@ heiner.hemken
Platterdings nein, "nicht feststellbar" heißt eigentlich erstmal nur das. Wenn z.B. jemand sich einen komplizierten Knöchelbruch zuzieht und aufgrund anderer, ärztlich nachgewiesener Leiden nicht mal mit den Armen wedeln darf, gibt's für Sport n.f., aber das zählt NICHT als "ungenügend", kann also einem die Versetzung nicht versauen.
Genau das Gleiche, wenn jemand aufgrund eines hieb- und stichfesten ärztlichen Attests alle Leistungsnachweise versäumt und ohne eigenes Verschulden (!) kein Nachholen derselben möglich ist. In einem solchen Falle wird lediglich vermerkt, dass die Leistung nicht festgestellt werden konnte, und das betreffende Fach fällt aus der Gesamtwertung raus.
Der zu errechnende Durchschnitt enthält also nicht das Fach, das mit n.f. gekennzeichnet wurde, der Schüler erleidet keinen Schaden.
Anders sieht die Kiste aus, wenn jemandem mehrere Möglichkeiten zur Leistungsmessung eingeräumt wurden, dieser aber selbige aus Gründen, die dem Lehrer (und der Zeugnis-konferenz!) als nicht stichhaltig erschienen. Dann gibt's auch n.f., aber das wird in den Gesamtschnitt wie "ungenügend" gerechnet, die Versetzung kann dadurch gefährdet bzw. unmöglich gemacht werden und der Durchschnitt leidet.
@ laryllan
Natürlich kann es Dir egal sein, ob sich ein Lehrer vescheissert fühlt oder nicht. Mit den Konsequenzen muss man dann allerdings leben, in diesem Falle n.f.
@ matty2580
Made my day!

Ich bin eher dafür bekannt, milde zu bewerten. Für mich zählt, wenn jemand sich wirklich Mühe gibt. Ich diene meinen Schülern Referate an, wenn sie das denn wollen, sie dürfen Hausaufgaben und Hefte abgeben, in den Arbeiten kommt wirklich nur das dran, was intensiv besprochen und geübt worden ist . . . wenn Du das als "knallhart" bezeichnest, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Ach, und bei mir gilt: in dubio pro reo. Wenn einer auf der Kippe steht, zwischen zwei Noten, gibt's immer die bessere Note, wenn ich den Eindruck habe, dass der betreffende Schüler sich Mühe gibt.
Sorry, wenn Du meinst, das wäre überzogene Härte, rate ich Dir vom Lehramt striktestens ab. Als Referendar wirst Du noch ganz andere Sachen erleben. Ich bin wegen meiner Milde regelmäßig angepflaumt worden.
Ja, ich sehe das Gute im Menschen, bin aber trotzdem der Meinung, dass man sich zumindest etwas anstrengen kann. Wer die Null-Bock-Haltung auf der Stirn trägt und meint, er könne mit mir um Noten feilschen, obwohl er nicht mitarbeitet, stört, dafür schriftlich aber nur scheisse abliefert und lügt, der kriegt seine fünf. Oder was machst Du mit Kandidaten, die HÜs zu Hause verändern, damit ich denen eine bessere Note geben? Oder die ihren Eltern nichts von einer verbockten KA erzählen und mir sagen, das Heft sei verschwunden? Und nachher kommen die Eltern an und drohen mit Dienstaufsichtsbeschwerde und tralala, weil ich dem Sohnemann nur 'ne vier und keine zwei gegeben habe (denn die Arbeit war natürlich keine 4-, die war 'ne 2+).
Ich weiß schon, warum ich Klassenarbeiten und HÜs von bestimmten Schülern kopiere. Die Eltern waren nicht besonders begeistert, als ich die Kopie aus der Tasche zog und vorlegte.
Um's zusammenzufassen: Wer krank ist, soll zu Hause bleiben. Bei mir muss und soll niemand krank in den Unterricht. Aber wenn jemand ernsthaft ausgerechnet dann entdeckt, dass er krank ist, als ihm eröffnet wird, dass eine Arbeit nachzuschreiben ist, Entschuldigung, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
Da kann man gerne über Maschinen-Menschen und sonstigen Kokolores räsonieren, mich ein verständnisloses Arschloch, Hartmacher, Schulnazi oder Sadisten schimpfen, das ist mir gleich. Auf den Arm genommen fühlen sich regelmäßig die Mitschüler, die (teilweise vor Angst schwitzend) die Arbeit mitschreiben.
Ich bin übrigens durch keine "Leidensmaschine" gegangen. Ich fände es außerdem toll, wenn man mich hier nicht als den Adolf Hitler der Lehrerschaft darstellt.

[Ich habe das bewusst überspitzt formuliert. Wäre mir auch dann egal, wenn's genauso gemeint WÄRE, weil meine Schüler mit meiner Art, zu unterrichten und mit ihnen umzugehen, einverstanden sind. Zumindest beschwert sich keiner mehr, seit die letzten drei Meckerer verschwunden sind . . .

] Leute, wer der beste Freund von anderen sein will, sollte besser nicht Lehrer werden. Das geht IMMER ins Auge. Man kann nett und freundlich sein, aber man muss auch Grenzen ziehen, und das geht nicht, wenn man immer everybody's darling sein will, wie meine ehemalige Konrektorin mal sagte.