News Social-Media-Verbot für unter 16-jährige: Australien sperrt 4,7 Millionen Konten bei Facebook und Co

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Eine Medaille hat stets zwei Seiten.
Mehr Daten von Bürgern abfragen - meh
Aber vielleicht hilft es das Geschwür social media in den Griff zu bekommen. In seiner Gesamtheit betrachtet befürworte ich diese Gesetzgebung und das Bestreben.
 
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Ich finde diesen Schritt richtig, gerade mit den Blick wie unreglementiert Social Media ist und derzeit leider eher aus Gesetzesverstößen und Hasspredigt besteht.

Ich sehe das mit dem Blick auf meine Nichte mittlerweile eher kritisch. Wo früher die Landser CD und die Salafisten Bibel auf dem Schulhof verteilt wurde, ist es heute Tiktok und Co, die Tür Radikalisierungsspirale und zur Spaltung von Gruppen beitragen.
So sehr ich für die freie Meinungsäußerung kämpfe, so sehr begrüße ich, dass wir Social Media einen Einhalt gebieten.
Und gerade mit dem Blick, dass bei Kindern keiner so richtig weiß, was auf dem Handy noch so angeschaut wird, auch weil vielen Eltern nicht nur die Zeit fehlt, sondern auch die Medienkonferenz.
 
Ein ungelöstes Problem bleibt, nämlich dass Kinder und Jugendliche ohne Konto noch immer die (toxischen) Inhalte konsumieren können werden.

Wer einzig die Algorithmen als schädlich ansieht, der hat nicht das volle Bild. Z. B. kennt man in der Soziologie noch sowas wie “intrasexual competition:” Am Ende verbreiten abgehängte Menschen ihre Rationalisierung(en), wie ihr (gescheiterter?) Lebensentwurf nun doch der bessere sei. Junge Menschen, die das unkritisch konsumieren denken nun, das sei eine echte volle Alternative. — Früher konnten wir uns, konnten sich Kinder und Jugendliche zu der kurzen Selbstdarstellung noch einen Eindruck vom sonst nicht zur Schau gestellten Alltag der Person machen.

(Ich bin noch so alt, in der Schule hatten wir das zwangsweise Abschneiden von Haaren bei „Verräterinnen“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Dann die Mode geschiedener Frauen – bei Männern war das weniger offensichtlich – sobald Scheidungen ermöglicht wurden, sich eine besonders kurze und explizit männliche Frisur zu geben in Trotz zu damaligen Vorstellungen von Frauen und Koketterie an diese „Verfolgung“ und „Verurteilung“. Im aktuellen Diskurs wird der Aufsatz “Off with her Hair” eingeworfen: Insbesondere per Tiktok-Videos fordern Influencer Frauen auf, sich das Kopfhaar abzuschneiden.)

Ähnliches natürlich bei einfachen Rezepten zu komplexen Problemen, wobei dabei mehr Dummheit als Bösgläubigkeit herrscht.

Es bleibt niemand gehindert, solche Videos per Direktlink in Umlauf zu bringen.
 
Zuletzt bearbeitet: (Hinweis auf Kuriosum)
"4.7 Mio. Konten" sind den Betreibern leider absolut egal.
Dass merken die an ner Nachkommastelle irgendwo und das wars.
Sicher möchte man diese auch weiter behalten aber realistisch gesehen ist die Anzahl einfach nicht hoch genug, dass z.B. Zuck endlich seine Meinung ändert was die Schäden bei Kindern angeht.

Ansonsten muss man natürlich weiter die Datenlage im Auge behalten: was werden die Alternativen? Wie entwickeln sich diese? Wie setzten diese Kinder-Schutzfunktionen um? Denn dass die Kinder nun von jetzt auf gleich einfach kein Social-Media mehr nutzen, halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich.

Noch ist das Verbot viel zu wenig erforscht um irgendwie Aussagen zum Erfolg oder Misserfolg treffen zu können.

Schön wäre natürlich trotzdem gewesen, wenn es ohne Verbot gegangen wäre, aber wenn dass hier Schule macht, dann könnte es eventuell doch zu Verbessrungen bei den Anbietern führen.

Gerade aus dem Gesichtspunkt gesehen, dass wir ja sehr gut belegt wissen, dass Leute wie Zuck trotz Wissen und vorgeschlagenen Handlungen gegen die negativen Konsequenzen seitens seiner Angestellten sich trotzdem für die psychopathische Lösung entscheidet, nämlich Kinder und deren Wohlergehen dem Profit zu opfern, halte ich selbst eine nicht gute Lösung wie ein Verbot für besser als weiter tatenlos dazustehen und nichts zu tun.

Besser wäre natürlich zu sagen "Hey, ihr macht nix, dann gibts X% vom Umsatz pro Monat als Strafe bis ihr das Problem behoben hat", weil es das Tor für eine Besserung offen hält und gleichzeitig dem Staat mehr Geld gibt mit dem er die Konsequenzen der Konzern-Gier bekämpfen könnte. Aber gut...
 
Wäre echt interessant wenn das auch in Deutschland geben würde !
Aber ich werde das nicht mehr erleben...
 
Krik schrieb:
Australien hat 27 Mio. Einwohner.
Wenn die fast 5 Mio. Accounts sperren, dann hatte so gut wie jedes australische Kind einen? Wenn das stimmt, wäre das ziemlich krass. Oder die Hälfte hatte zwei Accounts. Auch das wäre krass.

Ein Youtube und ein Reddit-Account. Wahnsinning krass...
 
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Krik schrieb:
Wenn die fast 5 Mio. Accounts sperren, dann hatte so gut wie jedes australische Kind einen?
Da nicht klar ist anhand welcher Kriterien gesperrt wird, gehe ich davon aus dass da viel "Beifang" mit drin ist. Also Accounts von Erwachsenen die nicht eindeutig verifiziert wurden.
Da es empfindliche Strafen geben koennte wenn das Verbot nicht sauber durchgesetzt wird, wird halt lieber ein Account zu viel als einer zu wenig gesperrt.
 
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Das Problem ist imo die Umsetzung. Für eine Beschränkung von Social Media für Kinder finden sich sicherlich schnell Mehrheiten, nur wie will man das kontrollieren?
Pornoseiten sind auch erst ab 18 und trotzdem für JEDES Kind frei zugänglich.
Ein einfaches Popup hilft da wenig.
Ne Registrierungspflicht mit echten Daten lehnen vermutlich zu viele Leute ab, insbesondere weil diese Daten in irgendwelchen Datenbanken außerhalb der EU landen...
 
Aha, der nächste Schitt ist dann die audoivisuelle Echtzeiterfassung der Nutzer, damit sich nicht unerlaubt die Ausgeschlossenen als Fremdnutzer wieder einschleichen, oder über die Schulter gucken...erstmal...
 
Super Sache. Australien macht eh jede Menge Sachen richtig.
 
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Blutomen schrieb:
Klar .. schließt die Jugendliche einfach von der Sozialen-Teilhabe aus. In einer digitalisierten Welt - wer braucht da schon Social-Media?
Eigentlich niemand, wenn man echte Freunde und Bekannte hat. Da Messenger wie WhatsApp und Signal ja erlaubt bleiben, sehe ich keine "fehlende soziale Teilhabe".
Blutomen schrieb:
Interessant wie stark die VPN Nutzung in Australien gestiegen ist. :D
Hast du dafür belastbare Zahlen?

Persönlich finde ich es gut, wie es die Australier machen. Da kann sich die EU mal eine Scheibe von abschneiden.
 
Finde ich gut. Ab 18 kann dann ja eh jeder selbst entscheiden.

Hab erst letztens mal wieder TikTok und Instagram ausprobiert und nach 2 Tagen wieder gelöscht.

Erstmal sind die Inhalte absolut wertloser Schrott. Die hälfte KI generiert, die andere irgendwelche Fake Sensationen oder Life Hacks und Leute die völlig sinnlose unlustige sachen machen, begleitet von Selbstdarstellung.

Und andererseits sind die Plattformen extrem suchterregend, weil man ständig weiter scrollt und vielleicht nur einen Wisch von einem Video entfernt ist, das vielleicht doch halbwegs die Aufmersamkeit stimuliert.

Das schlimmste dabei ist, dass sich alles so extrem algorithmusgesteuert anfühlt. Man hat nicht das Gefühl als würde man aktuelle interessante inhalte gezeigt bekommen, sondern einfach nur wahllos "content" ohne irgend einen Bezug zur Realität oder aktuellen Themen.

Ich bin wirklich fassungslos, dass so vielen Leuten das alles tatsächlich gefällt und sie dann täglich stunden damit verbringen. Egal welche Altersklasse.


Die einzige Social Media Plattform die ich nutze ist YouTube. Und dort auch nur mit festen Abos von bekannten Kanälen. Hauptsächlich Wissenschaft und Technik. Da kommt dann pro Kanal eben alle paar Tage mal ein Video mit 10-60 Minuten länge, das schau ich mir an, wenn ich lust habe und dann wars das wieder. Kein endloses Doom scrolling. Keine Matschbirne.

Ich könnte auch absolut verstehen, wenn ein Staat solche Plattformen komplett verbietet. Denn mMn. ist das extrem schädlich. Alleine schon durch die enorme Suchtwirkung. Jeder den ich kenne und diese Plattformen nutzt, scrollt primär durch eben jene Plattformen, wenn er das Smartphone aus der Hosentasche nimmt, was schon rein aus Gewohnheit bei vielen Leuten wohl alle 15-30 Minuten der Fall ist.

Das geht auf Dauer stark auf die Konzentrationsfähigkeit, Geduld und Aufmerksamkeitsspanne. Diese Plattformen trainieren dir Ungeduld und Verhaltensgewohnheiten an, die man so schnell nicht mehr los werden. Den effekt kann man bereits am ersten Tag der Nutzung stark wahrnehmen.
Das perverse ist, dass es süchtig macht und man bei der Nutzung trotzdem keinerlei Freude empfindet. Aber es ist dann eben besser, als nichts zu tun und einfacher als was aufwändigeres zu machen. Quasi ein low effort dopamin Automat. Das kann auf dauer nicht gut gehen.
 
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Cool Master schrieb:
So etwas brauchen wir auch, gibt ja schon div. Studien die besagen, dass Social Media in jungen Jahren mehr schadet als gut tut vor allem bei jungen Mädchen.
Ich will Dir zwar nicht zu Nahe treten, aber daran merkt man eben, dass man in Deutschland ist - alles soll verboten werden. Anstatt den Jugendlichen eine vernünftige Medienkompetenz beizubringen, bei der sie erkennen, dass das bei TikTok & Co eben nicht alles superdolle Kumpels sind, sondern dass da knallharte Geschäftsinteressen dahinter stecken und sie eben das Produkt sind, wird einfach verboten - was sich in der Vergangenheit ja schon immer so toll bewährt hat.

Wir haben das bei unserem Junior so gemacht - der ist jetzt 14 und hat null Interesse an Facebook, TikTok & Co. So geht das auch. Kostet aber Ressourcen, ist dafür aber langfristiger.
 
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Selbst wenn das erfolgreich durchgesetzt wird und viele junge Leute von den sozialen Medien abgeschnitten werden, wie sollen sie trotzdem Kompetenz dafür aufbauen? Da wird sich vermutlich auch weiterhin niemand mit denen hinsetzen und sagen, das und das ist fake oder dubios. Und sobald das entsprechende Alter erreicht wird, werden sie quasi ungeschult wieder darauf losgelassen.
Dieses wir-verbieten-alles ist zwar einfach in der Umsetzung, löst aber mMn die eigentlichen Probleme überhaupt nicht.
 
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Richtig so, Deutschland sollte hier ein ähnliches Modell bringen. Damit unsere Kinder von dem ganzen Hass und Lügen Plattformen geschützt werden. Fragt man heute ein Kind oder Jugendlichen, nenne mir 10 TikTok-Videos, die du dir gestern angeschaut hast. So gut wie keiner wird hier welche mit ihrem Inhalt aufzählen können.

Diese ganzen Schmutzplattformen versuchen in meinen Augen nur Emotionen oder Gefühle zu triggern, damit man die schön weiter benutzt. Der Content ist hier nur nebensächlich.
 
ZeroCoolRiddler schrieb:
Nächster Artikel:
"Australische Kids umgehen Social Media Sperre!"
Mal sehen wie lange es dauert.
richtig - übernächster Artikel. Damit das ordentlich umgesetzt werden kann, muss sich JEDER eindeutig identifizieren. Also wie bei Bankkontenerstellung all die persönlichen Nachweise hochladen inkl. Gesichtsscan. Facebook und Co werden sich sehr über all diese Daten freuen...

Aber ich finde es nicht schlecht, so lernen die Kids bereits frühzeitig, dass TOR, VPN und Darkweb notwendige Dinge sind, um sich vor dem übergriffigen Staat schützen zu können. Dient also letztendlich der digitalen Kompetenz
 
Ich halte wenig von der ganzen Aktion,
nutze aber auch kein FB etc. und bin auch über die Desinformations-Flut da und allgemein im Netz auch wenig begeistert, halte auch wenig von dem "Präsentier-Drang" und FOMO usw., wenn die Leute süchtig sind dann ist das eventuell eine andere Baustelle... Wobei ich nichts negatives an einem Fluppen-Verbot sehen würde. 🤷‍♂️
Auch ist YT, wenngleich ich das ohne ACC nutze, für mich persönlich primär eine Video-Plattform...
 
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Verbote halte ich für grundsätzlich falsch. In diesem Fall sind die Eltern und die Erziehung das Problem. Natürlich gab es Social Media früher nicht, aber so wie sich alles andere weiterentwickelt, muss sich auch die Erziehung weiterentwickeln.
Also so viel zur Theorie. Klappen tut das bei uns zuhause auch nicht :D
 
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Es sind ja nicht grundsätzlich die Blagen, von denen problematische Inhalte kommen, sondern umgekehrt, sie sollen davor geschützt werden. Also besteht das Problem doch aus den (vermeintlich) Erwachsenen, die das Netz mit Sch**** fluten.
Ich bin zwar grundsätzlich gegen eine Klarnamen Pflicht aber umgekehrt kommt der meiste Schmutz doch daher, dass man anonym unterwegs ist.
 
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