sz_cb schrieb:
1. Interessiert es das verbaute Material wirklich (nachweislich), ob der Temperaturunterschied 30, 50 oder 70 K ist?
Dem Material der Chips wird der Temperaturunterschied egal sein....Aber die Chips und das PCB auf das sie aufgelötet sind, haben unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten.....das ist das Problem...nicht das Material an sich.
Naja es gibt halt nachweislich gehäufte Fälle vom großen Chips...bei GPUs und Konsolen, die durch Thermal Cycling gebrochene Lötstellen bekommen haben....Um so größer der Temperaturunterschied, um so heftiger die Verspannung an den Lötstellen.
Daher...ja der Temperaturunterschied zählt, aber es ist bestimmt kein Problem bei einem mini 7nm Chiplet.
Ich habe einfach mal für PCBs mit Kupferkern und 5 Schichten sowei für Siliziumoxid nach den Wärmeausdehungskoeffizienten gesucht....muss ja nur für eine Abschätzung reichen.
Ich habe 100-200ppm/K für ein PCB gefunden und 2,5 für Siliziumoxid....16,5 für Kupfer, was ja im PCB eingebettet ist...sagen wir die Kombination liegt bei 100 ppm/K
Dann sind das bei einem 10mm langen Chiplet und 70K Unterschied:
1,75 mikrometer Längenänderung für das Chiplet und 70Mikrometer für das PCB.
Eine Volta GPU mit 812mm² Die size sollte bei ungefär 28mm länge liegen....nur die Länge betrachtet und nicht die Flächenausdehnung, wären das im Vergleich:
4,9Mikrometer und 196 Mikrometer bei 70K Unterschied.
Einmal müssen sich die äußersten Lötstellen also grob um 95 Mikrometer gedehnt werden(Volta) und einmal nur um 34 Mikrometer(Zen2).
Und um so geringer der Temperaturunterschied, um so weniger Dehnung....da man die Art der Temperaturmessung nicht vergleichen kann, kann man leider keine Aussage treffen, wie weit die 70K überhaupt realistisch sind.....und das PCB wird nicht so heiß werden wie der Chip selbst...aber groß wird der Temperaturunterschied nicht werden....zumindest wird meine Grafikkarte auf der Rückseite durchaus extrem heiß.
Ich habe keine Ahnung, wie man diese Zahlen einschätzen muss, aber ein XBox One Chip liegt mit 19mm Länge ziemlich in der Mitte....und bei der XBox One gab es ja öfter Ausfälle, die man teilweise durch Backen reparieren konnte....und immer wenn Backen funktioniert, dann waren die Lötstellen das Problem.
Hat am Ende vermutlich neben Chipgröße und Maximaltemperatur auch stark mit dem verwendeten PCB, dem verendeten Lötzinn und der Nutzung zu tun, aber die Probleme sind in der Vergangenheit real gewesen.....ich sehe aber keine Probleme für Zen2.
sz_cb schrieb:
2. Wäre es - falls thermische Spannungen tatsächlich relevant sind - für die Langlebigkeit aller direkt und indirekt involvierter Komponenten nicht sinnvoller, die Temperatur unter Last zu senken, statt sie im Leerlauf anzuheben?
Genau das was ich sage.....Maximaltemperatur senken ist für die Haltbarkeit am besten.