition von Allgemeinbildung geht mir aber schon etwas zu sehr in Richtung Bildung und Fachwissen. Allgemeinbildung fängt meiner Ansicht nach bereits beim Erleben und Begreifen der Welt um mich herum an. Eine gewisse Grundbildung vorausgesetzt.
Niemand kann alles wissen, aber von vielem etwas. Was dabei wichtig ist und was nicht, entscheiden stets aktuelle Zeit, Umfeld und Zeitgeist.
 
Nun Relict da hast wohl recht es kommt eben darauf an das gelesene auch zu verarbeiten und Schlussfolgerungen für sich selbst zu ziehen. Wer das gelesene so hinnimmt wie es geschrieben steht, der kann das lesen auch lassen, meine Meinung.
 
Lesen Bildet. Sollte jeder wissen :D
Ich hab mal eine Karikatur gesehen, da wurde ein Mann der ferngesehen hat abgeholt und in die klapse gesteckt und der, der Fern gesehen hat wurde da gelassen hehe

Aber lesen kann z.B. der Rechtschreibung helfen. Ist bei nem Zocker nicht immer der Fall. So als kleines Beispiel
 
ich ja ... ;)

Guten Morgen zusammen,

ich antworte jetzt hier im Thread ohne auch nur einen Beitrag von euch vorher gelesen zu haben. Ich plage mich nämlich schon jahrelang mit einem schlechten Gewissen rum.

Ich bin mittlerweile 22 Jahre alt und kann in keinster Weise von mir behaupten, dass ich mal freiwillig ein Buch lesen würde. Den Computer mal um 20:00 Uhr und nicht erst um 23:00 Uhr ausmachen käme aus Gewohnheit nicht für mich in Frage.

In der Schule wurde man dazu quasi gezwungen, klar habe ich dem auch schön Folge geleistet - man will ja schliesslich mitreden können, wenn wieder mal die 10. Lektüre gelesen und analysiert wird.

Nur in den Klausuren bekam ich dann immer mein Fett weg, wenn am Rand wieder in rot geschrieben der Buchstabe "A" für "Ausdruck" bemängelt wurde. Auch unter der Note stand dann immer wieder der Satz, dass die Ausdrucksfähigkeit zu Wünschen übrig lässt. Ich war nie eine totale Niete in Deutsch. Das bewegte sich zwischen 3 ... 3- ... 4+ ... auch mal ne 5 :rolleyes: ...

Summa summarum: Ich ärgere mich deswegen und mache mir jetzt Vorwürfe, nicht in der Schule mal was mehr gelesen zu haben, um mich ausdrücken zu können. Sei es in den Klausuren oder wenn ich einfach nur mit meinem Umfeld rede. Manchmal verhaspel ich mich beim Sprechen oder verwechsel Personalpronomen "ihn/ihm/ ..." es ist einfach ärgerlich ... nur wenn ich langsam rede, vorher erst denke und dann den Mund aufmache klappt es - Sehr schwer zu beschreiben.

Und das ich dumm bin (?) ... hm ... Allgemeinbildung ... ja es könnte daran liegen ... möchte ich auch nicht ausschliessen. Morgens mal die Tageszeitung lesen würde da sehr helfen. Aber Grammatik, Rechtschreibung und Ausdrucksfähigkeit wird schon sehr gefördert, wenn ich doch mal ab und an was lesen würde ...

:rolleyes: in meinem 2. Leben weiss ich bescheid :(

Aber es ist noch nicht zu spät

bg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi, ich finde dieses Thema ziemlich Interessant und möchte auch mal meine Meinung dazu kund tun.

Also ich kann von mir sagen das ich früher in meiner Schulzeit kein Buch freiwillig angerührt habe, geschweige denn mich irgendwie um meine Allgemeinbildung oder Schulische Themen gekümmert hätte z.b. indem ich im Internet recherchiere oder wie gesagt ein Buch lese. Stattdessen habe ich irgendwelche Spiele gespielt, und mal so nebenbei das getan was unbedingt notwendig war um bei der nächsten Prüfung oder dem nächsten Referat nicht vollständig zu versagen. Das war bis vor einem Jahr so meine Lebensweise, und ich habe mir keine Gedanken dazu gemacht ob da eventuell irgendetwas falsch läuft.

Dann fing ich Glücklicherweise an zu merken das ich in manchen situationen doch arge Probleme habe mich richtig zu artikulieren, besonders beim besprechen von anspruchsvollen Themen mit Freunden oder Bekannten oder auch beim verfassen von eigenen Texten. Ich fing dann an das ein oder andere Buch zu lesen z.b. irgendwelche Romane oder Sachbücher zu bestimmen Themen. Außerdem begann ich im Internet viel rumzusurfen und mich über alles mögliche zu Informieren, wohlgemerkt in der Zeit in der ich davor immer am Zocken war.

Ich bemerkte eine verbesserung meiner Ausdrucksweise und meiner Fähigkeit eigene texte zu schreiben und vor allem sie zu verstehen! Ich bin froh das ich das rechtzeitig bemerkt habe und mein Leben etwas umstellte, weil mir das recherchieren von Themen auch ohne das man es muss, sondern einfach nur weil man es wissen möchte, und das lesen von Büchern mittlerweile ziemlich viel Spass macht, und es einem doch sein leben lang etwas bringt.

Ich glaube ich bin ziemlich am eigentlichen Topic vorbei geschossen, was ich damit eigentlich sagen will ist das ein gewisses Maß an Büchern sicherlich keinem schadet, aber auch wenn man keine Bücher lesen möchte hat man doch mit dem Internet die möglichkeit zu fast allem, bei manchen sachen weniger bei den anderen mehr, die möglichkeit wissen mitzunehmen. Aber auch wenn man nur am Zocken ist, ist man nicht dumm, viel eher ist man nicht "gebildet".

Prophecy dein Text hat mich irgendwie an mich erinnert und du hast recht, es ist noch nicht zu spät also mach was!

Nach bald 3 Jahren mein erster Post in diesem Forum, ich schreibe dann mal demonstrativ ein re :)
 
Naja, wer zum Beispiel "Dan Brown" oder "Harry Potter" liest, kann nicht darauf behaupten, dass es besonders schlau ist. Hängt viel davon ab, was man liest, oder was man im TV schaut oder was man am Computer macht.

Jemand der den ganzen Tag Simulationen am PC erstellt oder sonstige anspruchsvolle Klamotten baut kann sich eher damit rühmen, als jemand, der nur Unterhaltungsschund liest.
Normalerweise suchen sich die Menschen aber schon Tätigkeiten, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Der Rückschluss ist in der Gesamtbetrachtung schon möglich, aber nur wenn man auch anschaut, was die Leute sonst so machen. Wer den ganzen Tag für seine Diplomarbeit Bücher wälzt und abschreibt, verbringt auch mal gern ne Stunde sinnlos vorm PC oder Fernseher.

Der Unterschied zwischen jemandem, der am PC nur spielt und einem, der nur Schundliteratur in sich hineinstopft, ist nicht so groß. Es ist beides eine passive Konsumhaltung. Allerdings kann man nebenher noch bestimmte Sachen trainieren, wer liest, nimmt zwangsläufig auch einen größeren Wortschatz in sich auf, und die passende Semantik, was aber nicht heißt, dass er sie auch aktiv benutzen kann. Ich verstehe zum Beispiel perfekt Englisch, habe aber zeitweise doch Schwierigkeiten, die passenden Worte zu finden, da ich es immer nur in mich aufnehme, aber wenig aktiv benutze. Wer am PC spielt, verbessert im besten Fall noch seine Koordination oder Reaktionsvermögen. Es ist auch ein Unterschied, ob man am PC online Schach oder WoW spielt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das sehe ich anders, zumal "Harry Potter" und "Dan Brown" durchaus recht niveauvolle Literatur ist. (Nein ich lese kein Harry Potter!)

Wer am PC reine Unterhaltungsspiele spielt, der wird dabei wirklich nichts lernen (ok Hand-Augen Koordination vllt. ;-) ). Selbst der billigste Schundroman aber erweitert beim lesen deinen Wortschatz, verbessert die Rechtschreibung und die Wortgewandtheit.

Dazu kommt die Tatsache, dass es ein eher langwieriger Prozess ist ein Buch zu lesen. Ein PC Spiel ist eher Kurzweil pur.
Für die Unterhaltung sicher gut, für den Lerneffekt aber nicht unbedingt.

/edit:

Hab die Threads von Prophecy und Crowe01 erst jetzt gelesen. Ist wirklich toll, dass ihr euch hier so selbstkritisch zu äußern bereit seid.
Aber genau das selbe kann ich auch berichten. Seid ich wieder regelmäßig lese und fleißig Texte in Foren tippe hat sich meine Ausdrucksweise erheblich verbessert. Und es ist nun mal leider so, dass einem alle Intelligenz nichts nutzt, wenn man sie nicht ausdrücken kann.
Das sehe ich im Job. Wer Wortgewandt ist und sich zu artikulieren weis, der wirkt immer kompetenter als jemand der nur rumdruckst oder in Fachgesprächen keine Fachterminologie verwendet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dan Brown ist keine niveauvolle Literatur. Zwei von dem habe ich selbst gelesen. Es ist Unterhaltungsmassenware, aber erfüllt seinen Zweck. Sprachlich und inhaltlich ist es anspruchslos, dafür spannend und aktionreich und entsprechend auch in der Masse erfolgreich. Immerhin besser als garnicht zu lesen.
 
Ich hab vor einiger Zeit gelesen, dass weit über 50% der Deutschen nciht in der Lage sind die Abendnachrichten auf ARD/ZDF/WDR zuverstehen. Damit ist dann nicht gemeint, dass sie nicht wissen, was es bedeutet, wenn sich Leute in die Luft sprengen, sondern, dass sie nciht verstehen, warum sie es tun.
Wie können wir unter diesen Umständen von Allgemeinbildung sprechen, wenn ein Großteil der Menschen nciht einmal den Alltag versteht?

Das ist zwar jetzt ein bisschen neben dem Thema her, aber es müsste noch mal geklärt werden, was jetzt genau unter Bildung vertanden wird. Ansonsten passiert es schnell, dass die Leute (mal wieder) aneinander vorbei reden und wir keine kunstruktiven Ergebnisse aus dieser Diskussion erhalten.
 
H€553, richtig! Allerdings kann ich nur sagen, das ich von meinen Eltern gute Allgemeinbildung mitbekommen habe, was dies, m.M.n mit einschließt, die Tagesschau zu verstehen. Wobei, unter uns, was hat die Tagesschau anderes als wie Beispielsweise N-TV oder N24? Keine Ahnung! Gut, aufgrund der Anstellung meines Vaters, Wechselsschicht etc., hab ich das meiste von meiner Mutter mitbekommen.

Es beginnt halt sehr vieles im Elternhaus!
 
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