Trotz Arztattest eine 6 bekommen

@ marcson

Du missverstehst da etwas. Lehrer sind nicht dazu da, Dir den Hintern nachzutragen und Arbeiten genau dann -- und nur dann! -- schreiben zu lassen und zu bewerten, wenn DIR danach der Sinn steht.

Es hat Dich absolut niemand reingeritten. Du selbst hast entschlossen, nicht lernen zu müssen, also musst Du auch mit Deiner Note klar kommen, denn Du hattest genug Zeit, die Arbeit war klar angekündigt, und Du kannst doch nicht ernsthaft erwarten, dass eine Arbeit (deren Korrektur eine Menge Zeit kostet!) nicht einfach so nicht gewertet wird?!

Übrigens, dieser Spruch über die 4, die Du mündlich bekommen hast, damit er Dir keine 1 geben muss . . . bei Deiner Arbeitshaltung? Nichts für ungut, aber vielleicht solltest Du Dich mal fragen, ob Deine mündliche Leistung so überragend war.

Ein Kollege mit über 30 Jahren Berufserfahrung sagte mal zu mir, "Kam da doch dieser Kerl zu mir und verlangte eine drei als Epo-Note, weil er ja immer da gewesen sei und nie gestört hätte!" --> mangelhaft hat er bekommen, mit Recht.

Nochmal: NIEMAND hat Dich ins Messer laufen lassen. DU SELBER bist mit Anlauf, Hurra-Gebrüll und unter Absingen schmutziger Gesänge hinein gesprintet. Wiederum: Wer ernsthaft meint, ein Lehrer setzt eine Arbeit nur zum Spaß auf, hat nicht begriffen, worum es geht. Setzen, sechs.
 
Zuletzt bearbeitet:
DDM_Reaper20 schrieb:
@ marcson
Übrigens, dieser Spruch über die 4, die Du mündlich bekommen hast, damit er Dir keine 1 geben muss . . . bei Deiner Arbeitshaltung? Nichts für ungut, aber vielleicht solltest Du Dich mal fragen, ob Deine mündliche Leistung so überragend war.

Das ist doch nicht dein ernst oder?

Zwei - Drei Leute und ich machen alleine den Unterricht! Also bitte!
 
@ marcson

?? Klar ist das mein Ernst.

Die von Dir zugegebene Arbeitshaltung deutet nicht darauf hin, dass Du Dich besonders reinhängst. Und was "den Unterricht schmeißen" angeht -- Quantität ist ungleich Qualität. Ist ja gar nicht beleidigend gemeint, aber Dein Lehrer wird sich was dabei gedacht haben.

Ich hab' bisher noch keinen Kollegen kennen gelernt, der eine Note nicht überzeugend zu begründen wusste.
 
marcson schrieb:
Wir haben jemanden der dauerthauft bei uns die Termine schwänzt und der hat generell keine Arbeit geschrieben und bekommt auch eine 4 ins Zeugnis. Er bekommt keine 6 angerechnet!

Hmm, bei uns war eine Fehlquote von über 25% in einem Fach automatisch "nicht bewertbar"...und damit Note 6 (bzw. 0 Punkte in der Oberstufe).

Da gab es lustige Fälle bei uns, weil die 25% auf Basis der stattgefundenen Stunden berechnet wurde. Ein Schlaumeier hatte sich das genau ausgerechnet weil er kein Bock auf Reli hatte und hat die Grenze ziemlich genau angepeilt (in der Oberstufe als über 18 jähriger konnte man sich bei normalen Stunden ja selbst krankschreiben). Dumm war nur das der Lehrer dann unerwartet 2 Wochen vor den Notenkonferenzen plötzlich krank wurde und es die Schule nicht geschafft hat eine Vertretung zu organisieren. Ruck zuck hatte er doch ne 6 weil er über den 25% lag :D Was haben wir gelacht :evillol:

Note 4 bedeutet nach meiner Kenntnis "mehr als 50% Leistung"...also ist eine 4 immer noch was wert ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
eddiexy schrieb:
Wenn du dann sagst, dass du nicht vorbereitet bist, und zum Arzt gehst, dann kann man den Lehrer verstehen, dass er sagt: Der war in der Schule, also gesund. Wenn er dann plötzlich Kopfschmerzen bekommt, weil er die Prüfung nachschreiben soll, dann ist das Absicht und er will sich drücken.
Daher: Note 6!
Auch wenn ihr die die Note natürlich nicht gönne, ich sehe das ähnlich wie eddiexy. Zum Arzt gehen, wenn ne Arbeit überraschend ansteht, ist schon mega ungünstig, aber dann auch noch der "nicht vorbereitet"-Spruch... .
Ich würde da kein Fass mehr aufmachen, zumal ich denke, dass deine Chancen auch eher schlecht stehen.

RPetermann schrieb:
in der Regel müssen wie die Klassenarbeiten die
Nachschreibetermine feststehen, um sich darauf vorbereiten zu können.
Das mag in der Grundschule so sein, aber doch nicht in einer Berufsfachschule und hier wird auch viel eher die Regel sein, dass Klassenarbeiten gar nicht angekündigt werden müssen.
 
Faszinierend, wie hier die moralische Keule geschwungen wird und mit erhobenem Zeigefinger die Anpassung an das vom jeweiligen Poster vermeintlich richtige Verhalten eingefordert wird.

Und das ohne den TS überhaupt näher zu kennen, noch zu berücksichtigen, daß seine vorher genannte Note mit eins, nicht erkennen läßt, daß er zu faul ist oder kein Lust zu lernen hat.

@TS
Du solltest Dich mal schlau machen, was die Schulordnung Deiner Schule hierzu besagt und ob das dort Vorgegebene eingehalten worden ist. Wenn dem nicht so ist, steht Dir im Rahmen einer Klage vor der Verwaltungsgericht die Möglichkeit offen, die dann zu unrecht erteilte Note korrigieren zu lassen bzw. ein Nachschreiben der Klausur zu erwirken.

Insbesondere ist es sehr merkwürdig, daß es bei dem von Dir beschriebenen Schüler, der keine Klausuren schreibt, wohl auch möglich ist, auf anderem Wege eine Notenfindung vorzunehmen. Vorausgesetzt, daß dieser Schüler nicht grundsätzlich befreit ist, Klausuren zu schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Folgender Spruch hat mir schon oft geholfen:

Wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus.

Wenn du daran also etwas ändern willst, dann würde ich freundlich auf den Lehrer zugehen und versuchen es mit ihm zu regeln. Oftmals lässt sich so eine Lösung finden.
Sollte das nicht fruchten, dann würde ich es bei der Sachlage wohl beruhen lassen und als Lehrgeld abhaken.
Ist dann zwar unschön für dich gelaufen, aber dem Lehrer kannst du da wohl keinen großen Vorwurf machen.

Gruß
Fr4g3r
 
Es hat zwar nicht wirklich mit deinem Problem zu tun aber es ist dennoch wichtig: LEG DICH NICHT MIT DEN LEHRERN AN! Ein Freund von mir hats versucht und ist sagen wir mal gnadenlos gescheitert. Jeder Lehrer hilft dem anderen, das ist nunmal so.

Mein Tip wäre: Geh hin, entschuldige dich für dein Fehlen und bitte um einen Nachholtermin. Und mach das ganze höflich und ohne arroganten Hinterton ( den du leider besitzt, den kann ich leider aus deinen geschriebenen hier rauslesen ).

Vielleicht hilft dir ein Zitat meines Vaters für den weiteren Lebensweg: Du bist in der Gesellschaft noch gar NICHTS, also benimm dich auch so!
 
Zuletzt bearbeitet:
Eins wurde wohl vergessen, es ist doch überhaupt nicht notwendig eine Arbeit zu schreiben um eine Note im Zeugnis zu bekommen!
Der Lehrer kann genauso, mangels anderer Ergebnisse, Deine mündliche Leistung im Unterricht bewerten und somit zur Notenfindung kommen.
In dieser Version ist auch jeder gelbe Schein für Tests irrelevant!

Noch was anderes, ist schon einige Jahre her, aber da hat ein Lehrer in meiner Klasse einem Schüler eine 5 auf dem Zeugnis gegeben, obwohl er die Arbeiten mit 2+3 geschrieben hatte - diese Entscheidung hat er gegen alle Proteste und Beschwerden beim Rektorat durchgesetzt.

Ohne Deinen Fall zu kennen, würde ich Dir raten, die Geschichte mal als Lehrgeld zu werten. Im späteren Arbeitsleben gibt es diese leichtfertigen Entschuldigungen eh nicht mehr (es sei denn Du arbeitest bei VW, BMW oder Mercedes). Ich würde mal gern meinen Chef sehen, wenn ich sagen würde ich gehe jetzt mal wegen Kopfschmerzen nach Hause :freak: - die Antwort wäre wohl ob die tausend Sorten Tabletten in unserer Stadt ausgegangen sind!
 
Du sagst selbst, der Lehrer *kann* auf andere Wertungen ausweichen. Das hängt aber vom Bundesland ab.

In M-V muss, wenn ich mich recht erinnere, die Note aus mindestens 4 Wertungen errechnet werden. Eine Wertung kann durch eine Klausur, Hausaufgaben/Hausarbeiten/etc. und mündlichen Wertungen zustande kommen. Erreicht man nicht genug, bekommt man in dem Fach keine Note und darf es nächstes Jahr wiederholen (funktioniert in der Sekundarstufe II so, ob's in der I auch so ist, kann ich nicht sagen).

Und jetzt sollte marcson sich unbedingt schlau machen, was denn nun für Regeln in seinem Bundesland gelten.
Das hat man ihn aber schon vor ein paar Seiten gesagt.
 
@ heiner.hemken

Du wirst doch zugeben, dass es nicht besonders gut rüberkommt, wenn jemand es in VIER WOCHEN nicht schafft, sich auf eine Arbeit vorzubereiten, weil er davon ausgeht, dass die Noten gemacht sind. Als dann herauskommt, dass er doch schreiben muss, hat er Kopfschmerzen und versäumt den Termin.

Das kommt nicht besonders glaubwürdig rüber, da klingen bei Lehrern nun mal die Alarmglocken.

Da kann ich den Lehrer gut verstehen, dass dem der Kragen platzt. Klassenarbeiten konzipieren sich nicht mit links, und korrigiert werden müssen die dann auch. Dann wollen wir wenigstens eine vernünftige Erklärung.

Das hat nichts mit moralisch erhobenem Zeigefinger zu tun, das hat einfach was damit zu tun, dass man die Konsequenzen seines Handelns trägt und diese sich vorher genau überlegt.

Dann gleich den Klageweg beschreiten zu wollen, ist, mit Verlaub, ziemlich lächerlich. Er war im Vorfeld informiert worden, er hätte sich an den Fingern ausrechnen können, dass ein Nachschreibetermin in die Note einfließt, und daher ist es -- sorry, kein erhobener Zeigefinger -- seine eigene Schuld.
 
Zuletzt bearbeitet:
@DDM_Reaper20

Das das Verhalten des TS ungschickt sein soll/könnte, liegt immer im Auge des Betrachters und hängt von dessen eigener moralischen Einstellung ab.

Dasaber die Benotung eines Schülers nicht nach gusto oder den moralischen Maßstäben eines Lehrers erfolgen sollte, da gehen wir doch wohl alle konform.

Sonst kann man demnächst ja einfach nach Meinung und losgelöst von der tatsächlichen Leistung einfach eine Nore bestimmen/auswürfeln.

Glaubt man dem TS, dann frage ich mich, wie viel das Wort eines Lehrers wert ist, der auf Nachfrage mitteilt, daß die Zeugnisse geschrieben, die Noten also festliegen und es sich im Nachhinein herausstellt, daß dem nicht so ist.

Hier wird viel zu viel mit den eigenen moralischen Vorstellungen argumentiert, als sich an die bekanntgemachten Fakten zu halten. Und da das in dem Verhältnis Lehrer - Schüler auch nicht anders zu sein scheint, ist es sinnvoll eine dritte unbeteiligte Partei einzuchalten.

Denn, wenn auch die Meinung vorherrscht, eine (Zeugnis-)Note hat keine oder eine geringere Bedeutung, dann frage ich mich, warum es diese überhaupt gibt.
 
@ geschätzter heiner.hemken (das ist KEIN Sarkasmus, wir kennen uns ja aus dem Hardwareluxx), fühle Dich bitte nicht angepöbelt oder sonstiges. ;)

Die Kollegin, die ihm erzählt hat, es sei bereits Notenschluss, hat natürlich Mist gebaut. Warum sie ihm das erzählt hat -- so sie es ihm so erzählt hat, und kein Missverständnis vorliegt -- keine Ahnung.

Die Benotung erfolgt in diesem Falle aber nicht nach moralischen Maßstäben, sondern nach einem ganz einfachen: Die Leistung wurde wiederholt nicht erbracht. Es wäre zu prüfen, inwieweit in einem solchen Falle ein gewöhnliches Attest Gültigkeit besitzt.

Sonst hätten wir folgendes Problem: Ich möchte eine Arbeit schreiben, fünf meiner Schüler klagen über Kopfschmerzen, verlassen den Saal, rennen zum Arzt und kriegen 'ne Krankschreibung. Jedes Mal. Wie soll ich da Noten machen? Dann kann ich nur schriftlich "n.f." eintragen.

Es ist schlicht unfair gegenüber anderen, die sich die Mühe machen und das Risiko eingehen.
 
@DDM_Reaper20

Also bevor ich mich angegriffen fühle, dauert es eine ganze Zeit. Da muß man mich schon persönlich beleidigen und selbst dann bin ich immer noch eher an der Sache interessiert.

Und da Du ja Lehrer zu sein scheinst, haben wir doch mal einen kompetenten Vertreter der "anderen Seite".

Die von Dir aufgezeigte Problematik verstehe ich ja.

Aber es ist doch schon ein Unterschied, ob Schüler andauernd versuchen, die Prüfungen durch Krankschreibung zu umgehen und sich auch sonst nicht leistungsbereit zeigen oder ob ein Schüler, der einen Notendurchschnitt von 1,8 anpeilt, hier lediglich versucht, durch eine bessere Vorbereitung seinen Schnitt zu halten/erreichen.

Und zu meinem Bedauern muß ich immer häufiger feststellen, daß in den Foren, die aufgezeigten Handlungsmöglichkeiten auch immer gleich als Anweisung zu diesem Handeln verstanden werden. Ich bevorzuge aber lieber, dem Fragenden die Möglichkeiten darzustellen, die er ergreifen kann, damit er selbst entscheidet, statt ihm jedesmal erneut "vorzugeben", was er wann wie zu tun hat. In diesem Sinne wurde auch von mir die Klage vor dem VerwG genannt, als Möglichkeit des Handelns.

Was mich jetzt aber noch interessiert, um von Deiner Kompetenz/Erfahrung zu profitieren.

Wie schätzt Du denn sein, soweit richtig, dargestelltes Verhältnis zu diesem einen Lehrer ein, wenn der TS im Post#36 schreibt, daß dieser ihn schlechter mündlich benotet hat, um die Gesamtzensur negativ zu beeinflussen?

Und noch eine Frage unabhängig von der vorliegenden Situation.

Wie verhält es sich im Allgemeinen, wenn man einen Schüler hat, der in den Klausuren gute bis sehr gute Noten bekommt, aber mündlich sich nicht beteiligt? Ist das aus Deiner Sicht richtig, dem Schüler eine schlechte mündliche Note zugeben, obwohl dieser zeigt, daß es die Unterrichtsinhalte beherrscht? Verkommt dann die mündliche Note nicht dazu, statt zur Benotung des Wissens zu dienen, einfach nur die Fähigkeit zur Teilnahme am mündlichen Unterricht unabhängig vom Wissenstand des Schülers?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir haben jemanden der dauerthauft bei uns die Termine schwänzt und der hat generell keine Arbeit geschrieben und bekommt auch eine 4 ins Zeugnis. Er bekommt keine 6 angerechnet!
Ich dachte immer man vergleicht die Noten bis zur 7-8 Klasse mit den anderen, aber nicht mehr in der Berufsschule. Mündliche Leistung (qualitativ) besser? Sonstige Arbeiten und Leistungen besser? Wir wissen es nicht und du scheinst es nicht objektiv darstellen zu können.
Klar kann man die Zeugnisse noch bis zum Schluss ändern aber warum trifft denn die Klassenlehrerin diese Aussage?! Wo ist das Problem zu sagen die sind noch nicht gemacht?!
Die Zeugnisse können doch schon "gemacht" sein. Aber es ist doch seit der Grundschule bekannt, daß auch nach der Zeugniskonferenz das Schulhalbjahr nicht aufhört und weiter bewertet wird. Die Lehrerin hat doch nicht gelogen.
Das hat nichts mit weinen zu tun sondern eher um fairness! Wir/ich sind jetzt nicht die bösen Buben sondern eher die die Leistung bringen. Warum man gute Schüler dann ins Messer laufen lässt ist für mich fragwürdig...
Doch du heulst hier herum, du bist unfair, denn du möchtest dir gegenüber deine Mitschülern, die schon geschrieben haben, einen Vorteil, mindestens durch einen optimalen Termin erhaschen.
Ich kenne weder Schule, Lehrer oder sonstige Umstände aus einer objektiven Quelle, nur deine Beiträge. Warum du dich auch noch als gut bezeichnest ist nicht einmal fragwürdig, sie läßt sich nämlich mit deiner mangelnden Selbstreflektion begründen die du hier abgibst.
Werde erwachsen, nimm das Halbjahreszeugnis so wie es ist und zeige daß du im relevanten Abschlußzeugnis etwas geleistet hast.
 
@phil.

Na, Du bist ja einer.

Gibst selbst zu, daß wir keine objektive Darstellung der Ereignisse haben, bildest Dir aber auf der Grundlage der geschilderten Sachverhalte Deine Meinung und hälst Sie dem TS vor.

Da passt doch was nicht.
 
Ja, ich bilde mir eine Meinung über den Threadersteller, aufgrund dessen wie er sich hier vorstellt.
Meinst du er hat sich verstellt und präsentiert uns das Schauspiel einer Person die er nicht ist?
Wie dem auch sei, darüber zu sinnieren wäre zu sehr OT und könnte Thread und Forum in Frage stellen. ;)

Der Threadersteller sollte anhand der Resonanz auf seine Fragen die weiter Vorgehensweise selbstständig ausarbeiten können.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ heiner.hemken

Sehr gut! :) Ab und zu führe ich mein Maul spazieren, aber in diesem Falle war das nicht vorgesehen. :p

Wer seinen Notenstand halten will, hat eine einfache Option offen: Er soll Lernen. Der TE hatte ja immerhin vier Wochen Zeit. Ansonsten haben wir nämlich zwei Probleme, eines nur moralisch, das andere rechtlich:

Zum einen ist es für andere Schüler unfair, wenn einer sich so aus der Affäre zieht, während sie selber brav schreiben. Ich hatte mal genau den umgedrehten Fall: Eine Schülerin hat mit 39°C Fieber noch mitgeschrieben. Sie hatte mir das mit dem Fieber nicht gesagt, ich hab's nur mitbekommen, weil sie so knallrot war und dann geweint hat. Ich hab' sie dann abholen lassen und die Arbeit (nach Durchsicht) nicht gewertet (sie war eine der Besten in der Klasse, hätte ja sein können, dass die Arbeit wie üblich gut war) --> Nachschreibetermin.

Wir Lehrer sind Menschen. Mit uns kann man i.d.R. reden. Die Allermeisten von uns sind vernünftigen Argumenten zugänglich. Allerdings kommen wir uns dann auch verscheissert vor, wenn jemand gerade dann Kopfschmerzen bekommt, wenn angesagt wird, dass nachgeschrieben wird.

Der zweite Aspekt ist rechtlicher Natur. Noten sind ohnehin nicht immer leicht zu begründen. Wenn Arbeiten vorgesehen sind, ist es für beide Seiten besser, wenn diese auch geschrieben werden, sonst haben wir als Lehrer ein echtes Problem, die vergebene Note auch zu begründen.

In der letzten Dienstbesprechung wurden wir mal wieder dringend davor gewarnt, unsere Zeugnisnoten nur auf HÜs und mündliche Noten zu stützen. Das ist rechtlich anscheinend prima angreifbar, weil insbesondere mündliche Noten sehr schnell in Verruf gebracht werden können.

Also schriftliche Noten. Nun können auch die durchaus anzweifelbar sein -- wer mal eine Arbeit zwei unterschiedlichen Lehrern vorgelegt und nach deren Meinung gefragt hat, weiß, wovon ich rede -- aber wenigstens ist es eine Note, die weniger verhandelbar ist, als mündliche Noten.

Wir haben also ein ureigenes Interesse daran, dass Schüler die vereinbarten Arbeiten auch schreiben. Wer sich dem ohne sehr plausible und nachvollziehbare Gründe entzieht, und das mehrfach, muss damit rechnen, dass die Note als "nicht feststellbar" eingetragen wird -- und das kann eben auch ungenügend sein.

Dieses Plädoyer dient nicht dazu, alle Lehrer als Engel darzustellen. Wie gesagt, wir sind nur Menschen, ich hatte oft genug einen Sch...tag und habe dann unfair gehandelt. Ich halte mir allerdings zu Gute, dass ich in solchen Fällen immer auf den Schüler zugegangen bin und vor der Klasse um Verzeihung gebeten habe, und ich bilde mir ein, dass ich bei der Notengebung so neutral wie nur möglich bin. Bei mir hat noch nie einer 'ne fünf gekriegt, weil ich ihn nicht leiden konnte (ich hatte auch noch nie einen, den ich nicht leiden konnte).

Jedenfalls, lange Rede, gar kein Sinn: Wer sich selbst in eine so missverständliche Lage bringt, muss damit rechnen, entsprechend behandelt zu werden. Dann scharf zu schießen und den Direktor, Elternsprecher oder einen Richter einzuschalten, wird jede Chance verbauen, mit dem Lehrer sachlich reden zu können.

Edit: Um Deine Frage aufzgreifen: Ich persönlich würde einem Schüler niemals die ihm zustehende Epochalnote verweigern. Ich bin bei mündlichen Noten eher zu milde. :D Ich kann mir da kein Urteil bilden, weil wir die andere Seite nicht gehört haben. Wer sagt, dass der TE tatsächlich mündlich so herausragend ist? Wir neigen alle mehr oder weniger zur Selbstüberschätzung, und das ist nicht böse gemeint.

Sollte der Kollege tatsächlich seine Macht so missbraucht haben, wäre das im höchsten Maße ungerecht; allerdings ist es bei mündlichen Noten sehr schwierig, so etwas nachzuweisen, aber das gilt für beide Seiten.

Viele meiner Kollegen führen über das Verhalten mancher Schüler jede Stunde Protokoll, um etwas in der Hand zu haben, wenn unzufriedene Eltern am Liebsten gleich vor Gericht ziehen würden. Ist 'ne Menge Mehrarbeit, aber es hilft ein wenig bei der Rechtfertigung. Der TE hätte den Lehrer fragen können bzw. seine Eltern freundlich nachfragen lassen sollen, warum die Epo nicht wie gewünscht ausfiel. Eine Begründung hätte dann folgen müssen.

Wäre die unbefriedigend ausgefallen, hätte der Gang zum Direx erfolgen können.

Edit Nr. 2: Rechtschreibung.
 
Zuletzt bearbeitet:
@DDM_Reaper20

Ach ja, die Schulzeit, was war das noch schön ;)

Nur mal ernsthaft: Ob sich Lehrer verschweissert vorkamen, wenn ich mit Kopfschmerzen nach Hause ging oder nicht, war mir herzlich egal. Es kam allerdings auch kein Lehrer auf die Idee wegen so etwas gleich ein (Noten)Fass aufzumachen. Dann wurd eben ein andernmal nachgeschrieben. Punkt. Nur vor 20 Jahren waren Lehrer auch noch Lehrer und und keinen Diskussionskoordinatoren um den Lärmpegel in einer Klasse zu dämmen, aber das ist ein anderes Thema. :D

Wer krank ist ist krank. So sollte man es primär sehen.
Wenn ich mir manchmal anschaue wie einige Kollegen aus falschem Pflichtgefühl auf der Arbeit erscheinen, schicke ich Sie auch gerne mal mit einem freundlichen Anschiss nach Hause. Auch jemanden der gerade eine "schicke" Migräneattacke hat, ist nicht wirklich eine gute Hilfe. Die Tatsache, dass Einige hier Kopfschmerzen als ein Wehwechen abtun, die einen doch nicht von der Arbeit (Klausur etc.) abhalten soll, zeigt primär nur zwei Dinge.
1. Sie wissen nicht was eine Migräne ist und wie sehr Betroffene darunter leiden.
2. es wird deutlich, wie gut die "Arbeit um jeden Preis auch auf Kosten Deiner Gesundheit" sprich Arbeitsmarktsklavenmachinerie von "Organisationen" wie "Initiative Neue soziale Marktwirtschaft" (und deren Funktionäre: Banken, Versicherungen, Regierung(en, auf Europa bezogen) funktioniert. Selbst Lehrer, irgendwann doch auch einmal Studenten, verinnerlichen unreflektiert das "Leistung um jeden Preis" Prinzip, und das, wo doch ausgerechnet diejenigen die so etwas fordern, sich mit Dienstkutschen durch die Gegend fahren, oder ihre "Doktor"arbeiten von Anderen schreiben lassen (sind grad passende Beispiele, der geneigte Leser findet mit Sicherheit noch mehr). Und das ist nur die Sitze des Eisbergs. Mittlerweile wird sogar ungeniert in der Öffentlichkeit um Posten geschachert. Vor 20 Jahren hatte man wenigstens noch den Anstand, so etwas heimlich zu tun. Angela Merkel verkündet: "Kein Rechtsanspruch auf Demokratie auf alle Ewigkeit" und wird doch tatsächlich wiedergewählt. Anstatt über die Griechen zu schimpfen, hätte die Deutschen mit ihnen auf die Straße gehen sollen, aber ich schweife ab. :D

Ich bin froh, dass bei uns im Unternehmen, der Faktor Mensch noch mit all seinen Facetten wahrgenommen wird, und wenn er denn nun krank ist, dann ist er eben krank. Da hat auch kein Naseweis (und schon gar kein Lehrer) darüber zu Urteilen wie schlimm denn seine Erkrankung ist.

Dem TE kann ich nur empfehlen, das Gespräch zu suchen, denn es stimmt tatsächlich: Lehrer sind in der Tat Menschen :D und meist findet man eine Lösung, zumindest erging es mir stets so.

VG
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben