Bericht Trumps Kill Switch: Wie die EU Alternativen zu MS365, ChatGPT und Co. aufbauen will

foofoobar schrieb:
Meinst du Trickle-Down?
Nein, gar nicht. Kapitalismus funktioniert immer nur in einem sehr kurzen Zeitfenster einer Gesellschaft: Nach der Entstehung und im echten Wettbewerb, aber vor der Verfestigung. Sobald die Märkte verteilt sind und Konzerne Gesetze diktieren, verkommt das System zum reinen Schützen von Besitzständen.

Wie so viele theoretische Modelle (Kommunismus, Sozialismus etc.) ist auch der reine Kapitalismus auf dem Papier faszinierend... er scheitert am Ende schlicht am Menschen.
 
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@Floorp
Das ist witzig: ich stimme dir vollkommen zu bei deinem Beitrag zur Besteuerung von Gründern.
Es macht einfach keinen Spaß in D etwas aufzubauen, man wird von Behörden behandelt wie ein Verbrecher.

Aber bin absolut nicht deiner Meinung bezüglich Atom/Solar.
Hast du mal geschaut, warum in Frankreich einige Meiler abgestellt wurden? Weil die sich die Kühltürme gespart haben. Das ist wie mit den Klimaanlagen in der Deutschen Bahn. In Deutschland fallen die ständig aus, in Katar laufen die Prima.
Da zeigt sich halt, wer am falschen Ende spart. Mit "Klimawandel" hat das wenig bis gar nichts zu tun.
 
Klingt interessant, ist aber ein sehr langer Weg, mit vielen Kompromissen. Dennoch unvermeidbar. Und Hardware technisch ist eigentlich jeder Kontinent vom anderen abhängig. Die einen mehr die anderen weniger. Die Geschichte zeigt nunmal immer wieder wie einzelne Personen die Geschichte beeinflussen.
 
hier ist der Zug abgefahren. das ist blinder Aktionismus um ein bisschen Initiative zu demonstrieren, aber am Ende des Tages wird man sich wieder an die USA anbiedern, weil hier schlicht die Strukturen fehlen um der USA oder China wirklich Konkurrenz zu machen. die wirkliche Agenda der EU sieht man anhand der Kontrollsysteme, die derzeit installiert werden.

die EU will gar nicht führend in irgendwas sein, sondern glaubt man kann weiter die Rosinen picken, weil man sich einbildet so ein wichtiger Absatzmarkt zu sein, und eigentlich arbeitet man nur an der totalen Überwachung und an einem weiteren aufblähen des vorhandenen Verwaltungswasserkopfes.

hier die Wende über die öffentliche Verwaltung einführen zu wollen ist der totale Wahnsinn. es gibt nichts langsameres als die öffentliche Verwaltung. aber da spiegelt sich die denke der EU auch wider: "Verwaltung First".

der europäische binnenmarkt ist längst nicht so frei, wie man sich das vorstellt. überall hat man unterschiedliche Richtlinien und Gesetze, alleine der Postversand zwischen EU Ländern ist grandios teuer und langsam. und jetzt kommt noch das neue Verpackungsgesetz, das den Warenhandel innerhalb der EU noch weiter verkompliziert und verteuert, mit völlig abstrusen Auswüchsen.

das personelle Potenzial wäre in Europa da, aber mit dieser Politik funktioniert das nicht, weder auf EU Ebene, noch national. Deutschland hat keine einzige politische Option, um den nötigen liberalen wirtschaftlichen und sozialen Wandel anzugehen.
derzeit ist EU und Deutschland EVP bzw. CDU dominiert - totales Gift für die Wettbewerbsfähigkeit, weil hier geballte Inkompetenz auf Korruption trifft. in der nächsten Wahl ist die AFD (durchaus verdient) die Partei mit den meisten Stimmen in Deutschland und da wird dann mit der "anti-grünen" Symbolenergiepolitik die deutsche wirtschaft vollends beerdigt.

habeck war hier eine selten hochwertige Besetzung und den hat man mit Fackeln und Mistgabeln zum Teufel gejagt und sich schön wieder in das bequeme Lügenbett der CDU gelegt und seitdem funktioniert wieder zuverlässig nichts mehr.

naja, der letzte macht das Licht aus.
 
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Floorp schrieb:
Und wie profitiert dann die Gesellschaft?
Floorp schrieb:
Kapitalismus funktioniert immer nur in einem sehr kurzen Zeitfenster einer Gesellschaft: Nach der Entstehung und im echten Wettbewerb, aber vor der Verfestigung. Sobald die Märkte verteilt sind und Konzerne Gesetze diktieren, verkommt das System zum reinen Schützen von Besitzständen.
Wenn der Kram nur als Strohfeuer funktioniert, wo ist dann die Lösung?
Floorp schrieb:
Wie so viele theoretische Modelle (Kommunismus, Sozialismus etc.) ist auch der reine Kapitalismus auf dem Papier faszinierend... er scheitert am Ende schlicht am Menschen.
Was ist Kapitalismus nicht theoretisch? (Die Nummer mit den vermeintlich kapitalistischen Ur-Gesellschaften kannste gleich weglassen)
 
Raptor85 schrieb:
Die Integration in Systeme und Abläufe ist auch essentiell sowie die Kompatibilität zu anderen Produkten.
Das muss alles reibungslos und für die ganze Kette an Usern (Admin bis Enduser) alles gut, effizient und benutzerfreundlich funktionieren.

Wir haben hier (ÖD mit vierstelliger Anzahl an Beschäften) schon genug alltägliche Nervereien mit MS. Parallel gibt es auch eine nicht unerhebliche Linux-/Unix-Infrastruktur.

Open Source und alles aus Europa gerne. Aber dann darf das mindestens nicht schlechter funktionieren als die jetzigen Lösungen.
Das ist bei mir im ÖD ähnlich. Die Probleme mit Microsoft habe ich/wir täglich! Sozusagen das Tagesgeschäft!
Wir haben eine beträchtliche Anzahl an Linux-Servern (Debian) in Betrieb. Und es wird langsam immer mehr, und das ist auch gut so!

Wir müssen weit weg von Microsoft!
 
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Die Idee dahinter ist toll, wie es mir einer Umsetzung in Europa ausschaut... die Politik wird es eh versauen.
Aber ersetzbar, ist fast alles.
Aktuell am schwersten wird es sein, Visa/Mastro zu umgehen.

yetisports schrieb:
Mit Abstand die meisten Rechenzentren in der EU werden in Frankreich gebaut, weil dort Strom bezahlbar und verfügbar ist. Wie sehr Deutschland hinterher hinkt sieht man bspw daran, dass in Frankfurt bis in die 2030er Jahre keine weiteren Strom-Kapazitäten für Rechenzentren verfügbar sind.

Wenn die EU den Marktanteil an Rechenleistung nicht weiter verringert wäre das schon ein positives Ergebnis des Chips-Acts.
Frankreich hat, an heissen Tagen/Wochen, nicht genügend Strom.
Im letzten Monat, waren über 60% der AKWs abgeschalten, weil die Flüsse zu warm waren.
 
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Europa muss unabhängiger werden, wie auch beim Thema Verteidigung.
Das große Problem ist, es ziehen halt nicht alle Staaten an einen Strang. Es geht immer wieder um eigene nationale Interessen.
Daraus folgt, die großen Player picken sich halt ein Land nach dem anderen raus.
Europa kann den USA (muss man spätestens mit Trump 2 hier mit aufzählen), China und Russland nur geeint begegnen.
 
Der Versuch ist gut, man muss dann aber auch irgendwann ein Fazit ziehen und auf das "bessere" Pferd setzen. Selbst wenn es bedeutet, das der eigene Versuch nicht der beste ist.
 
yetisports schrieb:
Mit Abstand die meisten Rechenzentren in der EU werden in Frankreich gebaut, weil dort Strom bezahlbar und verfügbar ist. Wie sehr Deutschland hinterher hinkt sieht man bspw daran, dass in Frankfurt bis in die 2030er Jahre keine weiteren Strom-Kapazitäten für Rechenzentren verfügbar sind.
In Deutschland werden mehr Rechenzentren als in China betrieben... ~400 China vs ~530 in Deutschland.

In den USA werden viele neue Datcenter gebaut. Die werden gröstenteils mit renewable energy betrieben weil der Zubau an elektrischer Leistung 90 Prozent mit EE ungesetzt wird .Wohlgemerkt in den USA

Französixher Atomstrom kostet so 50ct/kw und wird zu einem politischen Preis an die Industrie abgegeben. Die Rechnung bezahlt die Bevölkerung.

Deutschland hat jetzt einen Industriestrompreis um energieintensive Unternehmen zu unterstützen.

/fixed it
 
Mit der regulierenden EU wird das eh nichts und zudem sind zu viele unternehmen mit US Software quasi fest verbunden.
Da wird nichts unabhängig…
 
yetisports schrieb:
Wie sehr Deutschland hinterher hinkt sieht man bspw daran, dass in Frankfurt bis in die 2030er Jahre keine weiteren Strom-Kapazitäten für Rechenzentren verfügbar sind.
Deswegen werden die eben woanders gebaut. (Z.b. neben den Edeltorfmeilern im Rheinischen, oder im Norden)

Warum sollte man nur in Frankfurt bauen?
 
@foofoobar
Das Problem in solchen Debatten ist, dass viel zu viele in starren Lagern denken. Für die einen ist ‚Kapitalismus‘ das heilige Allheilmittel, für die anderen ein pauschales Feindbild, das über jedes gesellschaftliche Problem gestülpt wird.
Für mich ist er schlicht eine weitere Theorie, die in ihrer Reinform in der Realität noch nie funktioniert hat... genau wie der Sozialismus.

Wie die Gesellschaft profitiert? Durch den Innovationsschub und echten Wettbewerb in der kurzen Aufbruchsphase.

Wo die Lösung liegt? Nicht in einem neuen ‚-ismus‘, sondern in konsequentem Kartellrecht und der Zerschlagung von Monopolen, wenn die Märkte verfestigen.

Was er in der Praxis ist? Korporatismus. Konzerne diktieren Gesetze, sichern ihre Pfründe und lassen sich vom Staat retten. Das hat mit der Theorie des freien Marktes rein gar nichts mehr zu tun. Auch die USA haben keinen Kapitalismus... genauso wenig, wie die Sowjetunion am Ende jemals echten Kommunismus hatte.
 
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Floorp schrieb:
Nein, gar nicht. Kapitalismus funktioniert immer nur in einem sehr kurzen Zeitfenster einer Gesellschaft: Nach der Entstehung und im echten Wettbewerb, aber vor der Verfestigung. Sobald die Märkte verteilt sind und Konzerne Gesetze diktieren, verkommt das System zum reinen Schützen von Besitzständen.

Wie so viele theoretische Modelle (Kommunismus, Sozialismus etc.) ist auch der reine Kapitalismus auf dem Papier faszinierend... er scheitert am Ende schlicht am Menschen.

Falsch und du schreibst es selbst: " Sobald [...] Konzerne Gesetze diktieren". Ich würde noch ergänzen "und Politiker mit der Kungelei mit Konzernen davonkommen".

Wenn Politik faire Rahmenbedingungen für den Kapitalismus setzt, werden auch starke Marktmachten irgendwann aufgebrochen. Leider passiert das nicht, denn über Konzerne kann man viel besser "steuern" und seine "Politik" durchsetzen.

BTT: Wenn ich schon das Wort "Lieferkette" lese. Wir brauchen nicht mehr Kontrolle, Überwachung, Bürokratie, Messen, Zählen, Wiegen - wir brauchen Menschen die Produkte erschaffen, die andere Menschen gerne nutzen und dafür Geld bezahlen. Am Ende werden Technologien immer soweit genutzt wie es technisch geht, also wozu alles totregulieren? Gebt den Unternehmen Freiheit in der Entwicklung und Nutzung von KI und KI-Infrastruktur in Europa und es wird.
 
subcontractor schrieb:
In Deutschland werden mehr Rechenzentren als in China betrieben... ~400 China vs ~530 in Deutschland.
Und wie siehts insgesamt mit Stromverbrauch und Rechenleistung aus ?
 
In 40 oder 50 Jahren wird man dann vielleicht beginnen, wenn man gründlich überlegt und alles Tod geredet hat.
 
Steff456 schrieb:
Falsch und du schreibst es selbst: " Sobald [...] Konzerne Gesetze diktieren". Ich würde noch ergänzen "und Politiker mit der Kungelei mit Konzernen davonkommen".

Wenn Politik faire Rahmenbedingungen für den Kapitalismus setzt, werden auch starke Marktmachten irgendwann aufgebrochen. Leider passiert das nicht, denn über Konzerne kann man viel besser "steuern" und seine "Politik" durchsetzen.

BTT: Wenn ich schon das Wort "Lieferkette" lese. Wir brauchen nicht mehr Kontrolle, Überwachung, Bürokratie, Messen, Zählen, Wiegen - wir brauchen Menschen die Produkte erschaffen, die andere Menschen gerne nutzen und dafür Geld bezahlen. Am Ende werden Technologien immer soweit genutzt wie es technisch geht, also wozu alles totregulieren? Gebt den Unternehmen Freiheit in der Entwicklung und Nutzung von KI und KI-Infrastruktur in Europa und es wird.
Laut ‚Falsch!‘ rufen, nur um meine Aussage über Korporatismus dann mit eigenen Worten zu wiederholen... genau mein Humor.

Die Kungelei zwischen Politik und Großkonzernen ist genau die Verfestigung, von der ich spreche. Du verteidigst hier gerade ein theoretisches Ideal... exakt wie die Fraktion, die behauptet, der ‚echte‘ Kommunismus sei nur nie richtig umgesetzt worden.
 
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