TDP und Spannung

Einstein90

Lieutenant
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Mein Intel e6750 hat eine Standardspannung von 1,35V bei einer TDP von 65W.
Mein AMD X4 955 hat eine Standardspannung von 1,35V bei einer TDP von 125W.

Jetzt bin ich verwirrt, ich dachte, TDP und Spannung sind voneinander abhängig :confused_alt:. Wie kommt dieser riesige Unterschied zustande?
 
Der E6750 hat nur zwei Kerne, der 955 jedoch vier d.h. da müssen schon einmal doppelt so viele Kerne versorgt werden. Die Spannung sagt nichts zwingend etwas über die TDP aus. Wenn du von einem Prozessor z.B. dem E6750 die Spannung erhöhst, erhöht sich die Leistungsaufnahme und damit auch die TDP.

Die Spannung alleine sagt jedoch NICHTS über die TDP bzw. die Leistungsaufnahme aus. Die Leistungsaufnahme setzt sich immer aus Spannung und Strom (E=U*I) zusammen. Die Leistungsaufnahme ist im großen auch die Abwärme und das wiederum ist die TDP. Deswegen steigt die Abwärme, wenn die Spannung steigt, wenn der Strom gleich bleibt.
 
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U=R*I
Die Spannung ist nur ein Faktor, änderst du sie ändert sich auch die TDP aber die Spannung ist halt nicht der Einzige Faktor aber auf die anderen hast du wenig einfluss.
 
Unterschiedliche Hersteller (Intel/AMD), Unterschiedliche Generationen/Technologien und die TDP ist nur insoweit abhäging, dass sie steigt und sinkt wenn man die Spannung erhöht bzw. senkt.
 
@deeptracks: Immer wieder schön eine CPU mit einem ohmschen Widerstand zu vergleichen^^

TDP: Thermal DESIGN Power, ein komischer Theorie-Wert, die die absolute obere Grenze für die max. Leistungsaufnahme beschreibt und NICHT die max. Leistungsaufnahme in der Praxis

Spannung: Ja, äh, die Betriebsspannung halt^^ Ein Faktor der für die reale Leistungsaufnahme wichtig ist, aber nicht allein verantwortlich.
 
@ Fireball89
TDP ist nicht gleich max. Leistungsaufnahme. Sondern die max. thermische Verlustleistung. Grob gesagt: wie viel Energie von der CPU maximal in Wärme umgewandelt wird. Wenn beides gleich wäre, hättest du eine perfekte Herdplatte :D
 
Da hier alle so schön mit ihren Formeln rumjonglieren, möchte ich auch mal eine in den Raum werfen:

P = U*I wäre die richtige gewesen, also Leistung ist gleich Spannung * Stromstärke.

Jedoch ist ein Prozessor so ein komplexes Bauteil, dass man diese Formeln generell nicht anwenden kann, eben weil - wie Fireball schon sagte - es kein einfacher, ohmscher Widerstand ist.
 
@distrophik:
Äh, eine CPU ist eine perfekte Herdplatte^^
Wo soll die Energie denn hingehen, wenn nicht in Wärme? Potentielle Energie? Hebt dein Rechner öfters mal ab? kinetische Energie? Rast dein Rechner durchs Haus? ... Ich denke das kann man noch schön weiterführen^^
 
Fireball89 schrieb:
@distrophik:
Äh, eine CPU ist eine perfekte Herdplatte^^
Wo soll die Energie denn hingehen, wenn nicht in Wärme? Potentielle Energie? Hebt dein Rechner öfters mal ab? kinetische Energie? Rast dein Rechner durchs Haus? ... Ich denke das kann man noch schön weiterführen^^
Für die Schaltvorgänge der Transistoren, Kondensatoren und sonstige Bauteile, die in der CPU drin sind. Und ja wenn die Elektronen bewegt werden brauchen sie auch kinetische Energie. Da brauchst du nicht deinen ganzen PC durch die Wohnung spazierenfahren.
 
Danke an alle!

http://de.wikipedia.org/wiki/CPU-Leistungsaufnahme
Die pro Zeiteinheit aufgenommene Energie ist gleich der abgegebenen Wärmemenge einer CPU und ist identisch mit seiner Verlustleistung, da er auf keine andere Art Energie speichern oder wandeln kann. Somit sind 100 Prozent der aufgenommenen Leistung bei einem Prozessor Verlustleistung, da er die aufgenommene Energie nur in Form von Wärme abzugeben vermag.

Und die TDP beschreibt eben jene maximale thermische Verlustleistung. Damit wäre das geklärt.

Mein Fehler war, die Spannung mit der aufgenommenen Energie proportional zu vergleichen.
Das heißt dann leider auch, dass der Phenom unter Volllast ca doppelt so viel Energie wie der C2D verbraucht, vorausgesetzt, die angegebenen TDP-Werte stimmen. :freaky:
 
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Einstein90 schrieb:
Mein Fehler war, die Spannung mit der aufgenommenen Energie proportional zu vergleichen.
Das heißt dann leider auch, dass der Phenom unter Volllast ca doppelt so viel Energie wie der C2D verbraucht, vorausgesetzt, die angegebenen TDP-Werte stimmen. :freaky:

Und nun kommt der Fehler, die TDP-Werte zu vergleichen. Zum einen bestimmen Intel und AMD sie unterschiedlich, zum anderen bedeutet eine TDP von 125W nur, dass die CPU eine TDP von 95W (Klassengrenze darunter) bis 125W besitzen sollte.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Zum Vergleich der Leistungsaufnahme sollte wiederrum auch der Leistungsunterschied betrachtet werden. Um eine wirkliche Vergleichbarkeit zu schaffen, müssten die CPUs bei gleicher Leistung bezüglich ihrer Leistungsaufnahme verglichen.
 
Einstein90 schrieb:
Danke an alle!

http://de.wikipedia.org/wiki/CPU-Leistungsaufnahme


Und die TDP beschreibt eben jene maximale thermische Verlustleistung. Damit wäre das geklärt.

Mein Fehler war, die Spannung mit der aufgenommenen Energie proportional zu vergleichen.
Das heißt dann leider auch, dass der Phenom unter Volllast ca doppelt so viel Energie wie der C2D verbraucht, vorausgesetzt, die angegebenen TDP-Werte stimmen. :freaky:

Das ist der flasche Link.

Richtig ist dieser: http://de.wikipedia.org/wiki/Tdp

Mit Thermal Design Power (Abkürzung: TDP, gelegentlich auch falsch: Thermal Design Point) wird in der Elektronikindustrie ein maximaler Wert für die thermische Verlustleistung eines Prozessors oder anderer elektronischer Bauteile bezeichnet, auf deren Grundlage die Kühlung ausgelegt wird. Die TDP ist meist größer als die reale maximale Verlustleistung

Wenn bspw ein Prozessor eine höhere max Temperatur verträgt, kann die Kühllösung bei gleicher Verlustleistung kleiner dimensioniert sein und somit der Prozessor eine geringere TDP aufweisen.
Den Faktor max. Temp kann man bei der TDP nie ausser Acht lassen.
Deshalb gilt: TDP!=max Leistungsaufnahme!
 
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