Stuttgart 21 / Proteste allgegenwärtig ...

Wie steht ihr zum Bauprojekt "Stuttgart 21"?

  • Ich bin für "Stuttgart 21".

    Stimmen: 327 48,2%
  • Mir ist es egal, ob gebaut wird.

    Stimmen: 119 17,6%
  • Ich bin gegen "Stuttgart 21".

    Stimmen: 232 34,2%

  • Umfrageteilnehmer
    678
nundenn, den schlichterspruch von heiner geißler wundert wohl niemanden, das hätte man auch ohne schlichtung schon vorher gewusst. was bleibt? ein scherbenhaufen. S21 wurde entlarvt. ich bin mal gespannt, wie das die stuttgarter aufnehmen.

so long and greetz
 
xXstrikerXx schrieb:
das hätte man auch ohne schlichtung schon vorher gewusst. was bleibt? ein scherbenhaufen

Nee eben nicht. Die 1,5 Millionen Phoenix Zuschauer haben nun zumindest ein enormes Faktenwissen über das Projekt und entscheiden nun möglicherweise anders.

Viele falschen Behauptungen konnten auch entlarvt werden und zwar auf beiden Seiten:

Eichenpfähle contra Eisenpfähle, da lagen die Projektgegner falsch
44 Züge pro Stunde bei nur 8 Gleisen sind bquem machbar, da lag die Bahn falsch

Ergo ist das Votum von Geissler das einzig machbare in der Situation: Bauen und Rücksicht auf die angemahnten Punkte nehmen.
 
... trotz dem gebe ich @xXstrikerXx recht. Schlichtung bringt nichts, auch bei zukünftigen Projekten. Es gibt keine Rechtsverbindlichkeit: ergo kann die Bahn und Konsorten jetzt bauen. Ob mit 10tem Gleis oder wie auch immer (angemahnten Punkte. Mappus hat sich schon klar geäussert: egal was es kostet: gebaut wird!). Die Gegner haben bei einer Schlichtung immer das Nachsehen. Egal wie das Votum ausgeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehe ich ehrlich gesagt nicht so. Zunächst muss man sich vor Augen halten, dass eine Schlichtung wenn es hart auf hart kommt nur unverbindlich sein kann. Eine Schlichtung, dessen Ergebnisse umgesetzt werden ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Es wurde versucht das nachzuholen, was man vorher versäumt hat, nämlich den Bürger aktiv zu beteiligen und Licht ins Dunkel zu bringen. Das bei einer Schlichtung kein endgültiger Stopp herauskommen kann, liegt eben auch an der Unverbindlichkeit. Es war auch nicht anzunehmen, dass die S21-Gegner nun "siegen" werden.

Persönlich sehe ich diverse Kritikpunkte von mir bestätigt, wofür man aber scheinbar zumindest Ansätze zur Lösung gefunden hat. Gerade der Punkt Kapazität und Zuführung sind angesprochen worden. Ob das alles optimal im Gesamtkonzept ist (die eigentliche Neubaustrecke z.b. hat ja auch ihre Merkwürdigkeiten), darf man sicherlich hinterfragen.

Natürlich ändert das nichts an der Kostenfrage. Das Projekt wurde aufgrund viel zu niedriger Baukosten und viel zu hoher Verkaufserlöse der Grundstücke und generell vielen Unbekannten kalkuliert und beschlossen. Leider sind auf der Basis schon jede Menge Gelder geflossen, die jede neue Planung belasten. Weshalb es ökonomisch wohl sinnvoll ist, das Projekt in verbesserter Form durchzuziehen, als das man alles einstampft und eine Lösung sucht, die auch nicht effektiver als die jetzige sein würde.

Was wichtig wäre ist, dass man aus dem ganzen lernt, dass die Fehler die man gemacht hat in Zukunft versucht zu vermeiden. Das heißt den Bürger einbinden, überzeugen, mitbestimmen lassen. Das heißt mehr Transparenz bei Vergabe und Planung, das heißt Kompromisse suchen. Nur dann sind Großprojekte nach S21 auch weiter möglich.

Wenn man realistisch ist, muss man mit dem Schlichterspruch zufrieden sein. Es ist weder eine Offenbarung (es wird nur das offensichtliche festgehalten), noch ist es ein Scherbenhaufen. Aber der Erfolg ist, dass man diese Schlichtung eben doch duchgesetzt hat und es zumindest so aussieht, als würden alle Beteiligten bereit sein Zugeständnisse zu machen, was nach der Eskalation leider ganz anders aussah.

Es gibt sicherlich weiterhin Anlass kritisch zu bleiben, aber es nimmt für mich schon etwas die Schärfe aus der Debatte.
 
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... mit Nachsehen meinte ich, dass auch wenn ein Schlichterspruch zugunsten der "Gegner eines Projektes" ausgeht die "Bauherren" sich nicht an den Schlichterspruch halten müssen. Sollte der Schlichterspruch zugunsten der "Bauherren" ausgehen, hätten diese wieder den Vorteil. Und ob die Bahn ansatzweise die Punkte von Geissler aufnimmt ist erst mal nur Illusion.
 
xXstrikerXx schrieb:
nundenn, den schlichterspruch von heiner geißler wundert wohl niemanden, das hätte man auch ohne schlichtung schon vorher gewusst. was bleibt? ein scherbenhaufen. S21 wurde entlarvt.
Ich seh das eher anders... die S21 Gegner wurden entlarvt:
  • Grüne sind schlechte Verlierer - wenn nicht das rauskommt was man will, macht man weiter wie zuvor
  • Die Panikmache (mal geht die Stadt im porösen Kalk wegen Wassereinbruch unter, ein ander mal steigt sie auf wegen Anhydrit) wurde zerschlagen - was bleibt sind ein paar umzupflanzende Bäume
  • Der Konflikt wurde versachlicht
  • Man sieht nun, wer wirklich an einer gemeinsamen Lösung Interesse hat und wer nur polemisiert
 
Einhörnchen schrieb:
  • Grüne sind schlechte Verlierer - wenn nicht das rauskommt was man will, macht man weiter wie zuvor
    (...)

... und du glaubst, dass wenn beim Schlichterspruch ein Abbruch von S21 auf dem Plan gestanden hätte, die Bauherren (Bahn, Mappus etc.) nicht weitergebaut hätten? Ist sicher nicht dein Ernst?
 
Schlichten bedeutet ja normalerweise, dass man Kompromisse findet und aufeinander zugeht. Im Endergebnis hat das wohl keine der beiden Seiten gemacht, was einerseits dem Schlichter vorgeworfen werden kann, andererseits aber auch keine Auflösung der unvereinbaren Postitionen mit sich bringt. Und wenn die Positionen wie bei Stuttgart 21 vor und nach der Schlichtung unvereinbar sind, "verliert" immer eine Seite. Insofern kann diese auch nicht zufrieden sein und sich mit dem Ergebnis abfinden.
 
Vor allem muss man mal abwarten, was bei dem Stresstest rauskommt. Denn die mangelnde Kapazität ist ja ein wichtiger und relevanter Kritikpunkt. Das ist eben ein Erfolg der Schlichtung, dass man das jetzt offen untersucht und nicht mit Gutachten, die dann in der Schublade verschwinden, wenn die Ergebnisse nicht passen.

Wobei ja jetzt schon die zuständige Verkehrsministerin in BW zusätzliche Gleise für unnötig hält. Das hätte die beauftragte Firma ihr schon mal so gesagt: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,732174,00.html Ich will gar nicht darauf eingehen, was das alles implizieren könnte, aber die Äußerungen sind wieder dermaßen ungeschickt und zu einer Unzeit, das man sich schon fragt, ob sie nicht gelernt haben.

Da muss ich auch nicoc zustimmen, dass es eben auch noch in den Sternen steht, ob sich von Seiten der Bauherren auch wirklich dran gehalten wird. Vor allem wenn die vollen Mehrkosten zuschlagen. Man tut ja jetzt schon wieder so, dass es ohne oder mit geringen Mehrkosten ginge, so wie man vorher immer wieder alles schön geredet hat und am Ende immer das Worst-Case-Szenario übertroffen wurde.

@Einhörnchen: Ich wüsste auch gern, wer hier nur polemisiert? Ich meine alleine diesen Spruch so zu bringen und nicht mal zu belegen, führt den Spruch direkt ad absurdum, es sei denn man meinte sich damit selber.

Es wurden keineswegs nur ein paar Bäume versetzt, es wurden für die Grundstücke (die bisher eh unverkäuflich waren) ein besseres Konzept empfohlen. Auch das ist ein Erfolg der Skeptiker. Das man ausreichende Rettungswege und Zugänge in einer Schlichtung überhaupt erst durchsetzen muss ist eh eine Farce.

Wo die Grünen nun "weiter machen wie bisher", wo sie "schlechte Verlierer" sind, musst du mir erst mal zeigen. Seit wann die Grünen auch synoym mit der S21-Gegner sind, wäre auch mal interessant zu erfahren. Die Äußerungen die ich vernommen habe waren eher doch gemäßigt. Das man nicht zufrieden ist, heißt nicht, dass man ein schlechter Verlierer ist. Wen sich an den Punkten die man kritisiert hat nichts ändert, dann darf man das ruhig sein. Ich bin halt auch nur deswegen leidlich zufrieden, weil es zumindest theoretische Fortschritte in den Dingen gab die ich kritisierte. Aber an der Kostenfrage, an den städtebaulichen Problemen usw. ändert es aber auch nichts.

Ganz ehrlich, die Debatte hat sich versachlicht. Aber das scheint mir absolut nicht in deinem Interesse, denn dein Beitrag ist augenscheinlich der Versuch, möglichst wieder eine Gruppe zu verunglimpfen. Weiter Öl ins Feuer zu gießen ist kaum angebracht oder das was die Schlichtung bringen sollte. Von daher scheinen mir viele Punkte deines Beitrages auf dich zuzutreffen.
 
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Ich bin froh das es endlich einen Schliterspruch gibt und das dieser sehr zu Gunsten S21 gefallen ist. Und jetzt sollten die Gegner bitte endlich die Füße still halten, hatte man sich doch im Vorfeld geeinigt dem Schlichterspruch zu folgen. Wer jetzt noch Widerstand leistet hält von Demokratie nichts.
 
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@ FU Manchu

Dann warte erst mal ab, ob von der Proseite die Vorschläge aufgegriffen werden. Da schon jemand die Aussagen der netten Verkehrsministerin gepostet hat, wonach ihr gesagt wurde, man braucht nicht mehr Gleise und alles ist super darf man stark bezweifeln, dass sie vorhaben dem Schlichterspruch zu folgen. Also müssen die Gegner sich vermutlich (die Zukunft wird es zeigen) auch an nichts halten und ihre Füße still halten.
 
@Happy,

meiner Meinung nach würde, selbst wenn diese Gleise sich als Notwendig herausstellen sollten, solange daran rum gebogen bis wieder alles passt. Das Projekt soll auf Gedeih und Verderb durch gezogen werden. Wer kontrolliert den z.B. diese (ominöse) Immobilienstiftung (dachte eigentlich es gäbe schon eine Stiftung?), etwa die Bahn? Aber du siehst es ja ähnlich.

Fu Manchu schrieb:
... hatte man sich doch im Vorfeld geeinigt dem Schlichterspruch zu folgen. Wer jetzt noch Widerstand leistet hält von Demokratie nichts.

... ich habe nichts gesagt das ich einem Schlichterspruch folgen werde. Und wann und wo wurde behauptet, man hält sich an den Schlichterspruch?
EDIT: im Spiegel steht was von "man werde das Votum des Schlichters akzeptieren". Was wäre den passiert wenn man ihn von Seiten der "Gegner" nicht akzeptiert hätte? Eine neue Schlichtung?

nicoc schrieb:
... und du glaubst, dass wenn beim Schlichterspruch ein Abbruch von S21 auf dem Plan gestanden hätte, die Bauherren (Bahn, Mappus etc.) nicht weitergebaut hätten? Ist sicher nicht dein Ernst?
 
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Schaut ihr gerade "hart aber fair"?

Da wurde erst ein Film gezeigt mit den Aussagen von geißer und einem der Grünen. Geißler meint, dass ein Volksentscheid nicht rechtens wäre. Der "Grüne" will nächstes Jahr den Volksentscheid.

Was nun? Ist der Volksentscheid nun rechtens oder nicht? Geißler hält ja scheinbar beides für richtig:freak:; Niebel sagt "nicht rechtens", Künast "rechtens".
 
Ohne es zu wissen, aber ich kann mir nicht vorstellen, das es nicht rechtens ist. Ich denke, Geißler will damit sagen, dass dieser nicht bindend ist. Kann mir nicht vorstellen, dass man ein Gesetz verzapft, dass einen Verbietet über x-y abzustimmen, wenn diese Abstimmung prinzipiell überhaupt nicht bindend ist. Hätte ja faktisch keinen Einfluss. Verfassungsfeindlich kann eine Entscheidung über S21 auch nicht sein.
 
... man kann eine Rechtsgrundlage schaffen wenn diese fehlen sollte. Andererseits reicht es nicht zu sagen "ein Volksentscheid" ist nicht rechtens: man sollte das auch begründen. Umgekehrt ist ein Volksentscheid erst mal rechtens wenn er durch ein Volksbegehren oder Antrag auf ein Volksbegehren erfolgt. Zu guter letzt kann man ja die Instanzen prüfen lassen ob ein Plebiszit rechtens ist.
 
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Einen bundesweiten Volksentscheid sieht unsere Verfassung nicht vor, es kann also nur ein Volksentscheid auf Länderebene in Frage kommen. Da es in BW keine obligatorischen Volksentscheide gibt, kommt nur ein Volksbegehren in Frage. Dies muss aus der Bevölkerung heraus initiiert werden. Grundvoraussetzung ist das Sammeln von Unterschriften, in BW glaube ich von zirka einem Sechstel der Wahlberechtigten. ABER: einem Volksbegehren muss ein Gesetzesentwurf zu Grunde liegen. Man kann also nicht darüber abstimmen, "Ey Alder, isch will kein S21" oder "S21 find ich supi", die Abstimmung erfolgt immer hinsichtlich eines Gesetzesentwurfs und das Ergebnis der Abstimmung ist dann verbindlich.

Weiß jemand von den Befürwortern des Volksbegehrens, über was genau abgestimmt werden soll?
 
@Deliberation

leider haben wir seit Anbeginn der BRD keine Verfassung, Platzhalter ist das GG.
 
Erstens bringt das nullkommagarnichts hinsichtlich dieser hier stattfindenden Diskussion und zweitens ist das Grundgesetz unsere Verfassung. Schon mal gelesen? Wenn ja, dann müsstest Du festgestellt haben, wie oft der Begriff der "Verfassung" synonym verwendet wird. Grundgesetz wurde unsere Verfassung nur wegen der Vorläufigkeit durch die Deutsche Teilung genannt. Seit 1990 sollte auch Dir aufgefallen sein, dass Deutschland nicht mehr geteilt ist und wir deshalb eine Verfassung haben.

Und jetzt Schluß mit der sinnlosen Klugscheisserei und zurück zum Thema!
 
OT... richtig, GG ist eigentlich unsere Verfassung. Übrigens ist Deutschland vollkommen Souverän. Der Waffenstillstand ist aufgehoben. Seit 1990 gilt ein Friedensvertrag Juhu.
 
So, nun ist Ritze. Und? Es ist alles noch teurer geworden und das Ding wird natürlich, als hätte es je einen Zweifel gegeben, trotzdem gebaut. aber als Lückenfüller im TV hats seinen Zweck erfüllt.
 
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