News Unfairer Wettbewerb: Spotify reicht Kartell­beschwerde gegen Apple ein

U-L-T-R-A

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Hm also grundsätzlich kann ich die Kritik schon verstehen.
Allerdings wurde ja schon angeführt - die Gebühr wird von jedem App-Kauf abgezogen und es wird ja niemand gezwungen das Abo in der App zu kaufen.

Ob da jetzt 30% oder doch eher 15% gerechtfertigt wären - glaub nich, dass sich das so einfach sagen läßt.
Ansonsten macht es Apple ggf wie Google mit den Zeitungsverlagen und kegelt die App einfach raus :D

Sauer stößt mir ja eher auf das sich da Spotify beschwert (die mit Abstand am wenigsten an die Künstler ausschütten), dass man sie über den Tisch zieht...
 

D0m1n4t0r

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Auf dem iPhone bzw. allem was sonst noch einen Apfel hat, hat Apple eine Marktbeherrschende Stellung dadurch dass die gleichzeitig Software und Hardwareanbieter sind und daher festlegen können welche Software auf ihren Produkten läuft.
Da Apple Music und iTunes direkte Konkurrenz für Spotify ist nutzt Apple allein schon dadurch diese Stellung aus, dass sie die Konkurrenten dazu zwingen Abgaben an Apple für die Nutzung des Apple App Stores zu zahlen was dazu führt dass die Konkurrenz immer teurer ist als Appleprodukte.

Im Prinzip gibts mehrere Möglichkeiten was man da machen könnte:
Keine Abgaben mehr für Konkurrenten auf Software zu der ein vergleichbares Produkt von Apple exisitiert.
Apple stellt die eigene Software ein und erhebt weiter 30% Abgaben auf Konkurrenzprodukte.
Apple ermöglich es, Software von Konkurrenten ohne zwingende Nutzung des Appstores zu installieren.
 

U-L-T-R-A

Captain
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Auf dem iPhone bzw. allem was sonst noch einen Apfel hat, hat Apple eine Marktbeherrschende Stellung dadurch dass die gleichzeitig Software und Hardwareanbieter sind und daher festlegen können welche Software auf ihren Produkten läuft.
Das hast Du so gesehen auch bei jedem MM-TV, Spielekonsole usw. - also im Prinzip bei allen mehr oder weniger "geschlossenen Systemen".
 

B.XP

Lt. Commander
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Hm also grundsätzlich kann ich die Kritik schon verstehen.
Allerdings wurde ja schon angeführt - die Gebühr wird von jedem App-Kauf abgezogen und es wird ja niemand gezwungen das Abo in der App zu kaufen.

Ob da jetzt 30% oder doch eher 15% gerechtfertigt wären - glaub nich, dass sich das so einfach sagen läßt.
Ansonsten macht es Apple ggf wie Google mit den Zeitungsverlagen und kegelt die App einfach raus :D

Sauer stößt mir ja eher auf das sich da Spotify beschwert (die mit Abstand am wenigsten an die Künstler ausschütten), dass man sie über den Tisch zieht...
Die Argumentation machst du dir VIEL zu leicht. Von hinten nach vorne:

Dein Vergleich von Ausschüttungen von Spotify an die Künstler ist absolut unpassend. Wie viel die Künstler erhalten bestimmen die Plattenfirmen, bei denen die Künstler unter Vertrag stehen, nicht Spotify und dann steht noch die GEMA zusätzlich dazwischen. Das erklärt dann auch die Diskrepanz dazwischen, dass Spotify zwar Rekordumsätze, aber Verluste macht. Andere Streamingdienste machen bei weniger Umsatz Gewinn - aber ihre Lizenzabgaben sind geringer.

Und dann kommt Apple ins Spiel: Im "normalen" Abo fließt alles an Abogebühren bzw. Einnahmen in die Kreativwirtschaft. Findest du es gerechtfertigt, dass Apple sich jeden Monat 30% davon einbehält, nur weil sie das Bezahlsystem zur Verfügung stellen? Denn genau das passiert in der Hinsicht. Für Apple ist das Reingewinn, also musst du nach deiner Logik zu Apple Music wechseln, denn da bekommen die Musiker mehr vom Geld - weil Apple es bei anderen Anbietern als Gatekeeper von anderen einbehält. :king:

Nun ist es aber anders herum: Die Kosten für die Musiklizenzen bleiben für Spotify gleich, egal ob Apple oder irgendwas anderes. Effektiv bezahlt Spotify einen "Wegezoll" der von Apple beliebig und beliebig hoch gesetzt werden kann. Und damit dem eigenen Dienst einen künstlichen Kostenvorteil verschafft.
 

nixxxx

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Stellt euch mal vor ihr könntet bei Windows Programme und Spiele nur mehr ueber den MS Store beziehen 🙄
Genau diesen Weg wird MS aber gehen. Es gibt jetzt schon einen Hinweis, der davor warnt, dass die App eben nicht aus dem eigenen Store stammt. Manch Einer überlegt es sich dann schon zweimal, die Anwendung tatsächlich aus dem Netz zu laden.

Tatsächlich finde ich es aus Sicherheitsgründen nicht mal schlimm, dass es eine Beschränkung auf den eigenen Store gibt. Man bedenke wie schwer es Hersteller von Schadsoftware dann hätten (siehe AppleStore). Es muss nur eine gescheite Regelung bzgl. der Kosten geben und auf keinen Fall sollte es Ausnahmen à la Uber geben.
 

B.XP

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Genau diesen Weg wird MS aber gehen. Es gibt jetzt schon einen Hinweis, der davor warnt, dass die App eben nicht aus dem eigenen Store stammt. Manch Einer überlegt es sich dann schon zweimal, die Anwendung tatsächlich aus dem Netz zu laden.
Das Szenario wird seit XP SP2 an die Wand gemalt. Die letzte Hysteriewelle wurde von Gabe Newell anno 2012 zu Win8 gestartet, das Resultat ist jetzt, dass SteamOS und SteamMachines (als "offene" gegenplattform) tot sind, Windows10 immer noch offen ist und der S-Mode optional ist. Während dem ganzen geplärre um Windows wurde den letzten 10 Jahren von Apple in vernageltes iOS implementiert, MacOS auf das Shopsystem umgestellt und Play-Store-Freie Android-Versionen werden in den Foren verrissen.
Während man den Windows-Store verreißt laufen parallel Steam, Origin, UPlay, Battle.net, Epic-Launcher und Konsorten munter nebenbei.

Ganz ehrlich: Wenn man alles in Stores kauft und verwaltet, braucht man am Ende nicht jammern, dass einem Stores vor die Nase gesetzt werden. Denn aus der Sicht eines Software-Vertriebs muss es so aussehen, dass User ihre Stores lieben ...
 

AYAlf

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nixxxx

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Vorweg: Die 30% App Store Gebühr und die Macht die Apple über den AppStore hat sind durchaus diskussionswürdig.

ABER:
Ich hab mit der Argmentation von Spotify ein paar Probleme, besonders wenn man seine Kampangne "It's time to play fair" nennt. Zu "fair" gehört für mich auch, dass man keine Halbwahrheiten in seine Argumente einbaut. Ich beziehe mich mal auf die Fast Facts Page:
https://timetoplayfair.com/facts/

1.
Spotify vermischt hier mMn "digitale Güter", für die die 30% gelten, mit physischen Gütern. Uber und Deliveroo sind zwar auch nur Platformen, aber hier werden gewissernmaßen phyische Dienstleistungen verkauft, keine InApp-Purchases.

2. & 3.
Diese Punkte finde ich mehr als bescheuert und ziehen die ganze Kampangne in ein ganz anderes Licht für mich. Apple verhindert nicht, dass Spotify Aktionsangebote mit ihren Usern tielt!
Apple verhindert nicht, dass Spotify User in der App auf Premium ugraden können!
All das ist (technisch) erlaubt! Was Spotify hier gekonnt verschweigt: Spotify will einfach nicht die 30% an Apple zahlen und deshlab gibt es diese Möglichkeiten nicht in ihrer App.
Es klingt für mich hier fast so, als wolle Spotify gerne das Transaktionssystem des AppStores umsonst benutzen (wie gesagt die Höhe von 30% ist durchaus diskutabel).

4.
Das mit den App Rejections ist schwer nachzuvollziehen, weil im Prinzip Aussage gegen Aussage steht. In gewisser Weise ist das durchaus bedenklich und führt wieder zum Punkt "Apples Macht über den AppStore". Allerdings bin ich mir aufgrund Spotifys Argumentation bei den Punkten 2 & 3 nicht sicher, ob hier einfach öfters versucht wurde auf clevere Weise die 30% Gebühr zu umgehen und letztendlich damit gegen AppStore-Richtlinien verstoßen wurde.

5.
Ich nutze selber Spotify und fand die App noch nie technisch besonders gut, aber hier Apple die Schuld zu geben ist auch...naja. Vor allem war Spotify noch NIE eine App die schnell neue Features und APIs unterstützt hat.
Ja, ein direkter Zugriff auf Siri und den HomePod ist nicht möglich, aber:
  • Der HomePod kann via AirPlay 2 angesteuert werden. Unterstützt das Spotify (ernsthafte Frage)? Das AirPlay Menü ist in der Spotify App irgendwo umständlich unter Spotify Connect vergraben.
  • Seit iOS 12 gibt es die Möglichkeit Siri Shortcuts zu unterstützen. Spotify unterstützt dies, Stand jetzt, nach wie vor nicht.
  • Ja, Streaming ist direkt auf der Apple Watch für Entwickler nicht möglich. Allerdings kann mir Spotify doch nicht weiß machen, dass sie allein dadurch stark einschränkt werdens. Eine Synchonisation von Alben oder Playlisten dürfte nämlich sehr wohl möglich sein! (siehe Overcast App). Spotify unterstützt nichts davon. Apple hat außerdem mit watchOS 5 diverse APIs für Media Apps öffentlich gemacht
  • Was ist mit tvOS? Es gibt genug Nutzer (mich eingeschlossen), die seit Jahren nach einer App rufen. Hier sollte es (afaik) nichts geben, dass Spotify tatsächlich einschränkt. Pandora oder Tidal haben schließlich auch tvOS Apps.
Was ich letztendlich sagen will: Es gibt sicherlich einige Einschränkungen, die Spotify behindern. Allerdings ist Spotify meilenweit davon entfernt die jetzigen Möglichkeiten auszunutzen...und das haben sie auch noch nie!


Und wenn wir schon bei "It's time to play fair" sind:
Was sagt denn Spotify zu den Singer/Songwriter Vergütungen, die sie zahlen. Sind die fair?
https://9to5mac.com/2019/03/07/streaming-apple-music-songwriter-change/

Spotify tut so, als ob hier David gegen Goliath kämpft. Spotify ist kein David.
Genau das. Zudem macht mich die Tatsache stutzig, dass Apple Spotify laut Timeline angeblich schon vor 2010 als „Rivalen“ kleingehalten und mit AppStore Regelungen gegängelt haben soll, obwohl Apple selbst auf diesem Markt gar nicht aktiv war. Schließlich haben sie AppleMusic erst 2015 also 5 Jahre später auf den Markt gebracht. Mag sein, dass Apples Weg von Anfang an klar war und man deshalb einen derartigen Masterplan geschmiedet hat. Für mich hört sich das jedoch sehr weit hergeholt an und führt die „Fakten“ der Timeline zumindest bis 2015 ad absurdum.

MS ist nicht Apple ... nö, wird nicht passieren.
Wollen wir es hoffen, glauben tue ich es jedoch nicht, dafür funktioniert die Abwicklung über einen eigenen Store einfach zu gut. Beispiele gibt es genug. Zumindest bin ich davon überzeugt, dass eine Installation außerhalb des eigenen Stores zunehmend erschwert wird.
 
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iSight2TheBlind

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Auf dem iPhone bzw. allem was sonst noch einen Apfel hat, hat Apple eine Marktbeherrschende Stellung dadurch dass die gleichzeitig Software und Hardwareanbieter sind und daher festlegen können welche Software auf ihren Produkten läuft.
Nur dass niemand dazu gezwungen wird ein iPhone zu kaufen und aufgrund diverser Gründe iOS auch keinen dominierenden Marktanteil am Gesamtmarkt der Smartphones besitzt.

Klar, auf iOS selbst hat Apple natürlich eine dominierende Stellung, 100% aller iPhones mit iOS wurden durch Apple verkauft! (Das stelle man sich mal vor!).
Aber Bequemlichkeit die dafür sorgt, dass man nicht zur Konkurrenz wechseln möchte ist keine "marktbeherrschende Stellung".

Nach deiner Definition hat auch der kleine Tante Emma-Laden bei mir ums Eck eine marktbeherrschende Stellung, denn 100% aller kleinen Tante Emma-Läden bei mir ums Eck wollen einfach nicht meine selbstgemachte Zahnpasta aus Straßendreck verkaufen ohne dafür den Endkundenpreis gegenüber meinem Preis zu erhöhen... und sie wollen die Zahnpasta eigentlich sogar überhaupt nicht verkaufen, diese Unterdrückung meiner Geschäftsidee (Straßendreckzahnpasta!) kann nicht legal sein!...
 

D0m1n4t0r

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Du kapierst es einfach nicht und der letzte Absatz ist nur lächerlich.
 

Bonanca

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Du kapierst es einfach nicht und der letzte Absatz ist nur lächerlich.
Dann erkläre es uns doch Mal. Ich verstehe deine Argumentation auch nicht.
Hat AMD eine marktbeherrschende Stellung auf AMD-Laptops? Intel aber wiederum auf Intel-Laptops? REWE auf Ja!-produkte und Edeka auf G&G?

Eine marktbeherrschende Stellung bezieht sich nämlich soweit ich weiß auf einen Markt (thx cpt obvious), "iPhones" ist aber m.M.n. kein Markt, sondern "Smartphones".

Du kannst doch keine marktbeherrschende Stellung damit begründen, dass "100% aller Smartphones, die von Apple kommen, von Apple stammen" (genau dein Argument in andere Worte gefasst).
Du musst dann schon alle Smartphones berücksichtigen.
 

ZeusTheGod

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Tatsächlich finde ich es aus Sicherheitsgründen nicht mal schlimm, dass es eine Beschränkung auf den eigenen Store gibt. Man bedenke wie schwer es Hersteller von Schadsoftware dann hätten (siehe AppleStore). Es muss nur eine gescheite Regelung bzgl. der Kosten geben und auf keinen Fall sollte es Ausnahmen à la Uber geben.
Soweit ich das verstehe, ist die "Ausnahme" bei Uber (und eben auch deliveroo), dass sie „Waren oder Dienstleistungen anbieten, die außerhalb der App verbraucht werden“. Somit dürfen sie eben auch Zahlungen außerhalb des App-Stores abwickeln. Spotify tut so, als würden explizit sie benachteiligt.

Auch finde ich die "Argumente" von Spotify in ihrer Timeline teilweise stark aus dem Kontext gerissen. Siri konnte zu beginn eigentlich kaum etwas und vor allem nicht mit anderen Apps zusammenarbeiten (oder täusche ich mich da?). Apple muss doch auch keine API zur Verfügung stellen, dass Siri mit App XYZ funktioniert...

Oder "mimimi, Apple ändert die Regeln vom Appstore". Ach was... Anpassungen an neue Gegebenheiten sind schon wirklich total unfair Spotify gegenüber.

@D0m1n4t0r
Mich würde eine Erklärung auch interessieren. Ich bin da ganz bei @Bonanca: der Markt sind Smartphones und nicht "iPhones". AMD wäre demnach auch marktbeherrschend im Bereich der Radeon-GPUs :freak:
 

Tuxgamer42

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der Markt sind Smartphones und nicht "iPhones"
Der "Markt" ist keines von beiden.

Hey, es geht schlicht und einfach nicht um eine marktbeherrschende Stellung bei Smartphones. Wäre mir neu, dass Spotify Smartphones verkauft - wieso sollte Spotify dann gegen eine marktbeherrschende Stellung auf dem Smartphone-Markt Beschwerde einlegen? Wäre doch völlig sinnlos.

Es geht um den Musik-Streaming Markt (das, was Spotify auch macht).

Wo die Sache die ist: Apple Musik ist ein direkter Konkurenz zu Spotify. Apple betreibt jedoch gleichzeitig mit dem App Store eine Vertriebsplattform, die Spotify gewungenermaßen für iPhone Nutzer verwenden muss.

Spotify sieht sich benachteiligt, weil Spotify - im Gegensatz zu Apple Musik - 30% gewissermaßen an die Konkurenz "Apple" zahlen muss. So einfach.
 

B.XP

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Dann erkläre es uns doch Mal. Ich verstehe deine Argumentation auch nicht.
Hat AMD eine marktbeherrschende Stellung auf AMD-Laptops? Intel aber wiederum auf Intel-Laptops? REWE auf Ja!-produkte und Edeka auf G&G?

Eine marktbeherrschende Stellung bezieht sich nämlich soweit ich weiß auf einen Markt (thx cpt obvious), "iPhones" ist aber m.M.n. kein Markt, sondern "Smartphones".
Ich glaube der Punkt ist allgemein noch nicht verstanden: Wenn Spotify die Kunden über die iPhone-App auf die eigene Payment-Seite umleitet oder aktiv darauf hinweist den Dienst außerhalb des Apple-Universums zu Abonnieren, kann Apple die Anbieter rauswerfen. An sich ist das auch ein wichtiger Beitrag zum Konsumentenschutz vor Abzocke.
Wenn ich jetzt aber mein Pro-Abo über das iPhone/iPad abschließe und anschließend zu Android wechsle und nicht mal mehr Apple-Geräte nutze, bekommt dennoch Apple einen Teil der Abogebühr.

An sich wäre mir das ja egal, aber am Ende beschneidet Apple die Einnahmen, die aus meiner Sicht den Künstlern zustehen.
 

Asmudeus

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"Denn – wie für alle derartigen digitalen Stores, wie etwa auch den Google Play Store, Steam und den Epic Games Store, üblich – muss jeder Entwickler 30 Prozent der App-Erlöse an Apple für die Dienstleistungen und das Hosting im App Store abführen"

Zur News: Unfairer Wettbewerb: Spotify reicht Kartellbeschwerde gegen Apple ein
Auch wenn ich spät dran bin, der Absatz ist so nicht Richtig oder zumindest missverständlich. Der Epic Games Store wirbt unter anderem genau damit: Das er nur 12% und nicht 30% nimmt.
 

iSight2TheBlind

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An sich wäre mir das ja egal, aber am Ende beschneidet Apple die Einnahmen, die aus meiner Sicht den Künstlern zustehen.
Das ist schon ein valider Punkt, allerdings ist Spotify in der Hinsicht eben selbst kein Engel.
Die zahlen den Künstlern nur das was unbedingt notwendig ist und soweit ich das sehe (Quellen sind älter und was aktuelleres finde ich auf die Schnelle nicht) zahlen sie für eine Wiedergabe eines Titels durch einen Nutzer der kostenlosen Version weniger als für eine Wiedergabe durch jemanden mit Premium-Abo.
Da ein guter Teil der Nutzer bei Spotify nur die Free-Version nutzt sieht es da also eh schon mit der Auszahlung schlechter aus als bei Apple, die mit Apple Music nur eine kostenpflichtige Version anbieten.
Apple war auch die einzige Firma die gegen eine Erhöhung der Kompensation für Songwriter keinen Einspruch eingelegt hat, Spotify (und andere) schon.
Siehe: https://www.vulture.com/2019/03/spotify-songwriters-battle-explained.html

Wenn man es genau betrachtet stehen die Einnahmen von Spotify auch nicht den Künstlern zu, das Modell sieht anders aus...

Die Künstler (und eben oben drauf noch die Songwriter etc...) haben mit den Musikstreaminganbietern bestimmte Gebühren pro Wiedergabe ausgehandelt.
Diese Gebühren sind fest, die hat Spotify zu zahlen, egal ob sie nun mit einem Abo 10 Dollar einnehmen, 5 Dollar, 50 Dollar oder 1 Dollar.

Der Anteil den Apple für ein durch den Appstore vermitteltes (!) Abo bekommt schneidet also nicht in die Einnahmen die die Künstler erhalten sondern einzig in das was Spotify noch übrig hat nachdem sie die Künstler entlohnt haben.
Da Spotify bisher soweit ich weiß nur Verluste gemacht hat hat man wohl einfach ein Geschäftsmodell gewählt welches nicht tragbar ist.
Wahrscheinlich ist die aktuelle Aktion auch vorrangig Aktionismus, ein Versuch Kosten zu senken und den Aktionären ein Stöckchen zuzuwerfen.
 

B.XP

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Damit bricht kann man die Kritik an Spotify darauf runterbrechen: Spotify bietet ein Gratis-Modell an, das den Künstlern (und der ganzen Verwertungskette) weniger Geld einbringt als ein Premium-Dienst - und das ist schlecht.
Der Anspruch von Spotify ist es aber, Leute aus Filesharing und Co. zu holen, was ja zweifelsohne gelungen ist. Ohne Free-Modell wäre die Nutzerbasis definitiv viel kleiner, ergo auch weniger Kunden für die Premium-Tarife - wobei das eine leichte Upgrademöglichkeit auf Premium voraussetzt. Wenn Apple das unterbindet schaden sie Spotify, aber auch wiederum der Musikindustrie - in der Hoffnung darauf dass die Kunden auf Apple Music wechseln?!

Natürlich wäre es für die Musikindustrie wunderbar, wenn sie das Modell von vor 20 Jahren weiter hätten, dass sie physikalische Datenträger herstellen und vermarkten und dabei die Preise allein selbst bestimmen können. Wegen der tollen finanziellen Situation sind ja auch die 90er als Hochzeit von musikalischen Meisterwerken in die Geschichte eingegangen!?

Wenn Spotify über das Abomodell verluste macht und die Kosten für alle Streaminganbieter die gleichen sind - dann bedeutet das durchaus wieder, dass die Dienste von anderen Anbietern querfinanziert werden. Oder anders: Spotify finanziert Apple Music...
Interessant besonders weil es eben auf der Andorid-Plattform weniger Einschränkungen gibt - obwohl es ein Google Play Music gibt, was auch wieder ein Abo-Service ist.
 

iSight2TheBlind

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Die Dienste von anderen Anbietern könnten auch einfach davon profitieren, dass das schon ausgewachsene Firmen sind die nicht für jeden Kleinkram beim Betrieb Mehrkosten generieren.
Ob Eddy Cue bei Apple nun Deals für den iTunes Music Store aushandelt oder für Apple Music nimmt sich nichts - Spotify zahlt einer Person Geld einzig für Streamingdeals.
Und bei Amazon fallen keine Kosten für das Hosting von Prime Music an, da Amazon mit AWS eh Hostinganbieter ist.
Spotify ist das nicht und zahlte deshalb anfangs Geld an Amazon, nun wohl Google um den Dienst überhaupt zu hosten.

Das ist nicht unbedingt Querfinanzierung, das sind einfach die Synergieeffekte die große Firmen besitzen und bei denen so ein Zwerg wie Spotify nichts zu bieten hat.
Selbst wenn Apple keinen Cent mehr von Spotify einnimmt kann Apple den Service viel effizienter betreiben als Spotify das je könnte.
Und das noch ohne die weitere Gefahr, dass eine dieser großen Firmen - das beste Beispiel ist da immer Amazon - den Streamingdienst als Zuschussgeschäft betrachtet um Kunden an sich zu binden und die Konkurrenz auszubluten.
Hat Amazon in der Vergangenheit - gerade bei digitalen Medien - immer wieder mal getan.
Fing schon mit den eBooks an und warum sagt Spotify eigentlich nichts gegen das vergünstigte Prime Music Abo für den Echo-Lautsprecher?
Damit kann Spotify auch nicht konkurrieren.
 
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