TAE zu LAN umlöten

Das ist wohl das Beste
 
Hey,
grundsätzlich ist es immer eine sehr gute Idee, Fachleute hinzuzuziehen.

Elektriker bzw. Elektroinstallateure machen sich nicht allzugern die Hände und die Klamotten schmutzig. Wenn ich etwas im Haus oder auf dem Grundstück samt Garage an der Elektroinstallation ändern oder neumachen will, hole ich meinen Haus- und Hof-Elektriker dazu und lasse mir von dem zeigen, wo zweckmäßigerweise die Schlitze, Kabelkanäle und Unterputzdosen hinkommen müssten. Schlitze stemmen und Kabelkanäle anbringen mache ich dann selbst. Dann kommt mein Elektriker und zieht die Kabel, in den Schlitzen hängt er sie an Nägeln auf und in die Kanäle legt er sie rein, dann geht er wieder. Ich mache dann Gipsplomben auf die Kabel in den Schlitzen und lege so die Kabel fest, auch die Unterputzdosen werden mit Gips befestigt. Danach werden die Schlitze komplett geschlossen und die Wände gemalert bzw. tapeziert (entweder mache ich das selbst oder auch wieder mit Hilfe von Handwerkern). Jetzt kommt mein Elektriker wieder und baut die Schalter und Steckdosen ein und macht die Kanäle zu. Zum Schluss prüft er seine Installation, fertig. Das spart eine Menge Geld.


Soll heißen: den Elektriker möglichst von allen "Drecksarbeiten" fernhalten, zumal er der teuerste von allen anderen Handwerkern ist.
 
Na aber hallo , das sieht ja alles ganz anders und vor allem auch auf dem Handy schick aus. Meinen herzlichen Glückwunsch an die admins.

Ich habe mit meinem zukünftigen Internetanbieter gesprochen. Er warf die Idee PowerLAN ein. Ich habe mich ein wenig belesen und war sehr überrascht. Bruttodurchsatz bis 1200Mbit/s, selbst wenn ein Viertel tatsächlich durchkommt, wäre ich zufrieden. Laut wikipedia nutzen die Adapter im consumer-Bereich eine Peer-to-Peer-Netzwerktopologie. Eine Verschlüsselung wird aber wohl bei einigen Geräten ab Werk mitgeliefert. Einige Fragen hätte ich aber dennoch.
  1. Ist die Verschlüsselung sicher? Nutzen die Geräte (devolo soll hier wohl gut sein) freie Standarts oder wird irgendein proprietärer Mist zusammengewürfelt?
  2. Wie viel kommt Netto auf ungefähr 20m durch? Sind 600 netto bei 1200 brutto realistisch?
  3. Wie gestaltet sich die Netzwerkkonfiguration? Der Adapter wird in einen LAN Port des Routers gestöpselt. Ist es üblich, dass der Trffic geroutet wird und die Adapter ein eigenes Netzwerk aufbauen, oder werden die Adapter ins Router Netzwerk gebridget? Wenn die Verschlüselung stimmt, würde ich letzteres bevorzugen.
  4. Erzeugen die WLAN-fähigen Geräte ein eigenes Netz, oder gibt es eine Möglichkeit, dass das Netzwerk des Routers erweitert wird. Ich möchte vermeiden, dass sich meine Geräte permanent mit dem schwachen Signal verbinden wollen und ich immer manuell das Netzwerk wählen muss.
Mein Router: ASUS RT-AC68U AC1900

Vielen Dank für eure Hilfe
 
@lordg2009:

zu 1. Freie Standarts gibt es nicht, es gibt bestenfalls freie Standards.
zu 2. Der reale Durchsatz ist immer von den örtlichen Gegebenheiten abhängig.
zu 3. und 4. Die PLC-Adapter stellen eine Erweiterung des bestehenden LAN bzw. WLAN dar. Der Traffic zwischen den PLC-Adaptern über das Stromnetz ist verschlüsselt. Der Router bekommt überhaupt nichts von den PLC-Adaptern mit, für ihn sind sie ganz normale Ethernet-Verbindungen.

Edit:
Wenn schon Kabel vorhanden sind, (auch wenn das "nur" Cat3-Kabel sind), sollte man testen, sie auf beiden Seiten auf Cat6e-Dosen aufzulegen und den Durchsatz zu prüfen. Dazu jperf unter Windows verwenden. Also auf beiden Seiten ein Notebook anschließen und mit jperf den Durchsatz messen. Oder dasselbe mit iperf unter Linux ...

Manche User berichten, dass sie auf jeden Fall eine Verbindung mit 100 Mbit/s sicherstellen konnten; manche User berichten, dass bei ihnen auf diese Weise sogar ein Durchsatz von 1 Gbit/s möglich war.

Das zu testen ist allemal dem sofortigen Einsatz von PLC vorzuziehen; diese PLC-Adapter kann man beim kompletten Fehlschlag der Kabeltests immer noch beschaffen und den Einsatz prüfen.
 
Zuletzt bearbeitet: (Edit)
PowerLAN =DLAN kannste vergessen, ist nur die zweitbeste Lösung. Kann funktionieren, muss aber nicht. Besonders bei unterschiedlichen Stromkreisen im Haus wird es schwierig. Wenn dann noch verschiedenen Störquellen (diverse Schaltnetzteile etc) vorhanden sind wird es reine Glückssache.
Ist halt was für Leute, die selbst fummeln wollen, aber keine LAN Dosen auflegen können.
Bei Dir werden doch nur 2 LAN Dosen (6-8€/St.) und ein LAN Verbinder (7-9€) gebraucht. Du brauchts jemanden der die Dosen auflegen kann und die Verkabellung in der Verteilung/Haus herausfinden kann.
DLAN kostet mindestens 80-90€ je Adapter. Mit WiFi ist natürlich teurer.
Aber meinetwegen versuche es. Sieh aber zu das Du die DLAN Adapter retouren kannst, falls es nicht funzt.

Zu 1 sind nicht alle verschlüsselt, je nach Hersteller und Modell.
Zu 2 kann niemand sagen aber 20m sind ja nicht weit. Hängt aber von Deiner E-Installation ab, aber die sah ja recht neu aus. Was aber auch bedeutet, das jedes Zimmer einen eigenen Stromkeis hat, der natürlich auf einer anderen Phase liegen kann. Das erschwert die Datenübertragung per DLAN.
Zu 3. Adapter wird wie jeder LAN Adapter gehändelt kein eigenes Netz, ähnlich wie WLAN Adapter.
Zu 4. Ja es gibt auch DLAN Adapter die auch WLAN Acess Points drin haben. Damit die sich automatisch verbinden sollte man identische Hersteller haben Router und DLAN/Wifi z. B. von AVM. Lässt sich auch einfacher einrichten und es läuft dann auch Mesh. Ob es sowas auch von Asus gibt weis ich nicht, kannste selber raus finden.
Wird aber kein Mesh machen. Gibt nur 1-3 Hersteller die schon Mesh können.
 
Hm, ich würde es ja versuchen, Problem ist nur, es liegen 8-adrige Telefonkabel in den Leerrohren. Hier im Internet ein Bild mit Beschreibung Telefonkabel-J-Y-St-Y-4x2x0-6
Daraus ergeben sich folgende Probleme:
  1. Es ist nicht, wie üblich bei CAT-Kabeln ein Drahtgeflecht um die 8 Adern vorhanden, stattdessen nur ein Kupferkabel
  2. ich weiß nicht zu welchem farbigen Kabel das jeweilige weiße Kabel gehört (Vlt. sind die im Kabelverlauf aber verdrillt.
  3. ich habe mit meinem Internetanbieter gesprochen, der meinte Kabel in Leerrohren mit mehr als 2 Biegungen auszutauschen ist kaum möglich, wir haben deutlich mehr Biegungen.
 
Wenn Du Glück hast ist es sogar ein J-2Y(St)Y, das erfüllt CAT5 und ist bei ISDN Installationen gar nicht so selten eingesetzt. Ein Drahtgeflecht ist übrigens nicht "üblich" bei CAT-Kabeln - nur in Deutschland.
Wenn die Leitung weniger als 30m lang ist, sollte das ohne Probleme gehen. Die Adern sind zum Sternvierer verseilt - wenn Du die Leitung ein paar Zentimeter abmantelst, wirst Du die zu den farbigen Adern passenden weißen Adern erkennen. Hier wurde dir die Belegung erklärt: https://www.computerbase.de/forum/threads/tae-zu-lan-umloeten.1767232/post-21179333
Ich empfehle dir auf ein Keystone System zu setzen. Zum Beispiel von Telegärtner: https://files.telegaertner.com/8214/2191/9807/AMJ_Modul_K_de.pdf
Ist einfacher zu installieren und weniger fehleranfällig.
 
Zu 1. Scheißegal, bei der Entferung geht es auch ohne Schirmung. Das Kabel hat Alufolien-Schirmung wie auf dem Bild zu sehen. Das blaue ist eine Kunststoffgeschichtung der Alu-Folie. Von der Seite leitet die Schirmung nicht. Muss also umgeschlagen werden bzw. der blanke Leiter verbindet die Schirmung.
zu 2. ist bei verseilten vierern auch fast egal. Nur wichtig bei paarweiser Verseilung. ggf. schlechtere Perfomance.
zu 3. Guter Rat würde ich auch nicht machen, erst wenn alles andere versagt und dann ohne Gewähr.
Klar Du hast sowas noch nie gemacht. Wenn Du hier um die Ecke wärst, würde ich es Dir machen für nen Kasten Bier.
 
@hildefeuer:
Auch hier wurde vor einigen Tagen erstmals Ethernet-Kabel in einem Sockelleisten-Kanal anstelle in der normalen Sockelleiste geführt; ich hatte sowas auch noch nie gemacht, das ging aber einfacher als gedacht. Es muss nicht immer unbedingt ein Brüstungskanal sein. Es gibt eben für alles ein Erstes mal ... aber das ist ganz sicher nichts neues für Dich. Bewährt haben sich auch Rohrverkleidungsleisten, in die einfach die Ethernet-Kabel anstelle der Heizungsrohre eingelegt wurden.
 
Zuletzt bearbeitet:
@lordg2009:
Mit Keystone-Modulen ist das noch einfacher umzusetzen als mit Cat6a-Dosen; Hauptsache in den vorhandenen TAE-Dosen ist noch genug "Fleisch" am Kabel vorhanden, um die Module "aufzuklipsen".

Gutes Gelingen!
 
ich habe mit meinem Internetanbieter gesprochen, der meinte Kabel in Leerrohren mit mehr als 2 Biegungen auszutauschen ist kaum möglich, wir haben deutlich mehr Biegungen.
Naja, ich würde der Hotline vom Internetanbieter (?) jetzt nicht pauschal vertrauen was das angeht. Die meisten Hotliner sind schon damit überlastet zu verstehen was der Unterschied zwischen einem Access Point und einem Repeater ist.

Überhaupt, wie stellen die sich das vor: Das Kabel auszutauschen setzt voraus dass bereits ein Kabel im Leerrohr drin ist. Und üblicherweise werden Kabel erst eingezogen nachdem das Leerrohr bereits gelegt ist, also die Biegungen bereits vorhanden sind. ^^
Vielleicht wird vor dem Eingipsen des Rohres noch ein Zugband ins Rohr gelegt, ist aber auch nicht unbedingt Pflicht. Dafür hat der Herr Staubsauger oder Pressluft erfunden.
 
t-6 schrieb:
Überhaupt, wie stellen die sich das vor: Das Kabel auszutauschen setzt voraus dass bereits ein Kabel im Leerrohr drin ist

Es ist alles vom technischen Fakt her völlig richtig, was Du schreibst. Außer: vor einem "dass" steht immer ein Komma (marginaler Fehler, aber trotzdem zu erwähnen); das ist für den TE im technischen Zusammenhang allerdings völlig vernachlässigbar. Hättest Du das "dass" nur mit einem einzelnen "s" geschrieben, wäre es ebenfalls orthographisch richtig gewesen, auch ohne Komma vor dem "das". :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
So, ich werde mir jetzt die Dosen kaufen, brauche aber auch da noch Mal Hilfe. Tut mir wirklich leid, aber ich habe halt noch nie was vergleichbares gemacht.

Ich habe die Dosen heute Mal angeschraubt. Genug 'Fleisch' ist auf jeden Fall da. Es sind jeweils eine Fernsehdose und TAE-Dose nebeneinander mit einem Rahmen als Doppeldose. Den würde ich gern behalten, da er zu den anderen Steckdosen passt und ich als Mieter möglichst wenig verändern möchte. Die Dosen sind von Gira. Die Abdeckung im Rahmen ist 55mm breit. Die Unterputzdose kann man einfach rausnehmen. Ich brauche eigentlich nur eine Unterputzdose und eine Abdeckung für einen LAN-Port.
Komplettpaket
Das Angebot würde wahrscheinlich passen, oder? Dose und Abdeckung würde ich einsetzen, den Rahmen lasse ich weg.

Keystone-Module klingen gut. Es gibt anscheinend auch welche von Gira. Wie würde das funktionieren? Braucht man dann keine Unterputzdose? Hält das ganze dann noch?
 
@lordg2009:
Wenn Du es Dir richtig vornimmst und Dir ein LSA-Auflegewerkzeug evtl. leihen kannst oder vll. auch kaufen (es gibt schon welche für ca. 6 Euro), dann kannst Du das mit den Dosen so wie in Deinem Link angezeigt machen. Das mit den Keystone-Modulen ist eben auch für einen "Laien" einfacher zu machen; da werden die Drähte einfach nur in "Rillen" eingelegt, das Modul wird zugeklipst, dabei stellt sich die elektrische Verbindung her. Danach kommt das Keystone-Modul in eine dafür bestimmte Dose. Wenn Du schreibst, dass es dafür auch etwas von Gira gibt, musst halt dort noch etwas recherchieren.

LSA = Schneidklemmtechnik, also sowas hier:

https://katalog.gira.de/de_DE/datenblatt.html?id=634795

Auflegewerkzeug hier zum Beispiel:

https://www.amazon.de/LogiLink-Prof...coding=UTF8&psc=1&refRID=4PZT48BWEN0EW4KPJ0VM

Was mit Modulen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, gibt es aber sicher auch.

Habe bisher nur das hier gefunden:

https://katalog.gira.de/de_DE/datenblatt.html?id=634783

Diese Tragringe muss es aber auch in einfacher Ausführung geben.
Ich selbst würde mich jetzt an meinen Haus- und Hof-Elektriker mit der Bitte um Beschaffung wenden, weil der alle benötigten Kataloge zu Hause hat und außerdem Online-Zugang zu seinem Elektro-Großhandel ...

Aber vielleicht meldet sich bitte @bender_ nochmal zu dem Thema. Er ist der wirkliche Experte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank erst Mal. Ich habe leider keinen Haus- und Hof Elektriker. Ich habe mir ein YouTube Video zum LSA Auflegewerkzeug angeschaut. Das sieht sehr einfach aus. Abisoliert habe ich beim Arduino schon viel, das ist auch kein Ding. Ich werde die von Gira Mal anschreiben, die sollen mir die richtigen Teile für LSA und für Keystone per Mail nennen.
 
So, ich habe jetzt doch alles selbst gemacht. Nach einem YouTube Video war der Umgang mit dem LSA Auflegewerkzeug kein Problem. Ich habe cat6a (oder e?) Dosen verbaut. Im Elektronikkasten ist ein DLINK Switch für 40 €. Jörg gibt mir in 2 Versuchen 935 und 939 Mbit/s.

Der ping liegt bei 0.309ms avg. Kann das sein oder ist das ein 309 Ping was ja Recht schlecht wäre.
 
Lies doch noch mal genau ^^

0.309ms sind weniger als 1ms (knappes Drittel).

Die Werte passen alle. Jetzt beobachte einfach mal ob auch alles stabil ist oder ob es irgendwelche unerklärlichen Netzwerkfehlerchen gibt. Ansonsten klingt das doch ganz gut.

Wer ist Jörg?
 
t-6 schrieb:
Lies doch noch mal genau ^^

0.309ms sind weniger als 1ms (knappes Drittel).

Die Werte passen alle. Jetzt beobachte einfach mal ob auch alles stabil ist oder ob es irgendwelche unerklärlichen Netzwerkfehlerchen gibt. Ansonsten klingt das doch ganz gut.

Wer ist Jörg?

Ich meinte iperf (AutoKorrektur)
Ich wüsste nicht, das es pings unter 1 ms gibt. Aber wahrscheinlich ist das im Heimnetz so.

Vielen Dank euch, ihr seid Klasse.
 
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